Montag, 26. Januar 2015

Die beste Drogenbeauftragte der Welt

Marlene Mortler – unsere Frau in Berlin?

 

Bild: Pressefoto von Marlene Mortler
Heimlich Pro-Hanf? M.Mortler

 

Autor: Michael Knodt

 

Unsere Drogenbeauftragte Frau Mortler wurde in der Januarausgabe der Apotheken-Umschau zu Drogen befragt. Zur Wirksamkeit eines Werbeverbots für Alkohol antwortet sie:  „Glauben Sie, Ihr Kind sagt, wenn Sie ihm alles verbieten: ,Ja, Mama, du hast recht.’?“ Unser Land will und kann kein Verbotsstaat sein. Kinder und Jugendliche müssen überzeugt werden – durch Aufklärungsarbeit und Vorbilder.”

 

Auf „Cannabis ist verboten, und da glaubt man an den Erfolg?“ antwortet Mortler: „ Cannabis ist eine illegale Droge.”

 

Frei nach dem Motto „es ist verboten, weil es gefährlich ist und gefährlich, weil es verboten ist“ redet sich die fränkische Tochter eines Hopfenbauern in aller Öffentlichkeit um Kopf und Kragen, ohne jedoch Konsequenzen befürchten zu müssen. Die Redaktion hat ob der unglaublich offensichtlichen Inkompetenz Mortlers für solche oder ähnlich hanebüchene Äußerungen mittlerweile nur noch ein müdes Lächeln übrig, der Puls schnellt ob der Mortlerschen Kakophonie schon lange nicht mehr nach oben. Einer unserer Redakteure, der namentlich nicht genannt werden will, vermutet sogar, dass Frau Mortlers eigentlicher Auftrag ist, die Argumentationskette der Cannabis-Gegner ad absurdum zu führen und somit der Re-Legalisierung langfristig den Weg zu ebnen. Eine Doppelagentin im Dienste der Gerechtigkeit. Fragt sich bloß, wer dahinter steckt? Ersten Recherchen zufolge sind es weder der DHV noch die Grüne Hilfe oder andere aus dem Kreis der üblichen Verdächtigen – wir bleiben dran.

 

Denn mit Evidenz basierten Argumenten erreichen Drogenbeauftragte das Gegenteil von dem, was sie wollen: Großbritannien hat gezeigt, dass wirklich ehrliche Drogenbeauftragte wie Prof.David Nutt gefeuert werden, sobald sie die Wahrheit verbreiten. Versucht man, wie Mortlers Vorgängerin Bätzing, aktuelle Probleme wie die der Legal Highs auszusitzen, wenig Schlagzeilen zu produzieren, einfach unauffällig zu agieren sowie den Status Quo von Hanf unangetastet zu lassen, passiert drogenpolitisch gar nichts. So ist das Amt als aalglatter Baustein der Karriereleiter praktisch. Unser Kollege meint, als Drogenbeauftragte könne man derzeit nur etwas ändern, wenn man die „von hinten durch die Brust ins Auge“-Taktik anwendet, also sein eigentliches Anliegen tarnt, indem man genau das Gegenteil behauptet, ohne je überzeugen zu wollen: Man zieht die lächerlichsten Argumente, Vergleiche und Zahlen heran und wiederholt sie so lange gebetsmühlenartig, bis sie wirklich niemand mehr glaubt. Zudem meidet man den Dialog oder gar eine direkte Auseinandersetzung mit den direkt Betroffenen und politischen Gegnern, um später den Vorwurf der Bestechlichkeit zu vermeiden. Frau Mortler hatte diese Taktik bereits häufig zuvor angedeutet, so etwa bei der Diskussion um Grinder bei Amazon oder der Empfehlung an Thomas D., die Drogenberatung aufzusuchen.

 

Doch spätestens nach dem jüngsten Interview mit der Apotheken-Umschau ist sich der Kollege neben mir 100% sicher, dass Frau Mortler heimlich an der Regulierung von Cannabis arbeitet. Florian Rister vom DHV  hingegen meint, Grund für die zur Schau getragene Unwissen sei keine Taktik: “Frau Mortler ist Gold wert, es ist immer gut, nicht allzu intelligente Gegner zu haben.”

