Montag, 26. Januar 2015

CDU verhindert Frankfurter Coffeeshop-Modellprojekt

Wie man Steuergelder versenkt – Ein Kommentar

Autor: Michael Knodt

 

 

Fachtagung-Cannabis-Frankfurt-Heilig
Die Referenten der Fachtagung auf der Pressekonferenz

 

 

Am Wochenende hat sich die Frankfurter CDU gegen das von Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig vorgeschlagene Coffeeshop-Modellprojekt ausgesprochen. Einer Meldung der Frankfurter Rundschau zufolge sagte der CDU-Fraktionschef im Frankfurter Römer, Michael zu Löwenstein,  dass ‘eine Legalisierung der weichen Droge dazu führe, dass nicht weniger, sondern mehr Jugendliche Cannabis konsumierten.’ Weiter ist von Löwenstein der Meinung, dass ‘es wissenschaftlich nachgewiesen sei, dass der Konsum in jungen Jahren zu gesundheitlichen Schäden führen könne.’

 

Okay, die Frankfurter CDU beharrt also auf ihrer steinzeitlichen Haltung zu Cannabis, das ist soweit keine Überraschung. Aber das hätte man auch billiger haben können. Denn die CDU geht mit keinem Wort auf die Cannabis-Fachtagung im November ein, die man ja auf Drängen jener ins Leben gerufen hatte, die sich gegenüber neuer Ansätze in der Drogenpolitik immer noch skeptisch zeigen. So eine Veranstaltung gibt es schließlich nicht umsonst. Wenn die Stadt zahlreichen Fachleuten Hotels und Anfahrt sowie Referenten-Honorare bezahlt und mehrere hundert Gäste sowie die Presse bewirtet,  kostet das den Kämmerer der Stadt schon den einen oder anderen Euro. Die Fachtagung im November kam dann auch zu einem eindeutigen Ergebnis, wobei eine Liberalisierung auch vom Chef der Frankfurter Schutzpolizei, Michael Hallstein, dem ehemaligen Frankfurter Oberstaatsanwalt Harald Körner sowie dem Bund Deutscher Kriminalbeamter unterstützt wurde.

 

Die CDU hatte nach Aussage von Ortsbeirätin Ingrid Wunn (Die Linke) die Einberufung des Fachtags im März 2014 ausdrücklich begrüßt. Deshalb ist die Absage der Fraktion ohne vorherige, öffentliche Diskussion schon sehr frech, zumal ihr Wortlaut wieder nur aus einem Gebetsmühlen artigen Herunterleiern pseudo-wissenschaftlicher Fakten besteht. Der Fraktionsvorsitzende tut, als ob die Fachtagung, über die bundesweit berichtete wurde, gar nicht statt gefunden hätte. Für eine solch billige Stellungnahme hätte man nicht fast ein Jahr lang reden und tagen müssen, sondern mit ein wenig mehr Ehrlichkeit einfach eine Menge Kohle gespart.

 

Was ist das denn für ein chaotischer Haufen? Für ein direktes “Nein” fehlt der Mumm und für eine Evidenz basierte Diskussion ausreichend Rückgrat. Es gäbe unter den Medien-Profis der Konservativen doch sicher jemanden, der die Ergebnisse der Fachtagung mit der ablehnenden Haltung der Fraktion wenigstens rhetorisch unter einen Hut gebracht hätte.  Doch selbst dazu sind die Polit-Profis zu steif und zu festgefahren, wenn’s um Gras geht.  Wir wüssten da schon was,  aber die Redakteure des Hanf Journals werden einen Teufel tun, die Coffeeshop-Verhinderer auch noch medial zu beraten. Denn auf lange Sicht sind Äußerungen wie die von zu Löwenstein selbst entlarvend und somit einer Regulierung von Cannabis hilfreich. Wer weiß, vielleicht ist auch zu Löwenstein, ähnlich wie es manche von Frau Mortler denken (mehr zu unserer hauseigenen Super-Verschwörungstheorie gibt es in der Februar Ausgabe),  ein Doppelagent der Legalisierungs-Befürworter.

Schnelles Login:



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
10 Kommentare
Ältester
Neuster
Inline Feedbacks
Alle Kommentare zeigen
Lars Rogg
Lars Rogg
6 Jahre zuvor

Möglicherweise müssen die einen vernünftig regulierten Umgang mit Cannabis solange hinauszögern, bis sie alle Daten von Udopeakunden etc. abgearbeitet haben. Sind ja schliesslich über 28000 Datensätze-das dauert seine Zeit. Die Aktionen würden sich ja krass widersprechen. Das Thema in einer Fachtagung zu besprechen kann auch nur eine Finte gewesen sein um sich nicht dem Vorwurf auszusetzten ignorant und dogmatisch zu sein-also eine rein politische Massnahme. Das Geld?? Hihi Politiker die über das Geld der Steuerzahler nachdenken, sind mir nicht bekannt. Das kein Interesse an der Realität von übelst unterdrückten Menschen besteht sieht man an Merkels, Kretschmanns oder Mortlers (danke für Ihre Dummheit) Reaktionen. Die alte verlogene Leier-ohne nachzudenken. Die Angst vor den über Jahrzehnte belogenen Wähler sitzt tief. Man stelle… Weiterlesen »

