Montag, 3. Juli 2023

Ein bisschen Cannabis-Freigabe in Luxemburg

Cannabis

Parlament des Großherzogtums gestattet Konsum und Anbau von Cannabis im privaten Rahmen

 

Von Sadhu van Hemp

Vergangene Woche war es endlich soweit: Das luxemburgische Parlament billigte das von der Koalitionsregierung aus Liberalen, Sozialdemokraten und Grünen eingebrachte Gesetz zur Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten. Künftig wird den erwachsenen Untertanen des Großherzogtums der Anbau und der Genuss geringer Mengen Haschisch und Marihuana in privater Umgebung zugestanden. Weiterhin verboten bleibt der Konsum und Besitz im öffentlichen Raum.

Trotz heftiger Kritik seitens der Christlich-Sozialen Volkspartei gelang es der Abgeordnetenkammer des Zwergstaates mit 38 Ja- gegen 22 Nein-Stimmen die vor knapp fünf Jahren versprochene und mehrfach abgespeckte Gesetzesreform abzusegnen. Den ursprünglichen Plan, mit staatlich kontrollierten Produktionsketten und Verkaufsstätten die legale Grundversorgung der luxemburgischen Cannabis-Community zu gewährleisten, hat die Regierung vorerst aufgegeben, um nicht gegen internationale Konventionen zu verstoßen.

Entsprechend ernüchternd ist das Ergebnis nach jahrelangem Ringen um den gesellschaftlichen und staatlichen Umgang mit der geächteten Hanfpflanze und deren Liebhaber:

Fortan soll es pro Haushalt gestattet sein, vier Cannabis-Pflanzen aus Samen zu ziehen und zu ernten. Allerdings darf der Grow von außen nicht sichtbar sein. Der Genuss des Heiligen Krauts bleibt auf die eigenen vier Wände beschränkt. Wer in der Öffentlichkeit von der Polizei mit Cannabis oder beim Quarzen erwischt wird, dem drohen weiterhin drakonische Strafen. Bei einer Besitzmenge von bis zu drei Gramm Cannabis wird eine Geldstrafe zwischen 25 und 500 Euro fällig. Zeigt die Waage der Polizei mehr als drei Gramm an, droht wie gehabt ein Strafverfahren. Je nach Schwere der Rauschgiftstraftat muss der Delinquent mit bis zu sechs Monaten Haft oder einer Geldstrafe von 2.500 Euro rechnen.

Die Freigabe des privaten Hanfanbaus für den Eigenbedarf und der Konsum im privaten Raum soll laut Regierung nur „eine erste Etappe“ auf dem Weg zu einer umfassenderen Freigabe von Cannabis sein. Im „zweiten Schritt“ sollen die Weichen für einen staatlich kontrollierten Anbau und Vertrieb gestellt werden.

Wann die Regierung beabsichtigt, diesen zweiten Schritt einzuleiten, wurde nicht mitgeteilt. Aber in Hinblick darauf, dass der „erste Schritt“ fast fünf Jahre gedauert hat und reichlich kurz ausgefallen ist, werden noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vergehen, bis Luxemburg Nägel mit Köppen macht und eine Hanffreigabe nach dem Vorbild Kanadas oder Uruguays hinbekommt.

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8 Kommentare
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rulle
7 Monate zuvor

Als ersten Schritt kann man damit gut leben. Der Konsum in der Öffentlichkeit gehört auch verboten, sollte aber auch auf Alkohol und Tabak ausgeweitet werden. Drogen gehört wie Sex nicht in die Öffentlichkeit, natürlich wer am see oder im Wald konsumiert und niemand belästigt der wird hier auch keinen Ankläger finden.
Alles andere wie Verkauf etc. kann nur international vorangetrieben werden.
Das wichtigste aber: Der Konsum und Besitz zuhause wird nicht mehr bestraft ( im hewissen Rahmen).
Wichtig wäre noch zu wissen wie die mit Autofahrern umgehen die Cannabis konsumieren und einen oder zwei Tage wieder fahren wollen.