 

Wir werden wohl nie erfahren, wer oder was die CSU-Abgeordnete Mortler bewegt hat, den Posten der Drogenbeauftragten anzunehmen. Sicher ist nur, dass sie die Gegner einer repressiven Cannabis-Politik durch ihre Auftritte und Äußerungen erst stark macht, ohne dabei ihren Job zu riskieren. Chapeau. Das ist mehr, als Prof. David Nutt mit jahrelanger Basisarbeit erreicht hat.

 

Das Beweis-Video

 

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Gasterl
Gasterl
6 Jahre zuvor

Frau Mortler wird wohl alles Versuchen, die Sonderstellung von Alkohol nicht zu gefährden! Nicht auszudenken, wenn plötzlich Wein trinken in der Öffentlichkeit verboten wäre. Oder der Kauf von Wein nicht mehr beworben werden dürfte usw.
Dafür muss alles andere als Alkohol schlecht geredet werden, dann kommt schon keiner auf die Idee, den Winzern ihr Geschäft zu vermiesen.

pzychadelic
pzychadelic
6 Jahre zuvor

Jetzt versucht doch nicht die Tatsachen zu verdrehen . Frau mortler iss einfach Inkompetenz in Perfektion…
Was Wie im Artikel bereits erwähnt, auch ein Vorteil sein könnte für die relegalisierung.
Aber ich bjn da vorerst weiter skeptisch -.-“

Gasterl
Gasterl
6 Jahre zuvor

Bei solchen Kommentaren wird mir übel! Mann mann mann – ein wenig Sachlichkeit würde nicht schaden….

bushdoctor
6 Jahre zuvor

Als bekannt wurde, dass eine CSU-Frau zur Drogenbeauftragten ernannt wird, habe ich leise in mich hineingegrinst und gedacht: “Unser Herrgott hat einen tollen Humor! Gerade einer CSU-Drogenbeauftragten wird die Aufgabe zu Teil gemacht werden, Cannabis zu legalisieren!”

Der Einschätzung des nicht namentlich genannten Redakteurs des Hanfjournals stimme ich zu 100% zu… Bis 2017 wird es zumindest die Entkriminalisierung à la Patzak (6g / 1-3 Pflanzen) geben. Die Bundesregierung hat das schon “in der Schublade”, da bin ich mir sicher!

Das momentane Kasperletheater um Cem Özdemir dient der medialen Vorbereitung der Öffentlichkeit….

Sonnenblume
Sonnenblume
6 Jahre zuvor

Liebes Hanf-Journal-Team,
muss leider in dem Artikel etwas korrigieren: M. Mortler ist keine Winzertochter, sondern eine Hopfen- und Tabak-Bauerntochter aus Lauf. Frag mich immer, wieso sie dieses Amt angenommen hat, in der Landwirtschaft wäre sie besser aufgehoben!

Susanne Winter
Susanne Winter (@susanne)
Admin
6 Jahre zuvor

Lieber Kommentator,
leider mussten wir Ihren Kommentar auf hanfjournal.de entfernen, da er weder der allgemeinen Netiquette entspricht noch Themenbezug hat. Um ein angenehmes Diskussionsklima zu bewahren, ist die Einhaltung allgemeiner Diskussionsregeln unabdingbar. Bitte halten Sie sich für weitere Kommentare an die allgemeine Netiquette.

