Dienstag, 22. Juli 2014

Triple Strike! 3:2 vor dem Verwaltungsgericht  

Patienten können sich selbst mit Cannabis versorgen

 

Wir Gratulieren Allen Patienten
Wir Gratulieren Allen Patienten

 

Fünf Mal hintereinander verkündete soeben das Verwaltungsgericht Köln seinen Spruch in Sachen Cannabiseigenanbau für Patienten. Dabei bekamen drei Patienten, darunter auch Günter Weiglein Recht, bei zwei wurde die Klage negativ beschieden.

 

Wie in der Hauptverhandlung am 08. Juli 2014 schon deutlich wurde, hatten die Richter mehrere Umstände zu bedenken und zu prüfen. Der Vorsitzende Richter betonte dabei, dass es in diesen Verfahren „nicht um die Legalisierung von Cannabis geht oder darum allgemeine Regeln zum Anbau desselbigen festzulegen“. Vielmehr wurden drei individuelle Anträge hierauf geprüft und festgestellt, ob die zuständige Behörde stattgeben muss bzw. den jeweiligen Antrag zumindest ernsthaft behandeln muss. Die zuständige Behörde (Bfarm) hatte sich bei der Bearbeitung der Anträge mehr als nur Zeit gelassen, Fristen verstreichen lassen und sich einfach „Hirntod“ gestellt und sorgte somit selber dafür seine Glaubwürdigkeit (falls es sie je gab) zu kompostieren.

 

Allen Ernstes behaupteten die Vertreter der Bfarm, die Patienten vor schlechtem, qualitativ minderwertigem, selbst angebautem Gras schützen zu wollen und wollten Sie so zwingen, dass in der Apotheke erhältliche zu benutzen. Dabei ignorierten Sie beständig (und bestätigten damit das sie eine politische Behörde und keine fachliche sind), was jeder Halbexperte, der sich mit dem Thema auseinandersetzt weiß: Jeder Patient braucht ein individuell auf sein Krankheitsbild abgestimmtes Präparat. In der Apotheke erhältlich sind aber derzeit nur drei von wohl mehr als 10.000 Züchtungen. Ein reines Roulettespiel, ob zufälligerweise eben dieses einem bei seiner eigenen Beschwerde hilft.

 

Weil sich aber die drei Patienten das, in der Apotheke sehr teurere, Gras gar nicht leisten könnten, aber auch keine Krankenkasse für das Medikament aufkommt entsteht eine besondere Situation, in der eine Genehmigung zur Ausnahme aufgrund der reinen Nothilfe unumgänglich ist.

 

Mit seinem Spruch hat das Gericht somit nicht nur in drei individuellen Fällen Recht gesprochen, sondern auch der Bfarm den Auftrag erteilt endlich zu akzeptieren, das Cannabis, so der Vorsitzende wörtlich kein Sprengstoff sei und somit nachvollziehbare, verhältnismäßige und zeitgemäße Regeln aufgestellt werden müssen, unter welchen Umständen ein Patient eine Bewilligung zum Eigenanbau zu erhalten hat.

 

Das Urteil bedeutet in keinem Fall eine generelle Erlaubnis für Patienten anzubauen! Klar ist, dass vom heutigen Tag an ein Rezept für Cannabis ein begehrtes Sammlerstück werden wird. Kalifornien wir kommen.

 

 

17 Antworten auf „Triple Strike! 3:2 vor dem Verwaltungsgericht  

  1. Gasterl

    Darf man fragen, warum 3 von 5 die Erlaubnis erhalten haben?
    Was genau muss ein Patient „haben“ um eine solche Erlaubnis zu bekommen? Ich war wegen anhaltender, extremer Kopfschmerzen bei unzähligen Ärzten (Neurologie, Immunologie, Augenärzte usw usf) und keiner konnte mir bisher sagen, warum genau ich diese Schmerzen habe (keine Krankheits-Diagnose) – geschweige denn, mir helfen die Schmerzen loszuwerden. Mir wurde mehrfach von den Ärzten geraten Cannabis in Holland zu konsumieren. Auf Grund dessen, dass dann mein Führerschein in Gefahr wäre und ich auf diesen angewiesen bin, musste ich darauf verzichten. EIne Bereitschaft mit zu helfen, selbst diese Medzin legal nutzen zu dürfen gab es bei den Ärzten mit Hinweis auf „Ihren guten Ruf“ leider nicht.

