Sonntag, 5. Dezember 2021

Nutzhanf: Höhere THC-Werte erlaubt

Die europäische Union erhöht den Höchstgehalt von Nutzhanf

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Gute Nachrichten für Bauern und Konsumenten: Bald wohl mehr Nutzhanf-Sorten.

Seit 1996 darf Cannabis sativa in Deutschland wieder angebaut werden – unter massiven Auflagen. Nur Landwirtschaftsunternehmen mit einer Alterssicherung für Landwirte dürfen dieses Nutzhanf anbauen; die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) kontrolliert diese legalen Plantagen, die Bauern müssen ihre Felder anmelden und ausgiebig dokumentieren. Eine Freigabe erfolgt erst, wenn die BLE nach einer Kontrolle und Probeentnahme mit dem Produkt einverstanden ist.

Einer der kontrollierten Aspekte ist der THC-Gehalt der Pflanzen, der bis 1999 bei 0,3% lag und seitdem bei 0,2%. Jetzt hat die EU diesen Gehalt wieder auf 0,3% erhöht – damit erleichtert die EU den Bauern den Anbau. Mit der neuen Regelung werden jetzt viele weitere Hanfsorten für die Bauern zugänglich. „Dies ist ein großer Tag für den Hanfsektor und für eine grünere Zukunft in Europa“, so Daniel Kruse, der Präsident der European Industrial Hemp Association.

Das Geschäft mit dem Nutzhanf boomt – etwa 900 Bauern in Deutschland züchten Hanf auf ihren Feldern. Die Anbaufläche ist in den letzten sieben Jahren um das fünffache angewachsen; im letzten Jahr allein konnte die Branche 20 Prozent Zuwachs verzeichnen. Das hier gewonnene Hanf ist sehr vielseitig, unter anderem für Textilien; auch die Hanfsamen sind gesundheitlich sehr Vorteilhaft. Die Nahrungsmittelbranche entdeckt Hanfsamen immer mehr für sich – bei einem Preis wie etwa dem von Soja sind die Samen, aus deren Mehl sich eine Vielzahl von gesunden Produkten herstellen lässt, durchaus lukrativ.

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Ramon Dark
Ramon Dark
6 Monate zuvor

Hanfsamen enthalten auch wesentlich mehr Mineralstoffe und ungesättigte Fettsäuren als Soja, das im Gegensatz zu ihnen ausserdem – wie die meisten Hülsenfrüchte – ungesunde Purine aufweist. Für Ernährung und Landwirtschaft ist diese EU-Entscheidung sicher ein kleiner Vorteil, aber es fehlt leider noch immer der wichtigste Schritt: legaler Hanfanbau in Europa ohne Begrenzung des THC-Gehalts. CO2-negativer Kunstlichtanbau wäre damit dann auch überflüssig.

Rainer
Rainer
6 Monate zuvor

Vielleicht gibt es bald mehr Hosen und Tshirts aus Hanf in lizensierten Fachgeschäften.

Haschberg
Haschberg
6 Monate zuvor

Das ist mal eine gute Nachricht für alle Nutzhanfanbauer.
Allerdings hätte man den Grenzwert ohne Befürchtung eventuell entstehender Probleme ruhig auf 0,5 Prozent THC-Gehalt erhöhen können.
Auf diese Weise liessen sich die mitunter auftretenden Grenzwert-Schwankungen noch besser abfedern.

CaPot
5 Monate zuvor

ich finde man sollten den Wert sogar auf 0,5% – 0,6% erhöhen, dann kann man bei CBD-Produkten etwas gemütlicher arbeiten, erst vor kurzem mußte ein bekannter viel vernichten weil der Wert bei 0,348% lag (in Österreich sind max 0,3% erlaubt)