Montag, 15. November 2021

Cannabis-Abgabe über Apotheken – bloß nicht!

Die FDP dominiert die Koalitionsverhandlungen zur Frage der Cannabis-Freigabe – mit dem Ziel, die Lizenz zum Geldverdienen der Pharmaindustrie zuzuschieben

Apotheke-Cannabis-ausverkauft-2017
Photographik Ruth Groth

 

 

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Die Deutschen lieben ihre Apotheken. Tütenweise werden die Produkte der Pharmaindustrie mit nach Hause geschleppt – in dem Glauben, etwas für die Gesundheit zu tun. So wundert es nicht, dass es bundesweit mehr Apotheken als Bäckereifachbetriebe gibt: Im Jahr 2020 wurden 18.753 öffentliche Apotheken gezählt, aber nur 10.181 Meisterbetriebe des Bäckereihandwerks. In deutschen Landen ist es leichter an Pillen und Pülverchen als an ein ordentlich gebackenes Brot zu gelangen.

Die Macht des Pharmakartells ist entsprechend groß. Politischer Einfluss wird über die „Mövenpick-Partei“ (FDP) genommen, die in den Koalitionsverhandlungen der künftigen Ampel-Regierung alles daransetzt, im Falle einer kontrollierten Cannabis-Freigabe das Big Business mit der Allerweltpflanze den Apotheken und Pillendrehern zuzuschieben.

 

Widerstand gegen diesen perfiden Plan gibt es kaum. Die Cannabis-Gemeinde lässt es wieder einmal mehr mit sich machen – in dem aberwitzigen Glauben, dass am Ende alles gut wird und sich das Stigma um die Hanfpflanze verflüchtigt.

Doch das ist ein fataler Irrtum, denn was jetzt in Sachen Cannabis in Stein gemeißelt wird, ist alles andere als zufriedenstellend und zukunftstauglich. Wie der Hase laufen wird, zeigt sich an der Abgabe von medizinischen Hanfblüten über Apotheken. Zwar werden seit 2017 schwerstkranke, oftmals bereits dem Tode geweihte Menschen mit Cannabis versorgt, doch das zu einem hohen Preis: Die Sortenauswahl und Verfügbarkeit lässt zu wünschen übrig, Haschisch aus klassischen Anbauländern darf nicht verkauft werden, und die „Medizin“ ist obendrein fast schon sittenwidrig überteuert.

 

Dieses geradezu perverse Verkaufssystem soll nach dem Willen der FDP auch für die Abgabe von Cannabis an gesunde Menschen installiert werden. Die Konsumenten sollen dann brav in die Apotheke dackeln, sich dort nackig machen und eine vom Staat festgelegte Menge industriell hergestelltes Kunstlichtgras erwerben dürfen. Der dann aufgerufene Preis für ein Gramm Apotheken-Marihuana aus umweltschädlichem Anbau wird mit dem derzeit prächtig funktionierenden Schwarzmarkt nicht konkurrieren können. Viele Konsumenten werden sich weiterhin beim Btm-Fachhändler ihres Vertrauens mit Haschisch und Marihuana eindecken und Opfer der Strafverfolgungsbehörden bleiben. Die einzigen Kiffer, die von einer Abgabe über Apotheken profitieren werden, sind jene Leute, die mit geringen Mengen auskommen und/oder zu den Besserverdienenden wie der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und Konsorten gehören.

 

Die von den Freidemokraten betriebene Ausgestaltung einer möglichen Cannabis-Freigabe sollte nicht widerspruchslos hingenommen werden. Im Interesse der Konsumenten ist dieser Weg nicht. Nutznießer wird in erster Linie die Pharmaindustrie sein, die das Monopol des heimischen Anbaus in Cannabis-Bunkern, die wie Fort Knox abgesichert sind, geschenkt bekommt und über Apotheken den Kiffern das Geld aus der Tasche zieht. Öffnet die künftige Ampel-Regierung unter der Ägide der FDP diese Büchse der Pandora, wird es auf lange, sehr lange Zeit eine Sisyphusarbeit sein, diese Schein-Freigabe wieder rückgängig zu machen.

30 Antworten auf „Cannabis-Abgabe über Apotheken – bloß nicht!

  1. MicMuc

    Ich bin dafür, daß man Brokkoli in jedem Supermarkt kaufen kann wie Karotten und Blumenkohl!

  2. Substi

    Ich hab’s ja geschrieben…
    Die Apos müssen ja involviert werden, weil ein Cannabisgeschäft zu anarchistisch für die hauptberuflichen Bier- und Weinsäufer wäre! Die Herren/Damen Apotheker_inen müssen für ihr Schweigen ja bezahlt werden! So bestimmen SIE dann auch die Regeln und was das wird, können wir Uns ja alle denken! Selbsgerechte Scheiße eben…
    Ich hab’s gewusst!!

  3. Smile Indica

    Egal wer was fordert in Sachen Cannabis, es ist immer korruptionsvergiftet und hat mit der Realtät nichts zu tun. Dieses Pack will uns gängeln, unterdrücken und finanziell aussaugen, das ist die einzige Maxime ihres perfiden Handelns. Historisch gesehen war 1789 ein gutes Jahr. Wir sollten nicht so geschichtsvergessen sein.

  4. Rainer

    Wenn das Gras einigermaßen annehmbar ist,was man da kriegt,Ist wenigstens etwas dabei herumgekommen.Ein bischen hilft und erleichtert das schon.Jetzt darf man nicht eine Mikrobe, egal welche Qualität.

