Montag, 18. Januar 2021

Beeinträchtigt Cannabis die Fruchtbarkeit der Frau?

US-amerikanische Forscher schlagen Alarm: Fertilität bei kiffenden Frauen um 40 Prozent niedriger

Cannabis
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Von Sadhu van Hemp


Seit Adams Zeiten ist bekannt, dass die Dosis das Gift macht. Wer eins und eins zusammenzählen kann, weiß überdies, dass die Fruchtbarkeit von Menschen durch diverse Einflüsse beeinträchtigt werden kann. So müssen Frauen, die wie Schlote rauchen, in Kauf nehmen, dass sie ihre Gebärmutter schädigen und ihre Fertilität verringern, da sich die befruchtete Eizelle nur sehr schwer in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Studien aus dem letzten Jahrhundert haben gezeigt, dass nur die Hälfte der Frauen, die rauchten, schwanger wurde, während bei starken Raucherinnen sogar nur ein Drittel Mutterfreuden entgegensah.

 

Nun hat sich ein Forscherteam des U.S. National Institute of Child Health and Human Development damit beschäftigt, die gesammelten Daten von Frauen neu zu untersuchen, die zwischen 2006 und 2012 an einer Studie teilgenommen hatten, die herauszufinden sollte, inwieweit Ernährungs- und Lebensstilfaktoren die Fruchtbarkeit beeinflussen. Befragt wurden mehr als 1.200 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren, die einen oder zwei vorherige Schwangerschaftsverluste erlitten hatten. Bis zu sechs Monate wurden die Menstruationszyklen beobachtet, während die Frauen versuchten schwanger zu werden oder während der Studie schwanger wurden.

 

Bei der Aufnahme in die Studie wurden die Teilnehmerinnen u.a. gebeten, ihren Konsum von Haschisch und Marihuana in den letzten 12 Monaten darzulegen. Auch mehrere Urinproben waren während des Untersuchungszeitraums abzugeben. 62 Frauen – etwa 5 Prozent – wurden THC-positiv getestet oder gaben zur Antwort, dass sie vor der Empfängnis Cannabis konsumiert hätten.

 

Die Analyse der alten Datensätze ergab, dass die Frauen, die Cannabis konsumierten, während sie versuchten, schwanger zu werden, eine um 41 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit hatten, während der sechs Monatszyklen schwanger zu werden, als diejenigen, die während dieser Zeit kein Cannabis konsumiert hatten. Etwa 42 Prozent der Cannabis-Konsumentinnen wurden während des Studienzeitraums schwanger, verglichen mit 66 Prozent der Frauen, die nicht konsumierten. Die Rate der Fehlgeburten unterschied sich zwischen den beiden Gruppen nicht.

 

Die Wissenschaftler wollen überdies festgestellt haben, dass Cannabis-Konsum Auswirkungen auf die Fortpflanzungshormone hat, die am Eisprung beteiligt sind. Der Verdacht liege nahe, dass Cannabis die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis verringert. Diese Annahme ergäbe sich auch aus Tierversuchen, die gezeigt hätten, dass Cannabis nicht nur den Hormonspiegel beeinflusst, sondern darüber hinaus den Eisprung, die Aufnahmefähigkeit der Gebärmutter und die Einnistung eines Embryos erschweren kann.

 

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass die Studie nicht beweisen kann, dass Cannabis-Konsum die Fertilität bei Frauen mindert, sondern nur, dass es einen Zusammenhang geben könnte. Die untersuchte Gruppe von 62 Kifferinnen mit Kinderwusch war viel zu klein, um daraus ableiten zu können, dass Cannabis ein „Verhütungsmittel“ ist. Zudem fehlen valide Daten über die konsumierten Mengen und die Form der Einnahme.

 

Zu guter Letzt sagen die seinerzeit abgefragten Daten nichts über die Konsumgewohnheiten des männlichen Geschlechtspartners aus, der nun mal als Samenspender unentbehrlich ist und obendrein noch über die nötige Manneskraft verfügen muss. Die Studie spart den Faktor „Mann“ aus – geradeso als gäbe es eine unbefleckte Empfängnis.

