Montag, 18. Februar 2019

Polizei zeigt Hans Söllner an – wegen Kritik an Cannabis-Kontrollen

„Kleinkarierte Hosenscheißer“ – Heilbronner Polizei stellt gegen den bayerischen Liedermacher Strafantrag wegen Beleidigung

Bild: Freeimages / Christian Kitazume
Bild: Freeimages / Christian Kitazume

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Es ist nicht mehr zu übersehen: Deutschland hat eine Problempolizei. Wohin der Blick auch geht, deutsche Polizisten fallen immer öfter negativ auf und viele gebärden sich, als gelten für sie die Gesetze und die demokratische Grundordnung nicht. Bestes Beispiel dafür sind die Naziumtriebe im Frankfurter Polizeimilieu: Mehrere Beamte stehen derzeit unter dringendem Tatverdacht, u.a. eine Morddrohung mit dem Absender „NSU 2.0“ an eine Rechtsanwältin („Türkensau“) versandt zu haben. Die rechtsextremen Auswüchse im Polizeiapparat werden immer auffälliger – auch über Hessens Landesgrenze hinaus. Und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein, denn der Corpsgeist der „Polizeifamilie“ garantiert, dass nicht jede Verfehlung ans Tageslicht kommt.

 

Mit der deutschen Polizei ist folglich nicht gut Kirschen essen, wenn man ihr als „Feind“ zu nahe kommt. Und Feinde hat die Polizei viele. Manchmal genügen bereits ein paar Rastalocken und die Freunde und Helfer in Uniform kleben einem wie Hundepup an den Hacken. Wer dann noch eine große Klappe hat und seine Bürgerrechte einfordert, muss damit rechnen, im Namen des Gesetzes körperlich und seelisch misshandelt zu werden.

 

Wie sich das anfühlt, ein Liebling der Polizei zu sein, weiß kein anderer besser als der Liedermacher Hans Söllner. Seit Jahrzehnten ist der bekennende Cannabis-Freund das Objekt der Begierde – bei Polizei und Justiz. Söllner hat alles durch, was Vater Staat an Polizeiwillkür zu bieten hat – zuletzt vor fünf Jahren in Baden-Württemberg, als er nach einem Auftritt in Esslingen zu später Stunde in eine Mausefalle geriet und von den Beamten als mutmaßlicher Cannabis-Verbrecher gedemütigt wurde. Neben einer Leibesvisitation erfolgte eine Durchsuchung des Fahrzeugs mit Drogenspürhunden, wobei es der Hundeführer zuließ, dass die Lederbezüge ruiniert wurden. Überdies wurde die Innenverkleidung der Türen beschädigt und der Lack zerkratzt. Der erhoffte Cannabis-Fund blieb jedoch aus. Söllners Strafantrag wegen Sachbeschädigung wurde eingestellt, so dass er auf dem Schaden von rund 4500 Euro sitzenblieb.

 

Söllner-Konzerte werden in Baden-Württemberg grundsätzlich von der Polizei begleitet. Wo der singende Rastafari ist, da wird Cannabis verbrannt. Auch am 21. Januar galt mal wieder Alarmstufe Rot, diesmal in Buchen im Odenwald. Zwar fuhren keine Lautsprecherwagen durchs Städtchen, die Mütter und Kinder vor dem bayerischen Reggaekünstler und seinen Cannabis-Jüngern warnten, dafür aber schwärmte die zuständige Polizei aus, um mit stationären und mobilen Verkehrskontrollen Söllner-Fans bei der An- und Abfahrt auf den Zahn zu fühlen. Zwischen 17 Uhr 00 und 23 Uhr 30 erfolgten rund 100 Fahrzeug- und 130 Personenkontrollen. Dabei wurden fünf Verstöße wegen des Verdachts des Fahrens unter Drogen- bzw. Alkoholeinfluss und zwei Verstöße gegen das Waffengesetz zur Anzeige gebracht. Überdies verbuchte die Polizei den Sensationsfund von ca. 4,5 Gramm Cannabis. Das Konzert ging ohne besondere Vorkommnisse über die Bühne, und am nächsten Tag schien die heile Welt in Buchen wiederhergestellt.

