Sonntag, 13. Februar 2022

Justizministerin: Cannabis „Gift für junge Menschen“

Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza spricht sich gegen eine Legalisierung aus

Justizministerin, Justiz, Gericht
Dann doch lieber im Crusher.

Justizia scheint nicht auf Seiten von Hanf zu stehen: Die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza sprach sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gegen eine Legalisierung von Cannabis aus. Auffallend sind hierbei Argumente, die nicht auf wissenschaftliche Studien oder der Lebensrealität anderer Länder, in denen Cannabis bereits legalisiert wurde, zurückgreifen, sondern auf gefühlte Wahrheiten. Havliza äußerte sich gegen Cannabis, denn die Pflanze könne eine „gefährliche Droge“ sein. „Sie ist Gift für junge Menschen und kann schwere Psychosen auslösen. Das sollten wir nicht vernachlässigen. Es liegt auf der Hand, dass der Konsum bei Jugendlichen zunehmen wird, wenn Erwachsene vorleben, dass die Droge nicht weiter schlimm ist,“ so die Justizministerin.

Die CDU-Politikerin griff auf altbekannte Logiken zurück, die in der ehemaligen Regierungspartei ebenso wie bei Parteien des rechten Spektrums noch sehr lebendig sind. Havliza sehe schwarz für die „wichtige Präventionsarbeit der Polizei“, da Minderjährige schlicht erwachsene Freunde beten könnten, ihnen Cannabis zu kaufen. Dass die Problematik bei Alkohol auch bestehe, dazu äußerte sich die Ministerin aus dem Land des internationalen Festivals der Komsäufer – dem Oktoberfest – nicht. Auch dass Cannabis schon jetzt sehr einfach in unkontrollierter Qualität erhältlich ist und die Handelskette oft mit Menschenhandel und anderen höchst kriminellen Machenschaften verbunden ist (welche durch Legalisierung einen herben Schlag erhalten würden), scheint für die Justizministerin kein Problem, was nicht durch die „wichtige Präventionsarbeit der Polizei“ verhindert werden könne.

Auch ein weiteres und durchaus prominentes Argument gegen eine Legalisierung nannte Havliza: Um kriminellen Handel zu unterbinden, muss die gesamte Handelskette komplett reguliert sein – es brauche Lizenzen, Aufsicht und Kontrollen. Dadurch würde der Preis dermaßen aufgeblasen, dass es sich nur die reichsten leisten könnten Cannabis legal zu erwerben. Dessen ist sich die jetzige Bundesregierung laut mehrerer Aussagen definitiv bewusst – wie man am Beispiel von Alkohol sehen kann, ist es kein Ding der Unmöglichkeit die Handelskette einer Droge komplett zu regulieren und dennoch bei ebenso billigen wie qualitativ hochwertigen Produkten anzukommen. Wer denkt, dass die Bundesregierung es versäumt, ein solch einfaches Problem nicht zu beachten oder überhaupt sehen zu können (ein Grund warum die Legalisierung länger dauert als geplant), der scheint nicht viel zum Thema Cannabis verstanden zu haben. So auch die Justizministerin.

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smiley
smiley
3 Monate zuvor

Tut mir leid, Leute, aber die Art und Weise wie hier und unter weiteren Artikeln des Hanfjournals kommentiert wird, finde ich bedenklich und inakzeptabel. Ich habe den Eindruck, einige Kommentatoren kommen gerade frisch von ihrem rechtsextremen demokratiefeindlichen Telegram-Chat herüber: Hetze gegen den Staat, üble Beschimpfungen und Gewaltfantasien gegen Politiker, Verschwörungsszenarien á la Qanon und Reichsbürger. Dazu journalistisch fragwürdige Beiträge des Hanfjournals, die eine Mischung aus Information und aufhetzender Meinung sind. Das wird nach meiner Beobachtung seit 2021 immer schlimmer und unerträglicher hier. Selbst der Hanfaktivist Micha hat sich dazu schon kritisch auf seinem Insta-Kanal geäußert. Bitte überdenkt Eure Haltung und überlegt, was und wie Ihr schreibt. Autoren wie Kommentatoren gleichermaßen. Dabei geht es mir nicht darum, irgendjemanden etwas vorzuschreiben. Mir… Weiterlesen »

