Donnerstag, 12. März 2020

Vorteile der Cannabislegalisierung aus kanadischer Sicht

Kanada erklärt der UN, warum die Freigabe von Marihuana dem Land gut steht


Anfang März machte die UN von sich reden, da man es erneut nicht für sinnvoll erachtete, den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zu folgen und Cannabis als Rauschsubstanz neu zu klassifizieren. Erst im kommenden Dezember wollen sich die Mitgliedsstaaten auf der Konferenz des UN-Suchtstoffkontrollrates ernsthaft mit der veränderten Situation auseinandersetzen und Tacheles bezüglich Cannabis reden. Dennoch wurde seitens der UN kürzlich infrage gestellt, inwieweit Kanada von der Freigabe von Marihuana für Erwachsene profitierte, woraufhin die Regierung eine Mitteilung während des 63. Treffens des Suchtstoffkontrollrates in Wien herausgab, in der die Handlungen als sinnvoll beschrieben werden. Die Vorteile der Cannabislegalisierung aus kanadischer Sicht überwiegen schließlich die negativen Aspekte, auch wenn die wirtschaftlichen Prognosen nicht unbedingt in der Realität erreicht worden sind.

Im Jahresbericht 2019 des Suchtstoffkontrollrates werden skeptische Überlegungen erwähnt, die danach fragen, ob ein Land von der Freigabe von Cannabis zu Rauschzwecken Erwachsener profitiert. Der Rat erklärte, dass er „weiterhin besorgt über die gesetzgeberischen Entwicklungen ist, die die Verwendung von Cannabis für „Freizeitzwecke“ ermöglichen“. Der Vorstand sei auch der Ansicht, dass Gesundheit und Sicherheit junger Menschen stets Priorität habe. Infolgedessen bezweifle der Vorstand, ob die Legalisierung den jeweiligen Ländern tatsächlich zugutekomme. Michelle Boudreau, die Generaldirektorin der Abteilung für kontrollierte Substanzen von Health Canada, sandte daraufhin ihre Ausführung schriftlich an die UN-Kommission, in welcher sie erörtert, welche positive Wirkung die Legalisierung von Marihuana auf Kanada gehabt haben soll. Die Direktorin erklärt darin, dass der illegale Markt aufgrund des legalen und regulierten Marihuana-Marktes in Kanada bereits 30 Prozent seines Marktanteils verloren habe. Boudreau sagt dort auch, dass erste Daten darauf hindeuten, dass sich die Rate des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen bislang nicht geändert habe. Sie sagte dazu, dass das Land „keine Zunahme des Cannabistransports über internationale Grenzen hinweg gesehen“ habe. In der Erklärung versicherte Boudreau den Vereinten Nationen auch noch, dass Kanada weiterhin daran arbeite, das Stigma von Drogenkonsumenten zu verringern. Die schriftliche Erklärung der Direktorin zeigt gegenüber den Vereinten Nationen dazu das Vertrauen Kanadas in die veränderte Marihuana-Gesetzgebung und alle Vorteile, die die Legalisierung für die öffentliche Gesundheit und Sicherheit bereits gebracht haben sollen.

Trotz eines nicht erreichten prognostizierten Gewinns von 100 Millionen Dollar – nur 66 Millionen wurden zwischen 2019 und 2020 eingenommen – steht man in Kanada weiterhin hinter der Entscheidung, Cannabis aus den Fängen der Schwarzmarkthändler zu befreien und in die Öffentlichkeit zu heben. Schließlich führten strengere behördliche Kontrollen und eine geringe Eröffnungsquote der Geschäfte zu einem Umsatzrückgang. Die Regulierungskontrollen wirkten sich ebenfalls auf den legalen Verkauf aus, was einige Verbraucher zurück auf den illegalen Markt führte. Cannabis-Unternehmen hatten zeitgleich mit Umsatzproblemen und Rentabilität zu kämpfen. Selbst ein Jahr nach der Legalisierung von Marihuana für den Freizeitgebrauch gingen manchen Cannabisunternehmen die Gewinne aus, was 2019 zu ein wenig Chaos führte. Bei diesem Hintergrund ist dafür positiv zu bewerten, dass Kanada den Handel nicht zu sehr besteuert, wie Kalifornien beispielsweise, sodass im US-Bundesstaat selbst nach zwei Jahren legalen Cannabisverkaufs der Schwarzmarkt weiterhin die Nase vorne bezüglich der Beliebtheit in der Bevölkerung hat.

