Dienstag, 2. Juli 2019

Cannabis-Schwarzmarkt blüht wie nie zuvor

Europäische Drogenbehörde EBDD warnt vor Risiken für Cannabis-Konsumenten

 

 

Sadhu van Hemp

 

 

Die „Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht“ (EBDD) ist eine Agentur der Europäischen Union mit Sitz in Lissabon, die Informationen über das Phänomen der Drogen und der Drogensucht und über deren Auswirkungen sammelt und auswertet. Einmal im Jahr erstellt die Beobachtungsstelle einen Bericht über den Stand der Drogenproblematik in Europa, der pünktlich zum „Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr“ am 26. Juni der Öffentlichkeit aufgetischt wird.

Der Bericht spielt auch dieses Jahr den Prohibitionisten in die Karten, die aus dem Zahlenwerk die Rechtfertigung für ihren unsäglichen War on Drugs ableiten.

 

Im Fokus des Reports standen die Entwicklungen auf dem europäischen Cannabis-Schwarzmarkt, der sich hinsichtlich der Produktauswahl und -qualität zunehmend professioneller aufstellt. Die Cannabisprodukte werden immer vielfältiger, so dass die Risiken für die Konsumenten steigen und eine genaue Überwachung ihrer Wirksamkeit und möglicher gesundheitlicher Auswirkungen unerlässlich ist. Dieser Einschätzung liegen die Polizeidaten der EU-Mitgliedsstaaten zugrunde, die die europäische Drogenbehörde ausgewertet hat und in der neuen „Studie“ zusammenfasst.

 

Alexis Goosdeel, Direktor der Beobachtungsstelle, erklärt und warnt: „Der dynamische Charakter des derzeitigen Cannabismarktes und die Diversifizierung der verfügbaren Cannabisprodukte stellen uns vor große Herausforderungen. Neue und wirksamere Cannabisprodukte können schwerwiegende Folgen für die öffentliche Gesundheit der Verbraucher haben. Daher ist es wichtig, neue Trends bei Cannabisprodukten, die den europäischen Verbrauchern heute zur Verfügung stehen, zu beobachten und zu verstehen, um die politische und regulatorische Debatte zu unterstützen“.

 

Fakt ist, dass Cannabis nach wie vor die am weitesten verbreitete illegale Droge in Europa ist. Der Studie zufolge haben 2018 etwa 17,5 Millionen Europäer im Alter zwischen 15 und 34 Jahren Cannabis konsumiert. Den Anteil der erwachsenen Europäer, die im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, schätzt die Drogenbeobachtungsstelle auf 7,4 Prozent. Etwa ein Prozent der Erwachsenen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren gelten als Dauerkonsumenten, die täglich oder fast täglich Marihuana bzw. Haschisch genießen. Zugleich haben sich 2017 etwa 155.000 Europäer wegen „Problemen“ in Zusammenhang mit Cannabis drogentherapeutisch behandeln lassen. Rund 83.000 Hänflinge wurden zum ersten Mal einer Cannabis-Entziehungskur unterzogen. Wie viel dieser Personen aufgrund des Hanfverbots in die Bredouille kamen und Therapie statt Strafe vorzogen, verschweigt die Studie.

 

Was die Drogenbehörde nicht verschweigt, sind die von den EU-Mitgliedstaaten übermittelten Daten über den THC-Gehalt der Cannabisprodukte. Demnach hat die psychoaktive Wirkkraft in den letzten zehn Jahren zugenommen, was „Anlass zur Sorge über potenzielle Schäden gibt“. Die geschätzte mittlere Potenz von illegal gehandeltem Cannabis hat sich von 2006 bis 2016 von fünf auf zehn Prozent THC verdoppelt. Bei Cannabisharz (Haschisch) stieg die THC-Konzentration im selben Zeitraum sogar von acht auf 17 Prozent. Die EU-Fachspezialexperten deuten den gestiegenen THC-Wert von Cannabis als Hinweis darauf, dass die Pflanzen zunehmend aus hoch technologisierten Indoor-Anlagen stammen, während Importe von Freilandhanf und Haschisch zurückgehen.

Dass das illegale Geschäft mit Cannabis blüht, zeigen die Zahlen der Polizeistatistiken der EU-Mitgliedsländer deutlich: Haschisch und Marihuana machen demnach rund 40 Prozent aller konfiszierten Drogen aus. Allein im Jahr 2017 wurden insgesamt 291 Tonnen Cannabis sichergestellt.

