Sonntag, 25. September 2022

Prozess gegen Cannabisärztin

Foto:Su/Archiv

In Nürnberg beginnt ein Prozess gegen eine Cannabisärztin. Sie soll Patienten ohne Überprüfung Cannabis auf Privatrezept verschrieben haben.

Die 59-jährige Ärztin muss sich, laut RTL, seit Mittwoch vor dem Landgericht in Nürnberg dem Prozess stellen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, Cannabis in 89 Fällen verschrieben zu haben, ohne dabei andere Behandlungsmethoden ausgeschöpft zu haben. Ebenfalls wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor, rechtswidrige Atteste über die Fahrtauglichkeit der Patienten ausgestellt zu haben. Dazu wirft ihr die Staatsanwaltschaft vor, die Patienten nicht über die Risiken der Cannabistherapie aufgeklärt zu haben. Des Weiteren soll die Ärztin nicht überprüft haben, ob die Therapie bei den Patienten erfolgreich war. 

Die Angeklagte Ärztin betreibt eine homöopathische Privatpraxis. 

Nun muss sich die Ärztin vor dem bayerischen Gericht verantworten. Bei einer Verordnung von medizinischem Cannabis ist es essentiell, dass die Patienten adäquat betreut werden. Dabei bedarf es regelmäßiger Check-Ups sowie Offenheit gegenüber dem Patienten. Eine Massenabfertigung ist hierbei selbstverständlich fahrlässig. Ebenfalls bedarf das Ausstellen von Attesten über die Fahrtauglichkeit einer exakten Prüfung. 

Sie ist dabei nicht die erste Ärztin, die in Bayern deshalb angeklagt wird.

Ein Beitrag von Simon Hanf

3 Antworten auf „Prozess gegen Cannabisärztin

  1. Heisenberg

    Bei einer Legalisierung wäre eine Überprüfung und Überwachung,wie vom Arzt verlangt wird,weder nötig,noch erforderlich.So eine Ärztin müßte es vielfach geben.Die kriegt jedenfalls erst mal was über gebraten.

  2. buri_see_kaeo

    Cannabisärztin   …sollte von HaJo nicht eigenmächtig (steht nicht im verlinkten Beitrag) verwendet werden, es ist eine Vorverurteilung, sowas bitte den Prohibitionisten überlassen.
    Meine Mutter (82) hatte vor kurzem ein Synthese-Opiat gegen starke Bandscheiben-Schmerzen bekommen, von ihrem Hausarzt, nicht vom Morphin-Derivate-Doktor;
    es war auch nicht der Katzen-Valium-Doktor, der ein entsprechendes Medikament verordnet hatte, als unsere Katze wegen ihrer Gefrässigkeit (und entspr. Gewichtszunahme) einen Bandscheibenvorfall hatte, sondern ein Veterinär-Mediziner.
    mfG  fE

  3. Ramon Dark

    Was das vorherige Ausschöpfen anderer Behandlungsmethoden, die Beratung über Risiken und Nebenwirkungen sowie die Erfolgsüberprüfung der Cannabistherapie betrifft, das ist leider gesetzlich so geregelt. Da besteht natürlich akuter Änderungsbedarf. Schliesslich sind die gängigen Pschychopharmaka, Beruhigungs- und Schmerzmittel wesentlich nebenwirkungs- und risikobehafteter als Cannabis. Da gibts auch selten eine Beratung über die Risikofaktoren, meistens wird es einfach verordnet und viele lassen sich dann aus Unkenntnis oder Verweiflung darauf ein. Und eine Erfolgsüberprüfung findet dabei ohne patientische Rückmeldung auch nicht statt. Das wäre eigentlich dann ein angemessenes Betätigungsfeld für die Staatsanwaltschaft.

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