 

Doch Hans Söllner gefällt diese heile Welt in Baden-Württemberg ganz und gar nicht. Derartige Polizeiaktionen seien geschäftsschädigend und keineswegs hinnehmbar. Die Schikanen der Polizei hätten zur Folge, dass viele Fans den Konzerten fernblieben. Auf seiner Facebookseite macht der Rebell aus Bad Reichenhall keinen Hehl daraus, was er von einer Polizei hält, die seine Konzerte zum Anlass nimmt, um Cannabis-Konsumenten zu jagen. Laut Söllner seien die Polizeibeamten „bescheuerte Befehlsempfänger und kleinkarierte Hosenscheißer“.

 

Wie nicht anders zu erwarten, fühlen sich die Polizeibeamten des zuständigen Heilbronner Polizeireviers ganz und gar nicht als „Hosenscheißer“. Vielmehr verbittet man sich diese liebevolle Umschreibung ängstlicher und feiger Menschen. Söllners „Hosenscheißer“-Vorwurf wird deshalb als schwere Ehrverletzung angesehen, für die es nur eine Satisfaktion gibt: Strafbefehl. Zu diesem Zweck wurde Söllner ein Anhörungsbogen zugesandt, in dem ihm eröffnet wurde, dass gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung geführt wird.

 

Hans Söllner nimmt’s gelassen und schickte der Polizei seinen Tourplan zu. Am 31. März gastiert er wieder in Baden-Württemberg, und zwar in Friedrichshafen. Dann können die Damen und Herren von der Polizei gerne zeigen, dass sie die Hosen nicht voll haben und über genug Cojones verfügen, um Söllner mal wieder mit einer kleinen überzogenen Zwangsmaßnahme zu disziplinieren.

 

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29 Kommentare
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Karli
Karli
2 Jahre zuvor

Und da jammert die Polizei über zu viele unbezahlte Überstunden die sie auch nicht abbummeln können?
http://www.soellner-hans.de/tourdaten
Es werden wohl noch mehr werden.
Es ist noch nicht lange her da bestanden Uniformen aus Hanfstoff.
(Das reCAPTCHA wird auch immer blöder. Musste auf ca. 10 Bildern was anklicken.)

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Also in Bayern nennt man solches Verhalten der Staatsmacht “Eier schaukeln”. Da würde man auf jedem Revier mehr Erfolg verzeichnen. Es wäre sicher eine Petition wert, ob unsere Exekutoren und deren bahnbereitenden Gesetzgeber, wirklich selbst Rauschmittelfrei sind. Schließlich entscheiden diese Personen, über Gedeih und Verderb, von ca. 80 Millionen potentiellen Verbrechern, Steuerzahlern, Normalbürgern, Patienten! Mit Waffengewalt, Freiheitsentzug, Geldstrafen, Zerstörung von Familien und Existenzen. Was moralisch vetretbar ist, entscheidet nicht der gesunde Menschenverstand, sondern das Gesetz! Was lange währt, wird endlich gut? Als Cop ist man ja nur Befehlsempfänger. Mit Ermessensspielraum. Dieser ist halt nach Belieben und Bedarf flexibel, wie ein Kaugummi. “Es gibt keinen Krieg gegen Drogen.” Zitat, Frau Mortler. Stimmt. Der Krieg gegen die Konsumenten, ist dem Machtgehabe und… Weiterlesen »

Johannes Bächlein
Johannes Bächlein
2 Jahre zuvor

Die Firma mit der eingetragenen Wortmarke “POLIZEI” hat KEINE Beamte, sondern nur Angestellte.
Bitte nutzt die korrekten Begriffe. In unserem besetzten Land (Ramstein!) gibt es keine POLIZEIbeamten und folglich auch keine Beamtenbeleidigung. Solange die Menschen noch an die Autorität “Polizeibeamter” glaubt, solange wird es die Cannabisprohibition geben.
Liebe Grüße, Euer Johannes

Gerrit Haase
Gerrit Haase
2 Jahre zuvor

Ein Schelm wer in post-nazi Deutschland etwas anderes erwartet.

André B.
André B.
2 Jahre zuvor

@Johannes Bächlein

Bitte ersparen Sie uns ins Zukunft ihre Gedanken, die man wohl nur eindeutig dem verwirrten Geist eines “Reichsbürgers” zuordnen kann oder muss. Die “Sache”für die Sie und Ihre Gesinnungsbrüder eintreten, hat weder irgend einen sinnhaften Wert für die Gesellschaft und schon GARNICHT bzw. in KEINER Form für Diskussionen zum Thema Cannabis!

JohannM
JohannM
2 Jahre zuvor

@André B.
Danke. Den gleichen Gedanken hatte ich auch. Die Pro-Legalisierungs-Bewegung kann jede Unterstützung gebrauchen. Aber bitte keine Reichsbürger!

