Freitag, 11. März 2022

Studie: Kontinuierlicher Cannabiskonsum macht erfolglos

Wer vor 30 mit dem Kiffen aufhört, bleibt ebenso erfolgreich wie Abstinenzler.

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Die meisten Studien beginnen unschuldig, so auch diese: Eigentlich wollte der Professor Emeritus Jake Najman (University of Queensland) nur herausfinden, wie sich der kontinuierliche Konsum von Amphetaminen und Cannabis auf die Zukunft von Jugendlichen auswirkt. Die Studie untersuche hierfür mehr als 10,000 Probanden, ob die Jugendlichen nur Cannabis oder Amphetamin, oder beides zusammen nahmen, spielte hier keine Rolle – es sollte ja verglichen werden, wie sie sich im Laufe der Jahre entwickelten.

Dafür musste Najman auch definieren, was er unter einem erfolgreichen Leben verstehe. Dafür blieb der Forscher bei neun recht bodenständigen Faktoren: Bildung, soziale Sicherheit, familiäres Einkommen, Qualität und Quantität intimer Beziehungen, derzeitiger Beziehungsstatus, Eigenheimstatus, Glückseligkeit („Happiness“) und generelle Zufriedenheit mit dem eigenen Leben. Andere Langzeitstudien hatten bisher eher auf spezifische Gesundheits- oder soziale Faktoren geachtet, etwa Psyche oder Kriminalität. Bei diesen Studien kritisierte Najman die bleibenden Fragen über die Auswirkung des Drogenkonsums auf das generelle Leben. Eine genaue Gewichtung findet sich in der Studie.

Die Ergebnisse sind spannend: Beobachtet wurden Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren, zu diesem Zeitpunkt hatten etwa zwanzig Prozent auffallend negative Verhaltensmuster im Bezug auf ihren Cannabiskonsum. Die Jugendlichen wurden zu Beginn und dann erneut mit 21 und 30 Jahren untersucht. Bei den Amphetaminen waren dies nur vier Prozent. Verabschiedeten sich die Jugendlichen vor dem 30. Lebensjahr von den Drogen, so waren sie ebenso erfolgreich wie die Vergleichsgruppe, welche nie Cannabis oder Amphetamine konsumierten. Blieben sie aber dabei, konnte man einen deutlichen Rückgang des Erfolgs beobachten.

Damit scheint ein Zusammenhang geschaffen von kontinuierlichem Drogenkonsum von der Jugend bis ins Erwachsenenalter. Ein Zusammenhang, der ins Negative ausschlägt. Als Kennzeichen eines problematischen Umgangs mit Drogen wurden vor allem antisoziales Verhalten und vermehrte Probleme mit der Justiz genannt, neben Schulproblemen und aggressivem Verhalten.

Bevor man nun schnell zum Schluss kommt, Professor Najman möchte Kiffer verteufeln, muss man sich vor Augen führen, welche Schlüsse dieser aus den Ergebnissen zieht: Es geht nämlich genau um die schwierigen Jugendlichen, deren offensichtlicher Drogenkonsum ihrem späterem Leben im Weg stehen könnte: diesen Jugendlichen soll geholfen werden können. Die Studie zeigt direkte Verbindungen um hierfür ein Bewusstsein zu schaffen.

11 Antworten auf „Studie: Kontinuierlicher Cannabiskonsum macht erfolglos

  1. Freund von einem Ü30

    Ein Freund hat mit dem kiffen (vaporisieren) angefangen und erst dann ging es aufwärts. Er hat einen besseren Job ( 100% Gehaltssteigerung) gefunden, hat neue interessantere Hobbys für sich entdeckt, kam vom Alkohol los und trauert den peinlichen Abstützen kein Deut nach. Er vaporisiert nicht viel und lebt keinen Cannabis-lifestyle. Er schätzt einfach nur diese Pflanze und seine Wirkung sehr. Wenn er Lust hat setzt er sich vielleicht heute nach Feierabend in die Sonne und vaporisiert ein wenig. Viele Grüße an einen Freund der älter als 30 ist.

  2. Haschberg

    Ich habe Folgendes festgetellt: Leute die schon seit Jahrzehnten aus Überzeugung Alkohol trinken (und nicht kiffen), haben ihre einseitige und egoistische Denkweise über diesen sehr langen Zeitraum beibehalten und mit Umweltschutz recht wenig bis gar nichts am Hut.
    Ihnen kommt es eigentlich nur darauf an, in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen, viel Wohlstand anzuhäufen, zum Schnäppchen-Benzinpreis durchs Land zu rasen und so billig wie möglich in der Welt herumzufliegen.
    Umweltbewußtsein: absolute Fehlanzeige!
    Solche Wohlstandsegoisten kann ich nur noch als hirnlose Schnäppchenterroristen bezeichnen.
    Diese konsumbesessene Art von Menschen werden von unserem Staat geradezu geliebt, während man die eher genügsamen Kiffer lieber heute als morgen irgendwo auf der Repressionsschiene zermürben möchte.
    Fazit: je mehr Kiffer, desto mehr umweltbewußte Bürger. Natürlich gibt es auch hierbei Ausnahmen.

