Freitag, 9. Januar 2015

Eine gefährliche Mischung

Panikmache und fehlende Kompetenz

 

keine Lügen über Drogen
Bild: Archiv

 

Baden-Württembergs Innenminister Gall setzt trotz der zunehmenden Zahl von Drogentoten in Baden-Württemberg besonders bei den Legal Highs weiterhin auf zunehmende Repression und Panikmache, statt besonnen aufzuklären. Er redet von sechs Drogentoten, die an den neuen Legal Highs gestorben seien. Zwei davon seinen im künstlichen Cannabinoid-Rausch durch einen Sturz oder Sprung ums Leben gekommen. In der Mitteilung geht es fast ausschließlich um künstliche Cannabinoide. Fakt ist, dass künstliche Cannabinoide in dieser unkontrollierten Form sehr gefährlich sein können. In einigen Fällen so gefährlich, dass sie Menschen zu gefährlichen Handlungen mit tödlichem Ausgang bewegen. An den direkten Folgen künstlicher Cannabinoide stirbt man allerdings nicht. Das ist bei den so genannten Badesalzen ganz anders, hier können Überdosierungen von Amphetamin-Derivaten oder Kokain-ähnliche Substanzen durchaus direkt zum Tod führen. Diese Substanzen erwähnt Innenminister Gall jedoch nicht einmal.

 

Deutschlands Kriterien zur Erfassung Drogentoter entsprechen ohnehin nicht den internationalen Kriterien und wurden von der Weltgesundheitsorganisation und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) bereits mehrfach kritisiert. So ist es bei uns einer einmal als „drogenabhängig“ registrierten Person fast unmöglich, eines natürlichen Todes zu sterben. Berühmtheit hat auch dieser Fall erlangt, in dem ein Suizidopfer als Cannabistoter in die Statistik eingeflossen ist. Entgegen der ICD 10-Norm zählt man in Deutschland oft Autofahrer, die unter Drogeneinfluss einen tödlichen Unfall erleiden oder verursachen, als Drogentote. Das wäre so, als zähle man jede tödliche Alkoholfahrt als direkten Alkoholtoten.

 

Besonders traurig an der Geschichte ist, dass alle Legal High Toten in der Statistik als Opfer künstlicher Cannabinoide und somit als Cannabistote gelten, weil Deutschland noch keine eigene Kategorie für die an den neuen Substanzen verstorbenen definiert hat. Deshalb gab es in den letzten vier Jahren mindestens 20 Cannabistote in Deutschland.  Kein Witz.

3 Antworten auf „Eine gefährliche Mischung

  1. Theo

    „Deshalb gab es in den letzten vier Jahren mindestens 20 Cannabistote in Deutschland. Kein Witz.“ doch, das ist ein witz. cannabis ist nämlich eine pflanzengattung. wenn man nich durch die pflanze cannabis ums leben kam, ist man kein cannabistoter. synthetische cannabinoide haben mit cannabis rein gar nichts zu tun. die werden ja noch nicht mal aus cannabis gewonnen. natürliche cannabinoide kommen auch nicht ausschließlich in der cannabispflanze vor, sondern in vielen anderen pflanzen auch. das ist so, wie zu behaupten, jemand wäre an luft gestorben, weil er durch eine gas-explosion ums leben kam. schließlich ist atemluft ja auch gasförmig 😉

  2. Karamellstockfisch

    „An den direkten Folgen künstlicher Cannabinoide stirbt man allerdings nicht.“

    Würde ich so nicht behaupten… Es gibt echt viele unterschiedlich wirkende künstliche Cannabinoide und manche können das Herz schon in sehr heftiges Stolpern und Rumpeln bringen. Wenn man da leicht vorbelastet ist, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das mal einen tödlichen Ausgang nehmen kann.

  3. Ralf

    Deine Logik ist wirklich unschlagbar, denn jeder der ein wenig vorbelastet ist, kann ja an einem Darmverschluß sterben wenn er Kartoffelklöße (in der Pfalz als sogenannte Herzdrücker bekannt) ißt. Ja was haben wir den dann, den ersten Kartoffeltoten oder…….??????

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