Louis Cyphir
Louis Cyphir
6 Jahre zuvor

Was will man von besoffenen-christlichen Fundamentalisten denn anderes erwarten? Die können sich nicht ändern weil Sie sich sonst eingestehen müssten das Sie die ganze Zeit Alkohol,ein hartes Rauschgift, konsumieren! Schade das diese politiker so unehrlich sind!!LGLouis

Werner Fischer
Werner Fischer
6 Jahre zuvor

Wenn unsere lieben Christlich geprägten genauso hart durchgreifen würden bei Kinderschändern egal ob Privatmann oder Pfaffe würde ich das ja verstehen aber die machen mich wütend Do wütend das ich mittlerweile keine Nächstenliebe empfinde wenn ein Alkoholiker an seiner Kotze erstickt Denn das geht auf Kosten der Konservativen Ich hoffe das Gott wenn es ihn gibt diese Mistkreaturen aus dem Paradies wegprügelt

Rage Davis
Rage Davis
6 Jahre zuvor

Hmm, also neben der Steuerverschwendung, die im Artikel schon angesprochen wurde, ist das doch ein ganz klarer Fall von Arbeitsverweigerung. Ist das kein hinreichender Grund, da mal eine Klage einzureichen? Mit Lohnstreichung/Rückzahlung oder sogar Amtsenthebung?

420
420
Antwort an  Rage Davis
6 Jahre zuvor

Was meinst du mit Lohn?! Wenn Das Lohnempfänger wären dann hätten Die keinen Cent.
Lohn gibt es eigentlich nur für erbrachte Leistung!

Surak
6 Jahre zuvor

Vielleicht muß dieser verlogene Unsinn mit den armen Kindern, die ja alles Verbotene sogleich bleiben lassen und alles Erlaubte sofort und exzessiv durchführen einfach so oft ausgesprochen werden, um irgendeine Klausel in den undurchsichtigen völkerrechtlichen Verträgen zu erfüllen, die mit den genialen Urhebern der U.N. Drogenkonvention für die Zukunft von Nachkriegsdeutschland einst ausgehandelt wurden? Für mich klingt das ähnlich wie die Unterscheidung zwischen حلال und ‏حرام‎ in der islamischen Rechtslehre, wo eben aus der überlieferten Tradition argumentiert wird und die Entscheidung keiner weiteren, näheren evidenzbasierten Begründung bedarf, da dies in einer Gesetzesreligion vor allem eine Glaubensfrage ist. Aus christdemokratischer Perspektive wäre es jedoch völlig unzulässig, so zu argumentieren. Nicht nur, weil die weltanschauliche Neutralität politischer Entscheidungsfindung verfassungsrechtlich verbürgt ist, sondern… Weiterlesen »

epfalo
epfalo
6 Jahre zuvor

Die CDU erhält ,wöchentlich, Riesige Parteispenden ,der Alkohol ,Pharma und Tabakfirmen .Diese Drogen erzeugen Wahrnemungstörungen und Halluzinationen .
Der antrieb zur (Not)-Lüge ,dieser Personen ,sehe ich allein in der angst vor mangelnder Privater Finanzieller Liquidität. Aufgrund des konsums harter legaler Drogen , der Frankfurter CDU Referenten ,sollte man dieses Zusammentreffen als erfolgreiches Resozialisierungsprogramm für Drogenabhängige betrachten . Da der anteil an Schützenvereinsfans in der CDU besonders groß ist ,können wir alle fast froh sein, das die Leute vom Frankfurter amok.ev noch nicht den Breivik gemacht haben .

Scanny
Scanny
6 Jahre zuvor

Hallo Steinzeit
Die Parteiangehörigen der CDU/CSU sind einfach überaltert die können meinetwegen bei den “grauen Wölfen“ Politiker spielen!
Wird mal langsam Zeit die Vögel auszutauschen , frischer Wind muss da rein!
Wieso regieren uns Senioren?

Bannane
Bannane
6 Jahre zuvor

Wer Zwangsarbeit (Hart4) legalisiert, wird wohl kaum Cannabis legalisieren !

Reggaehead30
Reggaehead30
4 Jahre zuvor

Meiner Meinung haben die“Christdemokraten“ kein Interesse an Cannabis, da sie von der Pharmaindustrie profitieren. Gerade in der Schmerztherapie ist Cannabis eine günstigere und wirkungsvollere Alternative als Ibuprofen und Co. Um das Monopol aufrecht zu erhalten wird den Ganjasmokers das Leben schwer gemacht und Cannabis kriminalisiert. Das ist einfach nur lächerlich. Jah bless all de Ganja Farmers cos it reveal us to ourselves