Samstag, 10. August 2019

Pressemitteilung zur Hanfparade 2019

Legalisierung nur mit Dir!

Bild: Schmiddie


Seit 1997 findet die größte Hanfdemonstration Deutschlands in der Hauptstadt Berlin statt, wo sich teils bis zu einer halben Millionen Menschen für die Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken zusammentaten und dort immer friedlich für ihre gesellschaftlichen Interessen auf die Straßen gingen. Heute ist es wieder so weit, dass Berlin Platz für die Kundgebungen, Straßenzüge und musikalischen Einlagen bieten wird und hoffentlich auch eine stattliche Anzahl von Legalisierungsbefürwortern für die Freigabe von Hanf zu Genusszwecken auf die Straßen gehen werden. Eine Pressemitteilung der Veranstalter erreichte uns gerade noch pünktlich, damit zum Start der Demonstration allen Daheimgebliebenen wenigstens ein bisschen der Zweck und Inhalt näher gebracht werden kann. Auf gehts!

Pressemitteilung zur Hanfparade 2019


Die Hanfparade ist die größte Demonstration für die Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel in Deutschland. Sie findet seit 1997 jährlich in Berlin statt. Die nächste Hanfparade wird am Samstag, den 10. August 2019, in Berlin stattfinden. Das Motto der 23. Hanfparade am 10.08.2019 lautet:


Legalisierung nur mit Dir


Die Hanfparade wird mit einer Auftaktkundgebung um 12:00 Uhr auf der Spandauer Straße beim Neptunbrunnen südlich des Bahnhofs Alexanderplatz beginnen. Um 15:00 Uhr wird von dort der Umzug mit etwa einem Dutzend Musikwagen starten. Dieser führt über Karl-Liebknecht-Straße, die berühmte Straße Unter den Linden, durch das Regierungsviertel, über den Hauptbahnhof vorbei am Kanzleramt und Reichstag in die Reinhardstraße, Friedrichstraße, Oranienburger Straße zum Hackeschen Merkt. Von dort führt der Weg zurück in die Spandauer Straße, wo von 18:00 bis 22:00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Dort wird es außer Reden und Musik zahlreiche Infostände, ein Nutzhanfareal, ein Bereich für Patienten sowie Informationen zu Cannabis als Medizin geben.

Gefordert wird ein Ende der zunehmenden Repression


Seit Jahrzehnten appellieren die unterschiedlichsten Organisation an die Bundesregierung, die Kriminalisierung von Drogenkonsumenten zu beenden. Dies war bisher jedoch nicht von Erfolg gekrönt – ganz im Gegenteil, noch nie war die Zahl der registrierten Betäubungsmitteldelikte so hoch wie im Jahr 2018. Im Jahr 2018 lag diese bei 350.662, davon betrafen 216.007 allein Delikte im Zusammenhang mit Cannabis, wobei hier der Anteil der auf den Konsum bezogenen Delikte über 80 Prozent betrug. Die Wirkung dieser vor allem auf das Strafrecht und Kontrolle basierenden Politik ist völlig gescheitert, was an der zunehmenden Zahl der Schüler/innen, die regelmäßig kiffen, offenbar wird.

Martin Steldinger vom Orga-Team der Hanfparade sagt: „Drogenkontrollen – ausgenommen im Straßenverkehr oder bei bestimmten beruflichen Anforderungen – sind irrationale Akte sozialer Kontrolle ohne generalpräventive Wirkung, die grundlegende Menschenrechte verletzen.“ Drogenprobleme lassen sich nicht strafrechtlich, sondern nur mit wissenschaftlich fundierter Aufklärung und durch kulturelle Integration lösen. Aufklärung zu Erlangung von Drogenkompetenz, Drogenmündigkeit und Drogenautonomie (das Gegenteil von Drogenabhängigkeit) ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Der Staat darf die Bürger durch die Drogenpolitik nicht schädigen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik ideologiefrei wissenschaftlich zu überprüfen. Die gewonnenen Erkenntnisse können nur dazu führen, die Drogenprohibition aufzugeben und legale Bezugswege zu schaffen. Zur Lage der Drogenpolitik in Deutschland werden auf der Hanfparade viele bekannte Persönlichkeiten ihre Einschätzung der Situation erklären und erläutern. Zu den bekanntesten Redner/innen, die auf der Hanfparade sprechen werden, zählen der Richter Andreas Müller, Frank Tempel Kriminaloberkommissar, Kirsten Kappert-Gonther von den Grünen, die Aktivisten des Deutschen Hanfverbandes (DHV) Georg Wurth, Micha Greif und Florian Rister, die Politker in der Partei die Linke Niklas Schrader und Niema Movassat, der Journalist Micha Knodt sowie der Kurator des Hanf Museums Rolf Ebbinghaus. Zudem werden Patienten, die Cannabis als Medizin benötigen, von ihrer Situation berichten.


