Montag, 5. Oktober 2020

Spanische Polizei erringt grandiosen Sieg im Anti-Cannabis-Krieg

Bei der größten Offensive gegen den Cannabis-Schmuggel auf dem Seeweg werden 35 Tonnen Haschisch erbeutet

Cannabis

 

 

Von Sadhu van Hemp

 

 

Letzte Woche kam es bei der „Operación Goleta-Gratil“ zum mehrtägigen Showdown in den Gewässern vor Marokko und den kanarischen Inseln. Speedboote der Zollbehörden brachten mit Luftunterstützung zwei Luxusjachten vor Fuerteventura sowie je eine in der Meerenge von Gibraltar und vor der Küste Marokkos auf, die insgesamt 35 Tonnen Haschisch geladen hatten. Neben den 13 Seeleuten bulgarischer und russischer Nationalität wurden zwölf weitere Personen in Andalusien, Málaga und Barcelona festgenommen. Der Marktwert des Cannabis-Harzes soll sich laut Polizei auf rund 60 Millionen Euro belaufen.

 

Dem finalen Schlag gegen die illegale Handelsorganisation gingen intensive Ermittlungen der Policia National und des spanischen Zolls voraus. Im Oktober 2019 erweckte eine unter deutscher Flagge segelnde Jacht den Verdacht, für Schmuggelfahrten großer Mengen Kokain eingesetzt zu werden.

Die Spur führte zu einer Gruppe osteuropäischer Btm-Importeure, die in der Provinz Málaga Residenzen und in den bulgarischen Städten Varna und Burgas ihren Firmensitz haben. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass die Organisation im großen Stile den Import von Kokain aus Guinea nach Europa koordiniert. Während der Observationsphase zeigte sich, dass die Gruppe überdies dabei war, zu expandieren und in ebenso großem Stile Haschisch aus Marokko nach Spanien, Portugal und Griechenland zu schmuggeln.

Laut Polizei soll die Corona-Pandemie den Anlass gegeben haben, da der erhöhte Kontrolldruck den Frachtverkehr von Marokko über die Straße von Gibraltar behindert und den Landweg zunehmend unsicherer macht. Somit bot sich für die Kokain-Handelsgesellschaft an, mit ihren Booten in die Bresche zu springen, um den Haschischimport nach Europa aufrechtzuerhalten.

 

Auf Mallorca sollen extra für diesen Zweck Segelboote im Wert von bis zu einer Millionen Euro erworben worden sein, die dann auf den Kanarischen Inseln auf Reede gingen. Im Spätsommer stachen die ersten beiden Boote in See, das eine mit einer Tonne Kokain an Bord, das andere mit mehr als vier Tonnen Haschisch. Beide Boote wurden vom spanischen Zoll abgefangen.

 

Anfang letzter Woche erfolgte dann der letzte Akt der von Zoll- und Polizei beaufsichtigten Schmuggeltätigkeit. Die verbliebenen vier Boote lichteten in den kanarischen Häfen gleichzeitig die Anker und stachen in See. Außerhalb der Drei-Meilen Zone in den Gewässern vor der Küste Kénitras, einer Großstadt im Nordwesten Marokkos, wurde die von Schlauchbooten angelieferten Haschischballen schließlich an Bord genommen – in dem Glauben, dass das Katz- und Mausspiel gutgehen würde. Doch zum Leidwesen der Schmuggler und vieler Tausend Cannabis-Konsumenten tat es das nicht: In den darauffolgenden Tagen wurden alle vier Boote nacheinander von schwerbewaffneten Zollbeamten geentert und aufgebracht.

 

Die „Operación Goleta-Gratil“ wurde von der Polizei- und Zollbehörde mit spektakulären Bildern detailliert dokumentiert und zur Freude aller Cannabis-Prohibitionisten von den spanischen Medien ausgiebig gefeiert.

 

 

14 Antworten auf „Spanische Polizei erringt grandiosen Sieg im Anti-Cannabis-Krieg

  1. Lars Rogg

    Es gibt ja in Europa keine anderen Probleme oder Aufgaben die sinnvoller wären….ein Armutszeugnis !!
    Das schöne Hasch…könnte heulen 🙁

  2. Torben

    Der Krieg wird von allen europäischen Steuerzahlern finanziert. Wer Kriegstreiber-Politiker wählt, ist selber schuld.

