Sonntag, 1. Mai 2022

Peru will illegale Kokainernte aufkaufen

Die Maßnahme soll beim Kampf gegen den illegalen Handel helfen.

Peru Kokain
Aus legaler Produktion? Bild: Creative Commons.

Peru hat seit langem mit dem weißen Pulver zu kämpfen. Das Land an der Westküste Südamerikas hat zwar nicht, wie die Nachbarländer Kolumbien und Bolivien, den Ruf eine massive Kokain-Wirtschaft zu pflegen. Es ist aber dennoch der drittgrößte Kokain-Produzent der Welt – hinter eben diesen beiden Ländern. Hier werden jährlich etwa 160,000 Tonnen Kokablätter verarbeitet, die Pflanzen nehmen rund 62,000 Hektar Land ein. Der Twist: Der Besitz von bis zu zwei Gramm Kokain ist in Peru legal, auch der Anbau ist erlaubt. Doch die Droge zu legalisieren, hat die Probleme mit dem Drogenhandel nicht wirklich beseitigt.

Denn der Verkauf von Kokain nur an die staatliche Koka-Firma ENACO erlaubt – was im Grunde keine schlechte Idee ist. Hier werden jährlich satte 2,500 Tonnen Kokablätter gekauft. Das ist allerdings, gemessen an den 160,000 Tonnen, die jährlich in Peru kultiviert werden, ein Tropfen auf dem heißen Stein: Ganze 95% der Koka-Produktion geschieht noch immer auf unkontrollierten, illegalen Plantagen. So werden jedes Jahr etwa 400 Tonnen (!) Kokain illegal hergestellt und verkauft.

Die Regierung muss sich also neue Wege einfallen lassen, um die verbleibenden Bauern mit ins legale Boot zu holen. Neben den 95,000 legalen Produzenten soll es noch geschätzte 400,000 nicht registrierte geben – deren Bestände sollen nun aufgekauft werden. „The message from the government is that it is legalizing coca leaf and it will buy illegal coca leaf. The message is grow coca, and that’s very dangerous because we are talking about a primary material used in drug trafficking,“ so der ehemalige Innenminister Ruben Vargas.

Vielleicht liegt das Problem aber auch an der letztendlichen Verarbeitung: Aus dem legalen Koka-Blättern werden Süßigkeiten, Mehl, Kaugummi und andere Nahrungsmittel hergestellt. Diese haben natürlich oft eine aufputschende Wirkung – besonders der Kaugummi und das Kauen der Blätter sind uralte Traditionen in der Gegend um Peru. Allerdings ist die Nachfrage nach Kaugummis und Koka-Aufgüssen international nicht so hoch (und so profitabel) wie die nach Kokain.

Paradoxerweise ist Cannabis in Peru nur entkriminalisiert; die Problematik mit dem Cannabishandel und -Konsum scheinen hier weniger Druck auf eine Legalisierung auszuüben.

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8 Kommentare
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Rainer
Rainer
24 Tage zuvor

Mit Kokain kenne ich mich nicht aus.Kokablätter scheinen aber harmloser zu sein,wenn ich richtig informiert bin.Meines Wissens ist Kokain äußerst schädlich,und bei Dauerkonsum wohl auch tödlich.Herz kaputt oder sowas.

Ramon Dark
Ramon Dark
24 Tage zuvor

Evo Morales, ehemaliger indigener Präsident von Bolivien hat schon den hervorragenden medizinischen Nutzen des regelmässigen Kokablattkauens erwähnt. So soll es u.a. auch Karies verhüten. Das aus Kokablättern isolierte Kokain hat natürlich gerade bei häufigem Konsum ein grösseres Gefahrenpotenzial (z.B. starke körperliche Abhängigkeit, schwere Gehirnschäden, Bluthochdruckneigung mit erhöhter Wahrscheinlichkeit von Schlaganfall und Herzinfarkt, psychische Probleme in Verbindung mit Steigerung der Gewaltbereitschaft usw.). Die Hauptabsatzmärkte der weltweit illegalisierten Drogen befinden sich jedoch hauptsächlich in den Prohibitionsländern selbst. Daher wäre bei allen Drogen endlich eine internationale Abschaffung der Prohibition und eine überwachte Legalisierung der Handelswege in Verbindung mit Qualitätskontrollen nötig.

