Sonntag, 23. Januar 2022

Kanada: Zahl bekiffter Autofahrer gestiegen

Seit der Legalisierung scheinen mehr Kanadier rücksichtslos zu fahren

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In Kanada wurde die Legalisierung 2018 sehr gefeiert – noch vor den USA wurde das Kraut Landesweit legalisiert. Das hatte viele positive Folgen mit sich gebracht: Die unverhältnismäßigen Festnahmen von People of Color konnten gemindert werden – denn obwohl die schwarze Bevölkerung in Kanada nur knapp 9% aus macht und Besitz ebenso hoch ist wie bei Weißen, so stellten doch erstere 34% aller Festnahmen wegen Drogenbesitzes.

Doch es gibt auch Probleme: Nicht nur sind die Einnahmen nicht wie gewünscht und auch der Schwarzmarkt nicht ganz ausgelöscht – auch wegen der lückenhaften Gesetze, welche die deutsche Regierung unbedingt vermeiden will und daher beteuert, mehr Zeit und Sorgfalt walten zu lassen. Ein weiteres Problem wurde kürzlich offensichtlich: Die Zahl derer, die sich nach Cannabis-Konsum rotäugig hinters Steuer setzen, hat sich seit 2018 verdoppelt.

“It’s concerning that we’re seeing such a dramatic increase,” so Dr. Jeffrey Brubacher, ein Professor an der University of British Columbia, Co-Autor der Studie, die das Problem offenbarte. Der Professor weiter: “There are serious risks associated with driving after cannabis use. Our findings suggest more is needed to deter this dangerous behaviour in light of legalization.”

Etwa 4300 Kanadier mussten zwischen 2013 und 2020 wegen Unfällen unter Cannabiseinfluß ins Krankenhaus eingeliefert werden – die Zahl derer, die stoned fuhren, ist natürlich weitaus höher. Überraschend hierbei ist auch, dass der starke Anstieg der fahrenden, kiffenden Kanadier nicht auf eine unvorsichtige Jugend zurückzuführen ist: Der größte Anstieg war bei den über 50-Jährigen.

Dr. Brubacher sprach sich für eine Verbesserung der Gesetze und Präventivmaßnahmen aus: “We hope that policymakers will use our findings to design public information campaigns and enforcement measures that encourage drivers, especially older drivers, to separate cannabis use from driving. At the same time, it is important not to lose sight of alcohol impaired driving, which is extremely high risk, especially when combined with cannabis.”

6 Antworten auf „Kanada: Zahl bekiffter Autofahrer gestiegen

  1. Rainer

    Wenn auf Kanada geblickt wird,dann natürlich nur auf die negativen Aspekte.Außerdem dürfen die alkoholisierten da nicht mitgezählt werden.Aber die Entkriminalisierung hat scheinbar ganz gut funktioniert

  2. buri_see_käo

    Nun, Idioten gibt es immer und überall.
    Aber Abhilfe ist in Sicht: “We hope that policymakers will use our findings to design public information campaigns and enforcement measures that encourage drivers, especially older drivers, to separate cannabis use from driving”, zum Weitersagen an die Ampel-Regierung, Aufklärung ! , auch wenn/weil Aufklärung der größte Feind des Konservativismus ist.
    mfG  fE

  3. Ramon Dark

    4300 Unfälle unter Cannabiseinfluss in 7 Jahren, das sind im Schnitt 614,14 pro Jahr. Auch wenn die Zahl dieser Unfälle wirklich zugenommen haben sollte, so fehlen zu ihrer vollständigen aussagefähigen Auswertung noch folgende statistische Vergleiche:
    a) mit Höhe und Entwicklung der alkoholisierten Unfälle im selben Vergleichszeitraum
    b) mit Höhe und Entwicklung der diesbezüglichen Unfallschweregrade beider Substanzen
    c) mit der Unfallhöhe und -entwicklung dieses Zeitraums durch andere Ursachen
    d) mit dessen gesamter Unfallentwicklung.
    Wenn sich die Fallstudie in erster Linie mit der Verdoppelung der Cannabisunfälle seit 2018 beschäftigt, so sind bei dieser Problematik nur die Zahlenwerte des Zeitraums seit 2018 zu berücksichtigen, nicht die der 7 Jahre seit 2013. Sonst ist das Ergebnis falsch.
    Ansonsten lässt sich das Problem durch die konsequent gleichen Massnahmen wie bei Alkohol bekämpfen und ist kein Grund, der gegen eine Legalisierung spricht.
    Wenn unsere Regierung lückenhafte Gesetze wie z.B. in Kanada vermeiden will, so geht das eigentlich auch in kürzester Zeit, schliesslich sind sie doch offensichtlich. So fehlt dort z.B. immer noch die Legalisierung des Handels mit importierten Cannabisspezialitäten traditioneller Anbaugebiete wie z.B. Marokko, Libanon, Nepal usw. samt der dazu nötigen multilateralen Handelsverträge. Das ist eine grosse Lücke, die der Schwarzmarkt dann ausfüllen kann. Vielleicht sollte sich die Regierung bei der Legalisierung mal einfach vom Deutschen Hanfverband beraten lassen, das geht schneller und effektiver als über vorhandene bzw. potentielle Cannabiskonzerne.

