Sonntag, 12. Juni 2016

Kascha Juni 2016

 

DIE HANFBERATUNG IM HANF JOURNAL – Erste Hilfe für Kiffer

 

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Kascha ist wie immer per e-Mail zu erreichen. Also ran an die Tasten, dumme Fragen gibt es nicht…

 

Holger (24, aus Essen) fragt:

„Hallo Kascha,
ein Freund von mir zieht immer am Joint, als wenn es ein Wettbewerb wäre, und der nächste, dem er das Teil dann weiterreicht, bekommt einen völlig heißgerauchten Joint mit einem fast 2 cm langen Glutstengel vorne dran. Ich hatte mal irgendwann gehört, dass so heftiges Ziehen gar nicht so effektiv ist, aber er behauptet, dass es nur so richtig knallt. Was ist da dran?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Holger,
tatsächlich ist vor allem bei vielen Bongrauchern der Reflex antrainiert, eine größere Rauchmenge inhalieren zu wollen – und so ziehen sie dann auch am Joint. Das ist aber nicht nur weniger sinnvoll als sie denken, sondern auch unsozial den anderen Rauchern gegenüber: Durch so heftiges Ziehen versauen sie den Nachrauchenden den Joint und bekommen nicht unbedingt eine größere Wirkung (auch, wenn man bedenkt, dass sie dabei nicht selten den halben Joint wegziehen). Das hat zum Einen den Grund, dass ein Joint keine Bong ist. Er ist anders aufgebaut und funktioniert anders – wer ein Bong-Feeling will, sollte eine Bong rauchen und keinen Joint. Die Strömungswege in einer Bong sind viel weiter, so dass der Rauch sich erst einmal verteilen und abkühlen kann und einen Teil des Kondensats bleibt zudem im Wasser. Wird Rauch schnell und heiß durch einen Joint gezogen, bleibt ein Teil des hierbei, viel schneller als bei langsamem Ziehen, anfallenden Kondensats im Joint stecken und verbrennt später mit, während der Rest inhaliert wird und einen kratzigen, unangenehm schmeckenden Rauch verursacht. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch unnötig ungesund, vor allem, wenn man mit Tabak raucht. Als gleichzeitig risikominimierende und effiziente Konsumtechnik werden beim Joint-rauchen kurze, einzelne Züge empfohlen, die nicht all zu tief inhaliert werden. Das dabei im Vergleich zum Bongrauchen langsamer entstehende High ist Joint-typisch. Viele Konsumenten, die ein „bongigeres“ Feeling wünschen, bauen sich eine so genannte Kawumm. Dabei wird ein kleines Loch in eine leere Toiletten- oder Küchenpapierrolle geschnitten, in das der Joint filterseitig gesteckt wird. Dann wird eine Öffnung zum Mund geführt und die andere mit der Hand zugehalten, um die Röhre mit Rauch zu füllen (wobei man auch angemessen langsam und vorsichtig ziehen kann). Nehmen die Konsumenten dann die Hand von der Öffnung, können sie den gewünschten, verdichteten und etwas abgekühlten Rauch aus der Röhre inhalieren. Vielleicht wäre das ja ein Kompromissangebot für Deinen Freund – eine Papprolle findet man eigentlich in jedem Haushalt irgendwo.“

 

Alexandra (22) aus Hamburg möchte wissen:

 

„High Kascha,
ich drehe in letzter Zeit mit Aktivkohlefiltern – anfangs musste ich mich dran gewöhnen, aber inzwischen finde ich das Rauchgefühl viel angenehmer als bei Pappfiltern (lustiger weise sehen das nicht alle meine Freunde so). Ein Problem habe ich aber: Die Aktivkohlefilter fallen mir immer heraus. Ich nehme dann immer einen Klebestreifen von noch einem Paper und klebe das einfach noch mal fest, aber ich finde das ein bisschen nervig. Gibt es einen Trick, wie man das besser hinbekommt?“

 

Kascha erklärt:

 

