Montag, 1. Juni 2020

Cannabis-Prozess gegen den Rapper Maxwell beginnt

Mitglied der „187 Strassenbande“ muss sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten

Cannabis
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Eine Glosse von Sadhu van Hemp

 

 

Viel hat seinerzeit nicht gefehlt, und dem Hamburger Rapper Maxwell von der „187 Strassenbande“ wäre das gleiche Schicksal wie dem US-Amerikaner George Floyd widerfahren, der letzten Montag in Minneapolis in aller Öffentlichkeit und vor laufender Kamera von der Polizei zu Tode gequält wurde. Am 28. April 2018 in Hamburg war’s, als zwei Polizisten kurz davor waren, wie ihre amerikanischen Vorbilder gänzlich durchzuknallen und den bereits vor ihnen knienden Rapper Maxwell mit blauen Bohnen zu durchlöchern. Erst als sich die bis unter die Zähne bewaffneten Polizeirambos gewahr wurden, dass der Musiker überhaupt keinen Widerstand leistet, besannen sie sich und richteten kein Blutbad an.

 

Dass die Hamburger Polizei gerne unverhältnismäßig zu Werke geht und Menschen übelste Gewalt antut, ist spätestens seit den Prügelorgien beim G8-Gipfel 2017 bekannt, als 189 Menschen mit „demonstrationstypischen Verletzungen“ in den Notaufnahmen der Krankenhäuser gezählt wurden. Wie hoch die Dunkelziffer der Verprügelten ist, ist nicht überliefert.

Mit der polizeilichen Handwerkskunst ist in Hamburg offensichtlich nicht weit her – und man kann immer wieder nur ungläubig staunen, was der rotgrüne Senat an polizeilichen Gewaltexzessen ungestraft durchgehen lässt.

 

Wie seinerzeit an jenem Frühlingstag vor zwei Jahren, als Spezialkräfte der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) wie eine amerikanische SWAT-Einheit die Behausung des Rappers stürmten. Statt sich kostengünstig eines Schlüsseldienstes zu bedienen, verschafften sich die Randalierer in Uniform mittels Blendgranate und Ramme Zutritt zur Wohnung, um am Ende niemanden anzutreffen, der ihnen ganz normal die Tür hätte öffnen können. Die Ausbeute war dann für den Aufwand etwas sehr mager: 33 Gramm Cannabis, ein Tütchen Koks, ein Schlagring und ein Einhandmesser.

 

Die Beamten waren schon im Begriff ohne den Gesuchten abzuziehen, aber das Glück wollte es, dass es doch noch zur spektakulären Festnahme des Herrn Maxwell Kwabena Schaden kam. Der 27-Jährige und seine Gefolgschaft hatten sich am Ort des Geschehens eingefunden und bepöbelten gerade anwesende Reporter, als die Beamten aufmerksam wurden. Kurz darauf kam es zur brutalen Überwältigung des mutmaßlichen Schwerverbrechers, in dessen Mercedes-Limousine eine weitere geringere Menge Drogen und Utensilien für den Cannabis-Konsum gefunden wurden.

 

Nach Informationen der Hamburger Morgenpost waren der Rapper und einige seiner Musiker-Kollegen von der „187 Strassenbande“ schon länger im Visier der Polizei, da es konkrete Hinweise auf gewerbsmäßigen Handel mit dem verbotenen Genussmittel Cannabis und anderen illegalen Drogen gab. An jenem Tag wurde 15 weitere Objekte durchsucht, darunter ein bekanntes Tattoo-Studio am Neuen Pferdemarkt.

 

Nun, nach zweijähriger Beweisaufnahme, kommt es also zum Strafprozess. Am Dienstag wird im Amtsgericht St. Georg am Lübeckertordamm die Anklageschrift verlesen. „Dem Angeklagten wird unerlaubter Besitz von Betäubungsmitteln in zwei Fällen und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit.

Bei einer Verurteilung drohen Maxwell bis zu fünf Jahre Haft. Doch dazu wird es nicht kommen, da es nur um eine geringe Menge Cannabis und Kokain geht, die fraglos für den Eigenbedarf bestimmt war. Und da sich Maxwell sicher einen fähigen Rechtsbeistand leisten kann, wird der von der Polizei willkürlich initiierte Generalangriff auf die „187 Strassenbande“ wie das „Hornberger Schießen“ ausgehen – zum Nachteil der Damen und Herren der Hamburger Polizei, die wie Deppen dastehen, weil sie einem Gangsterrapper zu noch mehr Publicity verholfen haben.

