Montag, 1. Januar 2024

Wird der Cannabis-Befreiungstag kommen?

(P)Review 2023/2024 – Was war, was kommt

Cannabis feuerwerk-neujahr-sylvester-party

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

 

Dem Jahr des Zauderns und Zögerns folgt nun das Jahr der Hoffnung, dass doch noch alles gut wird mit der von der Ampelregierung versprochenen Cannabis-Legalisierung. 2023 war ein Horrorjahr, in dem Vater Staat wie gehabt völlig sinnbefreit mit aller Härte auf all die Bürger und Bürgerinnen eingedroschen hat, die irgendwie, ob im Großen oder Kleinen, gegen das Hanfverbot verstoßen haben. Annähernd 200.000 Menschen wurden mit Strafanzeigen wegen des Besitzes bzw. Handels mit Cannabis abgefertigt, und nicht wenige sind Silvester auf der Pritsche ihrer Gefängnis- bzw. Gummizelle ohne richtige Lebensperspektive ins neue Jahr gerutscht.

 

Verantwortlich dafür ist die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, die im vergangenen Jahr in Sachen Cannabis-Gesetz einfach nicht den Fuß von der Bremse nehmen wollte und letztlich dafür sorgte, dass das Gesetz nicht wie geplant zur Abstimmung in den Bundestag kam und zum Jahreswechsel in Kraft tritt. Der konservative Parteiflügel hat erst einmal über die Vernunft obsiegt, in Deutschland eine staatlich kontrollierte Hanffreigabe zu dulden. Das Veto der SPD-Spießerabteilung ist sehr zum Wohlgefallen aller, die von der Prohibition profitieren oder aus ideologisch verblendeten Gründen dem Nachbarn den Genuss von Haschisch und Marihuana missgönnen.

 

Und so ist es den Asozialdemokraten 2023 gelungen, rund fünf Millionen staatstreue Frauen und Männer mit wagen Versprechungen abzuspeisen und weiter wie Aussätzige in der Schmuddelecke der Gesellschaft zu halten. Ebenso im Regen stehengelassen wurden alle, die unternehmerische Ziele verfolgen, um dann irgendwann einmal eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung mit Genuss-, Nutz- und Medizinalhanf zu gewährleisten. Sie alle befinden sich in einer Art Schwebezustand, der zum Ausharren zwingt, um nicht in die Mühlen der Justiz zu geraten.

 

Und so startet die Cannabis-Community in ein weiteres Prohibitionsjahr mit all seinen fürchterlichen Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten. Der staatliche legitimierte Repressionsterror gegen kleine Kiffer geht unvermindert weiter.

Gerade in diesem Moment wird gerade ein unbescholtener Hänfling auf einer deutschen Polizeiwache traktiert und per Leibesvisitation im Intimbereich befingert, um das Hanfverbot bürgernah durchzusetzen. Schon morgen könnte der eine oder andere CBD-Händler Besuch von einem Sondereinsatzkommando der Polizei bekommen, und bereits heute Nacht hat sich vielleicht schon ein inhaftierter Haschdealer aus Verzweiflung am Bettpfosten erhängt.

 

Der Hoffnung, dass wie von Scholz & Co. angekündigt im Frühling alles besser wird und die Kampfhandlungen im Anti-Hanf-Krieg nachlassen, wird Ernüchterung folgen. Selbst wenn das Cannabisgesetz im Laufe des Jahres in seiner jetzigen Form in Kraft tritt, das Elend der Strafverfolgung wegen eines Cannabis-Deliktes wird die Deutschen auch künftig begleiten. Eine Fahrt mit dem Auto, Drahtsesel oder Tretroller kann auch über 2024 hinaus dem kleinen Kiffer zum Verhängnis werden, wenn in einer Verkehrskontrolle die Frage gestellt wird: Wann haben Sie das letzte Mal Cannabis konsumiert?

 

Glaubt man den Fachspezialexperten der Polizei, wird die Jagd auf Hanfstraftäter eher an Schärfe zunehmen. So wird es dann wohl auch sein, wenn täglich Tausende Polizisten und Zöllner pünktlich in der Dienststelle antreten, um ihrem systemrelevanten Dienstauftrag nachzukommen, den vielen werktätigen Cannabis-Schwarzmarkthändlern von Flensburg bis Passau das Leben schwerzumachen.

 

Wie im Straßenverkehr werden die herausgefiltert, die sich nicht ans Limit halten. Und in Deutschland gibt es viele, die herausgefischt werden wollen. Zum Beispiel die Oma, die sich einmal im Jahr zu Weihnachten beim Btm-Fachhändler ihres Vertrauens mit einem Hek Cannabis eindeckt, um für die Enkelkinder leckere Haschgiftplätzchen zu backen. Auch wird ein hochleistungskiffender Wohlstandsbürger in den besten Jahren nicht täglich einen Kleindealer im Görlitzer Park aufsuchen, um dort eine überteuerte Tagesdosis zu erwerben.

