Samstag, 17. März 2018

Doppelt so viel Cannabis in sechs Monaten wie in den vergangenen acht Jahren

 

Medizinalhanfnachfrage in Deutschland ist enorm.

 

 

Mit einem mittlerweile wohl circa 33000 Personen zählenden Medizinalhanfpatientenkreis im Land hat sich die Nachfrage nach Cannabismedizin in kürzester Zeit so überraschend stark erhöht, wie die Anzahl der Nutzer, denen das Naturmedikament Hilfe verspricht. Da die Nachfrage den Bestand oft übersteigt, müssen Patienten teils Odysseen erleben, bis die ärztlich verschriebene Medizin dann endlich in Empfang genommen werden kann. Wie groß der Bedarf an den weiterhin noch nicht selbst in Deutschland produzierten Pflanzenprodukten gewachsen ist, legt die Antwort seitens der Bundesregierung auf eine kleine Nachfrage der Linksfraktion offen. Importanträge für doppelt so viel Cannabis in sechs Monaten wie in den vergangenen acht Jahren sprechen Klartext, auf welche Versorgungsmengen sich Krankenkassen einzustellen haben – und Seehäfen.

 

Von November 2008 bis März 2017 – bevor das Medizinalhanfgesetz in Kraft trat – importierte Deutschland Cannabis zu medizinischen Zwecken in einer Gewichtsmenge von 1060 Kilogramm. Nachdem die Gesetzgebung endlich eine vereinfachte Versorgung mit Medizinalhanf am 10. März 2017 für Kranke ermöglichte, aber sich dabei offensichtlich etwas während der Hochrechnung verschätzte, wurden in den vergangenen sechs Monaten nun weitere Importanträge für medizinisches Cannabis eingereicht, welche den sich häufenden Versorgungslücken entgegenwirken versuchten. Eine Menge von 2100 Kilogramm Cannabis möchten Medikamentenimporteure in Deutsche Apotheken liefern, oder haben diese sogar zu Teilen zwischen September 2017 und März 2018 schon ins Land gebracht. Die in diesem kurzen Zeitraum von unterschiedlichen Unternehmen eingereichten und bereits gestatteten Anträge beinhalteten jeweils die Bitte um eine Genehmigung zur Einfuhr der möglichen Höchstmengen von Medizinalhanf. Zusätzlich zu den meist wohl schon importierten Mengen wären auch noch weitere Anträge von sechs Importeuren eingegangen, welche um eine Erhöhung der Höchstmenge bitten und somit ihrer gemeinsame Absicht Ausdruck verleihen, zusammen bis zu 21000 Kilogramm Cannabis einführen zu dürfen.

 

Bei einem frühestens ab 2019 von der Bundesregierung geplanten Start der heimischen Produktion – mit erwarteten Erntemengen von erst einmal nur 1000 Kilogramm Marihuana – kommt Importeuren à la Cannamedical daher eine neue kooperative Apothekenversorgung durch ausgezeichnete kanadische Qualitätsproduzenten sicherlich so recht wie den davon hoffentlich ebenso profitierenden Medizinalhanfpatienten.

9 Antworten auf „Doppelt so viel Cannabis in sechs Monaten wie in den vergangenen acht Jahren

  1. Lotus

    Wow 33000 Patienten
    und ich bekomme immer noch kein Cannabis auf Rezept,
    ich bin schwer erkrankt und weiß schon lange das es mir hilft,
    aber bisher wurde ich abgewiesen 🙁
    Ehrlich gesagt fehlt mir auch die Kraft und das Geld um mich hier soweit durchzusetzen,
    um als Patient fair behandelt zu werden.
    Ich hoffe das sich das bald ändert und Menschen die wirklich hilfe brauchen auch mit dem Medizinalhanfgesetz geholfen wird…

    Peacezeichengruß

  2. Fred

    @Lotus

    Schicke doch einfach mal eine kräftige Beschwerde an die Ärztekammer. Dem Arzt einfach mal Feuer machen.

  3. woewe

    @Fred an die Ärztekammer? An die Sächsische und/oder an die deutschlandweite? In der einen ist Bodendieck der Chef, in der anderen im Vorstand, Zitat, 8. März:
    „In der heutigen Zeit eine Substanz ohne Evidenz durch den Gesetzgeber zu legitimieren und verordnungsfähig zu machen, ist ein völlig falsches Signal.“, betont Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer. Im Gesetz seien nicht nur Reinsubstanzen zur Verordnung vorgesehen, sondern auch getrocknete Cannabisblüten. „Das giftige Cannabiskraut, mit dem sich junge Abhängige ruinieren, wird nun mit unterschiedlichen Wirkstoffgehalten bereitgestellt.“
    Der Gesetzestext beschreibt keine Limitierung über Zieldiagnosen und Indikationsangaben. Bodendieck: „Eine Cannabisverordnung vor dem 23. Lebensjahr gefährdet die nicht abgeschlossene menschliche Hirnreifung und ist geeignet, überdauernde strukturelle Schäden und persistierende kognitive Defizite zu begründen, die soziale Katastrophen nach sich ziehen.“ Jede juristische Verantwortung für Folgen wird den verordnenden Ärzten aufgebürdet.