„Hallo Alexandra,
tatsächlich ist das Drehen mit Aktivkohlefiltern etwas gewöhnungsbedürftig: Eingedrehte Pappfilter sind etwas flexibler und lassen sich beim Drehen zusammendrücken, so dass sie hinterher fest im Paper sitzen. Bei den etwas starreren Aktivkohlefiltern passiert es gerade „Neulingen“ oft, dass man den Filter noch im Mund und den Joint in der Hand hat. Das lässt sich mit einem einfachen Trick (und ein klein wenig Übung) ganz einfach vermeiden: Aktivkohle-Profis lassen den Filter am Ende etwa 3 mm herausstehen und drehen ihn dann einfach in Wickelrichtung des Papiers fest, kurz bevor sie ihn zukleben. Wenn man leicht am Filterende dreht, kann man schnell feststellen, in welche Richtung er sich lockert und in welche Richtung er sich festdreht – durch die leicht raue Oberfläche der meisten Aktivkohlefilter funktioniert dieser Trick mit den meisten Sorten, die auf dem Markt sind, ganz gut. Sollte der Filter doch einmal herausrutschen, hilft nur eine ruhige Hand – falls Leserinnen oder Leser dieser Zeilen einen Trick für diesen Fall kennen, freue ich mich über Euren Input!“

 

Maik (18) aus Berlin möchte wissen:

 

„Hi Kascha,
ich kiffe noch nicht so lange, und habe noch nie „Legal Highs“ geraucht. Jemand hat mir erklärt, dass da der Hanf-Wirkstoff synthetisch drin ist und dass das nicht gesund ist. Ist das dann aber nicht das gleiche wie in diesen synthetisch hergestellten THC-Tropfen, die Schmerzpatienten aus der Apotheke bekommen?“

 

Kascha antwortet:

 

„Hi Maik,
da der Wirkstoff THC durch das Betäubungsmittelgesetz verboten ist, enthalten die so genannten „Legal Highs“ (die nicht immer legal sind, da die einzelnen Wirkstoffe immer wieder verboten werden – derzeit schlägt die Regierung ein Gesetz vor, das auch ganze Stoffgruppen verbieten lässt) Wirkstoffe, die zwar in ihrer Wirkung THC-ähnlich sind, aber völlig anders aufgebaut sein können. Das ist also strenggenommen kein synthetisches THC sondern ein synthetisches THC-Ersatzprodukt. Anders verhält es sich bei THC-Arzneimitteln wie Dronabinol. Das darin enthaltene THC wird ebenfalls auf chemischem Wege hergestellt – allerdings aus dem im Hanf enthaltenen Cannabidiol, und das Endresultat ist das gleiche THC, das man auch in der Pflanze findet. Derzeit finden auch Versuche statt, THC für die medizinische Anwendung in genetisch veränderten Mikroorganismen produzieren zu lassen. Ironischerweise ist der naheliegendste und sicherlich günstigste Weg, einfach natürliches THC aus hochpotenten Pflanzen mit über 20 % Wirkstoffgehalt zu verwenden, aufgrund der Rechtslage in Deutschland nicht möglich.
Jedenfalls ist der Wirkstoff in den so genannten Legal Highs, vor allem, weil er wegen Anpassungen an die Rechtslage ständig verändert wird, nur schwer berechenbar. Da es auch nicht wirklich THC ist, kann man auch nicht davon ausgehen, dass diese synthetischen Wirkstoffe im gleichen Maße risikoarm sind: Der Konsum und vor allem Überdosierungen können vollkommen andere Auswirkungen haben als bei Gras. Das medizinische THC aus der Apotheke ist aber, wenn auch synthetisch hergestellt, immer „richtiges“ THC wie in der Pflanze.“

 

Eine Antwort auf „Kascha Juni 2016

  1. Mörnest

    Zu Holger, raucht am besten jeder seinen eigen Joint oder was auch immer, wenn man das in gemütlicher Runde macht ist es ähnlich wie weiter geben.

    Zum Filter, etwas Papier überstehen lassen und zum Filter hin umknicken, es darf wirklich nur wenig sein, damit die löcher nicht verdeckt werden.

    Und zum Thema legal High, man sollte nicht unerwähnt lassen, das schon einige daran gestorben sind, im gegensatz zum guten echten natürlichen THC.

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