Montag, 20. März 2023

Gewaltfantasien gegen Karl Lauterbach – wegen Cannabis-Freigabe

Berlinerin beleidigt Gesundheitsminister Lauterbach im Internet und wird angeklagt

Cannabis

 

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Im Oktober 2022 veröffentliche die Redaktion der „Tagesschau“ einen Internetbeitrag zum Vorhaben der Bundesregierung, die Waffen im menschenrechtswidrigen Krieg gegen den Hanf und seine Konsumenten schweigen zu lassen. Man will den rund fünf Millionen deutschen Hänflingen die Friedenspfeife reichen und die Heilige Pflanze ins Korsett der staatlich kontrollierten freien Marktwirtschaft pressen.

 

Doch wie so oft ist des einen Freud, des anderen Leid. Während der schlichte Kiffkopp wie ein kleines Kind darauf hin fiebert, schon morgen die Bong mit überteuertem Kunstgras aus industrieller Produktion füllen zu dürfen, bekommen andere Mitbürger und Mitbürgerinnen einen dicken Hals ob solcher Pläne und platzen fast vor Wut. Man ist der festen Überzeugung, dass der Freigabe der Haschgiftpflanze stante pede der Untergang des deutschen Abendlandes folgt. Und so wird aus allen Rohren gefeuert, um die geplante Cannabis-Freigabe light zu torpedieren. Vorneweg stürmen die Anti-Hanf-Krieger aus dem Freistaat Bayern – an der Spitze Markus Söder und seine christsoziale Gefolgschaft, die darauf beharren, kleine Kiffer auch weiterhin bis aufs Blut jagen zu dürfen.

 

Aber nicht nur unter weißblauen Himmel dünsten die Gehirne den faulen Geruch des Ewiggestrigen aus, nein, auch im nicht funktionierenden Teil Deutschlands gibt es tüchtig Kriegsgeschrei der Prohibitionsfanatiker. Überall und nirgends kommen sie aus den Ritzen gekrochen, die Hetzer und Propagandisten gegen die Pro-Cannabis-Agenda der woken, also verhassten Bundesregierung. Vor allem in den sozialen Netzwerken herrscht Trommelfeuer der Anti-Hanf-Trolle, die wie Kannibalen über jeden herfallen, der die Cannabis-Legalisierung aus ganz pragmatischen Gründen gar nicht mal so schlecht findet und das auch äußert.

 

Wie hasserfüllt einige dieser „schwarzbraun versifften“ Trolle gegen alles „Linksgrünversiffte“ sind, zeigt das Beispiel einer in Berlin ansässigen Deutschen, die es sich im öffentlich einsehbaren ARD-Forum nicht verkniffen haben soll, ihrer Wut, ihrem Hass und ihren Gewaltfantasien freien Lauf zu lassen. Adressat war Karl Lauterbach, der als Gesundheitsminister die undankbare Aufgabe hat, die gesetzlichen Bestimmungen zur Cannabis-Freigabe zu entwerfen.

Unter einem Tagesschaubeitrag zur Cannabis-Legalisierung soll die 46-Jährige laut Berliner Staatsanwaltschaft gepostet haben: „Geisteskranker Irrer! Gehört abgeknallt!“ Dieser Kommentar wird nun Gegenstand eines Strafverfahrens mit dem Vorwurf der Beleidigung und öffentlichen Aufforderung zu Straftaten.

 

Dieser Fall verdeutlicht, dass die Saat der rechten Hetze gegen die Cannabis-Freigabe light aufgeht und ungenießbare Früchte trägt. Politiker aus dem bürgerlich-konservativen Milieu und ihre getreuen medialen Meinungsmacher sollten sich dringend gewahr werden, dass sie mit ihrer aggressiven Performance gegen die Hanffreigabe die Gräben im War on Drugs nur noch tiefer ausheben. Statt die Cannabis-Legalisierung zu sabotieren und die Menschen aufzuwiegeln, sollten endlich die Weichen für das langersehnte friedliche Miteinander von kiffenden und nichtkiffenden Bürgern und Bürgerinnen gestellt werden.

