Mittwoch, 7. März 2018

England ist Exportweltmeister für medizinisches Cannabis

 

Überraschende Zahlen aus dem Internationalen Suchtstoffkontrollamt der UN.

 

 

Auch in England heizen sich derzeit die Diskussionen über eine Cannabisfreigabe und die medizinische Nutzung der natürlichen Pflanzensubstanzen auf. Ähnlich wie in Peru sorgt auch im Königreich erst das unerträgliche Leid an schwerster Epilepsie erkrankter Kinder für eine veränderte Wahrnehmung der Jahrtausende alten Heilpflanze, was zu kürzlich veröffentlichten Zahlen aus dem Internationalen Suchtstoffkontrollamt der UN zeitlich gut passt. England ist Exportweltmeister für medizinisches Cannabis, während der Einsatz im United Kingdom aufgrund des nicht sichtbaren therapeutischen Nutzens als verboten gilt.

 

Mehr als verdoppelt hat sich die Produktion medizinischen Cannabis in England im Jahr 2016, womit man Kanada auf den zweiten Platz verdrängte. Insgesamt sollen 95 Tonnen an legalem Marihuana hergestellt worden sein, welche die kanadische Produktionsmenge von 80,7 Tonnen überflügelte und somit alleine den Anteil von fast 45 Prozent des weltweit gehandelten Medizinalhanfs 2016 ausmachten. Mit 2,1 Tonnen exportiertem Marihuana schiebt sich England in diesem Jahr nicht nur als Produzent an die Spitze, sondern nimmt auch den Exportweltmeistertitel in Empfang, da mit ungefähr 67,7 Prozent des abgedeckten Welthandels die zweitplatzierten Niederlande mit nur 16,4 Prozent weit abgeschlagen stehen gelassen werden. Kanada war überraschenderweise gerade einmal für legalen Marihuanahandel in Höhe von unter 100 Gramm auf dem globalen Markt im Jahr 2016 verantwortlich. Ein Großteil der englischen Produktion sei laut Branchensprechern in die Herstellung sowie Entwicklung von Sativex- und Epidiolex-Medikamenten von GW Pharmaceuticals geflossen, ebenso wären aber große Mengen für Forschungszwecke und weitere Produktentwicklungen benötigt worden. Die Zahlen für das folgende Jahr 2017 sind nach Prognosen auch schon wieder in kanadischer Hand, da nur Auora Cannabis schon Einnahmen von 2,5 Millionen Dollar alleine im letzten Quartal von 2017 aus deutschen Apotheken mit getrocknetem Marihuana schlagen konnte.

 

Mit einem auf mittlerweile 33000 Personen geschätzten Cannabispatientenstamm hierzulande – Tendenz steigend – dürfte in den kommenden Jahren aber auch wieder für den von der UN ermittelten Exportweltmeister England ein ordentlicher Anteil abfallen, auch wenn schwer kranke Kinder im eigenen Königreich weiterhin der Gesundheit wegen nach Holland fliehen müssen – solange es die Familienfinanzen erlauben.

7 Antworten auf „England ist Exportweltmeister für medizinisches Cannabis

  1. Rainer Sikora

    Da kreiseln Argumente in der Diskussionsrunde bis jeder ein Pappmaul und rote Augen bekommt.Nur Minderjährige könnten Psychosen kriegen.Deshalb erst ab Mindestalter diskutieren.Und nicht im Auto diskutieren.

  2. Der Realist ohne Kraut

    @ Karli
    Das ist wieder ganz nach dem Motto: „klingt zu gut, als dass es wirklich Bestand hat.“

    Die Christunioner werden dies in dieser Amtszeit zu verhindern wissen. Gesetzesbeugung können sie besonders gut. Das sahen wir bereits schon in den 80er und 90er Jahren. Dabei braucht man nur an zahlreiche Skandale zu denken…

    Ich find’s gut, dass es einige sehr bereitwillige Menschen gibt, die ‚gerne‘ gegen Windmühlenflügel kämpfen. Dennoch bin ich mir da ziemlich sicher, dass es VORERST keinen bzw. nur geringer Sinn ergibt, sich dort dermaßen reinzuhängen.

    Selbst Richter/innen sind bereits voreingonnen. Spreche da aus Erfahrung! Von einer objektiven Einstellung kann man da leider nicht reden. Schon alleine deswegen nicht, weil auch sie Nachrichten sehen, hören und lesen.