Ein Magazin mit vielen Fakten


Für die Teilnehmer der Hanfparade wurde wieder ein Hanfparade-Magazin herausgegeben, das in einer Auflage von 10.000 Stück erschienen ist. In dem Magazin wird auf die Reaktionen der Politik auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes vom 4. März 1994 – dem sogenannten Cannabisurteil – eingegangen. Das BVerfG fortderte in Absatz 177 den Gesetzgeber zum Handeln auf. Wörtlich heißt es: „Angesichts der dargestellten offenen kriminalpolitischen und wissenschaftlichen Diskussion über die vom Cannabiskonsum ausgehenden Gefahren und den richtigen Weg ihrer Bekämpfung hat der Gesetzgeber die Auswirkungen des geltenden Rechts unter Einschluss der Erfahrungen des Auslandes zu beobachten und zu überprüfen.
Über die Gefahren, die vom Cannabiskonsum ausgehen, wurde in der Zwischenzeit viel geforscht und publiziert. Man denke nur an den Bericht des Pariser Pharmazieprofessor Bernard Roques, der im Mai 1998 publiziert wurde; oder an die in den Jahren 2007 und 2010 unter Federführung von David Nutt durchgeführten Studien. In all diesen Studien wurde Alkohol stets als wesentlich gefährlicher eingestuft als Cannabis. Und Forscher des Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu in Bilthoven haben im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Wohlfahrt und Sport im Jahr 2009 die Gefährlichkeit von Drogen für das Individuum wie auch für die Gesellschaft untersucht. Sie kamen zu dem eindeutigen Ergebnis, dass der Konsum von Alkohol in jeder Untersuchten Kategorie deutlich gefährlicher ist als der Konsum von Cannabis.
Alle diese Untersuchungen blieben für den Gesetzgeber in Deutschland ohne Relevanz und sie wurden im Bundestag nicht thematisiert. Einzig die Repression wurde seither massiv geändert. Die Zunahme der Repression wird dem Magazin ausführlich dokumentiert. Zudem findet man im Magazin Informationen zu den Redner/innen, zum Kundgebungsort und zur Route des Umzuges.


Die politische Forderung

Die Hanfparade befürwortet für jeden erwachsenen und kompetenten Menschen die freie Wahl der psychoaktiven Substanzen zur Erforschung eigener, nicht-alltäglicher Bewusstseinszustände. Dafür muss die Voraussetzung geschaffen werden, dass umfassende fachkundige Orientierungshilfen statt pauschaler Verteufelung angeboten werden. Dazu gehört nicht nur die vollständige Legalisierung und Regulierung des Cannabismarktes, sondern auch die umgehende Amnestie von Opfern des Drogenkriegs; die Forderung nationale und internationale Abkommen, die einer Entkriminalisierung entgegenstehen, zu überdenken und neu zu formulieren sowie das Ende des Drogenkrieges.


Kontakt für Rückfragen:
Martin Steldinger
Tel: +49-30-2424827 (im Hanf Museum) oder +49-159-02217256
https://www.hanfparade.de/
Magazin zur Hanfparade 2019
https://www.hanfparade.de/
2019/08/magazin-zur-hanfparade-2019/

Flyer und Poster in Druckqualität
https://www.hanfparade.de/mitmachen/poster-drucken/


Umgebungsplan zur Kundgebung https://www.hanfparade.de/
programm-route/markt-der-moeglichkeiten/


Legalize!

Eine Antwort auf „Pressemitteilung zur Hanfparade 2019

  1. Georg Elser

    Hanfparade ist nicht nur Meinungsfreiheit sondern die Zukunft .
    Und Cannabis ist ein Empathogen ,also es erzeugt Mitgefühl .
    Mitgefühl ist aber , wahrscheinlich ,das was die Kapitaistische Martwirtschaft , von innen her, Sabotiert . So ganz nebenbei .
    Dieses Mitgefühl wird jetzt , aus Fundametalistisch postchristlicher Ecke ,schlecht geredet und als irrationales schwarz weiß denken dargestellt .
    https://www.deutschlandfunk.de/mitgefuehl-und-grausamkeit-die-dunkle-seite-der-empathie.1148.de.html?dram:article_id=412008
    Mit Cannabis den Begriff ,des emphatischen , neu definieren !

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