 

Zugleich hat sich die Palette der illegal angebotenen Cannabis-Produkte erweitert. Die Polizei- und Zollbehörden beschlagnahmen vermehrt Cannabis-Konzentrate, cannabishaltige Lebensmittel, Cannabis-Öle und synthetische Cannabinoide in Pulverform. Die rasante Dynamik auf dem Schwarzmarkt führt die Drogen-Beobachtungsstelle auch auf die Legalisierungswelle in Nordamerika zurück, die nach Europa hinüberschwappe und die Nachfrage nach Produktinnovationen erhöhe. Auch die zunehmend professionellen Herstellungstechniken seien eine treibende Kraft für den Wandel auf dem Schwarzmarkt.

Der EBDD-Report betont, dass auf nationaler und europäischer Ebene Überwachungsinstrumente geschaffen werden müssen, um mehr Informationen über diese neuen Produkte und ihre gesundheitlichen Auswirkungen zu erfassen. Zur Schadensminderung sei es überdies ratsam, die CBD-Konzentration in legalen Cannabisprodukten im Auge zu behalten. Schließlich sei es für die Strafverfolgung in vielen Ländern wichtig, illegale Cannabisprodukte von cannabisbasierten Arzneimitteln und frei erhältlichen CBD-Ölen unterscheiden zu können.

 

Das Fazit, dass die Cannabis-Prohibition angesichts des vorgestellten Zahlenwerks blanker Wahnsinn und unverzüglich zu beenden ist, zogen die mit Steuergeldern üppig alimentierten Beobachter der „Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht“ nicht.

 

 

13 Antworten auf „Cannabis-Schwarzmarkt blüht wie nie zuvor

  1. Who Cares

    17,5 Millionen Konsumenten und 155.000 Problemfälle.
    Soll ich den CDU Anhängern das als 3-Satz vorrechnen oder geht das auch mit gefälschten Doktortiteln?

  2. Andi

    Leider geht es in der Politik nicht darum sinnvolle oder Zukunftsorientierte Gesetzte zu erlassen,sondern in erster Linie darum die Wählerschaft nicht zu vergraulen.
    Bis die CDU/CSU Wählerschaft von einer Legalisierung überzeugt ist geht noch viel Wasser den Bach runter.
    Von daher hilft nur abwählen.

  3. Der Realist ohne Kraut

    Und wieder so eine Meldung.

    Vielleicht bin ich doch der Doofe, dass ich noch immer denke, dass es auch mal gute News für uns gibt.

    Ein Umdenken ist ja möglich, wie bereits der gestrige Bericht aus Bayern zeigte: das Drangsalieren erhöhen ist ja immer die beste Wahl der Dinge. Mit Vernunft und Verstand etwas zu bewegen, scheint angesichts der Ideologie der Agierenden als Farce zu bestehen…

    Das Fazit von Sandhu van Hemp ist wohl einer der passenden Kommentare, wenn nicht der beste!

  4. Der Realist ohne Kraut

    @ Who Cares
    Mortler braucht dafür sicher ein Taschenrechner…

    Man sollte Alk- und Tabak-Konsumenten den ‚Problemfällen‘ gegen rechnen. Da wird’s im deutlichen 10er Prozentbereich sein!!!

  5. Who Cares

    Bei Nikotin eher 100% von allen die nicht nach der ersten direkt wieder aufhören.
    Dass dieses Gift schon mehr Leute auf der Welt getötet hat als Alle Kriege gemeinsam stört auch keinen.
    Die Leute sollen sich vergiften und elendig verrecken möglichst nah am Renteneintrittsalter.
    Da ist Cannabis natürlich kontraproduktiv.

  6. Der Realist ohne Kraut

    So sieht’s aus!

    Das stört ja auch keinen. Bzgl. Kriege ist’s auch kein Problem. Mit Rüstungsverkäufen kann man zudem noch als bester Wirtschaftsfaktor nutzen. Da kann’s Hanf nur abstinken…
    wenn man bedenkt, dass es eigentlich so gut wie überall wächst, erst recht. Bisschen Pflege und der Rest geht von alleine.

  7. Krake

    Es scheint, als interessiert es niemanden, na dann Legalize it for ever !!!
    F O R E V E ! !

