Montag, 10. Januar 2022

Einbrecher meldet Cannabis-Grow bei der Polizei

Arnheimer Drogenfahndung bittet den Eigentümer, sich zu melden

Cannabis

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

Die Zeiten, als Geldschrankknacker, Zuhälter, Langfinger und andere Spezialexperten des Verbrecherhandwerks noch so etwas wie interdisziplinäre Ganovenehre miteinander verband, scheinen endgültig vorbei. Einander zu verraten und ans Messer zu liefern, ist kein Tabu mehr, und die gute alte Sitte der friedlichen Koexistenz aller kriminellen Fachrichtungen war einmal.

 

Laut Polizei empfand es ein Einbrecher in den Niederlanden offensichtlich überhaupt nicht schändlich, erst die Tür eines Einfamilienhäuschens in Arnheim aufzustemmen, die Wohnräume vom Keller bis zum Dachboden auf den Kopf zu stellen und zu guter Letzt seiner staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen, indem er den Polizeinotruf wählt, um nicht seine, sondern eine andere Straftat zu melden.

 

Während seines Einbruchdiebstahls hatte der Kleinganove bemerkt, dass er bei Berufsverbrecherkollegen aus dem illegalen Cannabis-Gewerbe eingebrochen war. Und so sah sich die Kanaille bemüßigt, den Btm-Straftätern die Tour zu vermasseln und den auf dem Dachboden entdeckten Cannabis-Grow auffliegen zu lassen.

 

Die Polizeistreife, die nach Meldung den Tatort aufsuchte, hatte leichtes Spiel. Die Haustür stand offen, anwesend war niemand, und der Indoor-Hanfgarten auf dem Dachboden war schnell aufgespürt. Zudem fiel den Polizeibeamten „eine beträchtliche Menge an Drogen“ in die Hände, die der Einbrecher nur schwer übersehen haben kann, aber unberührt ließ.

 

Die Growanlage wurde abgebaut und das Equipment konfisziert. Die erbeuteten Cannabis-Pflanzen wurden vernichtet. Zwecks Aufklärung der Drogen-Straftat bittet die Polizei den Eigentümer des Hauses bzw. den Betreiber der Cannabis-Plantage, sich zu melden.

Inwieweit der Einbruchdiebstahl kurz vor der Aufklärung steht, war der Polizeimeldung nicht zu entnehmen.

 

 

5 Antworten auf „Einbrecher meldet Cannabis-Grow bei der Polizei

  1. Maik

    … Oh man da hängt bei mir der kiefer tiefer. Fällt das unter verkorkste Helden oder was?

  2. Rainer

    Üble Mischung aus dumm und bösartig.Ich kenne keine Zusammenhänge,vielleicht kannte der Einbrecher die Bewohner?Ich muß bei so einer Meldung daran denken,daß bei einer Legalisierung derartige Geschichten nicht vorkommen können.

  3. Haschberg

    Die Niederländer täten sicher gut daran, endlich mal eine vollständige Legalisierung aufzubauen, die ihren Namen auch verdient.
    Dort kriegt man halt auch nur Schwarzmarktware, die nicht jedermann behagt, der auf seine Gesundheit bedacht ist.
    Da sollte es niemanden überraschen, dass es eben auch Konsumenten gibt, die dies aus Furcht vor gestreckter Ware selbst in die Hand nehmen.

  4. Johann

    Die Bezeichnung Kanaille passt wie die Faust auf‘s Auge.

    Wenn ich jedoch Polizist wäre, würde dies gegen meine Dienstehre gehen. Ich könnte mich nicht damit anfreunden, dass der Tippgeber ein Einbrecher war. Ich will ehrlich sein, darauf würde ich mich nicht einlassen, weil es gegen mein Gerechtigkeitsgefühl geht. Als Polizist hätte ich meinem Besuch eine kleine Vorwarnung vorausgeschickt..

    Der bei dem eingebrochen wurde, ist nämlich zweimal bestraft worden: Erstens von der Justiz, und zweitens von dem Einbrecher. Das Vertrauen in die eignen vier Wände wird verloren gehen. Manwird sich nicht mehr sicher fühlen zuhause.

    Ich hoffe, diese Kanaille wird es mit gleicher Münze zurückbezahlt bekommen. Es gibt nämlich auch etwas wie Karma. Und der glauben an Karma ist leider für diejenigen, die das Vertrauen in die Justiz verloren haben. Kiffer jagen ist und bleibt unsozial.

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