Samstag, 19. Februar 2022

Gefesselt und geknebelt in die Zukunft

Fußfessel, Fessel, Handschellen

Eine gendergerechte Glosse von Sadhu van Hemp

Seit über zwanzig Jahren setzt Deutschlands Justiz die elektronische Fußfessel zur Überwachung von Freigängerinnen ein. Die USA lotsen bereits mehrere hunderttausend Personen per Electronic Monitoring durch den Alltag – und es werden immer mehr. Nun planen auch die deutschen Sicherheitsbehörden, undisziplinierte und asoziale Mitbürgerinnen flächendeckend an die elektrische Leine zu legen, ohne dass die Steuerzahlenden über Gebühr strapaziert werden.

Der Vier-Fronten-Krieg gegen Drogen, Terror, Corona und freiheitsliebende Bürgerinnen geht nunmehr in die heiße Phase. Die neue Regierung hat erkannt, dass die Gefechtslinie mitten durch die gute Stube läuft, in der ABC-Waffen, Tretminen und andere Qualitätsprodukte der deutschen Rüstungsindustrie nur sehr begrenzt eingesetzt werden können.

„Das feindliche Heer hat unser Mutterland längst besetzt – von innen heraus“, hört man von höchster Stelle. „Die Schurkinnen leben mitten unter uns. Und dank der Corona-Langzeitkrise werden es immer mehr Bürgerinnen, die nicht nur querdenken, sondern auch querschießen und somit unseren gesellschaftlichen Frieden gefährden und die Ordnung stören.“

Was einst als ergänzende Zwangsmaßnahme für Mütter und Väter, die Alimente prellen, gedacht war, rückt mehr und mehr als Wunderwaffe in den Fokus unserer demokratisch gewählten Regierung. Ob nun Islamistin, Corona-Leugnerin, Schwarzfahrerin, Kinderschänderin, Impfverweigerin, Kommunistin, Vergewaltigerin oder arbeitsscheue Kifferin, alle, die da sind und stören, können mit der elektronischen Fußfessel in Schach gehalten und auf den rechten Weg gebracht werden, ohne ins Zuchthaus gesteckt werden zu müssen.

Die Produzentin der Fußfessel will diesen Monat das neueste Modell auf den Markt bringen und damit eine neue Ära in der Überwachungstechnik einleiten.

„Unser ‚Händi-Cap 3000 de Luxe‘ wird die Welt von Grund auf verändern“, erklärt Chef-Entwicklerin Dipl.-Ing. Hanni Ballektor. „Die neue Fessel ist so ausgelegt, dass die Trägerin per Satellit zentimetergenau gesteuert werden kann – und zwar mit leichten bis schweren, wenn nötig mit ganz schweren Stromstößen, die mittels künstlicher Intelligenz bereits vor etwaigen Fehltritten verabreicht werden können. Eine Schulschwänzerin kann so per Algorithmus aus dem Bett geholt und auf kürzestem Weg und im Sauseschritt bis ins Klassenzimmer gesteuert werden. Gleiches gilt für Corona-Skeptikerinnen, Querdenkerinnen und Verschwörungstheoretikerinnen: Ein gezielter Stromschlag ins Kleinhirn der Quertreiberin, und schon sind alle schrägen Gedanken verflogen. Und das alles, ohne einen Mikrochip ins Gehirn implantieren und das Grundrecht auf körperlich Unversehrtheit verletzen zu müssen.“

Aber das Händi-Cap 3000 de Luxe kann noch mehr. Durch die Verwendung modernster Messtechnik werden alle erforderlichen Daten der Delinquentin an die Leitstelle in der Magenta-Cloud übermittelt, und die jeweilige Bürgermanagerin hat ein vollständiges Bild über die körperliche und geistige Verfassung der Schutzbefohlenen – inklusive tagesaktuellem Corona-Schnelltest-Ergebnis. Mit der Haut verbundene Sensoren und Rezeptoren erlauben es, per Impulssteuerung unmittelbaren Einfluss auf Handeln und Denken der Trägerin zu nehmen. Sogar Träume und Sehnsüchte können beeinflusst und mit anständigen Inhalten gefüllt werden.

„Eine radikale Islamistin, die sich einen Sprengstoffgürtel umschnallt, kann sofort umgepolt und in die andere Richtung geschickt werden“, versichert die zuständige Ressortleiterin des Innenministeriums. „Einer süchtigen Haschgiftfixerin, die sich einen Joint drehen will, der lassen wir einfach so lange die Hände zittern, bis sie den illegalen Versuch aufgibt.“

Der von der Ampel-Koalition eingesetzte Fachausschuss erwägt, in Sachsen, Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern einen flächendeckenden Feldversuch zu starten, bei dem ausnahmslos alle Bürgerinnen mit der Fußfessel ausgerüstet werden sollen. Erste Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass vor allem in diesen Regionen dem neuen Überwachungssystem alles abverlangt wird, da dort besonders viele Zeitgenossinnen schizophren handeln und denken.

„Die Fußfessel wird insbesondere unsere Mitbürgerinnen mit ostdeutschen Migrationshintergrund von Faulheit und Nörgelei befreien“, verspricht die Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums. „Drückebergerinnen und Quertreiberinnen haben keine Chance. Die Spargel- und Gurkenernte 2022 kann kommen.“

Die elektronische Überwachung sei dabei aber nur als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht, den Tagesablauf unter Kontrolle zu bringen. Von Kritikerinnen angestrengte Vergleiche mit dem Judenstern seien unhaltbar, da man diesmal nicht eine ethnische Gruppe allein kennzeichne und drangsaliere, sondern gleich das ganze Volk.

