Sonntag, 12. April 2020

Größter Cannabis-Bust in der Geschichte des Libanon

25 Tonnen vor ihrem Weg nach Afrika abgefangen


Nachdem auch im Libanon am 15.03.2020 Beschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie in Kraft traten, hatte die dortige Polizei einen Tag später das große Glück, den bislang größten Cannabisschmuggel in der Geschichte des Landes zu verhindern. 25 Tonnen Haschisch konnten auf acht Lastwagen entdeckt werden, die in Erdsäcken versteckt via Beiruter Hafen über den Seeweg nach Afrika verschickt werden sollten. Die staatliche Agentur NNA meldete den Vorfall am Freitag und berichtet über Tausende Plastiksäcke, in denen das Pflanzenharz der Hanfpflanze professionell versteckt gewesen wäre. Internen Sicherheitskräften gelang damit der größte Cannabis-Bust in der Geschichte des Libanon.

In dem seit 2018 über die Freigabe von Medizinalhanf nachdenkenden Land gehört schon seit Mitte der Siebzigerjahre Cannabisanbau zu einer der wichtigsten Einnahmequellen für Bauern in gewissen Regionen. So fürchten viele im Business beteiligte Personen auch einen geregelten Handel, da man nicht davon ausgeht, dass auf diesem Weg vergleichbare Gewinne generiert werden könnten. Da sich bislang auch noch keine legale Lösung gefunden hat, produziert man im Libanon weiterhin unter den gewöhnlichen Bedingungen das grüne Gold, nachdem man sich weltweit die Finger leckt. Laut des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung zählt das derzeit unter einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise leidende Land zu dem drittgrößten Produzenten für Cannabisharz – genannt Haschisch. Seit dem Bürgerkrieg zwischen 1975 und 1990 haben die Behörden Probleme, den Handel einzudämmen, während sich die Produktion zu einem Geschäft in Höhe mehrerer Millionen Dollar entwickelte. Sicherheitskräfte können zwar regelmäßig Drogenexporte am Flughafen Beirut verhindern und haben bereits auch teilweise Marihuanafelder zerstört, doch wie man anhand der heutigen Meldung erkennt, hat dies wenig bezüglich der Allgemeinsituation verändert. Auch wehren sich die Produzenten regelmäßig und protestierten bereits gegen den Mangel an Alternativen, ihren Lebensunterhalt auf anderem Wege absichern zu können. 2012 feuerten sie beispielsweise Raketen auf Bulldozer der Armee ab, die versuchten, ihre Ernte zu zerstören.

Dass der Krieg gegen Drogen somit weiterhin nur ein ungerechter Krieg gegen Menschen darstellt, zeigt auch der größte Cannabis-Bust in der Geschichte des Libanon daher einmal mehr recht eindrucksvoll. Es scheint ebenfalls hier dringend an der Zeit nun richtig umzudenken – eindeutig in Richtung Legalisierung!

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11 Kommentare
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Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

Eine Schande…heul.. 🙁
Dürfte aber nur ein kleiner Teil des produzierten Materials sein. Reicht grade mal für knapp einen Monat in Deutschland…
Hoffentlich bekomme ich noch zu Lebzeiten mal wieder so richtig guten “ Roten Libanesen „. Bleibt in Deckung… 🙂

Rainer Sikora
Rainer Sikora
1 Jahr zuvor

In Amsterdam ist er noch zu kriegen,der gute Rote.Ich hatte ihn seit zwölf Jahren schon nicht mehr.Seit zwei Jahren denken die Libanesen über eine Freigabe nach.Das ist eine sehr kurze Zeit,im Vergleich zu siebzig in Deutschland.Unsere Urenkel erleben die Freigabe aber noch.

M. H. Haschberg
M. H. Haschberg
1 Jahr zuvor

Es könnte sich hierbei durchaus um Medizin vom Feinsten handelt haben. Bleibt nur zu hoffen, dass dieses aufgegriffene „rote Gold“ aufgrund seines schier unschätzbaren Wertes, durch Bestechung wieder in den natürlichen Kreislauf gelangt und nicht – wie üblich – von hirnlosen Fahndern sinnlos auf großen Scheiterhaufen verbrannt wird (so wie bei uns früher die Hexen). Die Märkte könnten diese wunderbare Medizin, gerade in Zeiten des Virus, auch in Afrika dringend gebrauchen. Dagegen ist Alkohol nichts anderes, als armseliges Dreckszeug, welches sehr viele Menschen in den Abgrund zieht. Ich jedenfalls, hatte meinen letzten guten Libanesen, den ich aufgrund seines intensiven Duftes und seines speziellen Turns so liebte, (damals noch in edle Leinensäckchen zu 500 Gramm verpackt!) 1982 in Händen. Seitdem war… Weiterlesen »

