Dienstag, 5. Januar 2016

Bürgermeisterin nach Amtsantritt ermordet

 

Drogenkrieg in Mexiko fordert weiteres Todesopfer

 

Foto: Su
Foto: Su

 

 

Während in Mexiko erste Fortschritte hinsichtlich der Legalisierung und Regulierung von Cannabis getan werden, tobt der Drogenkrieg weiter im Land. So wurde am Samstag die neu gewählte Bürgermeisterin Gisela Mota von Temixco im Bundesstaat Moreles, südlich von Mexiko-Stadt in ihrem Haus von neun bewaffneten Männern ermordet. Die 33-jährige Mota war zu diesem Zeitpunkt keine 24 Stunden im Amt. Sie hatte in ihrer Antrittsrede den Kartellen und der Korruption den Kampf angesagt.

 

Wie die Welt gestern berichtete, sei eines der Drogenkartelle für ihren Tod verantwortlich. „Die Ermittlungen deuten darauf hin, dass die Organisation Los Rojos für die Ermordung von Gisela Mota verantwortlich ist“, verkündete der Gouverneur von Morelos, Graco Ramírez auf Twitter. Nach der Tat nahm die Polizei mehrere Verdächtige fest. Zwei weitere mutmaßliche Täter wurden erschossen.

 

„Die Regierung wird sich von Organisierter Kriminalität nicht einschüchtern lassen“, gab Ramirez bekannt. Als Konsequenz der Tat, übernimmt der Bundesstaat in Moreles die Kontrolle über die Sicherheitskräfte. Der katholische Bischof Ramn Castro der Stadt Cuernavacas im Bundesstaat Moreles sieht in der Tat eine Warnung an andere Bürgermeister, die sich gegen die Kartelle stellen wollen. Er kritisierte zudem den Staat, der zum Teil vom organisierten Verbrechen unterwandert sein.

 

Auch wenn Mexiko bereits in diesem Jahr Cannabis entkriminalisieren und regulieren könnte, ist ein Ende des Drogenkrieges nicht in Sicht. Schätzungen zu Folge macht der Handel mit Cannabis 40 Prozent der Umsätze der Kartelle aus, jedoch dürfe es den meisten keine sonderlich großen Schwierigkeiten bereiten auf andere ‚Geschäftszweige‘ umzusteigen, solange es noch Drogen gibt, die sowohl in Mexiko als auch in den USA trotz ihres Verbots gefragt sind.

2 Antworten auf „Bürgermeisterin nach Amtsantritt ermordet

  1. www.diehanfinitiative.de

    Traurig ist das. 🙁 Soviel Gewalt durch dieses unselige „Geschäftsmodell Prohibition“ und die Banken und die OK-Wirtschaft (wobei die Grenzen schon lange fließend sind dank Billionengewinnen) verdient sich dusslig daran! Straflos!

    Wir möchten in diesem traurigen 🙁 Zusammenhang nochmals an Marcela Turati und ihren mutigen Einsatz erinnern. Vielleicht könnt ihr das nochmal aufgreifen und vertiefen, liebes Hanfjournal.

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    Journalist Marcela Turati has gained global attention for her compassionate and committed reporting on the victims of Mexico’s drug wars. An investigative reporter for the magazine Proceso, she is co-founder of Periodistas de a Pie (Journalists on Foot), a network that supports journalists covering issues such as poverty and human rights. The Nieman Fellows at Harvard University, in choosing her for the 2013 Louis M. Lyons Award for Conscience and Integrity in Journalism, called Turati „a standard-bearer for the journalists who have risked their lives to document the devastating wave of violence in Mexico,“ and saluted her „courage… journalistic excellence and leadership.“
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    „We Mexican journalists have become war reporters in our own country. In my case, for example, I began as a reporter who covered poverty, who from one day to the next was suddenly covering massacres of young people, documenting ghost towns abandoned after a series of murders, or social programs for children orphaned by the violence. One day I had in front of me a row of 30 women with photos of their missing children who wanted to tell me their stories.“ …
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    Trauer um eine mutige Frau … Trauer um Gisela Mota, eine mutige mexikanische Bürgerin. 🙁

    Wir fordern das „Hanf-Prohibition Tribunal“!

    Liebste Grüße und beste Wünsche und Anteilnahme 🙁

  2. X-KIFFER

    An jedem Todesopfer tragen unsere Politiker (vor allem die sich „Christlich-Sozial“ nennen) eine große Mitschuld.

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