Man kann also aus Fehlern lernen.

12 Antworten auf „Vorteile der Cannabislegalisierung aus kanadischer Sicht

  1. Hermes

    Aufjedenfall ist Kanada auf einem guten Weg,
    und geht mit gutem Beispiel voran !
    Kanada hat begriffen das diese Menschenfeindliche Prohibition eine Sackgasse ist , das schafft Glaubwürdigkeit und Vertrauen in den Staat!
    Auch ein Vorteil!

  2. Heisenberg

    Kanada macht vieles richtig, im Gegensatz zu Deutschalnd. Das hat mit Moral und Ethik zu tun und dem Respekt, der kanadischen Regierung, vor der eigenen Bevölkerung. Alles Attribute, welche in Berlin komplett fehlen und bei der gekauften und willfährigen UN sowieso.

  3. Lars Rogg

    Nur geil….Alkohol und Kippen sind überall seit Jahrzehnten ein großes gesundheitliches und soziales Problem. Von legalen Drogen die verschrieben werden mal ganz abgesehen. Die Opioidkrise in den USA kommt ja nicht von besonders sorgfältigen Verschreibungen der Ärzte oder von echter Fürsorge der dortigen Pharmafia . Auch wenn man die lächerlichen Strafen für die Pharmafia wegen falsche Angaben ihrer Morphinen bedenkt, kommt einem nicht gerade der Eindruck, dass es den Staat sonderlich interessiert ob die Bürger abhängig werden oder gar gesund.
    Das die UN jetzt die Legalisierung von Cannabis in Frage stellt ist einfach nur lächerlich und beweist wie lernresistenten und eingeschränkt Politiker sind. Oder einfach nur lobbygesteuert…wer weiss..?!?Die wollen die Vorteile nicht sehen…wegen der Jugendlichen machen die sich Sorgen….hahaha… ich hab Tränen in den Augen. Dieses Heuchlerpack interessiert sich einen Scheiß für die Jugendlichen.. es geht um Lobbyismus!! Verlogenes Pack..!!
    Bleibt in Deckung..!! 🙂

  4. R. Maestro

    Mit allen positiven Argumenten und Erfahrungen, werden die Argumente hierzulande immer wahnwitziger:
    „Im Görlitzer Park wird Gift unter die Leute gebracht“,
    Dauererektion, Nahtoderfahrungen, usw.
    Will man es bezeichnen wie man möchte, es ist eine volksverhetzende Art und Weise.

    Man würde hier mehr erreichen, wenn man suggerieren würde, Hanf mache den Menschen zum Unions-Anhänger und Dauerkonsumenten sogar zum Wähler derer.
    Also besser aufhören oder sich tot kiffen, ach so, geht ja gar nicht.

    Ein Patient muss jeden Chemie-Mist probiert haben, bis er vielleicht, vielleicht, vielleicht iiiiirgendwann mal Cannabis erhält, dann wahrscheinlich erst posthum!
    Mit der Änderung bei der Sterbehilfe ist es mittlerweile einfacher geworden zu sterben, als mit der richtigen Medizin zu leben?!

    Lieber verschliesst man hier weiter die Augen.
    Traurig und pervers.