  3. Pedro Kann

    Solange Konsumenten bestimnter Drogen sozialen Stigmata unterliegen, werden sie auch in ihrer Lebensgestaltung eingeschränkt.
    Die Effekte den konsumiert ein Substanzen unter zu schieben, ist typisch für eine Wissenschaft unter Scheuklappen.
    Dass das Design, die Sprache und die Auswahl der Probanden die Ergebnisse einer Studie meist stärker bestimmen, als die Fakten, kommt den Eierköpfen sehr zupass.
    So darf jede/r jede unqualifizierte Fantasie als wissenschaftliche Erkenntnis kommunizieren.
    Wen interessiert das schon?

  4. Chuwawa

    Wenn also der überwiegende Teil der Menschheit als erfolglos bezeichnet werden kann, wäre es doch im Umkehrschluss umso wichtiger dann den Zugang zu Cannabis nicht mehr zu verwehren. Ansonsten wird durch Unzufriedenheit und gesellschaftliche Aggressionsschübe (Christal Meth) der soziale Friede gefährdet. Oder sehe ich das falsch? Denn erst dann macht Erfolglosigkeit ja auch zufriedener, also genügsamer, was ökologisch Sinn macht. Freiheit, Recht auf Faulsein sowie die Kunst Zufriedenheit durch Ineffizienz zu feiern eingebettet in einer lebenswerteren Zukunft sollte doch das primäre Ziel der Zeit sein.

  5. Rainer

    So wie Raucher von Zigaretten ihren als normal angesehenen Konsum in ihr Leben „einbauen“,so in etwa läßt sich auch der Cannabiskonsum in das Leben integrieren.Ich kann nicht behaupten,daß mein Lebenerfolglos war,trotz staatlich geraubten Führerschein.

  6. Johann

    Vielleicht sind diejenigen die kiffen nicht erfolglos, sondern haben einfach keine Lust an diesem Rattenrennen teilzunehmen. Kapitalismus ist doch nur für die oberen gut. Die Mittelschicht, und alles was darunter kommt wird doch als Lohnsklaven ausgebeutet.

    Da arbeitet ein Pärchen ein Leben lang, nur um am Ende ihr kleines Häuschen abzubezahlen. Danach sterben sie.

    Was für ein kack leben.

  7. Dr. Voss, M A.

    ?!? Die drei erfolgreichsten englischen, amerikanischen und australischen Milliardäre ( zwei davon fliegen ins Weltall) sind bekennende Cannabis-Befürworter. Hat der Prof. die auch befragt ? – Wie würde denn das Leben des Professors von diesen dreien beurteilt ??

  8. Rainer

    Ein Komponist namens Wagner konnte ohne Indika laut eigener Aussage nicht komponiren.(Hochzeitsmarsch)

  9. Anonymous

    Dasselbe kann man auch und wie immer bei der Volksdroge Alkohol behaupten, das vergessen diese Studien nur zu gerne !!!

  10. Ramon Dark

    Mein ursprünglicher Kommentar zur Studie ist wohl wegen zu viel und derber Kapitalismus-und Hochleistungsgesellschaftskritik samt berechtigter Elon Musk-Schmähung zensiert und gelöscht worden. Jetzt nochmal punktuell kurz zu Zweifeln an den Prämissen der Studie:: a)Erfolg = jahrzehntelang ackern für einen Hungerlohn bis Wrackdasein und Altersarmut? b)Antisoziales Verhalten = in der Karriereleiter ellenbogenmässig auf Kosten Anderer nach oben boxen, soll das Erfolg sein? c)Juristische Probleme sind nur Folge der Prohibition, falls sie nicht durch d) verursacht wurden d)Aggresives Verhalten nur bei harten Drogen inkl. Alkohol bzw. in Kombination von Hanf mit diesen. e)Ruinierung des Lebens bei kontinuierlichem Übermass bei allen, aber hauptsächlich bei harten Drogen inkl. Alk ist doch schon lange bekannt. f)Quantität/Qualität vonBeziehungen? Alleinsein, 2er-, 3er-, sonsige Beziehungen, welche Wertvorstellungen fliessen da eventuell stigmatisierend in die Bewertungen? g)Wie definiert sich Glückseligkeit angesichts der derzeitigen sich immer mehr beschleunigenden globalen Apokalypse h) Elon Musk und seine dabei mitrverantwortlichen superreichen Kumpels wollen die Menschheit im Stich lassen und auf den Mars flüchten(viel Spass, dort gibts wenigstens keine dicke Luft). i)Die Probleme der „schwierigen Jugendlichen“ entstehen untrennbar verbunden mit den gesellschaftlichen Umständen und Perspektiven, das fehlt in den Grundlagen der Studie.

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