 

 

UPDATE: Das Urteil ist gefällt: 20.000 Euro Strafe (100 Tagesätze á 200 Euro). Nach der Verhandlung musste Maxwell erst einmal einen Joint rauchen, um seinem Ruf gerecht zu werden.

6 Antworten auf „Cannabis-Prozess gegen den Rapper Maxwell beginnt

  1. R. Maestro

    Mengen, wo man sich anderswo kaum gross Gedanken machen würde.
    Natürlich auch gleich wieder mit Kanonenkugeln auf Spatzen geschossen.
    Wie will man ein einiges Europa erreichen, wenn man bei den Drogengesetzen eine Anpassung /Angleichung täglich so vehement verhindert?!
    So wird es kaum etwas mit einer Einigkeit.

    Einstein hatte recht.
    Ein Idiot wer täglich dasselbe tut und sich andere Ergebnisse erwartet.
    Auf ein neues, oder täglich dasselbe, wie seit langem.

  2. Dorfkrug Rutenberg

    Dealen darf in D-Land nur die Maffia, mit freundlicher Unterstützung durch die Bundesregierung.
    Das der Stoff illegal bleibt macht ihn teuer und man kann mit den Überschüssen, deutsche Politiker schmieren.

  3. Rainer Sikora

    Die Hanfpflanze kann auch als Waffe betrachtet werden.Immerhin könnte man damit einen Polizisten auspeitschen und die Pollen dabei auffangen.

  4. Heisenberg

    Es fragt sich auf welcher Seite die Verbrecher zu finden sind. Jeder, der sich in der Szene auskennt weiß ganz genau mit welch krimineller Energie und mit welch kriminellen Machenschaften unsere behördlich gewollten „Sturmtruppen“ zu Werke gehen, um unschuldige Menschen zu kriminalisieren.
    Dazu gehören Mord „Kopfschüße inklusive“, schwere Körperverletzung, psychische Folter bei sogenannten „Vernehmungen“ in Form von Nötigung und Erpressung, illegale Freiheitsberaubung, da im Fall von Cannabis eine Grungesetz-und verfassungswidrige Handlung vorliegt. Es sind durch diese Faschisten, zu Unrecht, bereits so viel Existenzen und Lebensläufe zerstört worden, dass es schon nicht mehr bezifferbar ist. Das politische System in Deutschland wird korrumpiert durch die antichristlichen Faschisten der CDU/CSU, die sich nicht scheuen die Menschenrechte mit Füßen zu treten und Deutschland mit ihrer Korruption an die Wand zu fahren. Es besteht in vielen Bereichen kein Unterschied zu den Nazis und die Justiz, als Erben Freislers, hilft hier tatkräftig mit. Die ganze Brut ist verkommen bis ins Mark und moralisch und ethisch nicht zu bemessen, da keiner dieser Werte vorhanden ist bei dieser verbrecherischen Terrorregierung.

  5. buri_see_käo

    sry etwas OT
    +++Eilmeldung+++
    Ab heute sind in Amsterdam gastronomische Betriebe und kulturelle Einrichtungen wieder geöffnet.

    Früher sind wir ab 18 an Ostern & Pfingsten sehr oft nach Amsterdam gefahren.
    Von hier aus (dem miefigen, provienzellen Schichtiesbüttel) liegt die Großstadt Berlin näher,
    aber auch dort hätten wir in der Disko erleben dürfen, dass der Laden von den Ordnungshütern gestürmt wird, um das Anhören der Negermusik (Sprachgebrauch der CDU bis Mitte 70-er) zu unterbinden. Während der Feiertagsruhe der christlichen Frühlingsfeste ist aber zur geistlichen Erbauung! das Gegröhle der besoffenen Balltrets-Fans erlaubt/erwünscht.
    mfG  fE

  6. Inszenierte Sicherheit

    Ooh , hoffentlich kauft sich jetzt niemand 25 kg Ammoniumnitrat ,ohne vorlage des Ausweises , und mischt das ganze ,womöglich noch ,mit dem Diesel , aus seinem Tank , und packt das ganze dann in den neuen Druckluftkochtopf ,inklusive Funkzünder vom letzten Sylvester und …
    Und schiebt das ganze ,als Racheakt der Straßenbande ,in die Schuhe .

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