  5. Tom

    Es ist wie es immer schon war (Millenials nehmen bitte das Geschichtsbuch zur Hand). Wenn es etwas zu versemmeln gibt, wie z.B. zuletzt nach der letzten BT-Wahl 2017, ist das gelb-rosige Phantasieland der Verfechter des „freien“ Marktes nicht weit. Wer wählt sowas eigentlich? Mir unerklärlich.

  6. Greenkeeper

    Ich sehe es nicht so schwarz, wie hier beschrieben. Ich kaufe Cannabis lieber in der Apotheke als bei irgendeinem Araber im Stadtpark. Der Vorteil ist auch, dass man so ein Modell relativ fix realisieren könnte, weil es die Apotheken überall gibt. Es spricht ja überhaupt nichts dagegen, dass man in ein paar Jahren daneben auch Fachgeschäfte oder Coffeeshops etablieren könnte. Wir stehen ja erst noch am Anfang der Entwicklung. Da wird auch noch mehr kommen. Cool bleiben!

  7. Siggi

    Hinzu kommt: bei jeder Abgabe, bei der die Personalien festgehalten werden, ist der Führerscheinentzug schon fast vorprogrammiert (seit langem Zweitbestrafung).

  8. QiSan

    … wollen wir in dieser diffizilen Angelegenheit weiter an der immer kürzer werdenden Kette von Staat und dem elitären Macht- , Geld- und Wirtschaftskomplex führen lassen? Die immer mehr fortschreitende Einschränkung der Freiheitsrechte auf Dauer scheint das erklärte Ziel zu sein.

    Aktuelles Beispiel: Hohe Geldtrafen für COVID-Ungeimpfte: keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, keine Lohnfortzahlung bei verordneter Quarantäne (trotz negativen Testergebnis).

    Schluß mit Gängelung, Bittstellerei, Kriminalisierung und Bevormundung.
    Freier Anbau, freie Sortenwahl, freie Menschen.

  9. smile Indica

    @ QiSan

    Ganz genau, geung ist genug und wir sollten uns das nicht länger bieten lassen von diesem verbrecherischen und faschistischen Pack, dass jeden Tag die Menschenrechte und Verfassung mit Füßen tritt und babei so tut als wären es aufrechte Demokraten. Was für miese Staatsverbrecher.

  10. Ramon Dark

    Wenn das so abläuft ist es keine richtige Legalisierung sondern Sortenzwang mit negativer CO2-Bilanz und Augenwischerei. Auf diese Art und Weise trocknet der Schwarzmarkt nie aus und damit gibts auch keinen Jugendschutz. Hinterher kann dann dadurch die Regierung behaupten dass die Legalisierung fehlgeschlagen ist und so pseudobegründet als Vorwand das von vornherein vorprogrammiert fehlerhafte Experiment bei zu geringen Konzerngewinnen -und Aktienkursen auch schnell wieder abschaffen. Verlogenes, geldgieriges Kapitalistenpack!

  11. Hans Dampf

    Wenn es auch hier zulande ebenso lange Schlangen vor den Verkaufsstellen wie in Kanada und den USA gibt, ist die Überlegung mit den Apotheken eine schlechte Idee.
    Ich war gerade eben in der Apotheke. Draußen standen sich bestimmt ein Dutzend Leute die Beine in den Bauch. Junkey‘s die sich ihr Substitut abholen, daneben einige gestresste Mütter mit quengelnden Kindern und ein paar Handwerker die sich noch kurz nach Feierabend das ein oder andere Mittelchen besorgen wollen.
    Drinnen sind nur zwei Kassen auf und ein Verkäufer scheint die Ruhe weg zu haben und ist sichtlich vertieft in einem Beratungs- und Verkaufsgespräch in dem es um (Medizinisches)Kaugummi geht. UM KAUGUMMI. Ich konnte es nicht glauben denn die Schlange der anderen Wartenden wurde derweil immer länger und genervter.
    Auch wegen des ganzen Coronakram. Wenn ich mir vorstelle, dass sich dann auch noch ne Horde Kiffer mit einreiht, wäre das Chaos komplett. Wie vorhin schon. Ist fast in eine Schlägerei ausgeartet. Und der APO-Fritze berät über Kaugummi.
    Nee, nee. Die Idee das Cannabis in der Zukunft legal ausschließlich(vorerst)nur in Apotheken zu verkaufen ist unausgegoren und Schwachsinn. Gut gemeint und doch daneben. Die Leute von der FDP waren wohl schon lange nicht mehr zu Coronazeiten in Apotheken einkaufen. Auch findet so überhaupt kein Kinder und Jugend Schutz statt.
    Überteuerte Einheitsware, keine brauchbare Beratung, geringe Auswahl, Registrierung, Mindestmengen, kein Jugendschutz, weiterhin Stigmatisierung als ,,Kranke/r, ( im Vergleich zu Alk und Tabak) usw.
    Ich glaube, da ist es für viele Leute einfacher und entspannter sich weiterhin bei ihrer gewohnt und vertrauten Quelle einzudecken.
    Mit einem ausschließlichen APO-Verkauf wird nicht gelingen den Schwarzmarkt auszutrocknen.

  12. Otto Normal

    Bei Abgabe als Genussmittel, egal ob über Apotheken oder andere Händler würde Cannabis nicht unter das EU-Arzneimittelrecht fallen, sondern möglicherweise unter das EU-Lebensmittelrecht wie Alkohol oder Tabak.

