Sonntag, 7. Juli 2019

Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019 vorgestellt

Der Kampf gegen Drogenkonsum ist eine „verlogene und symbolische Arbeit, die niemals etwas gelöst hat.


Anstatt tatsächlich etwas Fortschrittliches in der Drogenthematik voranzubringen, konzentrieren sich die eingesessenen politischen Kräfte jährlich auf das Erfassen der gängigen Praxis in der gesamten Bevölkerung. Mit Berichten, welche stets von steigenden Konsumentenzahlen und dem Wachstum des Schwarzmarkthandels erzählen, scheinen die sich damit beruflich beschäftigenden Personen anscheinend etwas Verändern zu wollen. Ein drohender Zeigefinger und Erwähnungen potenzieller Gefahren ändern jedoch überhaupt nichts daran, dass sich täglich Menschen mit Rauschsubstanzen den Alltag versüßen wollen oder müssen. Besonders in Deutschland herrscht aufseiten der konservativen Parteien einheitliche Abneigung gegen die Drogen des Schwarzmarktes, während legal erhältliche Substanzen aus dem Getränkemarkt oder dem Tabakladen um die Ecke jährlich fast zweihunderttausend Tode verursachen. Der Alternative Drogenbericht der Deutschen Aidshilfe und von akzept e.V. versucht dagegen, sich ernsthaft mit den berechtigten Fragen der Problematik auseinanderzusetzen und bietet nun zum sechsten Mal Antworten, um eine bessere Drogenpolitik in Zukunft zu garantieren. Am 05.07.2019 wurde der Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019 vorgestellt, der eindeutig einen Umschwung in der Handhabung mit Drogen und dessen Konsumenten fordert – auch bei legal erhältlichen Substanzen.

Einen Neuanfang in der Drogenpolitik fordern die Autoren des Alternativen Drogen- und Suchtberichtes 2019, wobei man nicht nur illegale Drogen, sondern besonders auch Tabak und Alkohol im Visier hat. Der auch von der Deutschen Aidshilfe mitgestaltete Bericht fordert im Allgemeinen, dass Drogenpolitik unter Beachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse, Hinzunahme von bisherigen Erfahrungen aus der Praxis und selbstverständlich unter Berücksichtigung von Menschenrechten umgesetzt werden muss. Der Vorstandsvorsitzende von akzept e.V. und geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences Prof. Dr. Heiner Stöver weist in einem Gespräch mit Welt.de darauf hin, dass die Gefahren illegaler Drogen im Vergleich zu den legal erhältlichen Rauschsubstanzen verhältnismäßig gering sind und der hart durchgesetzte Kampf gegen illegalen Drogen kaum Sinn ergibt. „Das war schon immer eine verlogene symbolische Arbeit, die niemals etwas gelöst hat. Wir brauchen intelligente alternative Kontrollkonzepte“, sagt der Experte auf die Frage, ob sich der Kampf gegen Drogen lohne. Dagegen Konzepte umzusetzen, welche der Alternative Drogen- und Suchtbericht nun zum sechsten Mal enthält, wäre der Weg für eine Verbesserung der Situation. Dazu zählte aber auch, die Werbung für Alkohol zu verbieten und Schockbilder auf Zigarettenpäckchen durch Tipps für einen sicheren Umgang mit Tabakwaren auszutauschen. Natürlich müsse Cannabis freigegeben werden, wobei man das kanadische Modell mit einer freigegebenen Menge von 30 Gramm befürwortet. Fachgeschäfte müssten für die derzeit am häufigsten illegal konsumierte Substanz etabliert werden und dabei vernünftige Präventionsarbeit geleistet. Ähnlich sollte man auch bei anderen Drogen verfahren, da es in Portugal mit einem derartigen Konzept bisher gut funktioniert habe. Zahlen des Robert Koch Institutes zeigten, dass die Verbotspolitik mit Inhaftierungen das Gegenteil von dem erreichen würden, was sich die Regierenden vorstellten. Hier gäbe es auch unbedingt Nachbesserungsbedarf, da ein(e) Drogenbeauftragte(r) nicht die Expertise besitze, um fachlich korrekte Entscheidungen zu treffen. Eine Marlene Mortler habe sich jahrelang dadurch ausgezeichnet, indem sie die wissenschaftlichen Erkenntnisse ignorierte und mit einem anachronistischen Politikstil von sich reden machte. Es sei daher an der Zeit eine Person in das Amt zu heben, die eine langjährige Erfahrung in der Wissenschaft, Drogenpolitik und Suchthilfe besäße und keinerlei Anbindung an eine Partei habe. Eine Kommission – ähnlich der Interministeriellen Arbeitsgruppe in Frankreich, oder der Eidgenössischen Kommission für Suchtfragen in der Schweiz – wäre auch in Deutschland sinnvoll. Die nutzlose Kriminalisierung und immer stärker stattfindende Verfolgung von Cannabiskonsumenten im Allgemeinen müsse in jedem Falle schnellstmöglich beendet werden.

