Freitag, 25. Februar 2022

„Nicht wirtschaftlich“ – Leag beendet Hanfanbau

Der Konzern sieht vorerst keine Möglichkeit, Geld mit Hanfanbau zu machen

Nicht wirtschaftlich – Hanf auf Rekultivierungsflächen.

Der Energiekonzern Leag steigt aus dem Hanfgeschäft aus, es sei „nicht wirtschaftlich“. Bislang gebe es keine Möglichkeit Hanf im großen Maßstab so anzubauen, dass es sich wirtschaftlich lohnt, so begründet ein Sprecher des Konzerns den Ausstieg. Auf 25 Hektar hatte man Hanf angebaut – die ursprünglichen drei Hanf-Sorten wurden später um mehrere Arten erweitert. Die Idee war hierbei: Alte Kippenflächen von Tagebauen sollen umfunktioniert werden, um herauszufinden, ob sich der Anbau auf Rekultivierungsflächen lohnt. Das Projekt war also von Anfang an ein Probelauf.

Dennoch sind die Ergebnisse ernüchternd. Die Anbauflächen in Reichenwalde konnten nicht zu einer stablien Wertschöpfungskette aufgebaut werden. Genutzt wurde der Hanf etwa für die Herstellung von Hanföl im Spreewald oder von Hanf-Schokolade in Hornow. Dass zeigt, dass Hanf nur bedingt nicht wirschaftlich ist – es kommt eben auf die Art des Anbaus und die Wertschöpfungskette an.

Dennoch bleibt Leag optimistisch. Es wurden Erfahrungen gesammelt und Produkte auf dem Markt platziert, so das Unternehmen. „Bis veränderte Rahmenbedingungen oder neue Entwicklungen die Aufnahme wieder attraktiv und wirtschaftlich profitabel machen“ werde die Plantage aber jetzt auf Eis gelegt. Schade: Die Rekultivierung von ehemaligen Tagebauflächen durch Hanf scheint ein umweltfreundliches Projekt zu sein, allerdings ist profitabler Anbau anscheinend bisher nur unter industriellen Anbaubedingungen möglich.

3 Antworten auf „„Nicht wirtschaftlich“ – Leag beendet Hanfanbau

  1. Ramon Dark

    Wenn das Unternehmen davon spricht, dass „veränderte Rahmenbedingungen oder neue Entwicklungen“ den erneuten Anbau attrektiv und rentabel machen könnten so zielt das sicher auch auf das wachsende wirtschaftliche Potential nach einer Legalisierung ab. Allerdings gibt es doch schon Outdoor-Nutzhanfbauern, die sicherlich ein Geschäft damit zu machen scheinen, sonst würden sie es wohl nicht anbauen. Staatliche Subventionen und dadurch eine Ausweitung der ökologisch vielseitigen Nutzhanfeinsatzmöglichkeiten auch z.B. in der Industrie täten noch ein Übriges zur umweltfreundlichen Markterweiterung. Aber an wirklich nachhaltiger Ökologie existiert nur fassadenmässig ein grosses politisches Interesse, das beweist u.U. auch die neue EU-Taxonomie, bei der Kernkraft und fossiles Erdgas als „nachhaltig“ und damit auch als förderwürdig einestuft worden sind. Unsere Nachkommen dürfen sich dann bis zum Ende der Menschheit (kann beim jetzigen weltpolitischen Trend natürlich auch schnell gehen) mit den Massen an hochradioaktiven Giftstoffen herumschlagen und sich dabei noch mehr mit Überschwemmungen, Dürrekatastrophen usw. kämpfen. Bis jetzt haben die Olivgrünen vor lauter Krötenschluckerei und Anpassungen an den korrupt-kapitalistischen Politikbetrieb total versagt. Nicht mal gegen diese absurde, steuergeldverschwendende und umweltschädliche Taxonomie ist etwas unternommen worden.

  2. gein

    Ich war mit 6 Jahren mit der Klasse in Hornow Schokoladenmuseum: damals wurde uns gesagt der Ort wird für Braunkohle abgebaggert, steht aber anscheinend immer noch^^ . Der erste Aha Moment auf dieser Seite für mich.
    Zum Thema Schilff kann schon alles was man von Hanf möchte -Klimaschutz und wirtschaftlich sein.

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