Sonntag, 8. Januar 2023

Holetschek denkt Cannabislegalisierung “wäre fahrlässig”

Foto: Su/Archiv

Holetschek denkt Cannabislegalisierung “wäre fahrlässig”. Der bayerische Gesundheitsminister lehnt sie ab.

Eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken würde angeblich laut Holetschek das Gesundheitssystem belasten. Laut des CSU-Politikers würden Zahlen zeigen, dass es mehr Fälle von Psychosen geben wird. Er gibt an, dass immer mehr Menschen wegen der Folgen des Cannabis-Konsums behandelt werden müssten. Somit warnt der Gesundheitsminister vor einer Cannabislegalisierung, denn er denkt weiterhin, dass es das Gesundheitssystem weiter belasten würde. Dies sagte Holetschek in einer Mitteilung vom Sonntag, 8. Januar.

Laut Holetschek hätten sich die Zahlen der mit stationär behandelten Psychosen aufgrund von Cannabis zwischen 2008 und 2020 mehr als verzehnfacht. So gab es einen Anstieg von 56 auf 631 Fälle mit Psychose aufgrund von Cannabis. . „Das zeigt deutlich, dass wir mehr Kraft in Prävention und Aufklärung stecken müssen, anstatt Cannabis legal zu machen“, so Holetschek. Er kommt aber dabei nicht auf die Idee, tatsächlich in dem Bereich zu recherchieren. Eine kurze Recherche zeigt klar auf, dass sich im selben Zeitraum auch der Anteil an synthetischen Cannabinoiden massiv erhöht hat. Diese synthetischen Cannabinoide haben eine signifikant höhere Psychosegefahr. Damit wird das Cannabis auf dem Schwarzmarkt gestreckt und ahnungslose Konsumenten erleiden durch die hochpotenten und noch nie zuvor am Menschen getesteten Laborsubstanzen eine Psychose. 

Der allgemeine Konsens der Wissenschaft ist hier, dass eine Legalisierung des Cannabis sicher macht und die Konsumenten genau wissen, was sie konsumieren. So können erwachsene Menschen, die aufgeklärt wurden, eine Entscheidung im Sinne ihrer Drogenmündigkeit treffen.

„Die Politik ist verpflichtet, auch die Kosten des Gesundheitssystems im Blick zu behalten. Legale Drogen wie Alkohol und Tabak belasten das System bereits in erheblichem Ausmaß. Es wäre fahrlässig, wenn durch die Legalisierung von Cannabis eine weitere Belastungsquelle hinzukäme“, sophistizierte Holetschek.

Holetschek gibt auch an, dass sich die Fallzahlen in den USA nach der Legalisierung erhöht hätten. Er denkt weiterhin, dass die Legalisierung ein Fehler wäre und spricht sich weiterhin gegen eine Legalisierung aus.


Holetschek ist ein Gesundheitsminister, der aktiv dem wissenschaftlichen Konsens widerspricht. Holetschek ist weiter auf dem Holzweg.

Ein Beitrag von Simon Hanf

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9 Kommentare
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Heisenberg
20 Tage zuvor

Wer Holetscheks Argumente irgendwo aufschnappt,muß froh sein,daß noch nicht legalisiert wurde.Was ein furchtbares Zeug.Die vielen Faktoren,die es zu bedenken gibt,bezüglich echtem oder gefälschtem Marihuana,müßte man auch auf dem Schirm haben.

Fred
20 Tage zuvor

Er nennt mal Zahlen. Das ich das noch erlebe. 631 Patienten mit Cannabisinduzierte Psychose. Ich will jetzt nicht empathielos erscheinen, aber bei 4-6 Millionen Cannabiskonsumenten ist diese Quote sehr gering. Geht man von 4 Mio Konsumenten aus, sind 0,015 % von diesem Problem betroffen. Folgt man der Literatur sind fast ausschließlich Menschen mit einem sehr hohen und in frühen Lebensphasen einsetzenden Konsum und Menschen mit einer genetische Prädisposition betroffen. Der ” normale ” Konsument mit einem einigermaßen verantwortungsvollen Konsum braucht sich bei der Krankenquote keine Sorgen zu machen. Psychosen durch Cannabis sind ein eher seltenes Ereignis. Herrn Holetschek`s Einwendung kann man also sicher mal wieder in die Rubrik Panikmache einsortieren. Dafür spricht natürlich auch der Verweis auf die Belastung des… Weiterlesen »

Rogg
20 Tage zuvor

Was für ein Heisluftgebläse…anstatt aufzuklären will er ein weiter so…Tausende Opfer im Krieg gegen Drogen bzw. deren Nutzer mit entsprechenden Kollateralschäden….Knast, Entmündigung, Vergewaltigung durch den Staat, Vernichtung eines aufgebauten Lebens, etc….wo soll man da aufhören. Bullerei, SA und Richter sind wie wild gewordene Hunde die jeden denen der Staat den Krieg erklärt hat, versuchen zu vernichten…wie in einem guten Rechtsstaat üblich….Ironie aus. Durch einen Knastschaden bin ich inzwischen in Behandlung, da Arbeitsunfähig. Guuute Arbeit SA und Co….sehr effektiv…!!! Dieses abartige Kriegführen und Opfer produzieren kann ja kaum Sinn der Sache sein…das Perverse an der Sache ist ja, dass wir vernichtet werden weil wir nicht gehorchen…nicht weil wir Schaden anrichten…!!! Doch das ist den Hunden egal….toller Rechtsstaat…würg. Bleibt in Deckung wenn… Weiterlesen »