Beste Grüße
Die Redaktion
Hanfjournal
PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette

xfactorman
xfactorman
6 Jahre zuvor

Also mal ehrlich… wenn man die Kommentare hier liest, wie z.B. “Geh sterben du dreckige biaaaatch”, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln und GEGEN eine Legalisierung von Gras sein. Denn offenbar macht kiffen doch hohl in der Birne, oder wurde aus einem sozialen Umfeld antrainiert, das RTL auf Platz 1 der Senderliste hat. Aber mal weniger zynisch: Wartet doch verflucht nochmal einfach ab und kackt nicht gleich unter jeden Artikel einen dummdreisten Kommentar. Die Legalisierung wird schon noch kommen, denn TTIP ist auf dem Weg. Glaubt ihr wirklich, dass die USA sich es nehmen lassen ihr Gras weltweit zu verticken? Das ist ein neuer Wirtschaftszweig, der horrende Summen an Steuergelder in die Kassen spült. Ergo wird Gras auch… Weiterlesen »

Gierfried Bohnsack
Gierfried Bohnsack
6 Jahre zuvor

Bitte Bildunterschrift checken und ggf. korrigieren. Wobei “Margarete” auch nicht übel ist. 😀

Mörnest
Mörnest
6 Jahre zuvor

Da sagt die echt Sie habe während der Fastenzeit auf Alkohol verzichtet und im selben Satz sie sei nicht abhängig. Möge ihr Hausartz mal ein paar klärende Worte finden zu Thema Alkoholismus und ab wann man ein Alkoholoker ist.

mr tola
mr tola
6 Jahre zuvor

sauguter Artikel .hab herzlich gelacht,denn das ist die mötrlerische,ne lachnummer

Rage Davis
Rage Davis
6 Jahre zuvor

Ich habe es schon mehrfach gepostet, wenn ich dieses Video irgendwo verlinkt gesehen habe:
Die Rollenverteilung passt hervorragend zu dem Titel der Reihe:
“Jung&Naiv”
Der Fragesteller übernimmt dabei den “jung”-Part…
…für wen bleibt dann der “naiv”-Part? Für die Fragen? Nein, den Naivität setzt erstmal einen Verstand und ein Bewußtsein vorraus, die Fragen können also nicht naiv sein. Die Antworten sind genau so wenig naiv (nur dumm!) s.o.
Spätestens nach dem Interview in der Apotheken Umschau sollte die Antwort aber auch so klar geworden sein…

Barbara Hampf
Barbara Hampf
6 Jahre zuvor

Vielleicht war Geldverdienen, egal mit was, der simple Grund?

SamSpeed
SamSpeed
6 Jahre zuvor

Ich höre wie Frau Merkel und Frau Mortler u.a. immer sagen es gibt keine Mehrheit dafür…
Die haben korrekt gerechnet auch keine Mehrheit im Volke :

80.000.000. Mio Bürger (ich weis das es weniger Wahlberechtigte sind aber es ist nur ein Beispiel)

Wahlbeteiligung 2013 Bundestagswahl : 71,5% oder 57,2 Mio Bürger
davon haben dan 59,8 % oder 34,2 Mio “Große Koalition” gewählt.

Im wahlberechtigten Volk würde es dann für die GroKo so aussehen :
57,25 % sind nicht für GroKo
42,75 % sind für GroKo

Ich finde es gibt auch keine Mehrheit für die “Regierenden” und trotzdem
regieren und bestimmen sie.

Traurig… mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Surak
6 Jahre zuvor

Wenn’s klappt ist das doch kein Problem. Vermutlich würde sie gerne anders reden, aber kann es sich nicht leisten, die werksmäßig bei CSU-Abgeordneten eingebaute Selbstzerstörung zu aktivieren, die zum Zwecke der Systemstabilität bei zu vielen Worten aus einer vordefinierten Liste automatisch mit einem voreingestellten Countdown beginnt, bis ein zeitnahes Dementi erfolgt oder die vorgegebene Leier aus dem Parteiprogramm oft genug heruntergeseiert wurde. Verboten weil illegal, illegal weil verboten – das ist schon ziemlich dumm. Ich glaube nicht, daß sie faktisch wirklich so dumm sein kann: Sie tut ja auch die Hopfenblüten ins Bier, nicht den Hopfendünger, oder? Und in den Reihen der Kiffer gibt es auch etliche, die kontraproduktiv labern und schreiben, ohne dies zu merken oder sich dafür zu… Weiterlesen »

