Samstag, 21. Oktober 2017

Kiffende Kiwis können hoffen

 

Neuseeland erwägt die vollständige Legalisierung von Marihuana.

 

...die Zeichen stehen auf grün
Foto: Archiv

 

Während die Sondierungsgespräche zwischen allen politischen Partnern in Deutschland bisher das Thema Drogenpolitik leider noch nicht zum Inhalt hatten, wird mit der Cannabislegalisierung anderswo Vorsprung im Wahlkampf ausgeweitet. Nach nur einhundert Tagen im Amt möchte der wahrscheinliche Gewinner der Gouverneurswahl in New Jersey den Weg für eine Hanffreigabe geebnet haben, was nicht nur die Akzeptanz in der Öffentlichkeit, sondern auch die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs demonstriert. Auch auf der anderen Seite der Welt sieht man letztere Notwendigkeit, weshalb in Neuseeland zum Wechsel des Premierministerpostens auch die kontraproduktive Prohibition von Cannabis auf die Ersatzbank geschickt werden soll. Kiffende Kiwis können hoffen, da die nächste Woche vereidigte neue Premierministerin Jacinda Ardern via Volksentscheid die Legalisierung von Cannabis binnen drei Jahren anstrebt.

 

Weil das gegenwärtige System nicht funktioniere, wolle die 37-Jährige – zur Überraschung vieler Beobachter – mit Bürgern in Gesprächen erörtern, wie man einen Abstimmungstext sinngerecht formulieren könne, damit es in den kommenden drei Jahren ein Referendum in Neuseeland über dessen Abschaffung geben könne. Bedenken habe sie natürlich auch wegen der heranwachsenden Bevölkerung, jedoch sähe sie keinen Grund dafür, dass Cannabiskonsumenten vom Staat verfolgt und in Gefängnisse gesteckt gehörten. Orientieren wolle sich die Politikerin der Labour-Partei zudem erst einmal an den kanadischen Vorreitern, die mit Gesundheits-, Strafverfolgungs- sowie anderen Behörden einen sinngerechten Plan zur Freigabe von Marihuana zu Genusszwecken für Volljährige entwickelten. Da schon der bekannteste Cop Neuseelands im letzten Jahr ein bisschen erleuchteter aus einer drogenpolitischen Bildungsweltreise zurückkehrte und nun ein Parteimitglied der jungen Premierministerin ist, dürfte ein erster Gesprächspartner bereits wie von alleine gefunden sein.

 

Eine ähnlich naheliegende Lösung für die vielen Geldsorgen – der sich erst noch sondierenden Koalitionspartner des möglichen Jamaikabündnisses in unseren Gefilden – scheint den um Mütterrente, Solidaritätszuschlag und die schwarze Null ringenden Fadenziehern jedoch nicht so einfach ins Auge fallen zu wollen, obwohl der nachwachsende Geldbaum in nachbarschaftlichen Wäldern wieder sichtbar gepflanzt werden wird. Viele Millionen kiffende „Krauts“ wären äußerst dankbar und glücklich, wenn sie ihre Sicherheit auf Freiheit möglichst bald mit einem festgelegten Steuersatz auf legales Cannabis bezahlen dürften.

 

Warum noch fünf Jahre darauf warten?

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