Freitag, 6. März 2015

Kiffer finden Gall gefährlich

Wer bremst Baden-Württembergs Innenminister? Ein Kommentar

 

von Michael Knodt

 

keine Lügen über Drogen
Gefährlicher als eine Regulierung: Panikmache statt sachliche  Debatte

 

Reinold Gall war in den vergangegen Wochen schon öfter einmal Gegenstand unserer Berichterstattung. Er ist als SPD-Inneminister für ebene jene repressive Maßnahmen gegen Hanf Konsumiernde in BaWü verantortlich, die selbst Gegelegenheitskiffern dort das Leben zur Hölle machen könne. Natürlich hat Herr Gall auch etwas zum Cannabiskontrollgesetz zu sagen, das die Grünen vorgestern vorgestellt hatten.

 

Gall hält die Ideen der Grünen für gefährlich, schließlich, „hätten wir es heutzutage mit hochkonzentrierten THC-Wirkstoffen im professionell angebauten Cannabis zu tun.“ Zudem setze Cannabis die Hemmschwelle zum Konsum härtere Drogen herab. Alleine seine Antwort zeigt , inwieweit sich Herr Gall mit einer wissenschaftlichen Evaluierung, problematischen Konsummustern oder gar den Details des von ihm kritisierten Entwurfs beschäftigt hat, wahrscheinlich hat er ihn nicht mal selbst gelesen. Auf Anfrage der dpa rechtfertigt er das rüde Vorgehen gegen unbescholtene Bürger, wie man es seit Jahren kennt. Wir sind es Leid, auf so einen Unsinn jedes mal das Gleiche zu entgegnen, wer wirklich noch nicht weiß, weshalb kein Wort von dem, was Herr Gall über Cannabis ins Feld führt, stimmt, kann das hier, hier, hier, hier oder auch hier lesen. Oder, hier, hier, da und dort.

 

Aber nicht nur die Kiffer im Ländle haben ein Problem mit Herrn Gall. Auch die Grünen haben mit ihrem Cannabiskontrollgesetz ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem, solange Ministerpräsident Kretschmann nicht einschreitet und ein Machtwort spricht. Denn das liegt, anders als eine Änderung des BtMG, durchaus im Bereich dessen, was Deutschlands einziger Grüner Regierungschef tun könnte. Wenn er wollte.

10 Antworten auf „Kiffer finden Gall gefährlich

  1. Der Optimist

    Genau richtig. Die Grünen haben schon öfters die Legalisierung im Wahlkampf benutzt und es ist nichts, aber auch gar nichts passiert. Man sollte denen erst wieder glauben, wenn sie echte Zeichen setzen. Da werden sie noch nachlegen müssen. Ein Machtwort vom grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg wirkt auf jeden Fall glaubhafter, als ein Gesetzentwurf der sofort wieder abgelehnt wird.

  2. konter

    Ha sowas ähnliches wollte ich schreiben lieber Optimist, ein Glück dass ich die Seite nochmal aktualisiert habe 😀

  3. Irish Green

    P.S.: Ich finde das Schild eigendlich ganz gut. Jetzt werden wir wohl die ganze Wahrheit über Alkohol erfahren!…