 

Für Millionen Hanfkonsumenten wird sich am angekündigten deutschen Cannabis-Befreiungstag nicht viel ändern. Ein bisschen Paranoia wird vielleicht wegfallen, aber sonst darf der Hänfling weiter zwischen Ober- und Unterwelt wandeln – und das so lange, bis der Herr Wachmeister an die Tür klopft und mal zählen und nachwiegen will.

 

Trotz allen Leids, das auch 2024 über die Hanfgemeinde gebracht wird, wünschen wir allen Brüdern und Schwestern einen gutes neues Jahr, das euch mit viel Glück und vor allem Gesundheit segnen soll. Bleibt auf dem Quivive und lasst euch von der Dummheit der Doofen nicht hinter die Fichte führen!

 

 

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13 Kommentare
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Mary Jane's Pussylover
1 Monat zuvor

Das Zittern und Bangen nimmt kein Ende und verschiedene SPD Leute profilieren sich erfolgreich als Prohibitionistinnen aus den eigenen Reihen heraus mit entsprechend reger Aufmerksamkeit der Cannabis Community. Die Ampel wird Farbe bekennen müssen d.h. wenn bis Ende Februar keine Lesungen stattgefunden haben läßt sich der Legalisierungsunwille der Ampelregierung auch nicht weiter leugnen. Wehe, wehe, wenn ich das Ende sehe, aber noch ist da Hoffnung die bis Ende Februar weiterhin von Versprechungen der Ampel lebt.

Rogg
1 Monat zuvor

Wenn es trotz der SPD noch zum Anfang April umgesetzt werden sollte, dann haben wir Glück gehabt.
Ich tippe auf einen Verschiebung bis zur nächsten Wahl. Auch wenn man bei einem Wahlerfolg von 10% bei der SPD, um den großen Koalitionspartner CDU/CSU wird betteln müssen. Und dann haben sie erst nichts zu sagen. Mag gucken ob sie ihren Ruf noch weiter in Richtung Boden fortsetzen…die schämen sich ja für nix mehr.

abwarten…

91 Tage … die Zeit läuft ab !!

Haschberg
1 Monat zuvor

Ein weiteres, von versoffenen, dummen Bölleridioten eingeleitetes Prohibitionsjahr ist angebrochen.
Die Kiffer werden weiterhin wie Schwerverbrecher gejagt werden und die zur Aggression neigenden Alkis werden weiterhin unsere höchst seltsame und ungerechte Drogenpolitik ad absurdum führen. Sonst noch Fragen ?

Ali
1 Monat zuvor

Eins weiß ich: Nie wieder SPD. “Wer hat’s verraten? Die Sozialdemokraten!” Das tue ich mir nicht mehr an! Scheiß SPD!

Fred
1 Monat zuvor

Wenn das Gesetz wie geplant umgesetzt wird, halte ich den Satz // Für Millionen Hanfkonsumenten wird sich am angekündigten deutschen Cannabis-Befreiungstag nicht viel ändern.// für ziemlichen Unsinn. Mit Inkrafttreten wird sich die Welt für uns fundamental verändern. Wer unter 25 Gramm in der Tasche hat, kann einer Kontrolle auf dem Bahnhof mit einem Lächeln entgegensehen. Ein Lächeln und nicht mehr gibt es ebenso auf die Frage ” Woher kommt das Gras ” . Mit der Folge, das die Damen und Herren von der Polizei fein die Finger von der ehemaligen Beute lassen und mit langem Gesicht das Weite suchen. Ende der Ermittlung. Die ” Machtverhältnisse” hätten sich komplett verändert und das ist der Grund für den Widerstand in der SPD,… Weiterlesen »

Marco Maroc
1 Monat zuvor

Fred, ziemlicher Unsinn ist, dass du die Realität ausblendest und Lesekompetenz vermissen lässt.

Fred
1 Monat zuvor

Na du musst es ja wissen

kaiber09
1 Monat zuvor

Tut richtig gut die Kommentare hier zu lesen, normale Ansichten, normale Menschen!

Die Hoffnung und der Optimismus ist schon lange verflogen, aber Februar kann man ja noch abwarten.

Frohes Neues allen

kaiber09
1 Monat zuvor

Das ist doch einfach nur n’ Artikel von der Zeit, sagt garnichts aus…

Ralf
1 Monat zuvor

Anscheinend scheint sich die bittere Wahrheit doch langsam in die Köpfe hier vorzuarbeiten. Die (-pseudo) Legalisierung wird nicht stattfinden aus dem einfachen Grund dass diese Koalition noch in diesem Jahr platzen wird, damit erledigt sich das für die Sozialfaschisten von selbst. CUM EX Olaf weiss das und arbeitet darauf hin. Er spekuliert auf eine neue GroKo und die wird er auch bekommen, mit März als Bundeskanzler, das war es dann auch schon für die nächsten neoliberal- feudalen Jahrzehnte. Mir ist das mittlerweile wurscht, denn wer sich keine Illusionen macht, kann auch nicht etttäuscht werden.