Montag, 2. November 2015

Eigenanbau von Patienten auf dem Prüfstand

 

Mögliche Folgen einer staatlichen Cannabis-Agentur

 

Foto: Susanne Winter
Günther Weiglein mit seinem Anwalt vor Gericht / Foto: Susanne Winter

 

 

Gestern war sicher ein guter Tag für Cannabis-Patienten, hat sich die Bundesregierung doch nach jahrelangem Zögern endlich zur Gründung einer Cannabis-Agentur durchgerungen. Doch es gibt mindestens drei Cannabis-Patienten, die diese Entscheidung mit gemischten Gefühlen aufgenommen haben. Günther Weiglein und seine beiden Mitstreiter hatten mit ihrer Klage auf Eigenanbau ihrer Medizin sicher einen gehörigen Anteil an der aktuellen Entscheidung, auch wenn sie selbst hinter den Kulissen nicht mitverhandeln durften. Denn ohne ihren Sieg vor Gericht im vergangenen Jahr wäre es wohl kaum so weit gekommen, dass die Bundesrepublik auf einmal um das Wohlergehen ihrer Medizinalblüten-Patienten besorgt scheint.

 

Nach Weigleins Sieg war das Bundesgesundheitsministerium in Berufung gegangen, bevor das Urteil rechtskräftig geworden war. Nicht nur das Hanf Journal hatte damals vorausgesagt, der Staat werde lieber selbst Gras anbauen als einem Patienten auch nur eine legale Pflanze zuzugestehen. Genau da sind wir jetzt, denn in der nächsten, höchsten Instanz gegen die Bundesrepublik werden die drei Kläger schlechte Karten haben. .Jetzt kann die beklagte Behörde, die Bundesopiumstelle, im Prozess, der für kommendes Jahr angesetzt ist, einfach argumentieren: „Die Selbstversorgung bleibt verboten. Wenn unsere Agentur steht,  übernehmen wir das für Sie, Herr Weiglein. Selbst wenn es zehnmal so viel kostet.“

 

7 Antworten auf „Eigenanbau von Patienten auf dem Prüfstand

  1. Günter Weiglein

    Nondum omnium dierum solem occidisse! Noch sei die Sonne aller Tage nicht untergegangen!

  2. Edi

    Doch kann der Staat auch das für jeden Patienten individuell richtige medizinische Cannabis liefern und wenn nicht, kann der Patient es hoffentlich einklagen!?
    Ich wünsche es Ihnen Herr Weiglein!

  3. 420

    Wenn diese Argentur ihre arbeit aufnimmt wird es der Untergang für kleine“illegale“Eigenversorger werden.
    Man wird ihnen voll auf die Pelle rücken.
    Wie ich mich schon freue auf „Schering Haze , Bayer OG oder Ratio Skunk“!

  4. Cookie

    Wenn das im nächsten Jahr Wirklichkeit werden sollte, werde ich einen Versuch bei meinem Hausarzt machen und mir als Krebspatient mit unvorhersehbaren Schmerzattacken Medizinalhanfblüten verschreiben lassen (der Tumor ist vermutlich Geschichte, die Schmerzen leider nicht). Aber wehe, es werden mir irgendwelche weiteren bürokratischen Hürden in den Weg gestellt (von denen ich derzeit leider ausgehen muss), denn dann sehe ich mich gezwungen, alles so weiter zu machen wie bisher… diese Anmaßung des Staates ist unfassbar. Legalize me, undzwar sofort!

  5. reefermadness

    Erhalten Schmerzpatienten dann ihre Cannabis-Lieferung mit der Post? Für die Brief- und Paketdienstleister könnte ein interessantes Geschäft entstehen. Bis sich das Vorhaben bestätigt, werden aber noch ein paar Monate vergehen.

    http://www.posttip.de/News/25610/kommt-cannabis-bald-mit-der-post.html

    ha ha ha guter witz ,wohl schwer einen am appel was?

    deutschland= deine bürger deine cannabispostbank deine juristen

    da werden wohl die zukünftigen staatlichen damen und herren anbauer schnell eine sondermaschine nach israel,einfliegen und das importiere medizinische knowhow,
    verkehrs und geschäftsfähig machen!!
    im sinne der wiedergutmachung ist,daß die regierrung den patienten nur mehr als schuldig …usw. usf….

    http://www.virtualnights.com/magazin/kommt-jetzt-der-cannabis-rausch-auf-krankenschein.33835

    Was für ein reiserischer Artikel. Da bekommt man glatt das Kotzen, wenn man sich die Behandlung von Patienten im Vergleich mit herkömmlichen Medikamenten ansieht. Rausch auf Rezept… Staat als Dealer. Ihr spinnt doch.
    Ich frage mich was das soll? Cannabis Rausch auf Krankenschein? Die meisten Schmerzpatienten geht es nicht um den Rausch sondern um Linderung von Symptomen aufgrund von verschiedenen Krankheitsbildern. Leider wird wieder reißerisch mit dem Thema umgegangen. Es geht nicht um Rauschkiffen oder den Genuss, das ist eine andere Baustelle!
    ^^^^^^^^ Gut erkannt,die RICHTIGE Baustelle!!
    2,6millionen menschen bei der Hanfparade 2016 erwartet!!(rofl)
    wenn ich so eine affenschande einiger printmedien lese ,da kommt mir die galle hoch. im übringen laufen in deutschland eh nurnoch wahnsinnige und bekloppte durch die gegend!!

    einzigste lösung= Auswandern!

    mfg

    ps.
    wer fähler findet darf sie sich……..

  6. Ralf

    War doch nicht anders zu erwarten. Der Bock will sich zum Gärtner machen, was für eine Perversität, aber so sind die SUBSTANZNAZIS eben !

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