Mittwoch, 18. Juli 2018

Gesundheitsministerium von New York empfiehlt die Legalisierung von Cannabis

 

75 Seiten, die für die Freigabe von Marihuana sprechen.

 

Cannabis

 

Auch wenn in neun Bundesstaaten der USA – sowie auch wie in Washington DC – bereits ohne darauffolgende Strafverfolgung dem Marihuanakonsum gefrönt werden darf, so gibt es noch genügend Fläche im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, auf der Cannabis weiterhin verboten ist. Auch in der bekanntesten Metropole New York kämpfte man daher noch in diesem Jahr für eine Verbesserung der Situation, welche in der Form der regulierten Freigabe gesehen wird, die dann bei ihrer Einführung den bisherigen Opfern des Drogenkrieges dienen sollte. Nun bekommen die liberal denkenden Politiker aus der Großstadt wichtige Unterstützung aus dem gleichnamigen Bundesstaat, nachdem man sich dort Anfang 2018 an eine ernst zu nehmende Untersuchung machen musste. Das Gesundheitsministerium von New York empfiehlt die Legalisierung von Cannabis.

 

Der noch immer nicht ganz vom vorteilhaften Umschwung überzeugte Gouverneur Andrew Cuomo forderte zu Beginn des Jahres das Gesundheitsministerium des Staates New York dazu auf, einen Bericht anzufertigen, der die Folgen einer Cannabisfreigabe zum Thema hat. Nun ist das 75 Seiten starke Dokument an den zweifelnden Auftraggeber in finaler Fassung übergeben worden und enthält die zuvor gewünschten Denkanstöße zur immer wichtiger werdenden Überlegung. In dem am vergangenen Freitag überreichten Schriftstück wird seitens des New Yorker Gesundheitsministeriums klar definiert, dass die Beendigung der Prohibition von Cannabis zu befürworten wäre, da die positiven Effekte der Legalisierung den möglichen negativen Auswirkungen bei einer Gegenüberstellung weitaus überlegen wären. „Zahlreiche Agenturen des Staates New York sowie spezielle Fachexperten aus den Bereichen der öffentlichen Gesundheit, psychischen Gesundheit, des Substanzgebrauchs, der öffentlichen Sicherheit und des Transports und der Wirtschaft arbeiteten an der Entwicklung dieser nun entstandenen Bewertung“, heißt es in dem Bericht. „Es wurden dabei keine unüberwindlichen Hindernisse für eine fachgerechte Regulierung von Marihuana aufgedeckt.“ Die Gründe für die getroffene Entscheidung sind bereits häufig gehört, aber wohl oft nicht verstanden worden, weshalb gewisse Argumente auch bei regulären Publikationen wiederholt werden. Die bisherige Strategie sei gescheitert, besäße rassistische Tendenzen – die der gesamten Gesellschaft schaden würden – und koste den Staat zu viel Geld, anstatt etwas einzusparen. Die Legalisierung brächte jedoch nicht nur Steuergelder in Millionenhöhe, sondern eben auch die bislang fehlenden Sicherheiten mit sich, die unter den aktuellen Umständen unmöglich zu erreichen sind – Jugendschutz und Qualitätssicherung.

 

Dank dieser Empfehlung des New Yorker Gesundheitsministeriums befindet sich der Gouverneur Andrew Cuomo nun etwas in Zugzwang, da schon häufiger andere Kräfte in der Politik sein Handeln in dieser Entscheidungsfrage forderten. Der neuste und sogar durch eigene Aufforderung entstandene Report des Ministeriums zeigt jedenfalls keine unüberwindlichen Hürden für den nächsten US-Bundesstaat in der voranschreitenden Geschichte der längst überfälligen Cannabislegalisierung auf, was somit auf einen bald anstehenden kleinen Katzensprung über Lady Liberty hoffen lässt.

6 Antworten auf „Gesundheitsministerium von New York empfiehlt die Legalisierung von Cannabis

  1. Philman

    Since 1977,….. as a youth in Fredonia New York, …. I have wondered if this day would ever happen.
    July 18, 2018,…..it has.
    #justice
    #rockfellerdruglaws

  2. Rainer Sikora

    Erst muß 70 Jahre diskutiert werden,bis sich 30 Jahre danach eine eventuelle Änderung abzeichnet.

  3. Fred

    So langsam wäre auch mal eine Erklärung unserer Regierung zum Thema fällig. Wenn in immer mehr Staaten der Welt die Lage komplett gegenteilig zur deutschen Sicht eingeschätzt wird, ist klar, das eine Seite schief liegt.

    Eine Überprüfung unter objektiven und damit realitätsnahen Bedingungen ist also keine Kannmöglichkeit mehr, sondern eine Verpflichtung.
    Das der kiffende Bundesbürger nicht ins Weltbild der C Parteien passt, spielt dabei keine Rolle. Kein Mensch wählt eine Regierung, damit sie alles was ausserhalb der eigenen Sichtweise liegt, blockiert. Und eine Partei die sich von einer ideologischen Sichtweise nicht trennen kann, hat bewiesen das sie zumindest eines nicht kann…. eine gute Regierung stellen.

  4. R. Maestro

    Ich frage mich schon lange, welche Argumente bei uns noch dagegen kommen können.
    Aber an diesem Punkt kennt die Phantasie keine Grenzen.
    Wenn unsere Drogenpolitik(er) am Ende nicht komplett dumm da stehen wollen, sollte sich jetzt wirklich etwas bewegen hier.
    Der A. Hoffmann:

    Cannabis macht also blöd. Soso.
    Aufgrund der Verbreitung von Cannabis, vor der Prohibition, kann man folglich davon ausgehen, dass nahezu JEDER von uns allen, einen ganzen Haufen Idioten unter seinen Vorfahren hatte.
    Aber DIE haben ja die Weisheit mit dem Löffel gefressen.
    Himmel, diese unsäglich kurzsichtigen Argumente bei uns immer wieder, oder noch.
    Und dann noch der Suchtexperte Dr. R.T. und seine Busenfreundin aus der CSU.
    Eine Rolle Klopapier, auf welchem „Hakle“ auf jedem Blatt steht, ist informativer.
    Und ehrlicher.

  5. Fred

    @R. MAESTRO

    //Aber DIE haben ja die Weisheit mit dem Löffel gefressen//

    Genau das ist das Problem. Wenn Frau Merkel im Wahlkampf kundtut, „ich halte nichts von Cannabis „, dann ist das ihre persönliche Meinung zum Thema. Die kann man ihr zubilligen. Als Partei und Regierungschefin ist diese persönliche Meinung aber ohne Belang. Als Regierungschefin hat sie die Verpflichtung, persönliche Meinungen zurückzustellen und einen Sachverhalt ohne Vorbehalte zu überprüfen. Und nicht noch 10 Jahre nach wissenschaftlicher Widerlegung der Einstiegsdrogentheorie diese weiter wie eine Monstranz durchs Land zu tragen. Oder irgendwelche Leuchten aus der dritten Reihe vor die Kamera zu schicken und ebenso widerlegte Phrasen zum Besten geben zu lassen.
    Schlechte Politik ist das. Die an der Aufgabe, eine Regierung in einer Demokratie zustellen, klar vorbeigeht.

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