Eine Meinung, die Experten in Nachbarländern wie Frankreich seit Kurzem ebenfalls vehement vertreten. Dort hat man im Gegensatz zu Deutschland aber auch bereits 1991 etwas gegen die hierzulande weiterhin sichtbare Tabakwerbung unternommen, die in Deutschland aufgrund von Handlungen innerhalb der CDU weiterhin ihren Teil zu 110000 vorzeitigen Todesfällen jährlich beiträgt.

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Der Realist ohne Kraut
Der Realist ohne Kraut
2 Jahre zuvor

Das kann man nur unterschreiben! Da wir aber in einem ideologisch verseuchten CDU-Land, mit verqueren und deutlich unwissenden Menschen leben, wird es hierzulande keinen Wandel geben! Gleichzeitig wird zudem auf Alkohol- und Tabakwerbung gesetzt, da ‘Spenden’ (meist gestückelt über Umwege) in die Spendenkassen der CDU und SPD fließen. Darum sollte jedem klar sein, dass Geld die größte Macht in einem korruptem und verblödetem Land wie unseres ist. Klar ist aber auch, dass viele Gegner, die mit Leidenschaft immer gegen Legalisierung waren, nun die ECHTE Wahrheit erkennen bzw. begreifen. Aber solange genügend Geld in die falschen Kassen und Taschen fließt, ändert sich nur der Druck auf den Konsumenten und die Patienten! Siehe bspw. nach Hamburg, Bayern und die sonstigen Menschen, die… Weiterlesen »

Harald
Harald
2 Jahre zuvor

CDU-und CSU, das heißt fortdauernder Verfassungsbruch in der Cannabispolitik. Weiterlaufende Zigaretten- und Alkoholwerbung, 200. 000 Tote pro Jahr durch Alkohol und Tabak, korrupte Politik in jeder Richtung. Verlogenheit bis zur Verleugnung und ein täglicher Schaden, für Deutschland, durch dieses korrupte Dreckspack, von zwei Milliarden Euro. Abwählen reicht da schon lange nicht mehr. Einsperren und zur Rechenschaft ziehen, dieses miese, dreckige Pack!!!!!!!!!!

Ralf
Ralf
2 Jahre zuvor

Genau das ist ja der Grund, weswegen die Schergen von CDU,FDP,SPD und afd, und ihre Komplicen versuchen so viel wie möglich verbrannte Erde(kaputt gemachte Existenzen um mit dem Finger auf sie zeigen zu können) zu hinterlassen. Sie haben Angst eines Tages für ihre Menschenrechtsverbrechen zur Rechenschaft gezogen zu werden, und versuchen die Opfer, die das einfordern könnten, aus dem Weg zu räumen. Deswegen eskalieren sie genau wie Hitler damals den verlorenen Krieg (gegen Cannabiskonsumenten).

Otto Normal
Otto Normal
2 Jahre zuvor

“…Schockbilder auf Zigarettenpäckchen durch Tipps für einen sicheren Umgang mit Tabakwaren auszutauschen” Haben die wirklich geglaubt die Bilder halten einen Suchtkranken davon ab Tabak zu konsumieren? Hmmm… sicherer Umgang mit Tabak? Tabak ist hochgiftig, eine der giftigsten Pflanze der Erde. Schon wenige Gramm nur des Pflanzenmaterials oral eingenommen sind tödlich. Ein Raucher stirbt nur deshalb nicht sofort weil der Tabak verbrannt wird. Würde man sich stattdessen einen Tee daraus aufbrühen wäre sofort Ende. Wie soll denn so ein “sicherer Umgang” damit dann aussehen? Also nicht soviele Kippen rauchen und dafür nur ein klein bissel Lungenkrebs? Demnach haben ca. 200.000 Tabaktote jährlich einfach nur den Fehler gemacht nicht “sicher damit umzugehen”? Also ganz klar Tabakmißbrauch! Tja na sowas aber auch, selber… Weiterlesen »

Tom
Tom
2 Jahre zuvor

Annähernd 200.000 Tote durch Alk und Tabak? Schlimm, und trotzdem wird dieses Gift noch beworben. Und was ist mit den ca. 30.000 Toten durch Ärztepfusch und/oder Medikamentennebenwirkungen (auch bei frei verkäuflichen Medikamenten)? Mit den ca. 60.000 auf Dauer geschädigten will ich gar nicht erst eingehen. Naja, die sind wenigstens einen legalen, man möchte fast sagen natürlichen Tod gestorben. Im Gegensatz zu den ganzen toten Kiffer. Dagegen muß man wirklich etwas unternehmen. Liegt es nur an mir oder sind noch andere der Meinung dass die falschen in den Psychiatrien zwangsbehandelt werden.