MicMuc
7 Monate zuvor

Das ist Anarchie, das Ende, der Untergang des Abendlandesl

Von der “Hauptstadt der Bewegung” aus kann ich zusammen mit den Volksgenossen von AfD, CSU und NPD nur allerdringenst warnen vor der Bedrohung unserer Volksgesundheit (Holetschek) und der Spaltung unserer Volksgemeinschaft (Söder) der “normalen Bürger” (Aiwanger) in Alkoholiker und Kiffer (Ludwig) ‼️

… Von der Gefährdung (Thomasius) unserer zähledernen und kruppstählernen deutschen Jugend (Irgendwer von Führer äh Früher) ganz zu schweigen!!!

Rainer
7 Monate zuvor

Darum will ich meinen Führerschein nicht wieder haben.Weil mein Haschrauchverhalten immer auf eine anstehende Autofahrt ausgerichtet wäre.Ätzend.

Rogg
7 Monate zuvor

Schon Pervers…wo man hinguckt stellen sich die “christlichen” Schlechtmenschen gegen einen menschlichen, liberalen Umgang mit Cannabis und deren Konsumenten. Mit welchem Recht sich die dummen und ewig gestrigen Pseudochristen überhaupt zu dem Thema äußern ist mir ein Rätsel. Wenn die eine Chance wittern sich gegen die Menschlichkeit und gegen staatlich produzierte Opfer zu positionieren und auf diese zu treten, dann lassen sie keine Gelegenheit aus… Nicht nur Bonhoeffer hat unter Mörder und Faschisten gelitten….auch Millionen Kiffer dürfen auf die Verachtung durch bigotte Christen hoffen und werden nie enttäuscht…scheiß auf das Pack…!!

Qi San
7 Monate zuvor

He, das sind christlich-soziale-Volkspartei-Politiker … Was erwartet Ihr von denen 😉 Ein Skorpion will einen Fluss überqueren, kann aber nicht schwimmen. Da kommt ein Fuchs vorbei. Der Skorpion fragt den Fuchs, ob er ihn nicht ans andere Ufer bringen könne. Der Fuchs verneint: “Schau lieber Skorpion, ich traue Dir nicht. Sobald ich Dich auf meinen Rücken lasse, würdest du mich stechen. Dann sterbe ich.” Der Skorpion meint: “Aber da wäre ich ja dumm. Sobald du stirbst gehst Du unter, und ich mit Dir. Dann würden wir beide sterben. Du an meinem Gift, ich würde ertrinken. Daher sei dir gewiss, ich steche dich nicht!” So läßt sich der Fuchs überreden, der Skorpion klettert auf seinen Rücken und die beiden schwimmen los.… Weiterlesen »

Qi San
7 Monate zuvor

@MicMuc
Der Untergang des Abendlandes begang mit dem Verbot des heiligen Krautes,
Bote der Götter, Königin der Nutz- und Medizinalpflanzen, Sensimila, Hanf …

Haschberg
7 Monate zuvor

Mit einem ähnlich mageren Reförmchen wie in Luxemburg werden wohl auch wir uns abfinden müssen (falls es überhaupt noch soweit kommt), denn die Gegenwehr der Prohibitionisten ist nach wie vor sehr gewaltig.

Qi San
7 Monate zuvor

– Herzlich willkommen im paranoiden Alltag –

@Haschberg
ja, noch weniger Rauch um überhaupt nichts.
Prohibitionisten liebens einfach: Naturdrogen wie Hanf & Hopfen & Co sind gefährlich.
Ach so, Hopfen steckt ja im Alk – also doch nicht gefährlich. Oder doch?
Verdammt! Aber Alk ist auf jeden Fall ungefährlich – ganz sicher!

„Wenn du einem zweiköpfigen Schwein begegnest, halt den Mund.“
Irisches Sprichwort