„Niemand braucht sich davor zu fürchten“, versprechen Rechts- und Ethikgelehrte aller Fakultäten. „Wer sich ordentlich verhält und alles brav mitmacht, was angeordnet wird, dem öffnen sich völlig neue Perspektiven. Deutschland steht vor einer bildungspolitischen Revolution. Täglich nur zwei, drei leichte Stromstöße in den Hirnstamm genügen, um die Menschen davon abzuhalten, mit unnötigem aus dem Internet erworbenem Wissen das Gehirn zu überlasten. Die Fußfessel ermöglicht es, die Trägerinnen genau das denken zu lassen, was gerade alle denken.“

Aber es gibt auch Stimmen, die sich gegen eine bundesweite Einführung der Tragepflicht aussprechen. Die Gewerkschaften der Polizei befürchten einen nicht hinzunehmenden Stellenabbau und eine diametrale Verzerrung des Berufsbildes.

„Wir dürfen unsere Polizeibeamtinnen nicht im Regen stehen lassen“, fordern die Vorsitzenden der Polizeigewerkschaften. „Ein unvorhergesehener Systemausfall, eine Fehlschaltung, ein Kurzschluss, ein Kabelbrand, ein Terroranschlag oder ein russisch-chinesischer Hackerangriff gefährden die innere Sicherheit von einer Sekunde auf die andere. Die Überwachung der Bürgerinnen muss in den Händen der Polizei und des Bundesverfassungsschutzes bleiben.“

Die Bundesregierung zeigt sich unbeeindruckt und verweist darauf, dass bereits etliche Anfragen aus dem befreundeten und verfeindeten Ausland vorliegen, die die Überwachungs- und Kontrolltechnologie made in Germany zur Unterdrückung der Bevölkerung einsetzen wollen. Sogar der Vatikan zeigt sich interessiert – in der Hoffnung, auf diese Weise die vielen nach den Missbrauchsskandalen verlorengegangenen Schäfchen wieder einzusammeln.

Auch die Vereinsamten Staaten von Amerika sind interessiert: Der Kongress wird demnächst in einer geheimen Sondersitzung darüber entscheiden, ob man die Lizenzen und Patente für eine eigene Produktion erwirbt. Geplant ist eine Halsversion der Fußfessel, da beim Versuch, sich der Fessel zu entledigen, zunehmend Selbstverstümmelungen zu erwarten sind. Das modifizierte Modell für den amerikanischen Markt verlangt von der Trägerin schon eine Kopfamputation, um den Hals aus der Schlinge zu ziehen.

Deutsche Ingenieurinnen haben derweil bereits den Prototyp der allerneuesten Fußfesselgeneration entwickelt, der derzeit erfolgreich an freiwilligen Probanden des Maßregelvollzugs getestet wird. Dabei handelt es sich um einen Mikrochip, der wie ein fleischfarbenes Pflaster aussieht und um den großen Zeh geschnallt wird. Der benötigte Strom im Nanobereich wird aus der eigenen Körperwärme gewonnen, und die Befehlssignale werden direkt über das Nervensystem zielgenau in die jeweiligen Hirnareale geleitet.

Ob eine „Allgemeine Tragepflicht der elektronischen Fußfessel“ zwangsangeordnet wird, auf diese Frage will die Bundesregierung heute keine Antwort geben. „Wir machen das von der Corona-Pandemie abhängig“, ist aus allen Ministerien zu hören. „Und dann kommen erst einmal die Zwangsimpfpflicht und das Aus für die versprochene Cannabis-Legalisierung. Wir gehen aber davon aus, dass wir spätestens zur achten oder neunten Coronawelle die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen haben, um jeder Bürgerin, die keine Ausnahmegenehmigung hat, zur Steuerung des Bewegungsprofils die Fußfessel anzulegen.“

Auf Nachfrage, wer von der Tragepflicht der Fußfessel befreit bleiben soll, wurde mitgeteilt, dass all diejenigen ausgenommen sind, die bereits schwer tragen – und zwar die schwere Bürde, die Verantwortung für alles zu tragen.

8 Antworten auf „Gefesselt und geknebelt in die Zukunft

  1. Smile Indica

    Politschwerverbrecher in Aktion begleitet von einer faschistischen und körperverletzenden Truppe in Uniform. Geht Richtung Uiguren in China. Und wenn das alles nicht reicht wird eben ein Mord begangen, z.b.
    Kopfschuß von hinten auf Wehrlose. Ist in Bayernkein Problem. Wird durchgewunken.

  2. Haschberg

    Die Bösesten aller Bösen, nämlich die Kinderschänder unserer beiden Kirchen, sollten solche Fussfesseln dann aber als erstes tragen müssen.

  3. Harry Anslinger

    Freiwillligkeit ist Trumpf
    Fast alle Bürger dieses Landes haben doch schon eine Fussfessel bei sich, nämlich ihr Handy.
    Schon jetzt kann jeder mit alter Technik einer Funkzelle zugeordnet werden, mit G5 auf 3×3 Meter genau.
    Und alle machen freiwillig mit!
    1984 ist ja schliesslich schon eine Weile her, wir sind da mal 40 Jahre weiter.

  4. Ralf

    Tia, der deutsche Dummmichel hat halt schon immer gerne den Kopf für die Amis in die Schlinge gesteckt, sich in zwei Weltkriegen selbst zu ihren Vasallen gemacht und ist jetzt dabei mit den Hauptkriegstreibern, den Grünen Arschlöchern, das zum dritten mal zu tun.Ich kann nur noch kotzen wenn ich daran denke dass ich dieses Gesindel mal gewählt habe, wobei natürlich die anderen mit ihrem CUM EX Bundeskanzler keinen Deut besser sind oder es jemals waren. Evtl. guck ich jetzt wieder mal öfter hier rein, denn die Beiträge von Sadhu sind immer unterhaltsam.

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