 

Die Studie ist folglich ohne jede Beweiskraft für das, was sie suggerieren will. Die Prohibitionisten stören sich daran nicht. Schließlich hilft jede Negativschlagzeile, den Mythos der gefährlichen Haschgiftpflanze aufrechtzuerhalten. Die Horrorbotschaft an alle Frauen mit Kinderwunsch ist: Finger weg vom Hanf, wenn ihr fruchtbar bleiben wollt.

 

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9 Kommentare
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Otto Normal
Otto Normal
10 Monate zuvor

Die nächste Sau die durch Prohibitionsdorf getrieben wird. Die Prohibitionsarschlöcher kommen auf immer krudere Ideen nur um ihr widerliche Ideologie durchzuprügeln mit aller Gewalt. Als ich noch in der Reha war wollte mir einer der Kardiologen dort tatsächlich weismachen Cannabis würde einer neuen Studie nach den Herzmuskel schädigen. Aber er konnte mir nicht sagen wo man das nachlesen kann. Ich entgegnete ihm daß ich aber keine Probleme mit dem Herzmuskel hatte, trotz 40 Jahre Kifferei, sondern an den Gefäßen operiert worden war, die ein Opfer der Tabaksucht geworden waren, da dieser ja beim Konsum (dank Prohibition) immer durch die Hintertüre mit rein kommt. Der Arzt wollte da auch nicht weiter drüber diskutieren. Da wird einfach etwas in den Raum geworfen… Weiterlesen »

DIE HANFINITIATIVE
10 Monate zuvor

Zum Thema “Frauen” – Allgemein und im Besonderen: egal wieviel Unrecht uns auch wiederfährt/wiederfahren ist… @WIR sollten uns nicht in die Reihe “derer” begeben (zumindest ist das meine Bitte und ein Wunsch an unsere Community) 🙂 DAS, SOWAS dient bestimmt nicht @UNSERER Sache. […] Vergewaltigungsfantasien, Todeswünsche – und keine Konsequenzen? Immer häufiger wird Luisa Neubauer Zielscheibe sexualisiertem Hasses. Doch die Täter bleiben oft straffrei. Deswegen fordern wir eine konsequente Strafverfolgung! ➡️ Unterzeichne jetzt unseren Appell gegen den Hass: “https://aktion.campact.de/hate-speech/appell-bundesweit/teilnehmen?utm_source=post-facebook&utm_medium=social&utm_campaign=18-01-21%20Luisa%20Neubauer%20Hate%20Speech” […] Quelle – Campact e. V.: https://www.facebook.com/campact/photos/a.422350981364/10157955591376365/ Mir tut so eine Scheiße sehr leid, liebe Luisa und ich wünsche @WIR könnten Dich davor beschützen. @WIR möchten Dir aber das Gefühl geben, dass Du nicht alleine dastehst, sondern dass @WIR hinter Dir… Weiterlesen »

Rainer
Rainer
10 Monate zuvor

Meine beiden Söhne waren Wunschkinder und kamen trotz exessiver Kifferei planmäßig zum gewünschten Zeitpunkt.

gein
gein
10 Monate zuvor

nein tut es nicht.
Aber ähnliches viel wichtigeres Thema (außer für Leute die sowieso gegen Kondome sind): wer ernährt bei der Resourcenknappheit in Zukunft diese Anzahl von Menschen ? Und das bei Klimawandel, verschleppter Arbeitsmarktpolitik und Armut. Egal, kann sich die Jugend oder wer weiß wer drum kümmern

Hermes
Hermes
10 Monate zuvor

Die Schäden durch Alkohol natürlich kein Thema .
Widerlich Krank die ganze Scheisse!

Tfdfhh
Tfdfhh
10 Monate zuvor

Wichtig wäre auch die Konsumform. Schädliche Verbrennungsprodukte oder Aromatendampf.

Manni
Manni
10 Monate zuvor

Es ist ja nicht so als das die Menschen erst seit nem JAhr kiffen.Eigentlich habens nie aufgehört…nur versteckt halt…..sind wir weniger geworden?wäre mir nichts aufgefallen….

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10 Monate zuvor

[…] Tento článek byl poprvé publikován 18. ledna 2021 v „Hanf Journal“. […]

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10 Monate zuvor

[…] Cet article a été publié pour la première fois dans «Hanf Journal» le 18 janvier 2021. […]