Lars Rogg
Lars Rogg
6 Jahre zuvor

Ach Leute, Alkohol ist doch nur ein Problem, wenn man Ihn mißbraucht. Zwar mit einem eindeutigen, heftigen Suchtpotential, aber Cannabis ist genauso missbrauchbar wie Alk. Ich kenne jemanden der nach dem Langjährigem konsum von Hochprozentigem Hanf plötzlich absetzen mussten (Bullerei) und zu einem sehr, sehr unangenehmen, aggressiven Mitmenschen mutiert ist. Das ganze zwar nur für etwa ein, zwei Wochen-aber dennoch sehr krass. Mir persönlich hat das noch nie etwas aus gemacht, was das anbelangt hab ich wohl gute Gene erwischt. Ich habe erst vor kurzem diese unangenehme Erfahrung mit einem Hardcore Kiffer machen müssen. Eine Erlebnis auf das ich hätte verzichten können und welches ich vor wenigen Monaten noch kategorisch, als leeres Gewäsch, abgelehnt hätte. Nein, ich bin kein Freund… Weiterlesen »

jimmy
jimmy
6 Jahre zuvor

Es ist doch wirklich nur eine Frage der Zeit, bis Cannabis legalisiert oder zumindest eine neue Regulierung des BTMG eintritt. Was ich mich frage, ob die Frau Mortler wirklich an die Thesen glaubt, die sie leider Gottes den ganzen CDU Wähler glaubhaft machen kann. Wenn man so ein Wähler in eine Diskusion einbezieht, könnte man bei den Aussagen denken die Frau Mortler sitzt vor einem. Haben die Menschen einfach aufgehört selbstständig zu denken? Ich habe vor kurzem in einem Artikel gelesen, in dem stand das Wissenschaftler ein Schmerzmedikament verbieten wollen, da dieses Medikament Schlaganfälle und Herzinfakte auslöst (Stand 2013). Und so schützt man die Gesundheit der Bürger? Finde ich sehr fragwürdig!

Tscharli
Tscharli
Antwort an  Sonnenblume
6 Jahre zuvor

Man hääte der Dame das eben besser erklären müssen! Lesen und Schreiben hat man ihr ja auch so lange erklärt, dass sie nach nur zwölf Schuljahren, im zarten Alter von 18 Jahren schon die Mittlere Reife in der Tasche hatte.

ganjasamen
5 Jahre zuvor

Naja ich kann die Frau nicht wirklich leiden. Typisch Politiker. Viel Reden um Nichts! Vielleicht sollte man endlich mal handeln und paar Gesetzesentwürfe in den Bundestag schmeissen, dann würde sich die Spreu vom Weizen trennen.

MfG

hardo
hardo
5 Jahre zuvor

cannabis ist harmlos im vergleich mit hard core spiritosen,eigentlich müsste es umgekehrt sein,denn alkohol richtet weit mehr unheil gesellschaftlich an als ein natürliches,während die alkies ungestraft davon kommen?werden hier harmlose kiffer wie schwer verbrecher behandelt,und das ist nicht ok.

Ralf Hoyer
Ralf Hoyer
5 Jahre zuvor

Armes Deutschland und seine Politiker.
Ich schaute nur kurz in das Video aber als Mortler gefragt wurde, ob Deutschland vom portugiesischen drogenpolitischen Modell profitieren könne, laberte sie den üblichen Unsinn: “Meinen Sie Fußball”?
Obwohl sie betonte, mit Portugal zu korrespondieren, behauptete sie tatsächlich, daß sie noch NIE von der dortigen Liberalisierung bzw Legalisierung gehört habe, sie “müßte passen”…
Hallo? Seit 15 Jahren positiver Erfahrungen in Portugal will sie nichts davon gehört haben?! PEINLICH WENN TATSACHE!,
Ist wohl doch was dran an der “durch den Rücken in die Augen” Theorie”. Nach dieser Aussage mußte ich schnell rauchen, um nicht den ganzen Abend ‘hass- laune’ zu haben. Dumm, dümmer, Motler..