Donnerstag, 20. April 2023

Wir denken an Christian Rätsch

Foto: Su/Archiv

Wir denken an Christian Rätsch. Der Etnopharmakologe wäre heute 66 Jahre alt geworden.

Christian Rätsch war ein bekannter deutscher Ethnopharmakologe und Anthropologe, der sich intensiv mit der kulturellen Bedeutung und Verwendung von psychoaktiven Pflanzen beschäftigt hat. Eine dieser Pflanzen, mit der er sich ausführlich auseinandergesetzt hat, ist Cannabis.

Rätsch hat zahlreiche Bücher über psychoaktive Pflanzen und ihre Wirkungen geschrieben, darunter auch über Cannabis. Sein Werk “Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen” gilt als eines der Standardwerke in diesem Bereich und beschreibt detailliert die verschiedenen Anwendungen und Traditionen von Cannabis in verschiedenen Kulturen und Zeiten.

Rätsch betonte immer wieder, dass die Verwendung von Cannabis in vielen Kulturen eine lange Tradition hat und oft mit religiösen oder spirituellen Praktiken verbunden ist. Dabei geht es nicht nur um den Rausch, sondern auch um die Heilwirkungen der Pflanze.

In Bezug auf die aktuelle Debatte um die Legalisierung von Cannabis trat Rätsch für eine differenzierte Betrachtung ein. Er plädierte dafür, den Nutzen und die Risiken von Cannabis genau abzuwägen und die Pflanze nicht einfach pauschal als harmlos oder gefährlich zu bewerten. Dabei sollten auch die kulturellen und historischen Aspekte berücksichtigt werden.

Insgesamt kann man sagen, dass Christian Rätsch durch seine Forschungen und Publikationen maßgeblich dazu beigetragen hat, das Wissen über Cannabis und seine kulturelle Bedeutung zu erweitern und zu vertiefen. Seine differenzierte Betrachtungsweise und sein Respekt vor den traditionellen Anwendungen der Pflanze machten ihn zu einem wichtigen Vertreter in der aktuellen Debatte um Cannabis.

Christian Rätsch starb am 17. September 2022 im Alter von 65 Jahren. Hans Cousto verfasste einen Nachruf zu Rätsch. Weitere Information zu Rätsch findet ihr hier.

Ein Beitrag von Simon Hanf

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5 Kommentare
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Rogg
1 Monat zuvor

Wie passend…einen genialen Ethnofreak, als Gegengewicht zu einem mörderischen Diktator aus dem deutschsprachigem Raum, zu ehren.
Heute noch gucke ich regelmäßig in irgendeins seiner tollen Bücher. Sei es wenn ich alternative Zutaten zu einem Biersud erwäge oder ich ich mich über alte oder neu entdeckte psychoaktive Pflanzen, Pilze etc schlau machen will.
Zu früh, viel zu früh von uns gegangen…R.I.P. Christian

MicMuc
1 Monat zuvor

Ich habe von Christian Rätsch erst durch diese Plattform erfahrem, nach dessen Tod. Und ich bin mir sicher, daß einige gehässige Ideologen ihn auf seinen “exzessiven Drogenkonsum zurückführen. Ist ja auch für” jedermann plausibel! Danach habe ich ihn auf Youtube kennengelernt. Ich war tief berührt über die Aussagen diesen heiligen, weisen und gültigen Mann. Daß er, wie so viele andere (z. B.) nicht den Stereotypen eines Drogenkonsumenten als kranke, depressive Gestalt, der Drogen mißbraucht, um der Realität zu entfliehen, in die Suchtspirale gerät, abstürzt, was zur sozialen Isolation, Job Verlust und am besten noch in die Beschaffungskriminalität führt. Das gilt auch f<r andere prominente Kiffer wie Shakespeare, Wagner und Nietzsche. Aber diese zu kennen und ihren unbürgerlichen Lebenswandel, setze ja… Weiterlesen »

Qi San
1 Monat zuvor

Dr. Christian Rätsch über Ernährung, Sport, Bücher und Instagram Fragen
https://www.youtube.com/watch?v=I8X92bmbo9s

… war einfach eine coole Socke.

Eine Galionsfigur der Gegenkultur – von der viele nichts wissen, wissen wollen oder schlichtweg negieren das es so etwas wie eine Gegenkultur gibt. Denn wer Geld und Macht als Gott anbetet, für den gibt es keine anderen Götter/Wahrheiten/Einsichten/Magische Augenblicke oder gar Wunder. Eigendünkel/Lügen /Alibis sind der Treibstoff, aus dem ihre Welt besteht. Wie klein sich diese Leute selbst machen.

LOVE IS ALL YOU NEED

Rogg
1 Monat zuvor

Im Geiste von Christian eine schöne und sehr tolle Entwicklung am anderen Ende der Welt….

https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/australien-rauschmittel-medizin-101.html

Vielleicht hat unsere Sicht der Dinge und damit die Realität und Hilfe für Bedürftige eine Zukunft…Vielleicht…

trec.
1 Monat zuvor

Allgogruß