Freitag, 22. April 2022

Münchener Polizei: Kiffen, Koks und Hitlergruß

Die Vorwürfe gegen die Münchener Polizei werden immer häufiger und lauter.

Münchener Polizei
Bild: Markus Spiske / Creative Commons.

Die Münchener Polizei zeigt sich derzeit von ihrer besten Seite: Am vergangenen Mittwoch wurde ein Ex-Polizist zu 4200 Euro verurteilt, die Vorwürfe sind gravierend. Unter anderem soll der Mann einen Gefangenen gefesselt und die Bilder anschließend verschickt haben; ein Hitlergruß im Biergarten sowie Drogenbesitz und -Erwerb waren ebenfalls unter den Vorwürfen.

Der Prozess ist Teil eines andauernden Skandals innerhalb der Münchener Polizei – nachdem 2018 ein Drogendealer bei einem Autounfall erwischt wurde, verriet dieser unzählige Personen, die Teil seines Geschäfts waren. Der Mann nannte unter anderem eine Reihe von Polizisten; im Zuge dessen wurde bei der Polizei enormer Amtsmissbrauch festgestellt. Ebenso scheinen Drogenhandel, -Besitz, und -Konsum weit verbreitet. Auch Bestechlichkeit und Rassismus schien an der Tagesordnung. In Chatgruppen wurden Gewaltfantasien und rassistische Aussagen getätigt. Insgesamt 235 Delikte wurden bisher durch eine Sonderkommission ermittelt.

Im Falle des jetzt verurteilten Ex-Polizisten kommen leider Kiffer nicht gut weg – denn nicht jeder Kiffer verhält sich eben so, wie der Polizist, der in Chatgruppen von „Buffi-Buffi“ sprach, wenn man sich zum Kiffen verabredete. Auch wenig einfallsreich waren die ‚Codewörter‘ für Kokain: „Miami“ oder „K“. Umso verwunderlicher, dass die Strafe für den jetzigen Fitnesstrainer so milde ausfällt: Fasst man die Straftaten zusammen und behält dabei den gängigen Umgang Bayern’s mit Drogen im Hinterkopf, scheint 4200 Euro eine sehr milde Strafe. Der Mann bedauerte derweil zutiefst die Entwicklung hin zum drogenkonsumierenden Polizisten, der im Biergarten mit Hitlergruß zu sehen war und Bilder eines Gefangenen in Unterwäsche an Freunde schickte.

Das Gericht beteuerte, dass gerade der Beruf des Mannes die Taten zusätzlich in einem schlechten Licht darstellen lässt: „Gerade als Polizist hat man hier die erhöhten Pflichten,“ unter anderem die „Verhinderung, dass rassistische Gesinnungen in der Bundesrepublik wieder aufflammen können.“ Für die Münchener Polizei ist der Prozess ein herber Skandal, der wohl kaum ohne das Wissen vieler auch hochrangiger Polizisten hätte existieren können.

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Bow
Bow
28 Tage zuvor

Das Gericht betonte. Es „beteuerte“ nicht. Das wurde ja nicht angezweifelt.

Rainer
Rainer
28 Tage zuvor

Von einem Dealer in Uniform kann man bedenkenlos kaufen.Da vertraut man.

Ramon Dark
Ramon Dark
28 Tage zuvor

Da wird er wohl für Konsum und Geschäftchen heimlich die Asservatenkammer geplündert haben. Ohne Hitlergruss und reuevollen Krokodilstränen wäre die Strafe sicher höher ausgefallen. Ausserdem hätte er ja bei einer höheren Strafe vielleicht auf die Idee kommen können über die braunen Netzwerke in Polizei und Justiz auszupacken. Das ist behördlkicherseits natürlich unerwünscht. So wars offiziell wieder mal einer der unzähligen „Einzeltäter“, die angeblich nichts miteinander zu tun haben. Koks stand schon bei den Altnazis im 3.Reich hoch im Kurs. Der heutige Nachwuchs geht eben mit der Zeit und geniesst gelegentlich auch andere Sachen.

Substi
15 Tage zuvor

So sind’se die bayrischen Schutz(*sic)männer und -frauen! Faschisten die auch nur den Staat stürzen wollen! Wie viele wohl anstatt vor den Leerdenker stehen und lieber bei ihnen stehen würde!? Aber nicht alle Polizisten sind so….gibt auch nettere…