  8. Harald

    Corruption and Destruction Unit ist gleich CDU. Rezo hat untertrieben!!!!!!!!! Diesem korrupten und lobbyhörigen Gesindel, sind und waren, die Bürger schon immer egal. Weg mit dem Dreckspack!!!!!!

  9. R. Maestro

    Solange wir solche korrupten Gestalten vor die Nase gesetzt bekommen, wird sich nichts ändern.

    Am 29.05.2019 habe ich von einer Fr. Freudenstein als Nachfolge von der Mortler gehört.
    Kurz nach der Europawahl. Bis heute nichts mehr. Warum eigentlich?
    Bisher und bis auf Weiteres hat und wird man sich doch eh` nichts darum scheissen uns eine(n) korrupte(n) Ja-Sager(in) aufzudrängen.
    Never change a running System. Darum wird auch eine AKK als Kanzlerin favorisiert und auch die Drogenpolitik wird weiter unionsgeführt sein.

    Mutti ist bald länger an der Macht, als der Adi. Auf ein weiter so, oder was?

    Sarkasmus: Einem jeden Konsumenten sei gesagt: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
    Da braucht`s aber Galgenhumor vom feinsten.

    Dass man sich von unserer Politik nichts mehr erwartet, welch `ein Wunder!

  10. Fred

    // Zugleich haben sich 2017 etwa 155.000 Europäer wegen „Problemen“ in Zusammenhang mit Cannabis drogentherapeutisch behandeln//

    Oh ha. Bei 17,5 Mio Konsumenten sind das ja sagenhafte, unglaubliche 0,88% aller Konsumenten mit “ Problemen “ im Zusammenhang mit Cannabis. Das entspricht exakt dem Bundesdurchschnitt, den ich mal an Anhand von Statistiken errechnet habe.

    Hier gerne mal ein paar wirklich entsetzliche Zahlen. 2017 starben in Deutschland rund 932.000 Menschen. 74.000 davon haben wegen Alkohol und 121.000 wegen Rauchen abgedankt. Und da soll ich mir ernsthaft Sorgen machen, wenn 0,88% das mit dem Kiffen nicht auf die Reihe bekommen und “ Probleme “ mit Cannabis haben. Das ist doch wohl ein Schwank aus dem Irrenhaus.

  11. Rainer Sikora

    Beim lesen aus dem Drogenbericht,kriege ich,wenn ich es nicht besser wüßte,den Eindruck,wir werden von einer großen Gefahr bedroht.Unvorhersehbare und Unvorstellbare Folgen rollen mit dem neuen Stoff und den neuartigen Dealern auf uns zu.Ich lese heraus,daß die Strafverfolgung verschärft und verstärkt werden muß.

  12. Ralf

    Meinen Dank an alle mutigen Verkäufer unseres segensreichen Stoffes, die tagtäglich mithelfen das Leid so vieler Menschen zu lindern. Ein Hoch dem „Schwarzmarkt“ den ich aber lieber als NOTMARKT bezeichne denn er vermindert die Not, die von diesem Staat durch seine cannaphoben meist Alkohol kranken und daher verstärkt Gewalt bereiten Schergen täglich verursacht wird.

  13. greenness

    @Ralf

    Ein Hoch auf die Folterknechte in Mexiko, die die zu Tode Gefolterten hinterher noch zerstückeln und die Teile an Autobahnbrücken aufhängen. Ganz tolle Sache, dieser Schwarzmarkt.

    Geh doch zu deinen Freunden nach Mexiko, die kontrollieren dort schon größere Teile des Staatsgebietes. Es wird dir da bestimmt gefallen. Wenn Du die ersten Wochen überlebst, kannst Du dich ja deinen Freunden anschließen und helfen, „Schergen“ zu ermorden und zu zerstückeln. –

    Die Frau Mortler ist ja nun so gut wie weg.

    Hast Du, Ralf, schon Kontakt zur/zum neuen Drogenbeauftragten? Schon neue Anweisungen bekommen, wie und mit welchen Trollkommentaren Du Legalisierungsbemühungen am besten diskreditieren kannst?

    Wenn man deine Kommentare liest und nicht stark reflektiert, kommt man zu dem Schluß, daß so eine Legalisierung wohl doch keine gute Idee ist.

    Noch was: Wenn ich hier lese, kommen in mir immer wieder die Bilder von der AFD/Pegida-„Demo“ hoch, auf denen man diese Trottel mit den Merkel-/Gabriel-Galgen sieht.

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