  2. André B.

    Gratulation und DANKE an die Betroffenen und auch ein DANKE an die Richter des Verwaltungsgerichts Köln für Ihre gezeigte Vernunft beim Urteilsspruch !!! Schön wäre, wenn sch jetzt noch ein paar MOTIVIERTE und MUTIGE Ärzte MEHR fänden, als nur Herr Dr. Franjo Grotenhermen, die helfen Patienten aktiv dabei zu unterstützen eine Gehnehmigung zur med. Anwendung von Cannabis bzw. eine Erlaubnis zum Eigenanbau zu bekommen. EIne Datenbank für Patienten mit Ärzten die sich „Outen“ helfen zu wollen wäre doch eine super Sache !!!

    Aber liebe Ärzteschaft …… eine mögliche Gewinnerwartung sollte dabei nicht euer Antrieb sein, sondern die Hilfe am Menschen selbst !!!

  3. René Hohmann

    Sehr geehrte Leser, liebe Mitmenschen,
    zu allererst gedenke ich allen Menschen, die momentan weltweit kriegsbedingt Trauer und Leid ertragen müssen. Ich bete jeden Tag, auch ohne Religionszugehörigkeit, dass endlich Frieden herrscht. Lasst uns dankbar sein, dass es wir ein Dach über dem Kopf haben und uns täglich Brot leisten können.

    Zum Urteil: Ein kleiner Schritt in die vernünftige Richtung. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung.

    Zitat eines Kommentatoren zu einem früheren Artikel, in dem sich viele Professoren und Wissenschaftler aus bekannten Gründen für eine Legalisierung von Cannabis Sativa (Schildower Kreis) aussprechen:
    „Wenn Gelehrte sprechen, sollte man zuhören“

    Täglich erlebe ich an Bahnhöfen gescheiterte Existenzen in Folge des Alkoholkonsums. Ich lese Artikel über Straftaten mit Körperverletzung und Vandalismus, welche ohne des Konsums von Alkohol höchstwahrscheinlich nicht stattgefunden hätten. In den Medien und auf Reklametafeln wird für legale Drogen geworben.

  4. J2

    Klar, liebe Richter! Es geht hier ganz und gar nicht um die Legalisierung von Cannabis, und wir versprechen hoch und heilig, daß es bei den drei ev. Ausnahmegenehmigungen in Deutschland auch tatsächlich bleibt. Wenigstens für die nächsten 50 Jahre. ;-D

  5. Ralf

    @Andre` B. Diese Verwaltungsnazis verdienen deinen Dank nicht, denn sie maßen sich immer noch an über etwas zu urteilen, was sie einen Scheißdreck angeht, nämlich welchen Stoiff ich meinem Körper in verfassungsrechtlich garantierter individueller Freiheit zuführen darf und welchen nicht. Dabei mißachten diese Schande von Pseudorechtsverdrehern genannt Verwaltungsrichter nach wie vor permanent das ebenfalls in unserem Grundgesetz verankerte Gleichheitsgebot welches verbietet dem Wesen nach gleiches (Alkohol und Cannabis) ungleich zu behandeln. Sie sind dämliche gehirngewaschene Hohlköpfe, daher nicht qualifiziert diesen Beruf überhaupt ausüben zu dürfen, und sollten alle in die Wüste geschickt werden.

  6. Lars Rogg

    Wenn man sich die Komentare von befragten Bürgern auf RTL2 reinzieht könnte man kotzen. Zitat: „Bin allgemein gegen Drogen, bla, bla, bla“. Dieses Geistig gestörte Pack würde sich Ihr Aspirin bei Kopfschmerzen ja auch nicht verbieten lassen und an dem Zeug sind schon einige Menschen gestorben.
    Es muß endlich eine vernünftige und effektive Aufklärungskampange ins Rollen gebracht werden.
    Hey Hanfverband…mach was mit dem Millionengewinn, legt endlich los und klärt dieses bornierte, fehlinformierte Gesindel auf…breitgefächerte Zeitungs- und Internetanzeigen wären doch schon mal ein Anfang. Den Lügen der Regierung die Wahrheit gegenüber stellen. Dieses verlogene Land macht mich echt krank….

  7. elmo

    ich kann hier nichts anderes tun, als beifallklatschend Zustimmung zu verkünden, so pikant formuliert und auf den Punkt gebracht, sehr gut!

  8. Ralf

    Leider sitzt das verlogene Gesindel auch in den Redaktionen der Massenmedien, deren verlogene Besitzer sich weigern solche Anzeigen zu drucken. Ich denke mal Georg Wurth wird da noch sein blaues Wunder erleben. Was uns hier wirklich in die Medien bringen würde wären authentische Politiker einer eigenen DEUTSCHEN HANF PARTEI, die kein Blatt vor den Mund nehmen, und das würde nicht mal einen Cent kosten, sondern sogar noch Wahlknete bringen.

