Sonntag, 20. Februar 2022

Olpe: Plantage mit 893 Pflanzen – Prozess startet

Zwei Männer hatten die Olpener Rekordzahl in einer Halle gezüchtet.

Olpe, Plantage,
Foto: Su/Archiv

Es war eine Razzia am 31. August 2021, welche die beiden Männer in Untersuchungshaft brachte. Hier sitzen die beiden 26 bzw. 31 Jahre alten Männer seitdem. Ihnen wird vorgeworfen, eine Plantage mit 893 Cannabis-Pflanzen betrieben zu haben – eine Rekordsumme in Olpe.

Wer hier vorsätzliche kriminelle Machenschaften vermutet, dem scheint die Lebensgeschichte der beiden etwas anderes zu erählen: Die beiden Männer kamen aus Albanien nach nach Belgien um Arbeit zu finden. Hier waren sie zunächst im Bau tätig. Nachdem sie arbeitslos wurden, nahmen sie Kontakt mit einem Mann namens „Sefer“ auf, der ihnen Arbeit in Olpe versprach: Sie sollten sich um die Plantage des Mannes kümmern.

Dafür bot er den beiden jeweils 800 Euro monatlich an – keine dreieinhalb Wochen nachdem der zweite von beiden in Olpe ankam, schnappte die Polizei auch schon zu. Von dem versprochenen Geld haben die beiden bisher noch nichts gesehen – auch die Arbeit gefiel den beiden Männern nach eigener Aussage rein gar nicht. Aber die Armut der beiden war der treibende Grund, dennoch in der Halle zu arbeiten. Einer der beiden hatte zusätzlich Angst, seine unglückliche Situation der Heimat zu beichten: Der Vater sei Polizist in Albanien.

Aufmerksam wurden die Beamten auf die Lagerhalle, nachdem Mitarbeiter des örtlichen Stromversorgers von Stromdiebstahl in rauen Mengen berichtete. Messungen in der Umgebung führten zur Halle, bei der ein hoher Stromverbauch festgestellt werden konnte – den Elektrikern fiel ein glühender Stromkasten sowie ein unorthodox angebrachtes Stromkabel auf. Nachdem die zunächst verdunkelte Halle gestürmt wurde, wurde der Grund des hohen Stromverbrauchs offensichtlich: Um die knapp 900 Pflanzen mit Licht zu versorgen, brauchte es 200 Vorschaltgeräte. Die zweitgrößte (gefundene) Drogenanbaufläche in NRW im Jahre 2021 – so das Landeskriminalamt.

In den folgenden Wochen sollen die Plädoyers gehört werden; am 2. März wird das Urteil verkündet. Der Betreiber der Halle

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