Ramon Dark
20 Tage zuvor

Was Hohletschek und Konsorten gerne übersehen ist auch, dass das inzwischen nicht mehr flächendeckende Gesundheitssystem in erster Linie durch die jahrelange vorrangige Ausrichtung auf Profitstreben statt Beschäftigten- und Patientenwohl belastet wird. Und diese Ausrichtung ist nicht nur fahrlässig, sondern vorsätzlich. Nebenwirkungen von gewinnträchtigen Pharmazeutika, Schliessungen von Kliniken und Notfallstationen, Personalabbau usw. haben schon viele Krankheiten und Todesopfer verursacht. Aber darüber gibt es natürlich keine amtlichen zusammengefassten Statistiken. Bei Erwähnung des erhöhten Cannabiskonsums in bereits legalsisierten Staaten vergisst Hohletschek auch geflissentlich, dass dort deswegen der wesentlich schädlichere Alkoholkonsum zurückgegangen ist (Hanfjournal berichtete vor geraumer Zeit darüber). Cannabislegalisierung trägt also nachweislich zur Entlastung des Gesundheitssystems bei.

haschberg
19 Tage zuvor

Richtig, Damon Dark!
Durch eine Legalisierung von Cannabisprodukten sinkt nicht nur die Zahl der schweren Trinker, sie vermindert auch die überaus gefährliche Fenthanylabhängigkeit.
Es wäre also ausgesprochen fahrlässig, erst gar nicht zu legalisieren und all diese Leute einfach ihrem elenden Schicksal zu überlassen.
Unser “Gesundheitskollege” aus Hinterbayern sollte sich mal mit diesen Zusammenhängen beschäftigen, dann bräuchte er nicht so dummes Zeug über Cannabis daherlabern, das im Gegensatz zu seinem scheußlichen Alkohol nicht mal Todesfälle erzeugt.
Wenn man natürlich nicht über seinen armseligen Horizont eines Trinkers hinauswachsen kann, wird man weiterhin im ewigen Dunkel dieser Welt verharren und den Teufel in Gestalt irgendwelcher Kirchenfürsten anbeten.

Fred
19 Tage zuvor

Nicht nur der Alkoholkonsum lässt nach. Auch vor einem Burnout kann gutes Gras schützen. Denn der ” Festplatte ” mal ein wenig Ruhe zu verordnen, kann wahre Wunder bewirken.

Rogg
19 Tage zuvor

Was mich bei der Argumentation des Herrn H. so irritiert, ist die Ambition die Deutschen vor finanziellen Schaden zu bewahren. Wenn es dieser verlogene Heuchler ernst meinen würde, dann würde er sich für das Verbot von Alk und Nikotin einsetzen…200.000 Tote durch des Bayern Lieblingsgifte…!! Wo bleibt denn da die Einsicht, dass die Milliarden Schäden für die Kassen durch Alk und co tägliche Realität sind…!! Wieso versucht er nicht da, Schaden für die Kassen, Gesellschaft und Gesundheit einzudämmen…?? Nein, im Auftrag des geistigen, bayerischen Dünnschisses und seiner Lobbyisten schlägt er auf staatlich produzierte Opfer ein. Diese besch…. Heuchler vom rechten, pseudochristlichen Rand, kotzen mich nur noch an. Hätte ich jetzt was zu rauchen, wäre ich sicher entspannter. Wird Zeit das… Weiterlesen »

Substi
6 Tage zuvor

Ich sehe die Alkoholleichen draußen zum Büdchen taumeln, übrall sitzen Raucher und stinken wie selbstverständlich alles zu….usw! Und der will mir allen ernstes was über die Volksgesundheit erzählen? Cannabiskonsumenten sind da irgendwie ein anderer Schlag! Wenn die sprüherei der künstlichen Cannabinoiede aufhört, gehen sogar die Gefährderzahlen zurück! Warum wollen studierte Politiker diesen Fakt nicht begreifen? Die denen es dann erlaubt ist zu konsumieren haben weniger den Hang zur Übertreibung! Da wird Abens dann die Bo ausgepackt oder einer gerollt, wie nicht kriminelle ihr Feierabendbier trinken! Was ist da so schlimm drann!? Die Dosis macht in dem Fall das Gift!

David
4 Tage zuvor

Also den Anstieg gab es ja bereits unter dem Verbot. Also müsste Herr Holetschek eher erklären wie er den noch ein Verbot rechtfertigen kann. Den offensichtlich wirkt es nicht. Ansonsten wird das Gesundheitssystem sicherlich nicht von ca. 631 fälle pro Jahr? belastet. Man bedenke nur mal das derzeit ca. 3-4 Millarden Euro pro Jahr für das verbot ausgegeben wird. Das sind derzeitige kosten für Polizei und Rechtsanwalt und den ganzen Bürokratischen aufwand. Eine legalisierung würde nicht nur diese einsparung von 3-4 Millarden ermöglichen, dass man dann auch gerne im Gesundheitswesen investieren kann. Nein, man würde ja sogar noch Steuern einnehmen vom Cannabis verkauf. Und wie Statistken aus den USA zeigen sind bisher alle weiteren Steuereinnahmen höher als die Gesundheitskosten. Und… Weiterlesen »