    „Die Warenverkehrsfreiheit ist europarechtlich festgeschrieben (Art. 28 Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union [AEUV]). Danach sind jegliche mengenmäßige Einfuhrbeschränkungen oder „Maßnahmen gleicher Wirkungen“ verboten. Damit verknüpft ist das Prinzip der gegenseitigen Anerkennung: Jedes Produkt, das in einem EU-Mitgliedsland rechtmäßig in Verkehr gebracht wurde, ist regelmäßig auch in anderen Mitgliedsstaaten verkehrsfähig, selbst wenn es dortigen nationalen Vorschriften nicht entspricht.“

    Es könnte evtl. einen Dominoeffekt über die gesamte EU ausgelöst werden, bei einer Freigabe in Deutschland wie sie sich die meisten vorstellen. Wenn es hier legal auf den Markt gebracht wird ist der Import ebenfalls sofort legal. Ob die Vermarktung per Diktat ausschließlich von den Apotheken erledigt werden darf bleibt abzuwarten. Wie sieht es da mit Online-Apotheken aus? Das Scheitern der Maut zeigte daß das EU-Recht viele Überraschungen bereithält. Andere Staaten könnten evtl. klagen.

    Ein deutscher Prohibitionist könnte sogar sagen:
    „Aha, wir können Tabak und Alkohol gar nicht verbieten weil es überall um uns herum legal ist und wir es ohnehin reinlassen müssen. Cannabis können wir jedoch leider auch nicht erlauben weil es um uns herum illegal ist und wir unsere Nachbarn zur Legalisierung nicht nötigen dürfen möchten.“

  13. P. Haase

    Jetzt bekommt endlich fast eine Freigabe und ihr meckert immer noch. Ist doch egal wo man legal was kaufen kann, Hauptsache man kann endlich. Und außerdem gibt es auch moderne Apotheken mit jungen Personal die versuchen werden das beste für ihre Kunden zu tun. 🙂 und nicht alle arbeiten nur für big pharma. Ich arbeite selbst in einer Apotheke und ich versuche alles was geht, ich verkaufe z.B nichts von Bayer und wenn’s geht auch nichts von Ratiopharm, aber manchmal bleibt einen nichts anderes übrig. Und mal ganz ehrlich, alle sind auch nicht böse und ganz ohne Medizin gehts leider manchmal nicht und sind wir nicht alle dankbar wenn bei starken Schmerzen, wie z.B Zahnschmerzen das Ibuprofen hilft ?! Und vielleicht habt ihr ja Glück und ein Mitarbeiter in eurer Apotheke kennt sich mit dem Thema Cannabis richtig gut aus und dann wird er auch dafür sorgen gute Sorten zubekommen, alleine schon für sich selbst.

  14. Smile Indica

    @ P. Haase

    Prinzipell ist das richtig was du sagst. Eine Legalisierung bedeutet aber zumindest die Gleichstellung zu Alkohol. Trotz allem bin ich für Fachgeschäfte, ein solches kann aber auch von einem kompetenten Raucher gelitet werden, der sich richtig gut auskennt. Ich fordere das jegliche Stigmatisierung aufgehoben wird. Das ist überfällig und fällt eindeutig in den Bereich Menschenrechte.

  15. Haschberg

    Natürlich muss das Ganze eine ausgewogene Vielfalt an Produkten und Stärken beinhalten, zu der auch Harze und Öle zählen und alles zu einem fairen Preis. Ansonsten werden die Schwarzmärkte weiter aufblühen.
    Die Pharmabranche sollte aus alledem möglichst herausgehalten werden, sonst wird das nichts Gescheites.
    Darüber wird es sicherlich noch allerhand Diskussionsbedarf geben.

  16. Kawumm

    Das ist eine ganz große Verarsche. Die Typen, die in Namen der Kiffer sprechen, sind U-Boote, die nur ihren eigenen Vorteil suchen.
    „Haucap und sein Team haben mit einer Cannabis-Steuer von 4,5 Euro pro Gramm gerechnet und kommen allein damit auf 1,8 Milliarden Euro Mehreinnahmen“, zitiert der Tagespiegel. Und weiter: „Die Cannabis-Konsumenten würden gerne Steuern zahlen, wenn sie dafür Streckmitteln und dem Schwarzmarkt entkommen würden.“ Das sagte Wurth, der Privateigentümer des DHV.

    Also, ich zahe bestimmt keine 4 Euro 50 Steuern pro Gramm. Derzeit kostet ein Hek mittelprächtiges Haschisch aus Marokko beim Hausdealer zwischen 550,00 und 650,00 Euro netto. Eine Legalisierung würde den Preis verdoppeln. Nicht mit mir!!!

  17. Hans Dampf

    Immer ist nur von Gras die Rede.
    Und was ist mit den Haschisch-Raucher/innen. Eben solche, die sich aus Einheitsgras welches unter Kunstlicht gewachsen ist nicht viel machen. Womöglich müssen Hanfblütenharz-Liebhaber/innen weiterhin mit Ärger rechnen wenn Sie mit Hasch vom Schwarzmarkt angetroffen werden. Sollen denn jetzt alle auf Blattgrünware (mit Schuss) umsteigen?
    Aber wir sollen ja nicht meckern und jammern. Wir sollen froh und dankbar sein für das was kommt und über das was uns zugestanden wird.
    Also, ich bleibe dabei. Die Idee den Verkauf ausschließlich über die Apotheken zu regeln ist unausgegorener Mist.
    Denn nicht zuletzt sollte auch an die Kinder gedacht werden. Deren Schutz darf schließlich nicht für den Reibach junger und moderner Apotheker/innen geopfert werden. Nicht wahr Herr Apotheken-Haase.

