Sonntag, 16. Januar 2022

Gerichtsprozess gegen Plantagenbesitzer

Den Angeklagten wird vorgeworfen, mit den Plantagen 1,2 Millionen Euro verdient zu haben

In einem Meer aus Pflanzen müssen die Angeklagten wohl einst gestanden haben. Denn auch bei gängigen Cannabis-Schwarzmarktpreisen ist die stattliche Summe von 1,2 Millionen Euro nicht leicht zu erreichen. In dem kürzlich begonnenen Gerichtsprozess geht es genau darum: Neun Angeklagte sollen zusammen mehrere Plantagen betrieben haben, die insgesamt die stattliche Summe abwarfen.

Die Plantagen befanden sich an verschiedenen Orten in Deutschland. Der Vorwurf: Eine Plantage in Villingen-Schwenningen, eine weitere im Aufbau in Calw, und Lagerung sowie Verkauf in Karlsruhe; alle Orte befinden sich in Baden-Württemberg. Aussergewöhnlich ist jedoch die Vorgehensweise des Richters: Dieser erwähnte von sich aus die bald geplante Legalisierung, welche bislang nur im Koalitionsvertrag erwähnt wird und wegen der neuen Coronawelle auf Eis gelegt wurde. Er gehe von minderschweren Fällen aus – und dies trotz der momentanen Gesetzeslage, nachdem jede Art von Cannabisplantage über 0,3 THC-Gehalt und ohne medizinischen Nutzen illegal ist. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wäre dies eine bisher einmalige Entscheidung in einem Gerichtsprozess; dann hätte die geplante Legalisierung bereits jetzt positive Effekte für Cannabiskonsumenten.

Im März vergangenen Jahres konnte die Polizei bei mehreren aufwendigen Durchsuchungen Cannabis, Autos, Luxusartikel und eine viertel Millionen Euro sicher stellen.

7 Antworten auf „Gerichtsprozess gegen Plantagenbesitzer

  1. Harry Anslinger

    Wer A sagt, der muss auch B sagen
    Etwas so gesellschaftlich weitreichendes und längst überfälligem
    (BVerfG) wie die Cannabislegalisierung in einen Koalitionsvertrag zu
    schreiben ist das Eine, die dadurch entstehenden Verunsicherungen für
    u.a. Polizei, Justiz, Kommunen und Ländern sind das Andere.
    Die Aussage des Richtes ist die beste Bestätigung .
    So gehts jedenfalls nicht weiter.

  2. Rainer

    Das Problem ist,daß der eigenmächtige Anbau verboten bleibt,und deshalb weiterhin verfolgt und bestraft werden wird.

  3. Ramon Dark

    Endlich wieder ein korrekter und repressionsfreier Richter, hoffentlich schlägt sich das wirklich im Urteil nieder und bleibt dann auch instanzenresistent. Zur erwähnten momentanen Gesetzeslage lässt sich noch sagen, dass eigentlich grundsätzlich jede Cannabissorte wegen der Cannabinoidvielfalt für gesundheitliche Zwecke einsetzen lässt und somit auch einen medizinischen Nutzen haben kann. Das kommt auf die Absicht des konsumierenden Publikums an, nicht auf die der Plantagenbesitzer*/innen(zumindest, falls diese nicht massiv Pestizide oder andere Giftstoffe verwenden). Es ist u.U. nur schwieriger eine regelmässig exakte Dosierung zu finden wie bei den Medizinalhanfsorten. Die aktuelle Prohibitionsregelung wird auch dieser wissenschaftlichen Tatsache nicht gerecht.

  4. buri_see_käo

    Programm-Tip
    Morgen, Mittwoch, 19. Januar 2022, 20:50 gibt es auf ndr-info eine Redezeit zum Thema.
    Der Titel der Sendung beginnt mit „Cannabis für alle…“.
    Wer will denn sowas? „für alle„, sehr populistisch, wer darf davon ausgenommen bleiben? Das liegt evtl. an der Gästeliste, sehen Sie selbst:
    https://www.ndr.de/nachrichten/info/epg/NDR-Info-Redezeit,sendung1220028.html
    Also: Mail schreiben/Formular ausfüllen, Script machen & anrufen
    mfG  fE

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