  4. Louis

    Drogen gehören zu den Menschen, weil Heilkräuter immer schon verwendet wurden um Krankheiten zu bekämpfen. Hanf ist ein sehr gutes Heilmittel gegen die Nikotin-und Alkoholsucht, Es wird als Therapeutikum schon seit 15 Jahren von Ärzten in den USA gegen genau diese Suchterkrankungen erfolgreich eingesetzt. Alkohol ist keine Droge sondern ein tödlich giftiges Lösungsmittel, dass als Rauschgift verwendet werden kann. Dieses Rauschgift tötete allein letztes Jahr 74000 Menschen in Deutschland. An Hanfvergiftung ist die letzten 6000 Jahre kein Mensch gestorben. Da kann man versuchen dagegen zu argumentieren, aber wenn man sich an wissenschaftlichen Fakten und der eigenen Erfahrung orientiert, merkt man das Alkohol wirklich körperlich und geistig schädigt, aber unsere Politiker und viele Mitmenschen, aufgrund Ihrer Alkoholsucht große Angst davor haben, als wirklich körperlich und geistig Abhängig dazu stehen, im Gegensatz zu den Hanfkonsumenten. Alkoholiker müssen trinken, weil sie körperlich anhängig sind! Jeder Alkoholiker wird das natürlich vehement verneinen und lieber ablenken, um dann zu erzählen das Hanf unweigerlich zu Heroinkonsum führe, nur leider ist Alkohol gefährlicher!! Einfach mal Googeln: Alkohol, Cannabis, Heroin – dann merkt ihr wie euch der Staat wegen Steuereinnahmen verarscht und euch körperlich abhängig gemacht hat!! Viel Spass noch mit dem Bierchen, ihr Alkoholliebhaber da draußen!! Schön das Ihr euch auf unsere Krankenkassenkosten dumm-saufen und adipös-werden dürft!! LGLouis

  5. Substi

    Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter, wenn ich daran denke von was für „Persönlichkeiten“ wir regiert werden! Mortler ist da ja auch nicht die hellste Kerze auf der Torte und am meisten ärgert es mich, daß die Uns anscheinend für so unterbelichtet halten, daß wir das Gelüge und Genkungel nicht raffen!
    Eine so trotzige Regierung kann doch nicht Volkes Wille sein!?

    LEGALIZE IT!!

  6. Der Optimist

    Och, ich denke das kann nicht oft genug betont werden. Die Politik in D ist aktuell extrem verlogen. Merkel sagt man müsse demokratische Werte schützen und marschiert mit ihrer Politik immer mehr in Richtung Faschismus. Mortler sagt man müsse mehr Menschen den Zugang zu Cannabis ermöglichen, meint dabei aber nur das syntetische Cannabis, das von den Pharmakonzernen vertrieben wird und dann auch nur, wenn die armen Patienten den Giftcocktail der ihnen zuvor ohne Nutzen verabreicht wurde überlebt haben. Sie sagen das eine und machen das Gegenteil davon und keinen scheint es zu interessieren. Verlogene Politiker sind gefährlicher als alle Drogen zusammen!

  7. Surak

    „Wer bremst Baden-Württembergs Innenminister?“

    Ich empfehle Computer Nr. 3: Die Geheimwaffe der 68er Generation gegen Überreglementierung in diesem temporalen kalten Krieg. Leider geriet er viel zu schnell in Vergessenheit – oder war das taktisches Kalkül? 😀

  8. hardtoneselector

    Kretschmann ist doch für eine liberalisierung der Drogen, nur an der Mehrheit fehlt es aus seiner Sicht:
    http://youtu.be/UuCsoDCglF0?t=39m30s
    Also müssen wir Ihm mal darstellen das es eine sehr große Minderheit gibt die ein Interesse an einer Cannabis Regulierung hat!

  9. Lars Rogg

    Ich finde man sollte eine Politik vertreten und umsetzten die vernünftig und logisch ist. Im Sinne des Jugendschutzes, der Patienten, der Justiz, Bullerei, der Antialkoholiker und nicht zuletzt der Hedonisten, welche in der Regel komplett harmlose Zeitgenossen sind. Nicht eine Mehrheit sollte die Politik bestimmen sondern gesunder Menschenverstand (Ja hier schlägt meine Naivität wieder zu). Aber Drogenpolitik ist ein einziges lobbygesteuertes Politikum. Die Pharma wird sich bis zum Schluß dagegen wehren, dass Kranke und Kräuterbauern legal arbeiten und konsumieren dürfen, sonst hätten die ja einen Gewinneinbruch zu verbuchen. Nicht umsonst sollen die von der Pharma hergestellten Cannabisprodukte für die Patienten bevorzugt verschrieben werden. Es geht in unserer Politik nur ums Geld. Und wenn nicht ums Geld dann ums Geld oder ums Geld. Politik ist ein Drecksgeschäft !!

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