  18. MicMuc

    Erst recht an Schulen müssen Drogen und Kriminelle konsequent mit allen Möglichkeiten des Staates bekämpft werden. – Mario Czaja (Kompetenzteam von Friedrich Merz für das neue Grundsatzprogramm der CDU), Facebook-Eintrag vom 10.07.19

  19. Smile Indica

    @ Hans Dampf

    Natürlich ist das unausgegeorener MIst, oder hast du von diesen Typen jemals was anderes gesehen. Sie stehen mit dem Rücken an der Wand mit ihrer faschistischen Drognpolitik und versuchen uns tzrotzdem noch das Fell über die Ohren zu ziehen, das kriminelle Gesindel. Ds hat nichts mit Jugendschutz zu tun, es geht einzig undallein darum einer späteren Verfolgung ihrer Taten zu entkommen und uns dabei noch auszupressen. Die Gesllschaft hat von diesen Korruptlingen in keinem Bereich etwas zu erwarten.

  20. MicMuc

    @Smile Indica
    Heute im Spiegel gelesen zu den Erwägungen der Ampel-Koalition: „Nicht zuletzt sei es falsch, Millionen Cannabiskonsumenten zu kriminalisieren.“ Solange die Staatsverbrechen von der Presse verniedlichend relativiert werden mit Begriffen wie „falsch“ (falsch ist es, Tischmanieren nicht einzuhalten, ebenso wie andere Menschen ins Koma zu prügeln) gibt es auch keine Opfer. Später können Minister wie BVG-Präsident dann vielleicht von Opfern der „Herrschenden Umstände sprechen“, um sich gleich damit selbst zu exculpieren. Die einzigen Opfer der Prohibition in der gegenwärtigen (spießer)gesellschaftlichen Diskussion sind Polizei und Justiz, die heillos „überlastet“ sind und die ganze Gesellschaft, die für eine „nicht zielführend Politik“ mit Steuern belastet wird. Zuguterletzt frage ich in die Runde: ist je ein Politiker, ein Polizist, ein Staatsanwalt oder Richter für die staatliche Verfolgung von Schwulen belangt worden⁉️

  21. MicMuc

    In den „embedded media“ läuft das Ganze unter der Rubrik „Lifestyle- Diskussion“. Mir kann keiner weismachen, daß unsere ach so investigative Journalistenschar von dem nichts mitkriegen will, wovon tausende von Anwälten, Ärzten, Psychotherapeuten etc. Kenntnis haben‼️

  22. MicMuc

    Aber ne KZ-Sekretärin mit über 90 Jahren vor Gericht ziehen mit der Begründung: sie ist zwar nur ein kleines Rädchen; aber ohne diese hätte das unmenschliche System nicht funktioniert … Potenzierte Heuchelei einer korumpierten Gesellschaft ohne Gewissen!

  23. Otto Normal

    @MicMuc
    „Aber ne KZ-Sekretärin mit über 90 Jahren vor Gericht ziehen mit der Begründung: sie ist zwar nur ein kleines Rädchen; aber ohne diese hätte das unmenschliche System nicht funktioniert … Potenzierte Heuchelei einer korumpierten Gesellschaft ohne Gewissen!“

    Eigentlich will man gar keine Täter aus der NS-Zeit vor Gericht stellen, weshalb die meist erst mit 90 oder älter vor Gerícht gelangen. Da ist dann „lebenslänglich“ gar nimmer so lang. Aber hin und wieder zieht man halt gerne so eine Show ab für das Volk. Wird dann in allen Programmen ordentlich breit getreten und alle können sich beruhigt zurücklehnen da ja was gegen die Nazis getan wurde. Man holt sich nach den Nachrichten dann ein frisches Bier und schaltet um auf Tatort oder Sport.

    Da man sich damals nicht in der Lage sah hochrangige Nazis zu erschießen, weil man sie noch brauchte um das nächste reaktionäre Schweinesystem aufzubauen (Adenauer: „Ich schütte das Spülwasser nicht weg bevor ich frisches habe“) bleiben leider nur noch so kleine Fritten wie Hausmeister oder Sekretärinnen übrig.

    Es geht aber dabei nur um die Symbolik da stimme ich Dir voll zu.

    Ich denke die Legalisierung wird scheitern.
    Die FDP-Fraktion wird sagen das sie zu allem bereit war aber es sei eben aus EU-rechtlichen Gründen nicht möglich. Lieber gar nicht legalisieren als falsch zu legalisieren. Kennen wa oder?

    Die SPD-Fraktion wird sagen das sie von vornherein zwar diskussionsbereit gewesen sei (sind die Sozis ja immer) und sich auch stark für die Kiffer eingesetzt habe, jedoch ebenfalls von vornherein auch sehr skeptisch ob des Erfolges dieses waghalsigen Unternehmens, in Anbetracht der schwierigen internationalen Hürden z.B. diverse Abkommen und des EU-rechtes

    Die Grünen werden sagen daß sie gekämpft haben wie die Löwen um ihr Wahlversprechen zu halten und den Kiffern endlich die überfällige Freiheit zu bringen, aber leider sei die Legalisierung aufgrund der Problematik mit dem EU-Recht irgendwann mal gescheitert nachdem man tausende von Lösungen durchdiskutiert hat, jedoch letztendlich fallen lassen mußte, so wie die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen von 130 km/h. Jeder muß leider Opfer bringen damit die Ampel an den Start gehen kann. Aber bei der nächsten Regierungsbildung will man das Thema nochmal aufnehmen und ja es kommt auch ins Wahlprogramm für 2025, 2029 und 2033 mit rein, das habe der Parteitag unlängst geschlossen beschlossen.