  3. Horst

    Ich hoffe, die Festnahmen sind nur ein PR-Abschreckungs-Versuch. Auch wenn es stimmen sollte, spiegelt es die Machtlosigkeit der Kriegstreiber. Mit Unsummen vom Volk, sinnlos den Willen der Völker bekämpfen. Schlaue Politik! Warum nicht Panzer bauen, Atombomben benutzen und alles abmätzeln – geht schneller. Wahlen sind so sinnlos – nur Märchen der Demokratie. Freue mich, anstatt alle 4 Jahre, jetzt nur noch alle 5 Jahre verarscht zu werden.

  4. M. A. Haschberg

    Den Spaniern ist wirklich nicht mehr zu helfen.
    Auf der einen Seite greifen sie das für die Gesundheit und die Bewältigung des Coronavirus so unentbehrliche Haschisch ab und auf der anderen Seite sehen sie tatenlos zu, wie der Mißbrauch des verdammten Alkohols für immer neue Lockdowns sorgt, die durchaus das Zeug haben, ihren Staat noch weiter in den Ruin zu treiben.
    Da läuft doch was völlig schief.

  5. Rudi

    Uns ist allen nicht mehr zu helfen.
    Alles Weicheier.
    Corona wäre längst ausgerottet, wenn selbst Politiker sich nicht überall, wie läufige Hunde, rumtreiben würden. Primär verteilt wurde Corona durch Manager, Politiker – all das so saubere, regelmachende Volk.

    2 Wochen ohne jeglichen Kontakt, für alle, würde reichen. Aber irgendwer ist immer unterwegs.

  6. rainer

    Ich fürchte um die Möglichkeiten an Maroc zugelangen.In den Coffeeshops gibt es den dann bald auch nicht mehr.Seit den politischen Coronamaßnahmen kriegen die Verfolger die Oberhand in Sachen Unterbindung.Diverse Sorten werden verschwinden.Schade.Ich sehe die Prohibition gewinnen.

  7. Rudi

    Lasst die Prohibition vorerst gewinnen – wo keine Kriegs-Beute-Erfolge, da kein Geld! Also Finger weg wenn nicht krank – medizinisch läufts doch gut. Bei der Versorgung sehen die Verantwortlichen genau so hilflos aus, wie in ihrem Krieg. Wenn die Wissenschaft weiter ist, dann werden Prohibitionisten Lügen gestraft. Das dauert eben seine Zeit.

  8. Greg

    Was mich hier noch besonders aufregt: Zusätzlich zu dem ärgerlichen Ergebnis ihrer unnötigen Arbeit mit der Überwachung und Verfolgung der Importeure hat die Zollbehörde auch noch das Geld und die Muße, einen 46 minütigen Propagandafilm zu drehen und auf Youtube zu veröffentlichen. Ich denke, das mindeste was wir tun können, ist ein Dislike für das Video ( https://www.youtube.com/watch?v=iIGSqQ-EFlk ) und vielleicht ein Kommentar. Kann man ja mit Deepl oder Google in Spanisch übersetzen lassen. 😉

  9. Ralf

    @Greg
    Ich habe mein dislike abgegeben, das machen aber zu wenige, deswegen überwiegen die likes. Geht auf die Seit und gebt ihnen den Daumen nach unten damit wenigstens etwas Gleichgewicht herrscht. Es sind zur zeit nur 80 likes(die kommen alle von den Schergen selbst) mehr als dislikes, das können wir doch schlagen. Ich habe dazu auch gleich einen Kommentar abgegeben. Bullen sind alle Kriminelle, weil sie wieder mal und eigentlich wie immer, für durch und durch verbrecherische korrupte Staatssysteme arbeiten.

  10. victor

    Ist doch nur n fake um alle zu ärgern. Polizei ist doch am Schmuggeln beteiligt. Sie müssen nur die Gelder für die Spezialabteilungen legitimieren.

    @Greg – gute Idee. disliken was geht. Die Kommentare sind wie bei uns. Pro Legalisierung und welche von Staatstreuen – irre

  11. Ralf

    Ich habe sogar eine Antwort bekommen, wohl von einem Marokkaner der mir in Bezug auf die kriminellen Schergen 100% zustimmt, und befürchtet daß im Rifgebirge dieses Jahr viele Menschen an Hunger sterben werden. Aber was ist los mit euch, wieso überwiegen die likes immer noch so krass?

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