  5. M. A. Haschberg

    Da sieht man einmal mehr, wie schwierig es ist, ein über viele Jahrzehnte hinweg bestehendes illegales und menschenverachtendes Prohibitionssystem wieder in legale Bahnen zu lenken.
    Es braucht eben seine Zeit, bis alles so läuft, wie vorgesehen. Das wird sich im Laufe der Jahre sicherlich alles noch wesentlich verbessern.
    Dennoch lohnt es sich schon jetzt für jeden einzelnen Konsumenten, der diesem staatlich verordneten Drogenkrieg endlich entrinnen kann und seine Lieblingssubstanz in verschiedenen Varianten nun unter fairen und menschenwürdigen Bedingungen legal und qualitativ hochwertig erwerben darf.
    Da gibt es für unsere kurzsichtige und ewig Gestrige Drogenbeauftragte samt ihrer unseligen , von mittelalterlichem Verfolgungswahn besessenen Repressionspartei noch Vieles zu lernen.

  6. Rainer Sikora

    Der Verfassungsschutz ist nichts anderes als die Stasi der DDR.An der müssen wir erst vorbei,um hier irgendwie weiter zu kommen.

  7. Fred

    Das immer wieder der Schutz der Jugend bzw. der Schutz der Bevölkerung vor Cannabis DIE Rechtfertigung ist, das rigorose Verbot in der Welt zu belassen, ist nicht mehr nachvollziehbar.

    Das Verfassungsgericht hat in seinem Sterbehilfeurteil ausdrücklich das Recht auf Selbstschädigung des Einzelnen bestätigt. Und zwar ohne Wenn und Aber. Kiffen kann davon nicht ausgenommen sein.
    Jugendschutz ist also das Thema, das nach Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Rechte des Einzelnen auf der Agenda steht.
    Kurzum : Legalisieren, dann Jugendschutz. Nur in dieser Reihenfolge ist die Wahrung meiner Grundrechte und JUGENDSCHUTZ möglich. Verhältnismässig und gezielt. Bestes Beispiel dafür ist das klassische Tabakrauchen, das inzwischen Gesellschaftlich mehr oder minder geächtet ist, und gerade bei Jugendlichen zu einem deutlichen Rückgang geführt hat.

  8. Otto Normal

    @Maestro
    Parteispenden die in praktisch unbegrenzter Höhe geleistet werden dürfen, sogar mit Steuervorteil, sind offene Korruption und einer echten Demokratie nicht würdig. Ich persönlich halte diese Spendenpraxis wie sie in Deutschland stattfindet als Verfassungswidrig.

    Deutschland ist ein Staat der sich stark bemüht demokratisch, sozial und sauber zu erscheinen, aber wenn es drauf ankommt weder demokratische noch rechtsstaatliche Grundsätze einhält und stets seine faschistische Fratze erneut zum Vorschein bringt.

    Ich habe mittlerweile den Eindruck das der Faschismus den Deutschen im Blut liegt, also eine angeborene Behinderung (Gendefekt) ist, die sich bei manchem Bürger mehr (Höcke) und bei anderen weniger problematisch weiterentwickelt.

    Vllt. ist das der Grund warum in Deutschland Nazis – ähnlich wie der Rasen vor dem Haus – immer wieder nachwachsen anstatt auszusterben.

  9. Anonymous

    Man hat manchmal den Eindruck das Deutschland die Hochburg der Prohibitionisten auch die komplette UN untergräbt und beeinflusst mit Falschmeldungen und falscher Studien über Cannabis. Warum bloß wollen die mit allen Mitteln die Legalisierung verhindern ? Wer oder was steckt da hinter ?! es ist wissenschaftlich bewiesen das Alkohol und Tabak rund um den Globus mehr Menschen tötet, und Cannabis nicht ! Andere Länder machen es vor das Legalisierung funktioniert und somit Erwachsenen einen regulierten Markt zugänglich macht, Jugendschutz ist ebenfalls dadurch gewährleistet!!! Wacht endlich auf die Prohibition ist gescheitert, legalisiert es endlich, wir sind mündige Menschen mit Recht auf diese natürliche Heilpflanze !!!

  10. Dorfkrug Rutenberg

    Solange Hanf illegal ist, fließen die Schecks der italienischen Maffia, an die deutschen Politiker. Ansonsten gibt es: „Kugel in Kopf“.
    So sieht europäische Drogenpolitik aus.

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