  9. elmo

    „Ich bin allgemein gegen Drogen“ Dabei aber Kippe und Korn in der Hand 😉

    Jaja so sind sie, die Schlafschafe 😉

    „Merkel du bist wie eine Mom für mich, sei dir sicher, ich stimm jede Wahl für dich“ 🙂
    https://www.youtube.com/watch?v=l_yM-4ks_2o

    Zum Thema Öffentlichkeitsarbeit:
    Ich habs schonmal woanders beschrieben, bin selbst kein Konsument, doch hab ich beim Hanfverband 700 Flyer gekauft und von allem möglichen noch mal 10-50 Stück.
    Vieles war sogar kostenlos(außer Versand) und so ein Flyer kostet 3 cent, also Selbstkostenpreis, plus Versand.

    Im August hab ich Urlaub und dann fahre ich in eine kleine Stadt und verteile dort in jedem 2. Haus so einen Flyer, ok es wird nicht ganz reichen, gibt dort etwa 2500 Familien, aber es ist ein Anfang wenn man dann ein wenig Chaostheorie mit einbringt, verteilt sich allein die Info, dass dort irgendwelche Flyer waren, vermutlich nochmal, sodass ich am Ende vlt 70% erreicht habe. Natürlich ist eine Kleinstadt immer nur ein kleines Ziel. Aber wenn ich überlege, dass ich alleine (chaostheoretisch) mit 21€(die ganzen gratisgoddies verrechnen den Versand 😉 ) fast eine Kleinstadt abdecken kann, so könnten sich 20 Leute zusammen tun, jeder für 20€ Flyer bestellen(kann man ja auf einen Versand laufen lassen) und dann eine Offensive fahren.

    Das Problem ist, dass die meisten viel zu Eigen sind und einfach keinen Arsch in der Hose, mal SELBST aktiv zu werden.

    Das typische Schaf ist in dem Dogma des Helden gefangen. Wir bekommen von Kleinauf vorgelebt, dass immer wenn es ein Unrecht gibt, irgendwo ein Held kommt, der die Probleme für mich löst. Aber das ist nur im Film so! In der echten Welt, in der es um unser echtes Leben geht, können nur wir echten selbst, unser echtes Leben wieder echt machen.

    Doch lässt uns der TV und die Hollywood-Versblödungmaschinerie völlig lethargisch werden und uns zu wehrlosen, stimmenlosen Halbaffen werden, die freudig-heulend auf ihren Untergang warten….

    Määääh 😉

  10. l

    Die anderen zwei haben die Erlaubnis nicht bekommen, weil sie in ihrer Wohnung keinen zusätzlichen abschließbaren Raum haben (um den Zugang für Unbefugte zu verhindern [Handwerker, Kinder, etc]).

  11. Globalpeace

    BILD dir deine Meinung
    Dieses Urteil wird in dem volksverdummenden und manipulativen Boulevardblatt schön klein gehalten, schon fast ignoriert… Die Wahrheit darf nicht ans Licht kommen, da die besagte “ Zeitung“ von den meisten der konsumgesteurten Roboterdeutschen gelesen wird… Legalize it

  12. Carstón

    Ich bin natürlich froh über dieses Urteil, weil es ein winziger Schritt in die richtige Richtung ist.

    ABER: Es wird den Gegner der Legalisierung eher wieder ein Argument mehr an die Hand geben.

    Bei Kleinstmengen zum Eigenverbrauch _kann_ der Staatsanwalt das Verfahren einstellen – warum also legalisieren? Dass der Konsument über das Verwaltungsrecht / Führerscheinentzug bestraft wird, wird unter den Tisch fallen gelassen.

    Und jetzt können Kranke auch noch Hanf als Medizin selber anbauen – wozu also legalisieren? Dass die Kriterien so streng gestaltet sind, dass nur wenige Menschen davon profitieren werden (schwerstkrank, austherapiert, nichts hilft mehr laut Attest vom Arzt, abschließbarer Grow-Raum) wird unter den Tisch fallen gelassen.

    Welche Sterbenskranke ist überhaupt in der Lage selber anzubauen?

    Und die Hauptfrage bleibt: Welches Rechtsgut wird durch das Cannabisverbot geschützt? Keines. Das Verbot ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.

  13. Blubba

    Nicht ganz, bei einem der abgewiesenen Fälle war tatsächlich die kleine Wohnung ausschlaggebend. Bei der fünften Person ging das Gericht davon aus dass noch nicht alle alternativen Behandlungsmöglichkeiten ausprobiert wurden.

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