  4. Haschberg

    Dass nun bekiffte Cannabiskonsumenten in Kanada vermehrt rasen und sogar Unfälle verursachen, muss nicht unbedingt alleine dem Hanf angelastet werden.
    Solch unvorsichtiges Verhalten ist nicht selten auch dem Mischkonsum mit anderen aufputschenden Substanzen geschuldet, die durch Drogentests oft gar nicht festgestellt werden können.
    Wer sich dennoch ausschließlich bekifft hinters Steuer setzt, sollte eigentlich vorsichtig und defensiv unterwegs sein, so wie es das besinnlich berauschende Cannabinoid THC nun mal bewirkt.

  5. Otto Normal

    @Ramon
    Ja genau!

    Im Internet findet man als Statistik die Angabe von 1.900 Verkehrstoten/Jahr insgesamt für Kanada.
    Da klingt 614 Tote/Jahr recht hoch.

    Der MDR veröffentlichte im Frühjahr 2021 einen ähnlichen Artikel mit gleicher Fragestellung:
    HaTeTePeEs Doppelpunkt 2x Schrägstrich 3x w Punkt mdr Punkt de/wissen/cannabis-legalisierung-mehr-verkehrstote-100. HaTeEmEl

    Dort ist jedoch nur von 308 zusätzlichen Toten pro Jahr die Rede.

    Im Vergleich mit z.B. Deutschland hat Kanada – ganz unabhängig vom Drogenkonsum – etwa das 1,5-Fache an Verkehrstoten.
    Deutschland 4,7 Tote
    Kanada 6,7 Tote
    auf 100k Einwohner.

    Es gibt also noch andere Faktoren außer der Cannabislegalisierung die für die im Vergleich doch recht hohe Anzahl an Verkehrstoten in Kanada ursächlich sind. Hier in Deutschland wird schon sinnlos gerast bis es knallt. Wie mag der Straßenverkehr wohl in Kanada ablaufen damit es soviel mehr Tote gibt und das obwohl man dort auf Autobahnen nicht so schnell fahren darf wie hier. Kanada ist wahrscheinlich auch nicht so dicht besiedelt wie Deutschland.

    Aber man sieht hier – genau wie bei Corona – alles immer so ein milchiges WischiWaschi, genaue Zahlen gibt es keine. Bei Corona werden immer noch nunmehr seit 2 Jahren jeden Abend die Zahl der Infizierten gemeldet, ab und zu dann die Zahlen der Toten die dann meist im 2-stelligen Bereich liegen, in einem Land mit 89 Millionen Einwohnern (8-stellige Zahl – fast 9-stellig). Aber die meisten waren in der Schule schwach in Mathe, deshalb merkt keiner die Verarsche.

    Ich glaube die Meldung dient einzig und alleine dem Zweck mit Halbwahrheiten Angst und Panik zu schüren so wie es Herr Wirrkopf Lauterbach täglich mit Lügen und Horrorgeschichten im Deutschen öff.re. Lügenfernsehen macht, die wohl seiner Verwirrtheit geschuldet sind.

  6. Otto Normal

    Hab da noch was gefunden:

    hanfjournal punkt de/2018/11/16/cannabis-in-kanada-laesst-fahrzeugfuehrer-offensichtlich-kalt/

    Hier im HaJo wurde bereits ENDE 2018 davon berichtet das es KEINE signifikante Erhöhung der Rauschfahrten und damit der Verkehrstoten in Kanada gab.

    Ich sehe das als Beweis für den kläglichen Versuch von Prohibitionist*innen FakeNews zu verbreiten.

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