Kevin Cieślak
Kevin Cieślak
24 Tage zuvor

Also an sich ist auch an dem kokablatt nichts verwerfliches, es befindet sich ab und zu sogar in Getränken hier in Deutschland (ne Zeit lang sogar im Red Bull Cola). Schlimmer ist er die synthetische Form davon, also das Kokain, welches mittels chemischem Prozess wie Alkohol hergestellt wird, wobei bei Alkohol die Destillation zum Einsatz kommt, beim kokablatt wird erst die Paste hergestellt mit Benzin, vorzugsweise Kerosin, Zement, und damit das ganze nicht am Boden festklebt, Schwefelsulfat. Anschließend kommt die Kokapaste an das örtliche Kartell zur kristallisierung, bevor es dann mit einem ungefähren Marktwert von 3,5€ pro Gramm in Venezuela sich befindet. Von da aus fängt die Kriminalität erst richtig an, die Schiffsleute werden bestochen, ggfs Behörden in Spanien, und… Weiterlesen »

QiSan
QiSan
23 Tage zuvor

Man kann von tausenden von Dingen abhängig werden:
Anerkennung, Zucker, Alkohol, Sex, Pornos, Partnerschaft, Propaganda, Computerspiele usw. …

Eine generelle Legalisierung von Coca und deren Extrakte (Kokain) wäre ein schwerer Schlag gegen den Pharmakomplex. Ganze Heerscharen von synthetischen Opiaten würden durch ein sehr viel wirksameren natürlichen Wirkstoff ersetzt werden. Bei Nervenschmerzen wirkt Kokain sehr viel besser als Opiate (Pures Gift für Körper und Seele) und überdies wirkt es z.B. antibakteriell und entzündungshemmend.

Die Dosis und die Gewöhnung (Stütz-Hilfsprogramm) macht das Gift!

Namaste

Zuletzt bearbeitet 23 Tage zuvor von QiSan
Haschberg
Haschberg
23 Tage zuvor

Sicherlich keine schlechte Idee des peruanischen Staates. Es ist eine ganz neue Art mit Drogen umzugehen.
Das gleiche könnte unser Staat schon seit Jahren mit beschlagnahmtem Cannabis machen und es, anstatt sinnlos zu vernichten, nach einer toxikologischen Untersuchung wenigstens als wertvolle Medizin für Hanfkonsumenten zur Verfügung stellen.

Otto Normal
Otto Normal
23 Tage zuvor

„Doch die Droge zu legalisieren, hat die Probleme mit dem Drogenhandel nicht wirklich beseitigt.“ Das zeigt das es keine echte Legalisierung gegeben hat. Ganz einfach. Gibt es einen Schwarzmarkt für Bier? Nein! Für Tabak? Nein! Warum also für andere Drogen? Der ganze Eiertanz zeigt das unfähige und unwillige Leute an der Sache dran sind, wahrscheinlich auch hochkorrupte. Die machen dann eine Fakelegalsierung und wundern sich das der Schwarzmarkt bleibt. Ich sage den Arschlöchern von Prohibitionisten mal folgendes: Solange Ihr am Werk seid wird es einen Schwarzmarkt geben, denn dieser hat uns bisher den Arsch gerettet und Euch in denselbigen hochkorrupten und peckigen getreten! Diesen Schwarzmakrt kriegt Ihr erst weg wenn eine echte Legalisierung stattfindet. Der Schwarzmarkt ist immer ein Ausdruck… Weiterlesen »

Rainer Dietrich
Rainer Dietrich
23 Tage zuvor

Crack ist angeblich noch 50 Mal schlimmer als coke. „cocaine is a hell of a drug“ Rick James.
Von Koks bekommt man eine Boxer Nase weil die Schleimhaut und Knorpel verschwinden.
In Österreich sagt man auf Kokain fliegst du einen Tag und zwei Tage stürzt du ab.
Ich habs paar Mal probiert. Reines vom Stein das nach Benzin riecht ist schon steil, aber darauf folgt immer der Absturz, Kopf und Gliederschmerzen.
Das Zeug auf der Straße ist meist mit Rattengift versetzt.
Da grow ich lieber die Kilos

Rainer Dietrich
Rainer Dietrich
23 Tage zuvor

In Tschechien sind alle Substanzen zum eigenkonsum entkriminalisiert Heroin crack Meth kurac in Arsch alles legal

Zuletzt bearbeitet 23 Tage zuvor von Rainer Dietrich