gein
gein
3 Monate zuvor

1 Bis zum 25en Lebensjahr ist das Gehirn noch im Aufbau, THC/CBD schädigt nachweislich die graue Substanz. Das kann später (25+) zu verantworten sein vor dem Hintergrund „aber Alkohol schädigt […]“ mit freies Gras für freie Bürger – aber immer noch fahrlässig. 00
2 Gras hat die Eigenschaft Konsumenten träge ( und süchtig ) zu machen. In Deutschland gibt es aber staatliche Sozialleistungen die sogar ein Leben ohne Arbeit ermöglichen und Konsumgüter sind immer verfügbar. Jeder kann sich vorstellen dass sich damit eine Vielzahl von Menschen bildet die lieber den ganzen Tag kiffen als ihren Leistungen mit einer Gegenleistung zu begegnen. Eine Legalisierung würde also zur Verhärtung der bestehenden Armut beitragen.

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von gein
Daniela Blomeyer,
3 Monate zuvor

OMG und gerade aus meinem Bundesland.
Toll indoktriniert wegen Cannabis.
Als ob alle Niedersachsen und alle Einwohner Deutschlands so blöd wären, ihren Kindern oder Jugendlichen Cannabis zu geben.
Dafür muss eine sinnvolle Lösung und zusätzliche Aufklärung her, nicht nur ewiges verteufeln.
Bin selber juristisch gebildet und habe lange genug diesen Quatsch geglaubt, weil es kaum vernünftige Aufklärung gab.
Wir müssen weg von dem:“Cannabis ist böse, weil per Gesetz, BTMG, verboten.“

Smile Indica
Smile Indica
3 Monate zuvor

Die CDU/CSU, als kriminelle Vereinigung, welche sich auf vielen Geschäftsfeldern, insbesondere Pharma, Masken und Alkohol, als auch Zigaretten bewegt, kann natürlich keine Konkurrenz gebrauchen. Diese Position wurde von Merkel, unter Schleifung großer Teile des Volkes, hart erarbeitet. Um diese Position zu halten muss man natürlich auf die uniformierte Wichs-und Terrortruppe zurückgreifen können. Unter dem Motto „wir halten den Weg frei“ muss das Geschäft und die Einnahmen natürlich weiterlaufen. Tandler und Tochter und die 50 Millionen für Masken, waren doch nur ein kleines Taschengeld. Bei uns, der wirklichen organisierten Kriminalität, ist doch viel, viel mehr drin weiß Frau Havliza. Na dann voran, da können wir keine Störenfriede gebrauchen. Aber unseren uniformierten Freund und Helfer ist ja immer Verlass. Er lässt uns… Weiterlesen »

LoboBobo
LoboBobo
3 Monate zuvor

Das Oktoberfest kommt aus Bayern oder raff ich den Satz nur nicht?In Niedersachsen feiern wir den Stoppelmarkt,aber da wird auch Koma gesoffen auf die übelste Art und Weise.

Haschberg
Haschberg
3 Monate zuvor

Dieses ewig gestrige Gesülze von irgendwelchen pseudochristlichen, erzkonservativen Blindgängern in unserer Politik, die scheinbar wollen, dass sich die Jugendlichen lieber mit der schrecklichen Killerdroge Alkohol ihre Gehirnzellen dezimieren, kann man wirklich bald nicht mehr ertragen.
Wo bleibt ihr empörter Aufschrei für eine moderne Drogenpolitik, die endlich die mal die wirklich gefährlichen legalen Rauschsubstanzen in den Vordergrund stellt und verbietet?
Unsere Gesellschaft geht schließlich am öden Suff zugrunde, aber mit Sicherheit nicht am Hanf.

