Donnerstag, 4. April 2019

Colorado erlaubt den Einsatz von medizinischem Cannabis bei Autismus

Auch bei minderjährigen Patienten kann Marihuana zum Einsatz kommen.


Selbst wenn es hierzulande weiterhin bestehende Bedenken und Skepsis bezüglich Cannabis in der medizinischen Anwendung gibt, so sind trotz tröpfelnder Studienergebnisse schon eine ganze Reihe Anwendungsgebiete bekannt, die für den Einsatz von Marihuana bei körperlichen Leiden sprechen. In Colorado, wo seit 2014 Cannabis selbst zu Genusszwecken legal an volljährige Personen verkauft werden darf, hat man nun nach mehreren Anläufen eine weitere Krankheit in den bestehenden Katalog aufgenommen, der Patienten den Zugang zu Medizinalhanf genehmigt. Colorado erlaubt den Einsatz von medizinischem Cannabis bei Autismus.

Passenderweise wurde am Welt-Autismus-Tag das Gesetz zur Freigabe von Medizinalhanf für Autisten von dem Gouverneur Jared Polis unterzeichnet, das nun Menschen, welche unter den Symptomen der Krankheit leiden, den Zugang zu medizinischem Marihuana gewährt. In der Vergangenheit gab es schon mehrfach Versuche diese Veränderung der Gesetzeslage herbeizuführen, doch aufgrund eines Vetos des damaligen Gouverneurs John Hickenlooper war es erst jetzt möglich eine Verbesserung der Patientenrechte gesetzlich abzusichern. Hickenlooper forderte noch eine größere Beweislage der Wirksamkeit von Cannabis gegen die Krankheitssymptome, während sich sein Nachfolger auf die neusten Ergebnisse der Forschung verlässt. Bei der Unterzeichnung des House Bill 1028 am 02. April 2019 sagte er daher mit völliger Überzeugung: “Heute ist der Welt-Autismus-Tag, und wir handeln, indem wir den Zugang der Patienten zu Cannabisprodukten verbessern, die Menschen mit Autismus helfen. Wir wissen das nicht nur aus Einzelberichten, sondern es kommen immer mehr gute wissenschaftliche Daten hinzu.“ Die Eltern autistischer Patienten, die für die Gesetzesänderung plädierten, berichteten in der Vergangenheit schön häufiger, dass Cannabisöle und Tinkturen den verbalen und kognitiven Fähigkeiten ihrer Kinder helfen würden, während sie manch aggressive Ausbrüche unterdrückten, die mit bestimmten Aspekten des Autismus verbunden sind. Schon 2017 wurde in einer Untersuchung in Chile herausgefunden, dass Cannabisextrakte eine wesentlich höhere Wirksamkeit zeigten, als es gewöhnliche Arzneimittel täten. Auch in Israel fand man bereits heraus, dass Marihuana das Verhalten von Autisten positiv beeinflussen kann. Eltern betroffener Kinder waren während der Unterzeichnung des House Bill 1028 anwesend, die sich schon in der Vergangenheit für eine bessere medizinische Versorgung ihrer erkrankten Zöglinge einsetzten. Im Fall von Minderjährigen wird in Colorado nun nur noch eine von zwei Ärzten bescheinigte Bestätigung der vorhandenen Symptome benötigt, damit auch Betroffene in jüngeren Jahren an die natürliche Medizin gelangen können.

Hierzulande wird dagegen selbst regulären Patienten im Erwachsenenalter durch eine neue Praxisleitlinie der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin der Zugang zu gewachsener Arznei wieder einmal ein bisschen schwerer gemacht, da man dort neben Zweifeln bezüglich der Wirksamkeit bei den verschiedensten Krankheitssymptomen auch eine Empfehlung zu pharmazeutischen Fertigarzneimitteln an behandelnde Ärzte vermittelt. Dennoch nennt man das einen „pragmatischen, patientenzentrierten Umgang mit dem Thema.

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Gert Postel
Gert Postel
2 Jahre zuvor

Werden diese Psycho-Diagnosen nicht von Menschen Erstellt ,die ihre eigene Scheiße Trocknen und dann vorführen ? Also , das steht jedenfalls ,in “Blumen auf Granit ” . Und nebenbei erfinden sie noch Krankheiten .

Rainer Sikora
Rainer Sikora
2 Jahre zuvor

Eigentlich wäre es die Aufgabe derer,die das Gesetz Medizincannabis eingeführt haben,dafür zu sorgen,daß alles in die richtigen Bahnen geleitet wird und Ärzte richtig informiert werden.Wird sich aber leider nichts mehr bewegen,aus vielen hier schon bekannten Gründen.Konsumenten werden als Staatsfeinde und Idioten betrachtet,das ist das Problem.

Otto Normal
Otto Normal
2 Jahre zuvor

“…dass Cannabisextrakte eine wesentlich höhere Wirksamkeit zeigten, als es gewöhnliche Arzneimittel täten…” Wenn die Natur vorsieht, daß eine Krankheit therapierbar oder möglicherweise sogar heilbar sein soll, liefert sie stets das weitaus bessere und kostengünstigere Medikament, als es der Mensch mit seinem rudimentären Wissen um die biologischen Zusammenhänge des Körpers und die Giftküchen der Pharmaindustrie es jemals entwickeln könnten. Das Problem ist allerdings daß man dann nicht diese perversen Gewinne einfahren kann, die die Pharmaindustrie erwartet. Den Arschlöchern die für die Prohibition sind bereitet es anscheinend fast körperliche Schmerzen endlich die faschistische Ideologie die hinter der Drogenpolitik steckt abzulegen. Deshalb fände ich es an der Zeit daß im “War on Drugs” von den Opfern der Prohibition endlich scharf zurückgeschossen wird. Es… Weiterlesen »

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

“Heute ist der Welt-Autismus-Tag, und wir handeln, indem wir den Zugang der Patienten zu Cannabisprodukten verbessern, die Menschen mit Autismus helfen. Wir wissen das nicht nur aus Einzelberichten, sondern es kommen immer mehr gute wissenschaftliche Daten hinzu.“ Selbstbeweihräucherung! Warum geht man weltweit nicht seit Jahrzehnten vernünftigere Wege als bisher? Dieses parasitäre Verhalten, und hierzulande sogar in “bester” Form. Mit der aktuellen Situation, bzgl. Umwelt, wird sich noch viel bewegen. Auch Hanf als Rohstoff wird verm. noch sehr stark diskutiert werden. Gewalt seitens der Befürworter wäre Selbstmord für die Legalisierung. Ich hoffe mit einem Verbot von Kunststoffen, wird man zu vernünftigeren Rohstoffen zurückkehren. Und zum Jugenschutz: Hört endlich auf mit der Scheisse, Prohibitionsfetischisten! Es geht so vielen jungen Menschen bescheiden genug.… Weiterlesen »