Pedro
Pedro
1 Jahr zuvor

Das sknd scbon echte Profis. Acht LKWs in Erdsäcken! Müssen sperrig gewesen sein, die Erdsäcke

R. Maestro
R. Maestro
1 Jahr zuvor

Es geht da zwar um keinen Libanesen, aber um kolumbianischen Roten.

kommt ausserdem gut zum rauchen. 🙂

Frohe Ostern.

Heisenberg
Heisenberg
1 Jahr zuvor

Was für Idioten in einer sinnlosen Aktion. Die Illegalität wird weiterhin benötigt, denn ohne das Schwarzgeld aus Drogen und Waffen könnte so mancher Staat den Deckel zuklappen. Schmierige Politiker provozieren schmierige Aktionen. The same ….

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

Ich frage mich, warum SOWAS nicht Thema in der Tagespolitik ist? Bei den Summen kann einem schon schwindelig werden. Das ist alles Geld, das der Allgemeinheit und dem Allgemeinwohl entzogen wird. Und unsere verantwortlichen Politiker*innen sind wohl nicht willens oder fähig, etwas an dem System zu verändern, allen „Neusprechbeteuerungen“ zum Trotz. Im Zweifelsfall haben sie eben „nichts davon“ gewusst! Und das business läuft weiter und weiter und weiter und … in der Gegenwart – mehr den je – als zur Zeit davor. Doch wir schauen weg, solange es geht. Erst wenn wir *** unmittelbar persönlich *** betroffen sind, sind wir wohl zu „über“-menschlichen“ Handlungen fähig, wie uns die „Virus-Angst-Pandemie“ gerade zeigt. Die Gewinne der Prohibition werden eingesackt und für die… Weiterlesen »

Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

@die Hanfinitiative Das Thema Geldwäsche von Banken und deren lächerlichen Strafen wurde auch in der Doku “ Der große Rausch“ auf ARTE thematisiert. Auch das große Weltbanken dieses Geschäftsmodell seit den Opiumkriegen so definierten…bis heute machen die das mit den Drogengeldern der internationalen Mafia. Alle, nicht nur die Schweizer Nazigold Profiteure…alle machen da mit. Und der Staat schaut zu und vergibt peinlich lächerliche Strafen. Dafür werden wir dann unverhältnismäßig hart bestraft…ein gewisses Maß an Ausgleich muss schon sein…also lieber die kleinen ficken. Aber genauso geht man auch bei legalen, tödlichen Drogen zur Sache. Die Strafen die die Pharmafia und ihre Banken bekommen haben, dafür dass sie Opioide im großen Stil von gekauften Ärzten haben verschreiben lassen, sind eine Beleidigung für… Weiterlesen »

Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

Hab zu spät Korrektur gelesen. Es sollte heißen..:

…dieses Spiel, dass nur durch gekaufte und lobbytreue Politiker möglich ist, ist der wahre Grund für die Schädigung der Demokratie und von Rechtsstaaten….

DIE HANFINITIATIVE
1 Jahr zuvor

Hi @Lars, ja die Dokumentation kenne ich. Ich habe mich schon gewundert, das DHV, Hajo, Schildower Kreis, …, (noch) nicht darauf eingegangen sind. Ich habe schon überlegt auf Facebook darüber eine kleine Grafik zu machen, mit etwas Text, aber ich bin zur Zeit in einer „kreativen“ Senke. Schreibe nur ab und zu ein bisserl hier und da. 🙂 Ansonsten lese ich viel, bin viel im Garten, das ist gut für die Seele und ich bin froh darum diese Freiheit zu haben. Dieses Jahr soll es sein Blumenmeer werden. Gut für die Bienen. Dann mache ich wieder Fotos. Jetzt tanke ich ein bisschen „Sonne“ (ganz viel Liebe für „Balbina“ – meine Göttin – ich höre „pUnKt“ die ganze Zeit, wenn ich… Weiterlesen »

Lars Rogg
Lars Rogg
1 Jahr zuvor

@ Die Hanfinitiative

Das wünsche ich Dir auch…
Scheinst ja ein wundervolles Umfeld zu haben…da läßt sich das Leben genießen….
Viel Spaß dabei…