Dienstag, 8. März 2022

Cannabis macht Blutkörperchen breit

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Bild: Archiv

Cannabis macht Blutkörperchen breit. Nach dem Konsum von Cannabis schwellen die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) an. Dies kann das Thrombose-Risiko erhöhen. 

Daniel Flormann und Kollegen haben die Auswirkungen von THC auf die Erythrozyten untersucht.

Dabei wurden die  Probanden in zwei Gruppen geteilt. Die erste Gruppe bestand aus Nicht-Konsumenten die zweite aus Cannabiskonsumenten.

Die Forschenden der Universität des Saarlandes in Saarbrücken haben nachgewiesen, dass Cannabiskonsum, besonders bei Menschen die 2-3 Gramm am Tag konsumieren, zu einer kurzzeitigen Anschwellung der Erythrozyten führt. 

„Bei der Breite der roten Blutkörperchen war ein signifikanter Unterschied zwischen den Marihuana-Rauchern und den Nichtrauchern zu sehen“, berichten Flormann und seine Kollegen.

Was passiert in den Zellen? THC bindet an einen Ionenkanal namens TRPV2. Dieser Ionenkanal steht durch die Bindung mit THC offen und so strömt Natrium in die Zelle.

Die Natriumkonzentration in der Zelle ist somit höher als außerhalb der Zelle. Unser Körper möchte das Ungleichgewicht in der Zelle ausgleichen und lässt mehr Wasser in die Zelle fließen. Somit wird das Volumen der Zelle erhöht. Dies führt zu der Anschwellung der Blutkörperchen. 

Die Erythrozyten waren für circa eine Stunde nach dem Konsum geschwollen. Anschließend nahmen sie wieder ihre normale größe an. In dieser Zeitspanne sei das Thrombose-Risiko erhöht: „Dadurch, dass zum einen die Blutzellen größer und runder sind, bleiben sie in kleinen Kapillaren eher stecken. Zudem verengen sich beim Rauchen von Cannabis die Gefäße, was das Risiko für Mikro-Thrombosen ebenfalls erhöht.“, erklärt Seniorautor Lars Kaestner.

Welche konkrete Gefahr das für die Gesundheit darstellt, muss in weiteren Studien untersucht werden. Mit welchen Medikamenten Cannabis Wechselwirkung hat, wurde schon untersucht.

Ein Beitrag von Simon Hanf

12 Antworten auf „Cannabis macht Blutkörperchen breit

  1. Bonepeeler

    Vielmehr interessiert mich ob sie dadurch auch mehr Eisen und somit auch mehr Sauerstoff aufnehmen /transportieren können?! Sauerstoff bindet sich am Eisen der Erythrozyten…

  2. Simon Hanf

    Hallo Bonepeeler,

    Für den Sauerstofftransport ist Hämoglobin (Hb) verantwortlich. An ein Hämoglobinmolekül binden vier Fe2+ Moleküle (Eisen). Die Hb-Konzentration sinkt bei einer Vergrößerung der Erythrozyten.
    Es kommt zu einer Linksverschiebung der Price-Jones-Kurve.
    Dementsprechend sinkt die Sauerstoffkonzentration im Blut. Das wird dann als Anämie bezeichnet.

    Um deine Frage abschließend zu beantworten; vergrößerte Erythrozyten binden nicht mehr Hb und die gesamte Sauerstoffversorgung ist schlechter.

    Viele Grüße
    Simon Hanf

    https://flexikon-mobile.doccheck.com/de/Erythrozyt#:~:text=Die%20Zellen%20haben%20eine%20bikonkave,Retikulum%20noch%20Ribosomen%20oder%20Mitochondrien

  3. Haschberg

    Andererseits wurde aber auch festgestellt, dass durch den Konsum von Cannabis die Arterien erweitert werden, was ja eigentlich die Trombosegefahr widerum vermindern sollte.
    Wie sieht die Sache für Leute aus, die ausschließlich oral konsumieren und nur maximal 1 Gramm täglich verbrauchen?
    Das sollte vielleicht auch mal untersucht werden.