 

Quellen und weiterführende Links:

 

https://www.tagesspiegel.de/berlin/unter-beitrag-zu-cannabis-legalisierung-berlinerin-beleidigt-karl-lauterbach-in-online-kommentar-und-wird-angeklagt-9517805.html

 

https://hanfjournal.de/2022/11/02/lauterbach-bei-markus-lanz/

 

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7 Kommentare
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Luigi
11 Monate zuvor

Kiffen für den Frieden!

Rogg
11 Monate zuvor

Hey Sadhu,

mal wieder toll geschrieben. Trotz des ernsten Themas musste ich grinsen…Aber im Ernst….Gewaltaufrufe gehen garnicht..!!!
Ist zum Kotzen das Menschen die gar nicht vom Thema tangiert werden über etwas reden und hetzen, dass sie nicht verstehen. Der Grund warum ich nicht über Faschos oder Religion rede…
Hoffentlich wird die Legalisierung bald Realität und wir können wieder zur Tagesordnung übergehen. Es gibt echte Probleme und Missstände in Deutschland und der Welt die wichtigster sind als Genussmittel für viele Millionen Hedonisten….

Haschberg
10 Monate zuvor

Da sieht man mal wieder, wie tief dieser ganze unfaire Anti-Cannabis-Krieg in vielen deutschen Idiotenhirnen festsitzt. Als gäbe es keine wichtigeren Probleme in unserer abartigen Drogenrepublik.
Die Vorgänger wie Spahn und Co haben in Sachen Cannabis leider außer saudummem Gelaber überhaupt nichts zu Wege gebracht, deshalb befinden Millionen von Konsumenten noch immer tief in dieser faschistoiden Prohibitionsscheiße.
Totsaufen ja, kiffen nein. Wie abgrundtief bescheuert sind eigentlich viele unserer pseudochristlichen Mitmenschen?

Rainer
10 Monate zuvor

Die Insektenlegalisierung ist bereits erfolgt.Aber dagegen will niemand meckern.

Einzelmeinung
10 Monate zuvor

Die Aussage ist zu verurteilen, ganz klar aber ist gesichert das sie das wegen des Hanfs geäußert hat? Ist ja nicht so das er sich in letzter Zeit sonst so wahnsinnig beliebt gemacht hätte…

Salah Eddine
10 Monate zuvor

Grund des War on Drugs

„Die Nixon Kampagne 1968 und die folgende Regierung hatte zwei Feinde:
Die linken Kriegsgegner und die Schwarzen.
Verstehen Sie, was ich damit sagen will?
Wir wussten, dass wir es nicht verbieten konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein,
aber dadurch, dass wir die Öffentlichkeit dazu brachten,
die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren
und beides heftig bestraften, konnten wir diese Gruppen diskreditieren.
Wir konnten ihre Anführer verhaften, ihre Wohnungen durchsuchen,
ihre Versammlungen beenden und sie so Abend für Abend in den Nachrichten verunglimpfen.
Wussten wir, dass wir über die Drogen gelogen haben? Natürlich wussten wir das!“

Weitere Hintergründe ohne Kommentar

https://de.wikipedia.org/wiki/John_Ehrlichman

MicMuc
10 Monate zuvor

Die Prohibition ist aus einer faschistoiden Denkstruktur heraus geboren, bei der es über den Aspekt institutioneller Gewalt und Unterdrückung hinaus darum geht, eine Minderheit zu definieren, klassifizieren, ab- und auszugrenzen, abzuwerten und als Sündenbock zu stigmatisieren und zu dämonisieren. Und so verlaufen auch die begleitenden “Maßnahmen”, von der Medienberichterstattung der Journalisten, über die Ernittlungsarbeiten der Polizei, den Anklageschriften der Staatsanwaltsaft bis zu den Schuldsprüchen der Richter. Und alles im Namen des Volkes und mit Segen des BVG. Da verwundert es mich, daß eine Frau wegen vergleichsweise harmlos anmutenden Gewaltphantasien sich verantworten soll …