    Warum gerade das EU-Recht? Weil sich kaum jemand auskennt.
    Das mit „Brüssel ist schuld!“ hat deshalb ja auch Jahrzehnte lang geklappt, jeder hat es geglaubt.
    Brüssel ist weit weg und damit der ideale Sündenbock für unpopuläre Entscheidungen.

    Die EU ist dafür extra geschaffen worden um alles noch undemokratischer und undurchsichtiger zu machen und um ein weiteres Parlament zu haben in das man debile Greise wie Stoiber (CSU) oder völlig unfähige DB wie Mortler (CSU) bequem, unauffällig und kostengünstig (zahlt der Steuerzahler) entsorgen kann, quasi der Papierkorb der Nationalparlamente.

    Luxemburg hat auch auf Probleme mit EU-Recht verwiesen als dort die Legalisierung ins Stocken geriet. Vllt. gibt es da noch mehr Verträge die kaum jemand kennt.

    Ich bin sehr skeptisch. Die Verhandeln noch in 3,5 Jahren wenn es so weitergeht, zwischendurch immer mal Landtagswahl wo gar nix geht wegen Wahlkrampf und dann heißt es Thema muß vertagt werden da nun die nächste BT-Wahl ansteht.

    Rasche Umsetzung sieht anders aus wie man an der coronabedingten Aufhebung der „unantastbaren“ Grundrechte gut sehen kann. Das ging fast über Nacht. Für das neue Ermächtigungsgesetz hat man nicht mal 24 Std. gebraucht. Vormittags im Parlament abgenickt, Nachmittags hat Winkewinke Steini unterzeichnet, das ging so schnell, keiner hat es gemerkt. Muß damals bei Hitler ähnlich glatt abgelaufen sein.

