Sonntag, 5. Dezember 2021

Studie: Legalisierung fördert Verbrechensaufklärung

Eine chinesisch-amerikanische Studie betont die positive Auswirkung auf Polizeiarbeit

Cannabis
Endlich wieder richtige Arbeit: Cannabis könnte dabei helfen. Foto: Susanne Winter

Manche Grundsätze finden sich in den verschiedensten Bereichen des Lebens wieder. Einer davon ist: Wenn man sich nicht mit Bagatellen herumschlagen musst, kann man sich auf richtige Arbeit konzentrieren. Das ist kein Geheimnis: Die US-amerikanische Serie The Wire beschrieb schon vor fast zwei Jahrzehnten die Erfindung der Bierflasche in Papiertüten als zivilen Geniestreich; ein Kompromiss der dem einfachen Bürger das Trinken in der Öffentlichkeit weiterhin ermöglichte und es gleichzeitig der Polizei ermöglichte, sich auf wirkliche Polizeiarbeit zu konzentrieren.

Nun gibt es keine Papiertüte für Cannabis – oder besser: genau die Tüte ist es ja, die den Joint als solches kennzeichnet. Es braucht also keinen Kompromiss, sondern eine Legalisierung. Dass dies tatsächlich hilft, konnten nun US-amerikanische und chinesische Wissenschaftler erneut bestätigen: Die Studie verglich den Bundesstaat Oregon mit anderen Staaten vor und sofort nach der Legalisierung von Cannabis für Erwachsene.

Die Legalisierung sorgte für “significant increases in the clearance rate for overall violent crimes and for aggravated assault in Oregon counties relative to those in non-legalized states following legalization.” Das konnten ähnliche, ältere Studien ebenso zeigen. Kurzum: Die Studien belegen, was Befürworter einer Legalisierung schon lange sagen: Nimmt man Polizisten und Polizistinnen die Bürde ab, sich tagtäglich mit unwichtigen, kleinen Vergehen auseinanderzusetzen, bleibt mehr Arbeit für andere, wichtigere Fälle. Für die großen Dealer etwa, deren Geschäfte oft nicht nur mit Drogen, sondern auch Menschenhandel zu tun haben. Manche würden sagen, das ist die richtige Polizeiarbeit. Polizeiarbeit, die mehr auf Ursachen als auf Symptome eingeht,; Arbeit, die vielleicht mehr auf Hilfe und Schutz ausgelegt ist, als auf Verfolgung des kleinen Mannes.

Letztendlichist es so, wie auch schon in The Wire richtig beobachtet wurde: This drug thing, it ain’t police work.

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4 Kommentare
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Ronald Roith
Ronald Roith
1 Monat zuvor

…die Verfolgung der kleinen Frau mit inbegriffen !

Greenkeeper
Greenkeeper
1 Monat zuvor

Keine Überraschung. Wie oft klagen z.B. Ärzte darüber, dass sie zu wenig Zeit für ihre Patienten hätten, weil sie permanent bürokratischen Unsinn erledigen müssen. Bei der Polizei ist es dasselbe. Leidtragende sind wir alle. Könnte man alles besser machen, wenn die ewigen Blockierer und Bewahrer von CDU und CSU nicht wären.

Otto Normal
Otto Normal
1 Monat zuvor

„Könnte man alles besser machen, wenn die ewigen Blockierer und Bewahrer von CDU und CSU nicht wären.“

Die sind ja Gottseidank bald in der Opposition.

Tom
Tom
1 Monat zuvor

Who would have thought?

JEDER, außer denjenigen die sich in einer sich ständig ändernden Welt noch immer kleingeistig den Konservatismus hochhalten. Kann man das nun schon Schizophrenie nennen? Keine Ahnung, aber auf jeden Fall kann man es den „Kampf gegen die Realitäten“ nennen. Oder eben kurz Konservativismus (behandlungspflichtig).