Dienstag, 10. Dezember 2019

Ikone der bayerischen Cannabis-Kultur geht in die Politik

Liedermacher Hans Söllner will Oberbürgermeister seiner Heimatstadt Bad Reichenhall werden

 

 

Das bayrische Urgestein des deutschen Reggae will bei den Kommunalwahlen im März 2020 als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Bad Reichenhall antreten. Für Söllner sei es nun an der Zeit, nicht nur zu granteln und über die Politik zu lästern, sondern selbst aktiv zu werden. Er wolle die Kommunalpolitik „jetzt einmal von innen anschauen und nicht nur von außen“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“.

 

Die Ankündigung Söllners, auf die alten Tage ein politisches Amt anzustreben, wurde von der Reggae- und Cannabis-Community mit Begeisterung aufgenommen. In den sozialen Netzwerken wird munter davon geträumt, was der für seine politik- und gesellschaftskritischen Texte bekannte Musiker alles bewegen könnte, wenn er im Reichenhaller Rathaus residiert – und provoziert. Söllner-Fans halluzinieren bereits „Marihuana-Bäume“ für alle und einen kiffenden Oberbürgermeister, der Bad Reichenhall zum Amsterdam unter weißblauem Himmel macht. Andere sehen ihn schon in Berlin – auf der Regierungsbank im Reichstagsgebäude.

 

Heute wollen die „Freunde von Hans Söllner“ Nägel mit Köppen machen und den 63-jährigen als Kandidaten ihrer Wählergemeinschaft für die Oberbürgermeisterwahl nominieren. Zu diesem Zweck wurde für 18 Uhr 30 im Gasthof Bürgerbräu ein Gastraum im ersten Stock reserviert. Söllner befürchtet nun, dass auf Grund des regen Medieninteresses weit mehr Unterstützer, auch aus der Cannabis-Szene, teilnehmen wollen, als eigentlich nötig. Für die Kandidatur müssen zwar nach dem Gemeinde- und Landkreiswahlgesetz mindestens 180 Unterstützer zeichnen, doch dies sei für die Nominierung nicht erforderlich.

 

Auf seiner Facebookseite bremst Söllner seine Fans erst einmal aus: „Ich werde an diesem Abend lediglich von den „Freunden Hans Söllner“ als OB-Kandidat vorgestellt. Da es sich hierbei nur um eine formelle Angelegenheit handelt, habe ich nur einen winzigen Saal für 20-30 Personen angemietet, was für diese Angelegenheit ausreichend ist. Ich möchte nur erwähnt haben, dass es an diesem Tag noch nicht um Wählerstimmen geht. Ich werde nur vorgeschlagen. Danke, Hans Söllner, OB-Kandidat in Bad Reichenhall.“

 

Sollte Hans Söllner nominiert werden und der Wahlleiter des Landkreises Berchtesgadener Land die Kandidatur zulassen, wäre Söllner der fünfte Bewerber um das Oberbürgermeisteramt in Bad Reichenhall. Ein konkretes Wahlprogramm gibt es bislang nicht. Darauf kann heute Abend noch verzichtet werden, denn die Unterstützer wissen, wofür Söllner steht – und das ist u.a. die Cannabis-Freigabe.

 

 

4 Antworten auf „Ikone der bayerischen Cannabis-Kultur geht in die Politik

  1. Rainer Sikora

    Söllner hätte einen langen und steinigen und dornigen Weg vor sich,sollte er sich tatsächlich Stark machen für die gute Sache.Meistens hört man nach der Wahl nichts mehr darüber.Man muß sich mit den ungleich Gesinnten vertragen,wenn man oben bleiben will.Wenn der Mann tatsächlich Joint rauchen sollte,könnte es sein,daß er sich einsetzt und auch kämpft.Dauert aber auf jeden Fall noch ziemlich lange.Darf es auch,wir warten ja auch erst seit kurzer Zeit.

  2. R. Maestro

    Da Hanf/Cannabis nicht umgehend, sondern eher schrittweise verboten wurde, haben wir heute sozusagen 90-jähriges Jubiläum:

    „Am 10. Dezember 1929 wurde die Opiumkonventionen vom Reichstag in Form des geänderten Opiumgesetzes in Deutschland gültig.[8] Seitdem ist Cannabis in Deutschland verboten. Allerdings war es weiterhin möglich, Cannabis aus Apotheken zu beziehen. Allmählich verschwand auch die medizinische Verwendung von Cannabis.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Drogenpolitik#Geschichte

    Eher zum reihern, statt zum feiern.

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