    Aber wer weiß, Wunder soll’s ja immer wieder geben…

  3. Karli

    @ Der Realist ohne Kraut
    Nichts machen bringt nichts. Was machen kann was bringen.
    In der Chronologie steht: Juni 2015 Klageerhebung, dann folgt ein hin und her. Letzter Eintrag 27.03.2017
    Das zeigt schon sehr deutlich wie sehr die Hanfgegner mit dem Rücken zur Wand stehen, wenn so auf Zeit gespielt wird. Könnte man da nicht wegen Untätigkeit, oder so, klagen? Das läuft ja nun schon fast 3 Jahre.
    Ich kann mir denken was Du meinst: …abgewiesen wegen „kein öffentliches Interesse“…
    Das sollte man mal bei allen Hanfangeklagten so bringen. 🙂
    Dann hoffen wir mal alle auf ein ganz großes Wunder.

  4. Otto Normal

    Die Politik GB’s erscheint auf den ersten Blick bigott, aber nur auf den ersten Blick.
    Wenn ein Staat Cannabis produziert bzw. exportiert heißt das eben nicht automatisch das der Konsum dort legal sein muß.

    Deutschland ist mittlerweile 3. größter Exportweltmeister in Panzern, U-Booten und Feuerwaffen aller Art.

    Trotzdem darf man in D. weder einen Panzer oder noch ein U-Boot privat besitzen oder fahren, auch wenn U-Boote im Hinblick auf die meisten (hoffnungslos mit Freizeitsegelschiffen überfüllten) Urlaubsgewässern Sinn machen würden. Auch das Mitführen von militärischen halb- bzw. vollautomatischen Feuerwaffen ist innerhalb D. strengstens untersagt (Strafandrohung von mehreren Jahren Kerker) obwohl diese ebenfalls absolute Exportschlager sind und die mangelnde Polizeidichte in manchen Gegenden dies nahelegen würde.

    Außerhalb D.’s in den meisten Spannungs- und Kriegsgebieten ist der Anteil und die Beliebtheit der deutschen Waffen jedoch erfreulicherweise stark angestiegen.

    Das ist zwar schwer zu verstehen aber nun mal Realität. Ich persönlich würde zb. sehr gerne – angesichts der immer schlechter werden Straßenverhältnisse im Westen D.’s – meinen nicht geländegängigen Opel gegen einen Leopard II mit Schneeschild auswechseln. Dies ist mir aber durch die aktuelle Rechtslage leider verwehrt.

    Ich bin jedoch dafür, zunächst die Legalisierung von Cannabis voranzutreiben und die Frage des privaten Panzerbesitzes später anzugehen, evtl. wenn die AFD zusammen mit der FDP die absolute Mehrheit im Bundestag erreicht hat.

  5. Der Realist ohne Kraut

    @ Karli
    Klar! Nichtstun ist völlig falsch! Dennoch sind die haltlosen Meinungen derartig in den Köpfen der Gegner festgewachsen, dass dort Argumenten nicht wirklich viel bringen.

    Ich kenne einige, die gerne auf alles schimpfen, aber nichts tun. Mittlerweile gehöre ich auch zu diesen. Ich habe einfach keine guten Erfahrungen gemacht.

    Wenn man wegen 0,6g derartig blöde von der gesamten Justiz angefahren wird, nur weil’s ein Kind im Haushalt gibt – wusste bis dort aber nichts vom illegalen Genuss – dann kann man doch deutlich sehen, dass alles irgendwie unsinnig wird.

    Hinzu kommt noch, dass die Bürgervertreter auch nur unsinnigen Mist von sich geben. Die Eliten sind doch nicht ganz im Bilde. Nur weil’s einige gibt, die dummerweise auf die Sichtweise der Amis hören (nachläuft trifft es sicher besser), werden wir ‚Normalos‘ verfolgt, angemacht und in die Kriminalität getrieben.

    Würden sich die Leutz mal andere Länder anschauen, würden sie auch erkennen, dass es sehr wohl mit einer menschlichen Sichtweise geht. Aber das Wahre kennt ihr…

  6. Der Realist ohne Kraut

    Übrigens, mir ist es klar, dass die Gegner mittlerweile nur noch Mist reden, Vergleiche ziehen ohne jeden Verstand und somit mit ihren teilweise lächerlichen Anichten mit dem Rücken zur Wand stehen.

    Eines ist aber auch klar: wie’s heutzutage als ‚Fakenews‘ bezeichnet wird, kommt man einfach (schneller) weiter und man wird auch mehr gehört, als wenn man sich die Fakten ersthaft ansieht.

    Karli, du scheinst wirklich im Bilde zu sein, dann muss es dir doch auch aufgefallen sein, dass wenn verwirrende Äußerungen der Politiker nicht mehr Gehör finden, als zweiter Schritt der Kinder- und Jugendschutz herangezogen wird. Daran erkennt man auch wieder, dass sie sich absolut nicht in der Szene auskennen!

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