    Und Bodendieck und die SLÄK hilft dabei: „Letztendlich könnte eine Beibehaltung Ihrer Verordnungsweise als Verstoß gegen berufsrechtliche Bestimmungen gewertet werden. Auch ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz (§29 Abs.1 Nr.6 in Verbindung mit §13 Abs. 1 BtMG) kommt in Betracht.[…].“

  4. Fred

    @woewe

    …und wenn man dann ein Schreiben von einer Ärztekammer mit dem von dir erwähnten Inhalt erhält, leitet man dieses an das Gesundheitsministerum weiter. Fakt ist, das der Gesetzgeber ein Gesetz verabschiedet hat. Und ein wer auch immer, von welcher Ärztekammer auch immer, kann dieses nicht so einfach ignorieren. Und es kann nicht im Interesse des Gesetzgebers sein, das seine Gesetze in diesem Land nicht befolgt werden.

    Und das sollte jeder machen. Beschweren, Stellen einschalten. Klagen. Allen richtig Arbeit machen. Das ist die Devise.

  5. Lotus

    @ Fred danke für den Tip,ich wußte ehrlich gesagt garnicht das etwas in der Richtung geht,
    sollte ich mir aufjedenfall mal überlegen…

    mich überkommt aber eher die Ohnmacht wenn ein offiziel anerkannter Arzt mir ohne zu zögern ein meiner Meinung nach sehr gefährliches Medikament verschreiben darf,aber mich regelrecht in meine Fronten verweißt wenn ich ihn um ein Rezept für eine Heilpflanze bitte ,welches mir nicht nur hilft,sondern evtl. sogar den Konsum andere Medikamente die Nebenwirkungen haben verhindern kann,
    was soll ich denn da noch irgendwem erklären,
    sry ich hab keine Medizin Studiert !!!
    letztenendes bleibt für mich stehen das,dass Gesetz noch teilweise scheitert in dem es zu vielen Leuten, viel zu schwer gemacht wird einen einfachen Zugang für Cannabis als Medizin zu bekommen,ich fühl mich aufjedenfall zweiter Klasse behandelt solange ich höre das 33.000 Patienten gibt von denen ein gefühlter Großteil wahrscheinlich privat versichert ist oder Glück hatte einen Arzt zu finden der sich bereits über alternative Heilmethoden auskennt.Ich werde meine suche auch nicht aufgeben,aber wenn ich als völliger Normalo einem Arzt seine Arbeit erklären muß,dann grieg ich Panik,bzw. hab ich das Gefühl,schnell als der Drogenjunkie darzustehen,ich denke das kommt daher ,das man wohl erst versuchen muß einen Arzt,von der neuen Situation in Kenntnis zu setzen bzw. den Arzt davon zu überzeugen ,das es hilft…
    und dann gucken dich diese Augen an ,die scheinbar nur Missverständniss für die eigene Lage übrig haben,
    alle Argumente brallen ab an der Unwissenheit und am Ende steht man da mit Heruntergelassener Hose und du griegst die Prostata untersucht ,aber kein Rezept für Cannabis XD
    Ich sags ganz ehrlich,am liebesten würde ich gerne zum Arzt gehen und sagen ,das Cannabis mir hilft und er es mir einfach verschreibt,so wie jedes andere Medikament auch und fertig…
    Anhand der Krankengeschichte sollte ja soweit auch erkennbar sein welcher Patient an welcher Krankheit leidet und ob es einen Versuch Wert ist,
    Die vergabe von Lizenzen für den Eigenanbau oder gemeinschaftlichen Anbau oder ähnlichem wäre auch eine Lösung…
    naja drückt mir die Daumen ,schon bald hab ich einen Termin bei einer anderen Ärztin,vielleicht wendet sich ja das Blatt :/

    Peacezeichengruß

  6. Fred

    naja drückt mir die Daumen ,schon bald hab ich einen Termin bei einer anderen Ärztin,vielleicht wendet sich ja das Blatt :/

    Sind beide gedrückt !

  7. Ralf

    Wen muß man sich denn in Deutschland kaufen um eine Lizenz zur Einfuhr von „medizinischem Cannabis“ zu erhalten? Und wen muß man bestechen um einen Antrag der Konkurrenz ablehnen zu lassen, eine wichtige Frage um eine Lizenz zum Geld drucken zu bekommen. Bei diesen Preisen die Patienten oder die Krankenkassen in den Apotheken blechen müssen wird die Mafia blaß vor Neid !

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