Dorfkrug Rutenberg(@dorfkrug_rutenberg)
2 Jahre zuvor

Das ist halt das Ergebnis, daß ein Staat erzielt, wenn er 70 Jahre lang, die Rechten in den eigenen Reihen ignoriert.
Richter, Staatsanwälte, Polizisten und Beamte im Staatsdienst wurden weißgewaschen und mit all ihren Verbrechen in die BRD übernommen.
Daß jetzt die Söhne und Enkel derer, die Regierungsgewalt an sich reißen wollen, ist doch nur logisch.
Deutschland ist und bleibt in seinen Grundzügen ein faschistischer Staat.

Irgendwer
Irgendwer(@irgendwer)
2 Jahre zuvor

Vor einiger Zeit entdeckte ich irgendwo einen geposteten screen shot von -Deutscher Bundestag- leider ohne Adresszeile. Weil der Inhalt einen äußerst skurrilen Eindruck machte, hatte ich den mal abgespeichert. Kürzlich wiederentdeckt und einfach mal abgetippt:

Völkerrechtssubjekt “Deutsches Reich”

Auswärtiges/Antwort – 30.06.2015

Berlin: (hib/AHE) Das Bundesverfassungsgericht hat in ständiger Rechtsprechung festgestellt, daß das Völkerrechtssubjekt “Deutsches Reich” nicht untergegangen und die Bundesrepublik Deutschland nicht sein Rechtsnachfolger, sondern mit ihm als Völkerrechtssubjekt identisch ist. Darauf verweist die Bundesregierung in ihrer Antwort (18/5178) auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke zum Potsdamer Abkommen von 1945 (18/5033). [….]

dkong(@dkong)
2 Jahre zuvor

Und was macht amnesty international ? NICHTS !

dkong(@dkong)
2 Jahre zuvor

Hab denn von amnesty international mal ne E-Mail geschrieben .
E-Mail Anfang :
Polizeistaat Dtld

Ich hab hier etwas für sie von AI .
Nämlich das sich Dtld. zum Polizeistaat entwickelt .
Und sie das Anprangern sollten !

https://hanfjournal.de/2019/02/18/polizei-zeigt-hans-soellner-an-wegen-kritik-an-cannabis-kontrollen

Es sei denn AI ist nur ein Zahnloser Tieger der sich nicht traut so etwas Anzuprangern .

E-Mail Ende

Mal sehn ob die Antworten und etwas machen oder ob meine E-Mail in deren Papierkorb landet ?

Irgendwer
Irgendwer(@irgendwer)
2 Jahre zuvor

Nun…dann hoffe ich mal, daß AI nicht nur den bzw. die jeweiligen Hauptartikel, sondern auch die jeweiligen Kommentare aufmerksam in Augenschein nimmt (Nr. 4) dort: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Polizei-entdeckt-zufaellig-Indoor-Plantage,aktuellhannover2088.html (Nr.6) dort: https://diefreiheitsliebe.de/author/niema-movassat/ Und zwei Kommentare von https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2019-01/cannabis-konsum-gefahren-wirkstoffgehalt-anstieg?sort=desc#comments gleich hier zitiert: Die SPD betreibt weiterhin Irreführung. https://www.deutsche-apot… Es ist garantiert, daß das BfARM jedes beantragte Modellprojekt ablehnt. Schließlich finanziert es sich in unbekanntem Maß durch Gebühren für Medikamentenzulassungen. Entkriminalisierung ist garnichts, denn der Konsum gilt eh als straffrei —- aber nur für Opfer, die unwissentlich evtl. mal einen Haschkeks erwischt haben und damit Probleme bekamen. Das sind ideale Denunzianten und Kronzeugen. Ordnungswidrigkeit; die Polizei soll weiterhin friedliche Leute belästigen. Und für wieviele heißt es dann Zwangstherapie statt Strafe ? Fahrerlaubnisentzug, Abzocke per MPU usw.… Weiterlesen »