  24. MicMuc

    Die Union besteht aus reaktionären Funktionären, denen nichts wichtiger ist als die simple Ordnung für simple Gemüter. Sie ist ein Wert an sich, weshalb sich die Frage nach Sinnhaftigkeit, rechter Gestaltung etc. nebensächlich. Und das ist das faschistische Denken. Alles definiert sich im System und aus dem System heraus (Ideologie), aus der sich die Legitimität der Institutionen speist, weshalb diese sich weder rechtfertigen noch verantworten müssen Und weil wir einen demokratischen Rechtsstaat haben mit Meinungsfreiheit, freien Wahlen, Gewaltenteilung etc. kann es auch kein Unrecht geben oder Zensur. Jeder, auch der es philosophisch begründen kann, daß wir keine echte Demokratie mehr haben, daß der Rechtsstaat korrumpiert ist, daß wir keine Diskurskultur haben, der sich dieser Ordnung widersetzt gehört schon zu denen, die außerhalb des demokratischen Spektrums stehen. Wer es wagt, gegen die verbrecherische Prohibition zu handeln, und sich dabei auf Platon, Thomas v. Aquin und Kant beruft und zudem die ganze Prohibition in jedem einzelnen Punkt (Begrifflichkeit, Historie, empirische Wissenschaft, Anthropologie, Rechtsphilosophie etc) stringent widerlegen könnte, läuft Gefahr, als Schwerverbrecher von der Staatsgewalt außerhalb der Gesellschaft gestellt zu werden oder ganz vernichtet. Was mich ärgert ist, daß das Thema „Drogenkonsum“ als Frage von Lebensführung oder demokratischen Mehrheiten gesehen wird. Es ist mir scheißegal, ob die Mehrheit der Deutschen für eine Legalisierung ist oder ob die Zeit reif dafür ist Die Umfragen dazu sind gruselig (die meisten der Leute waren vom Horizont nicht mal in der Lage die Fragestellung zu verstehen, geschweige denn eine qualifizierte Antwort zu geben. Grund- und Freiheitsrechte sind universell, allgemein und überzeitlich und an das Subjekt gebunden. „Schwulenrechte“ kling wie ein Toleranzedikt. Und „Legalisierung“ mutet an wie ein großzügiges Zugeständnis an eine (Rand)Gruppe von Menschen. Wer nicht das Thema grundsätzlich, also philosophisch angeht, also vom Aspekt der Freiheitsrechte und des Gleichheitsgrundsatzes, der ist selber auf dem falschen Dampfer. Er fordert nicht die Freiheitsrechte ein sondern sieht sich selber als Bittsteller, der sein Ansinnen noch begründen muß und auf kleinste Gnadenakte des Staates hofft (was für eine armselig Lächerlichkeit). Zudem kann er so auch nie das staatliche Handeln als menschen- und grundrechtverletzendes Verbrechen an den Pranger stellen. Gerade die Bürgerlichen, aus deren Feld ja das nazistische Gedankengut kommt, berufen sich immer auf historische Verantwortung, wenn es um Antisemitismus und Rassismus geht. Sie verharren reaktionär in Ordnungstrukturen, an denen abzulesen ist, was gut und falsch ist: Antisemitismus falsch, Prohibition richtig. Und die Begründungen hierfür verraten die faschistischen Denkstrukturen: Volksgesundheit, Ordnung, Kontrolle, der Politiker als Volktribun, die Institutionen als moralische Instanz (Bsp Polizei), Volkswille, Staats-Gewalt als unhinterfragbares Mittel, Obrigkeitsdenken etc. Gegen diese Ordnung ist man machtlos. sie ist schließlich richtig, legitim, selbsbegründend und – referierend und von allen echten Demokraten der bürgerlichen Mitte anerkannt (common sense). Alle anderen hingegen „wollen einen anderen Staat“ (als den demokratischen). In einem ungebildeten, unaufgeklärten Ordnungsstaat von Reaktion und Restauration, das weder diskurswillig noch -fähig ist, darf man notwendige Veränderungen nicht erwarten. Insofern ist die Demokratie am Ende. Selbst wenn wir jetzt Weed in der Apotheke kaufen „dürfen“ (was dann als leuchtendes Beispiel einer offenen und liberalen Gesellschaft von den Journalisten gefeiert wird) ist die eigentliche Diskussion vertan und erledigt, weil wir keine Denker mehr haben, die Fehler im System erkennen und aufzeigen und die das System als ganzes hinterfragen (Häresie). Denn Ordnung und Sicherheit haben eine dienende Funktion der Wahrung der Freiheit des Einzelnen in einer freien Gesellschaft. Wer dieses Verhältnis umkehrt (wie die Union-Scheriffs), der pervertiert den Staatsgedanken, der zerstört den Rechtsstaat und die Demokratie. Leider argumentieren fast alle Liberalisierungsbefürworter auf der ähnlich falschen Ebene wie die Ideologen der Prohibitionisten. Daher kann es keine der Sache angemessene Lösung geben. Und der Staat nimmt sich weiterhin (anmaßend) das Recht, das Leben mündiger Bürger zu strukturieren, kontrollieren und überwachen. Denn weder in der Schwulenfrage noch hier wird das unrechtmäßige Handeln des Staates thematisiert, sondern man führt Scheindebatten, ob „Drogen“ gesundheitsschädlich sind oder ob die Prohibition Polizei und Justiz überlastet (das sind keine Argumente). Wer keine Bildung hat, gibt die Wahrheit auf, und alles erschöpft sich in fruchtlosen Scheindebatten subjektiver Meinungen, die für sich plausibel sein mögen und letztlich nur zu einem Minimalkonsens führen um des gesellschaftlichen Frieden Willen. Die Wahrheit ist, daß die Prohibition gegen Humanismus und Aufklärung verstößt (Schweigen im Bellevue), ja gegen Grund und Menschenrechte, und sie ein beispielloses systematisches staatliches Unrecht bedeutet „im Namen des Volkes“ (vermutlich in faschistischer Lesart). Noch zu system relevanten Journalisten: Ihr, die Ihr gegen Trump, Corona- und Klimaleugner hart ins Gericht geht, weil doch Fake-News, unwissenschaftliche Äußerungen etc. ja um der Wahrheit und des journalistischen Anspruchs willen nicht unwidersprochen bleiben dürfen, Ihr veröffentlicht Pressemitteilungen des Polizeigewerkschaften, Ihr gebt mit Thomasius einer irren Einzelmeinung auf allen Kanälen freien Raum, als spräche er für die medizinische Wissenschaft, und Innenminister Herrmann darf jeden widerlegen Stuß äußern, dazu in logischen Brüchen, ich sag es so: die Unwahrheit sagen, ohne daß ihm mal einer in die Parade fährt. Und wenn nun Cannabis eine Einstiegsdroge ist, Drogenkonsum kriminell, Drogenkonsumenten alle süchtig sind, jetzt auch die Verkehrssicherheit gefährdet etc. (Framing), dann wird nach dieser so ehrlichen und offenen Diskussion doch jeder „vernünftige“ Bürger eher tendieren, sich für das richtige entscheiden, also für die bisherigen Staatsdoktrin (Ordnung) , die ja ein Abenteuer ist mit ungewissen Ausgang (Chaos). Und diese Art von richtiger und demokratischer Entscheidung, die dann in einer parlamentarischen Gesetzgebung Legitimation findet, ist dann auch so zu akzeptieren (man sollte dankbar sein). Unsichtbar von der Öffentlichkeit werden weiterhin, unschuldige Menschen entrechtet und verfolgt. Und die Presse wird weiterhin tagtäglich berichten, wie die Polizei die so-genannten Verbrecher dingfest machen, womit sie sich große Meriten um die Ordnung und Sicherheit verdienen. Und weil das im perversen bürgerlichen Denken als oberstes Prinzip gilt, werden Fragen nach Menschen- und Grundrechten nachgeordnet gestellt (und bei den Drogenkriminellen schon gar nicht, denn die verstoßen gegen Recht und Gesetz, weshalb ihre Verfolgung die Außerkraftsetzung von Grundrechten erfordert). Das Richtige wird Unrecht und umgekehrt, die Lüge wird zur Wahrheit, die Idee wird zur Form, Grundrechte werden verhandelbar (zur Wahrung der Sicherheit), das autokratische Gemeinwesen steht über dem autonomen aufgeklärten Bürger, der Staat zementiert seine Strukturen so sehr, daß er in seinem sosein als Wirklichkeit die Wahrheit seiner Idee verkörpert, also die Wahrheit selbst als verwirklicht vorliegt, weshalb um sie nicht mehr gestritten werden muß: „freiheitlich demokratische Grundordnung“ ist schon lange nicht mehr ein leuchtender Begriff sondern mißbraucht als Kampfbegriff und Totschlagargument. Mich wundert nur (oder auch nicht), daß unsere Journalisten orakeln, woher die gesellschaftliche Spaltung kommt, das Mißtrauen in Staat und Medien, die Demokratiemüdigkeit, Hass und Hetze und schießen sich auf Populisten wie Trump und Orban ein und scharen sich eng um die bürgerliche Mitte als gemeinsames Bollwerk gegen die Feinde der Demokratie (die ja erst durch das Establishment aausgehölt wurde)

