Sonntag, 18. November 2018

Prohibition vs. Legalisierung

 

Der Anfang vom Ende

 

 

Es hat lange gedauert, bis sich ein global ernst genommener Staat dazu entschieden hat, den Schleier der Prohibition zu heben und Cannabis zu legalisieren. Da dank Kanada seit dem 17. Oktober 2018 jedoch eine Gesetzesänderung umgesetzt wurde, die allen erwachsenen Bewohnern des nordamerikanischen Landes den Genuss des natürlichen Rauschmittels gewährt, schaut der Rest der Welt mit Neid und Skepsis über den großen Teich und staunt.

 

Die veränderten Gegebenheiten werden zwar von gewissen konservativen Kreisen wie eine Kapitulation vor dem Schwarzmarkt bewertet, doch allgemein ist feststellbar, dass die im Zusammenhang ausgesprochenen Unwahrheiten nicht länger in der Bevölkerung und Politik sehr ernst genommen werden. Es ist recht offensichtlich, wie wenige alteingesessene Prohibitionisten sich noch trauen, mit Schauergeschichten und Schwarzmalerei den in Kanada vollzogenen Umschwung zu kommentieren, während ein Großteil aufgeschlossener Beobachter und Fachleute vergleichbare Schritte auch hierzulande fordern. Nur noch ein geringer Teil der politischen Riege aus AFD und Union hetzt mit schlechten Beispielen gegen den gewöhnlichen Marihuanakonsumenten, der sich trotz Strafverfolgung weder die Butter vom Brot noch das Dope aus der Bong hat stehlen lassen.

 

Eine große Anzahl regelmäßig Cannabis nutzender Menschen hat eigentlich in Vorfeld angedachter Modellprojekte bereits bewiesen, dass der Konsum der Pflanzenwirkstoffe nicht zwangsläufig den Anfang des Endes einläutet, sondern gefestigte Personen mit Verantwortungsbewusstsein und Verlässlichkeit zutage bringt. Der seit Dekaden geführte Widerstand gegen geltende Verfolgungsstrategien und ungerechte Behandlungen wird schließlich nicht nur von spontanen Neueinsteigern geleistet, sondern das durchgängige und selten missbrauchte Vertrauen untereinander zeugt auch von einem gewissenhaften Zusammenhalt der Szene, von dem in anderen Bereichen nur geträumt werden darf. Da nun endlich in speziellen Gefilden unseres Planeten der Leidenschaft öffentlich gefrönt werden darf und keine berechtigte Angst mehr zum vorsichtigen Verstecken rät, wird auch dieses fröhlichere Bild die Zukunft stark beeinflussen, was letztendlich zum Ändern alter Meinungen führen muss.

 

Wenn in verschiedenen Bundesstaaten der USA, sowie in Uruguay und Kanada eine Bevölkerung mit einer zuvor bereits auf dem Schwarzmarkt florierend gehandelten Rauschsubstanz nun öffentlich verantwortungsvoll umgehen kann, wieso sollte in Deutschland oder anderswo ein gesellschaftliches Chaos die Folge der Freigabe sein? In den kommenden Monaten verhärten sich daher möglicherweise noch einmal die Fronten in der Diskussion, jedoch nur, weil die Gegenargumente, die eine Prohibition weiterhin logisch erscheinen lassen sollen, immer stärker an Glaubwürdigkeit verlieren werden. Sollten in der nächsten Zeit gewisse Personen einfach nur stetig ihre Parolen in der öffentlichen Debatte wiederholen, ist es gut denkbar, dass das Gelächter bei den Zuhörern schnell zunimmt, da die greifbaren Gegenbeispiele in anderen Teilen der Welt bereits existieren und bekannt sind.

 

Somit dürfte sich die Überlegung „Prohibition vs. Legalisierung“ in Bälde schon in „Glaube vs. Fakt“ umwandeln und anschließend für den bitter nötigen Neuanfang in einer fortan eher sachlich geführten Debatte Sorge tragen.

Ende der Diskussion!

 

8 Antworten auf „Prohibition vs. Legalisierung

  1. R. Maestro

    Die Legalisierung/Liberalisierung wird auch bald kommen.
    Einzig die Suche nach Ersatz für Diskriminierung, Bevormundung, Machtausübung, Diffarmierungsmöglichkeiten, Bereicherung, ….. steht diesem im Wege.

    Danach wird es auch etwas werden, mit Liberalisierung und so weiter.

  2. Michael Dropik

    Es wird aller höchste Zeit das dies Cannabis such bei uns Entkriminalisiert wird. Ich bin zuversichtlich das dies nicht mehr lange dauern wird.

  3. Otto Normal

    Somit dürfte sich die Überlegung „Prohibition vs. Legalisierung“ in Bälde schon in „Glaube vs. Fakt“……
    Müßte es nicht „FakeNews vs. Fakt“ heißen?
    Glaube klingt mir viel zu positiv.
    Glaubt die Mortler denn wirklich an die Märchen die sie täglich erzählt?

  4. Este

    Ich warte schon seit dem ich 16 bin,jetzt bin ich 43 und nicht einmal irgendwas macht denn anschein das sich da in der nächsten Zeit sich nix ändern wird.
    Da geht es nicht mal um das Rauchen selbst, sonder auch das der ganze Dreck auf der Strasse verschwindet. Oder besser,das keiner mehr an irgend was anderes kommt was er nicht will.

  5. Gerrit Haase

    Netter Kommentar. Ich gebe die Hoffnung auch nicht auf. Weiter so!

    Leider aber, die Spalter werden nicht nachlassen, ihre Lügen zu verbreiten.

    Was ich nicht verstehe, dass es in all den Jahren der Demokratie immer noch nicht gelingt, die Unterdrücker der Freiheit zu identifizieren und abzuwählen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.