Montag, 5. Juni 2023

Bodypacking bringt Cannabis-Schmuggler auf Intensivstation

Beamte der Nationalpolizei in Granada beschlagnahmen nach Notoperation 123 Haschisch-Eier

Cannabis
Foto: Su/Archiv

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

 

Der Schmuggel von marokkanischem Haschisch nach Westeuropa kennt viele Spielarten. Die einen importieren das grüne Gold tonnenweise mit Segelbooten, die anderen kiloweise im Kofferraum ihres Kraftfahrzeugs. Wieder andere nutzen den eigenen Körper als Transportmittel, indem sie sich in Klarsichtfolie eingeschweißte Haschischkügelchen in den Wanst stopfen.

 

Die Nebentätigkeit als Cannabis-Muli im Ameisenverkehr ist zweifelsohne lukrativ, denn die Gewinnspanne kann je nach Zielort bis zu tausend Prozent betragen. Genug Anreiz also, um sich für ein Appel und Ei in einen Billigflieger nach Agadir zu setzen, dort zum Schnäppchenpreis ein bisschen Edelhasch zu erwerben und anschließend braungebrannt mit vollem Bauch nach Deutschland zurückzufliegen.

 

Doch Vorsicht ist geboten. Nicht jedem bekommt die unnatürliche Nahrungsaufnahme. Die Gefahr dräut, dass bei Unverträglichkeiten schon mal ein Arzt konsultiert werden muss, wenn der Apotheker nicht mehr helfen kann.

 

Dieses Leid erfuhr letzte Woche ein 60-jähriger Spanier, der wegen eines seit zwei Wochen anhaltenden Darmverschlusses in ein Krankenhaus in Granada eingeliefert wurde und notoperiert werden musste.

Der Eingriff förderte 123 Hascheier mit einem Gesamtgewicht von 1.335 Gramm zutage. Gemäß den gesetzlichen Bestimmungen war das Klinikpersonal in diesem Krankenfall von der ärztlichen Schweigepflicht entbunden, mit der Folge, dass die Polizeibehörden über den Drogenfund im Magen-Darm-Trakt des Patienten in Kenntnis gesetzt wurden.

 

Das Ende vom Lied war die Beschlagnahmung des Cannabis-Harzes und die Festnahme des bettlägerigen Pechvogels, der sich nicht das erste Mal als Bodypacker betätigte. Bereits 2016 war er in Algeciras ins Visier der spanischen Polizei- und Zollbehörden geraten. Damals wurde er wegen des Verdachts des Cannabis-Schmuggels zwangsweise zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht, wo ein Dutzend Hascheier mit einem Gewicht von 380 Gramm aus seiner Bauchhöhle herausgefischt wurden.

 

Was beachtlich ist, dass es der gute Mann in seiner langjährigen Tätigkeit als Bodypacker fertiggebracht hat, die Menge der geschluckten Hascheier mehr als zu verdreifachen.

 

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3 Kommentare
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Haschberg
8 Monate zuvor

Das ist mal wieder ein guter Beweis, zu welch völlig idiotischen Handlungen diese verfluchte Prohibition führen kann. Wie lange soll dieses unsägliche Trauerspiel um eine so wunderbare Heilpflanze noch andauern ? Wem soll dieser ganze widerliche Schwachsinn eigentlich nützen ? Wieviele Menschen werden dafür noch ihr Leben auf`s Spiel setzen müssen, um dann irgendwann unnötig in Strafanstalten zu schmoren ? Wir können es uns in dieser prekären Welt einfach nicht mehr leisten, weiterhin Energien dort zu verschwenden, wo es keinerlei Sinn macht. Dieser hässliche Prohibitionskrieg dauert nun schon 104 Jahre und fickt seitdem definitiv die Falschen. Er wird schon jetzt als längster, jemals existierender Krieg in die würdelose Geschichte unserer angeblich zivilisierten Welt eingehen. Und das Schlimme daran ist, er… Weiterlesen »

MicMuc
8 Monate zuvor

@Haschberg: Die Hexenverfolgung hat ja auch ein paar Jahrhunderte angedauert. Und soooolange es Menschen gibt – leider auch in diesen Forum!!! – , die “meinen”, daß Menschen- und Freiheitsrechte relativ (je nach “Sichtweise”!) sind und eine Verhandlungsmasse, die von Mehrheiten abhängt wie die “Judenfrage, deren “Endlösung” man ausdikutieren könne und müsse bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag und uns – wie bei Stalingrad – mit einer Endlosschleife von Durchhalteparolen überziehen, dann geht die Hoffnung asymptotisch ins Unendliche (des Weltalls), womit ich bei Einsteins berühmten Zitat über die menschliche Dummheit wäre, auf die todsicher Verlaß ist. Und jetzt sind wir beim entscheidenden Punkt: Alles wird gut! So die Hoffnung, die zuletzt stirbt … Und ich glaube, daß kulturhistorisch kaum einer die “Lösung” so deutlich… Weiterlesen »

Qi San
8 Monate zuvor

Fakten-Check
… ich habe ein neues altes exemplar zwecks kümmern erstanden.
DIE WIEDERENTDECKUNG DER NUTZPFLANZE CANNABIS MARIHUANA HANF

”Die Bedeutung, die Hanf als Genussmittel und Medizinalpflanze noch vor einem Jahrhundert in Deutschland hatte, mögen die Mengen an Hanfdrogen belgen, die im Hamburger Hafen monatlich gelöscht wurden: Im September 1885 waren es 3,5 Tonnen Ganja (indisches Marihuana), 12 Tonnen Bhang (marihuanahaltiges Getränk) und 3.000 Doppelzentner Charas (d.h. 300 Tonnen Haschisch).„

12. Auflage, 1993
Seite 205, letzter Absatz ff

Schade um das Kief. Medizinisch sehr wertvoll.
Da würde ich jedes Apotheken-Holland-Gras liebevoll zur Seite schieben …

Namaste

Zuletzt bearbeitet 8 Monate zuvor von QiSan