  25. QiSan

    4 Millionen Cannabis-Konsumenten können nicht irren.

    Drei Varianten der Ampel-Koalitionsverhandlungs-Täter stehen im Raum:

    Eine kontrollierte Abgabe an Erwachsene in lizenzierten Verkaufsgeschäften (Big-Bussines-Lobby-Variante)

    Wissenschaftliche Modellprojekte unter Aufsicht des Gesundheitsministeriums (Gähn, hol doch mal den Amtsschimmel Cowboy)

    Entkriminalisierung statt Legalisierung: Für Besitz und Konsum von Cannabis würden Bußgelder und nicht mehr Strafen verhängt. (Kein Fortschritt)

    Selbst hier im Forum wird kontrovers argumentiert. Daran sieht man wie komplex das Thema ist, wenn man es in alle Einzelteile zerlegt. Für und wieder, hin und her. Dieses Klein-klein-Ding bringt nichts. Hier ein wenig, da ein wenig.

    Man sieht doch, überlässt man Lobbyisten, Politiker, Beamten und dem Macht-Geld-Wirtschaftskomplex die Zügel, kommt nichts gescheiter zustande.

    Macht Hanf legal und damit die Menschen frei, dass zu tun was ihr verfassungsmäßiges Recht ist.
    Wer Cannabis anbaut und/oder einnimmt schädigt keine andere Menschen. Das Verbot ist nur ein Instrument der Gängelung, Bevormundung und Kriminalisierung. Das Recht auf freie Entfaltung (Grundgesetz) der Person wird eingeschränkt.

    Wer Hanf nicht verträgt oder damit umgehen kann soll es sein lassen oder macht was falsch.
    Set und Setting, Höhe der Dosierung. Auch gibt es hunderte verschiedene Sorten (Indica, Sativa, Hybrid) – nicht alle wirken gleich oder sind für jeden das richtige Kraut.

    Wichtig wäre eben auch, dass die Forschung in Deutschland, ähnlich wie in Israel, endlich mal gestartet wird. Das geht eben nur mit einer Legalisierung. Ärzte, Wissenschaftler etc. müssen ohne Angst vor Regressionen und Mobbing an die Sache rangehen können. Forschungsgelder müssen bereitgestellt weden. Aber auch die nötigen Forschungsstätten mit der gewissen Wichtigkeit etabliert werden – zum Wohle des Menschen und dem ganzen Planeten.

    PEACE

  26. Substi

    @MicMuc
    Was hast DU denn für Extreme? Hier geht es um Cannabis und seiner Legalisierung und Du schwafelst hier von Nazis, KZ’s, Queerdenkermüll und Bevölkerungsübernahme…
    Ich hab schon länger Deine Kommentare verfolgt und wenn Du nicht schon immer so warst, hast Du eine starke Radikalisierung durchgemacht!
    Komm mal wieder auf Unsere Themenebene zurück, ich lese Deine Kommis eigentlich ganz gerne…