  4. UngeimpftUndFrei

    Bei den vielen gesundheitlichen Risiken die von diesem extrem gefährlichen, jedoch völlig ungiftigen Pflanze ausgehen, wie Psychosen, Herzrythmusstörungen, jetzt ganz neuerdings fette Blutkörperchen zu einem Vielfachen ihrer Originalgröße aufgequollen und völlig deformiert, die dann Trombosen erzeugen, wundere ich mich immer wieder erneut darüber, daß ich nach 40 Jährigem Konsum dieses „Rauschgiftes“ noch am Leben bin.

    Ich habe auch noch nicht feststellen können das der Anteil an Psychopaten in der Bevölkerung drastisch angestiegen wäre. Der Anteil an Psychopathen in der Politik dagegen schon. Aber da wird doch kaum gekifft, sondern eher gesoffen und gekokst.
    Verstehe ich nicht.

  5. gein

    Ein interessanter Artikel endlich mal! Aber wie ist das gemeint mit „3 g am Tag kurzzeitig anschwellen ?“ Geht ja nur kurz oder lang und der Tag ist lang.

  6. Rainer

    Hodenkrebs,Schlaganfall und was in letzter Zeit noch alles.Ich glaube es muß noch viel strenger verboten werden,um uns zu schützen.jetzt weiß ich warum Cannabis nicht harmlos ist.Bloß nicht legalisieren.Das hätten wir auch eher feststellen könnenDeshalb kenne ich so viele Haschraucher,die eines traurigen Haschtodes gestorben sind.

  7. Simon Hanf

    @Hashberg
    Die Vergrößerung der Erythrozyten ist abhängig von der Menge. Es ist davon auszugehen, dass je mehr konsumiert wird, desto höher ist die Anschwellung.

    Das Rauchen wirkt vasokontriktiv, diverse Cannabinoide vasodilatativ.
    Dahingehend muss mehr geforscht werden und diese Studie hat jetzt erstmal eine Grundlage für weitere Forschungen gebildet.

    @gein
    In der Studie wurde festgestellt, dass die Erythrozyten anscheinend empfindlicher bei Dauerkonsumenten reagieren als bei Menschen die weniger bzw. gar nicht konsumieren.

    @LoboBobo
    THC bindet weiterhin an den TRPV2-Rezeptor allerdings wird die vasokontriktive Wirkung durch die Schadstoffe im Rauch reduziert.
    Die Erythrozyten bleiben „breit“ die Aterien verengen sich aber nicht so stark.

  8. Johann

    Ich glaub eher, Cannabis macht Blutkörperchen breit Ihr wisst was ich meine.

    .-)

  9. Ramon Dark

    Wenn die Thrombosegefahr nur eine Stunde lang nach Konsum anhält muss es doch logischerweise für das tatsächliche Eintreten einer Thrombose durch oder mit Cannabiskonsum noch mindestens eine längerfristig anhaltende Hauptursache oder eine zeitgleich zum Konsum vorhandene Kombination mehrerer verschiedener Ursachen als Voraussetzung geben wie z.B. Gefässverengung durch Nikotin, Gefässablagerungen oder ähnliches. Da fehlt es wirklich an weiteren Studien um das angebliche Gefährdungspotenzial genauer zu lokalisieren. Würde mich auch mal interessieren, ob im Experiment Cannabismischungen mit Tabak verwendet wurden oder nicht, das dürfte ebenso einen Einfluss auf das Untersuchungsergebnis haben wie andere Einnahmeformen oder unterschiedliche Cannabinoidkombinationen verschiedener Sorten bzw. THC pur als Extrakt. Ausserdem wäre noch zu untersuchen, inwieweit die Proband*innen die gleichen persönlichen Voraussetzungen (z.B.Alter, gesundheitliche Vorbelastungen usw.) besitzen um das Ergebnis der Studie detailierter beurteilen zu können.

  10. Isabella

    Hier würden wir leider nur Männer untersucht, leider nicht repräsentativ wenn es nur sechs in die Zahl waren

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