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Was nach 1945 statt gefunden hat, war nicht viel mehr als ein Austausch und ein Kaschieren! Ein Kappen der Spitzen des Wahnsinns, welcher dies damals ermöglicht hat. Wie bei einer Hecke, das oberste ist verschwunden. Auf den restlichen braunen Berg, baut man auf und nennt es später Demokratie. Die Wirtschaftsgrößen, sind meist geblieben. Das System der Reduzierung, der Ausgrenzung und Verfolgung, zum Schutz wirtschaftlicher Interessen ebenfalls, und die Namen ?! …tler? Seit dem Bestehen, der heutigen Regierungsform, sind über 5 Mio. Menschen an den Folgen des Alkohols gestorben. Der Einfachkeit halber, mit 74.000 Toten pro Jahr gerechnet. Bei Gründung, der Bundesrepublik 1948. Todesopfer bei THC? Null. Zerstörte Existenzen, durch die Repression, hunderttausende. Sorry, aber es ist so ein widerlich, scheiß,… Weiterlesen »

unbeugsam
unbeugsam
2 Jahre zuvor

Reichsbürger ist ein Begriff um die Feinde der BRD zu denunizieren.
Leute schluckt nicht das System tv!!!!
Die sogenannten Reichsbürger wollen nur das Recht was allen zusteht öffentlich machen.
Lasst Euch nicht in rechte und linke ecken schieben .Wir alle sind die Looser und sollten gemeinsam gegen die Elite kämpfen!

Irgendwer
Irgendwer(@irgendwer)
2 Jahre zuvor

@ unbeugsam:
Schreib besser invertierte- oder Anti-Reichsbürger .. dann wird’s sofort klargestellt.
Was ich als screen shot irgendwo entdeckt hatte .. bewirkt erstmal ein
“Glotzen wie’n doofes Schwein in’s Uhrwerk”
und reicht eigentlich auch, oder ?

Ach, PS zu dem gegenwärtig nicht sichtbaren Kommentar oben.
Ungültiger Link in dem einen Zitat geht zu (hier auch gekürzt) deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/01/21/nach-langem-schweigen-andreas-nahles-befuerwortet-cannabis-modellprojekte/chapter:all

fessf
fessf
2 Jahre zuvor

@Johannes Bächlein
totaler unsinn den du da von dir gibst. son quatsch braucht wirklich keiner zu glauben, auch du nicht.

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Herr Hitler hat das Heil versprochen.
Eingehalten hat er es nicht.
Frau Mortler vespricht Gesundheit und Heil. Eingehalten ?
🙂 🙂 :-).
Lügenmaul!!! anscheinend, ist der Name ……….rtler bezeichnend.

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Es ist beim Hans, ein Exempel zu statuieren.
Die Hierarchie zu verdeutlichen. Wenns nur dem Machterhalt dient, sind jegliche
Opfer, scheißegal, der Machterhalt,ist wichtig,. Für unausgefressene Nullen, die ausser in der verlogenen Politik, keinen Fuss fassen können, schafft man Probleme.
Um Dyckmanns, Mortlers und Mutti
s eine Daseinsberechtigung zun verschaffen.

Johannes
Johannes
2 Jahre zuvor

Als bekennender – Anarchist, – Pazifist, – Cannabis-Konsument, – GEZ-Nicht-Zahler und – männlicher Weißer erfülle ich natürlich alle nötigen Kriterien eines “Reisbörgers” … ok, ich habe meine Tochter nicht Brigitte genannt… blonde Zöpfe hat sie auch nicht… aber sie spielt mit Puppen statt mit Autos ;-D @André B. @JohannM et al … ich liebe Dich, egal was Du über mich denkst! Für die Meinungs- und Redefreiheit lasse ich mich gerne als “Reisbörger” beschimpfen, obwohl ich das krasse Gegenteil bin. Keine Macht für niemand. Schutz und Segen seien mit Euch allen. Großes Dankeschön an die Menschen hinter dem Hanfjournal!! Euer Wirken schafft Veränderung. Danke! Ein paar Hektar für den Hanfanbau stehen schon im Paradies für Euch bereit 😉 In Liebe, Euer… Weiterlesen »

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Mich selbst auch zu äussern:
ich will die Ruhe, welche jeder THC- Konsument will. Egal, welche Substanz.
Auf THC hat es sich reduziert. Alkohol, gelegentlich. Ich will, was alle wollen, in Ruhe, abends eine Tüte. Damit herrrscht Ruhe im Karton.
Wenn unserere Vordenker meinen allein der Alkohol, wäre die Lösung, ihr seid Idioden, diese wollen nur vermeintlich produktiven Unfrieden!!!

R. Maestro
R. Maestro
2 Jahre zuvor

Einer war mit Deutschland verheiratet. A. ..tler.
Andere sind mit der Gesundheit verheiratet. M. ..rtler.
Gelogen, haben beide!!!