  27. MicMuc

    @substi: „Du schwafelst hier von Nazis, KZ’s, Queerdenkermüll und Bevölkerungsübernahme…“ lIch denke, daß ich den Gedanken anders verfaßt habe als Du ihn (vor allem in die besagte Richtung) interpretierst. Ich fasse ihn zusamnen: Wir verknüpfen historisch gewisse unmenschliche Auswüchse an zeithistorisch umgrenzte Ideologien und deren vermeintliche Urheber: Weil der Antisemitismus Ausmaße eines Genozids annahmen, hat das berechtigte Entsetzen dafür gesorgt, daß vor allem die Bürgerlichen ihn mit viel Pathos, moralische Impetus und den Verweis auf Humanismus und Aufklärung verurteilen. Und sso schieben wir ersten das Thema von uns weg in die Vergangenheit. Und zugleich soll unsere Gesellschaft von heute als liberal, offen und tolerant ausgewiesen werden in Absetzung zur Ideologie, Gewaltdenken und staatlichen Verbrechen die die ganze Abgründigkeit des Nazismus abbildet. Indem wir immer verzeihen auf die Bösen Nazis von früher, oder die DDR drüben, die Achse des Bösen etc. übergeben ir in dem sehr deutschen Hochmut wieder über all die anderen als autoritär, unaufgeklärt, antiliberal etc, all das wogegen unser „freiheitlich Liberale Grundordnung“ So die stereotype, schematische, vereinfachende Sicht, mit der wir andere tadeln und belehren und damit deutlich Aussagen, daß bei uns sowas nicht mehr möglich ist, weil wir in einer offenen, aufgeklärten, liberalen Gesellschaft leben. Und wer so denkt, hat in seiner simplen Binnenlogig recht und weißt „berechtigterweise“ Jede Kritik als unangemessen bis demokratiefeindlich von sich, womit eine kritische reflektierte Prüfung erledigt wird. Kritisches, also philosophisches Denken, heftet nicht historischen Ereignissen ein Etikett an (Nazis = böse, weil extremer Antisemitismus. Das sind platative Kategorien, die echte Erkenntnis des Eigentlichen, Grundsätzlichen, Wesentlichen verhindert, nämlich die zugrundeliegenden Denkstrukturen. Wenn man tief genug nachdenkt sind Antisemitismus, Ausländerfeinlichkeit, Rassismus nicht spezielle, einzeln zu betrachtende Ideen bestimmter ideologiscger Gruppierungen, sondern sie alle sind nur Ausformungen der XENOPHOBIE. Erst wenn wir das erkennen, können wir den Blickrichtung vom sehr Vordergründige lösen und die Denkstruktur betrachten und in abstrakter Analyse unvoreingenommen aufzeigen, aufklären, wo diese Denkstrukturen zu finden sind und uns mit ihnen diskursiv auseinandersetzen um eben Indoktrination, Propaganda, Ideologie, autokratisches wie undemokratisches Denken als solche wahrzunehmen und zu bewältigen. Die verschärfte Schwulenverfolgung unter den Nazis (!) wurde bedenkenlos beibehalten, ohne wahrzunehmen, daß hier dieselben Mechanismen von Vorurteilen, Massenwahn und Sündenbockdenken zugrundelagen wie der Verfolgung von Hexen, Häretikern, Juden, Sinti und Roma zu. Hätte man nicht Historienmalerei betrieben, sondern wirklich aus der Geschichte gelernt,kein deses systematische staatliches Unrecht gegeben, denn der Staat hatte pflichtgemäß die Gesellschaft vor perversen, kranken Subjekte zu schützen, die zudem noch die Jugend gefährdet (mit Segen des BVG). Mir ist es als Opfer von Unrecht egal, ob in frühen Morgenstunden die Gestapo, die Stasi oder die bayrische Polizei mir die Wohnung stürmt und für 7,5 Monate in U-Haft steckt, was gesetzlichen Vorgaben widerspricht. Mir ist die Weltanschauung des Staatsanwälte egal, der eine Anklage formuliert, die so abenteuerlich konstruiert wurde als Kette von Mutmaßungen und Mithilfe eines Verfassung widrigen Gesetzes, daß ich als „Drogendealer“ verurteilt werden konnte. Mir ist egal, welches Gericht mich zum falschen Geständnis nötigt, daß ich überhaupt aus der Haft entlassen werden konnte. Mir ist egal, daß ich aufgrund diesen menschenverachtenden Irrsins so die Kriminalität- und Suchtstatistik angehoben habe, womit der Staat sein Handeln ins „rechte Licht“ setzt und legitimiert. Ich könnte noch Seitenweise Einzelheiten ausführen, die für sich jedem die Haare zu Berge stehen lassen würden. Aber Du hast, nachdem Dich der Staat zum Kriminellen gemacht hat, keine Chance Unrechtshandeln, Gesetzesverstöße, ja das BtMG argumentativ begründet als Willkür auseinanderzunehmen. Denn staatliche und mediale Indoktrination haben Brainwashing in Hochkultur vollzogen. Aber diese sind ja Merkmale von Autokratien und Diktaturen, von denen sich ein demokratischer Rechtsstaat unterscheidet. Ein solcher aber müßte die Prohibition aus den zentralen Aspekten des Persönlichkeitsrechts, der Freiheitsrechte und des Gleichheitsgrundsatzes gänzlich und ersatzlos aussetzen. Staatdessen diskutiert man, ob der Staat einer Gruppe das Recht „gewährt“ unter vielen Einschränkungen Marihuana zu erwerben. Und dann wird unser Staat wieder medial als offen, aufgeklärt, fortschrittlich und liberal gefeiert, während die Prohibition weiter für staatliches Unrecht sorgt, das es als solches in der öffentlichen Wahrnehmung ja nicht gibt, weil eine „freiheitlich demokratische Grundordnung“ sowas nicht zuläßt. Und faschistische Denk- und Handlungsstrukturen gibt es auch nicht, obwohl unsere Politiker sich überbieten in Forderungen nach Ordnung, staatlicher Gewalt, Verschärfung der Gesetze, Kompetenzerweiterungen der Polizeikräfte, Forderung nach immer härteren Strafen, Null Torenanz, und ausufernde Überwachung und Kontrolle, um subversive Zersetzung des Staates zu verhindern und die Volksgesundheit zu schützen. Schade, daß Du hier mein zutiefst aufklärerisches Anliegen in tiefer Sorge um das demokratische Gemein- und Rechtswesen in einen Topf mit den Querdenkern wirfst. Sowas kenne ich nur von den staatsstragenden Medien, die damit jede noch so berechtigte Staatskritik desavouiert.

  28. Substi

    @Mic Muc
    Wie auch immer! Du scheinst zu glauben ich bin zu doof um Dein Geschwafel zu verstehen…!?
    Im Grunde hast Du mir Recht gegeben und es auch gleich noch bewiesen!
    Mach doch einen „Wutspaziergang“ zum Anheizen und Schwafel noch ’ne Runde von Antisemitismus….
    Wie auch immer, die Leutz um Uns herum werden halt immer dümmer, auch wenn sie sich einer schwurbelnden Sprache bedienen!
    Prost noch! Tz…..

  29. SehrGut

    @mic_muc
    Hut ab ! Genial und eloquent. Leider verstehen das die meisten Leute in unseren „freien“ und „aufgeklärten“ „Demokratien“ nicht (etwas schlichte Gemüter, aber mit bewundernswerter Arroganz und Ignoranz), trotzdem bleibt es wahr und richtig was Du schreibst und denkst.

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