Rainer
Rainer
3 Monate zuvor

Von einer CDUTante kennt man den Text im voraus.

buri_see_käo
buri_see_käo
3 Monate zuvor

Ich bitte zu entschuldigen, dass ich Euch zum X-tenmal auf den (äußerst weitreichenden/leistungsfähigen) Medien-Dienst „dpa-infocom“ als Verbreiter dieser Prohibitionisten-Hetz-Kampagnen hinweise. Die evtl. selektive Auswahl der Beiträge seitens HaJo hatte ich auch schon erwähnt. Und ich frage mich, wie können die Ampel-Politiker sowas, ohne (scheinbar) selbst mal mit Begründungen ihrer politischen Vorhaben dort „auf der Matte zu stehen“, zulassen. Die LTW im Saarland könnte nach akt. Infratest evtl. von den Ampel-Parteien noch gewonnen werden. Wenn die Hetze in dem Ausmaß weitergeht, ist imO spätestens ab der LTW in SH Schluss mit Legalisierung PUNKT. Ich kann nicht nachvollziehen, wie letzten Mittwoch bei DHV der Hr. Heidenblut im ew’gen Dämmerschlaf davon labert, das es zu Änderungen noch Zeit bedarf; ich rede/schreibe von minimalsten… Weiterlesen »

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von buri_see_kaeo
Anonymous
Anonymous
3 Monate zuvor

Das einzige und wirklich schädliche an dieser ganzen Diskussion ist, daß man überhaupt noch die ehemalige Volkspartei CDU/CSU in den Mund nimmt, sie erwähnt. Deren Geschwätz kennt jeder Bürger dieses Landes und zwar seit Jahrzehnten, was soll sich in diesen ideologischen Köpfen den verändern, die wollen keine Veränderung. Die wollen Prohibition leben und fühlen, das erfüllt deren dasein sonst nichts. Menschen und ihre Schicksale sind denen völlig egal. Wer Prohibition will muss allen Drogen entsagen. Doch dafür steht die Union als Prohibitionspartei niemals. Nix mehr mit Oktoberfest dem größten organisierten Saufgelage in Bayern. Wers glaubt. Hahaha.

buri_see_käo
buri_see_käo
3 Monate zuvor

@Anonymous, nicht nur DIE ( C[D/S]U&Afd ) wollen keine „wie auch immer“-Veränderungen. Bei den vom „Globalen Trumpismus“ (lt. Trump kommunistischen Irren Justin Trudeau) angeheizten LKW/PKW-Demos gegen Corona-Maßnahmen wird, vorbehaltlich Übersetzungsfehlern, in CA, FR, NL deutlich, dass sich die Beteiligten wieder ihr normales Leben wünschen. Beim Michel jedoch, man beachte, wünscht man sich das alte Leben zurück.
mfG  fE

Marsi
Marsi
3 Monate zuvor

Wir wollen es ja auch für Erwachsene legalisieren. Hat die Frau aus der Opposition etwa nicht richtig zugehört?

buri_see_käo
buri_see_käo
3 Monate zuvor

Die Frau und weitere ständig lautstark und weitreichend auftretende Prohibitionisten haben sehr wohl richtig zugehört und kennen auch genau die Absichten. Und genau mit dem emotionalen Druckmittel, die ganz, ganz kleinen Kinder, wiegeln die ununterbrochen die unbedarften Teile der Bevölkerung gegen jegliche Vorhaben der Ampelregierung auf. Ab 8.Mai sollte wegen Bundesrat Schluss sein mit Alledem; dann heisst es nochmal 16 Jahre plus Dauer der aktuellen Legislatur (nicht unbedingt 4 Jahre, siehe Anbiederungsversuche der FDP, was für ein Trost) warten. Ja @smiley, ich ermahne „Die Linke“ zu konstruktiver Oppositions-Arbeit in unserem Sinne, täglich bei dpa-infocom o.ä. vorstellig zu werden, um medial für die Vorhaben der Ampel-Regierung zu argumentieren, die selbst scheinen ja zu blöde zu sein. Ich wollt‘ sie sowieso zum… Weiterlesen »

Zuletzt bearbeitet 3 Monate zuvor von buri_see_kaeo