Donnerstag, 21. Februar 2019

Das Verbot von Cannabis ist wirkungslos

Studie der Universität von Kent vergleicht Länder mit unterschiedlicher Gesetzeslage.

Foto: Archiv


In Deutschland ist die Drogenpolitik ziemlich Paradox. Während Alkohol und Zigaretten jährlich für viele Zehntausend Tote verantwortlich sind, Marihuana niemanden umbringt, sind erstere Drogen von der Gesellschaft akzeptiert, während Cannabis noch immer gern zu unrecht verteufelt wird. Die Menschen an den langen Hebeln der Politik wollen einfach nicht einsehen, dass weder das natürliche Kraut einen Schaden in der Allgemeinheit verursachen würde noch dass ein Ende der Verbotspolitik einen wesentlich besseren Schutz für Kinder und Jugendliche bedeuten würde. Und dies obwohl in regelmäßigen Abständen bewiesen werden kann, dass die Freigabe von Hanf viele greifbare Vorteile mit sich bringen würde. Horrorstudien ohne gefestigte Fundamente lassen dagegen die Fronten verhärten und geben den Gegnern der Legalisierung neues Zündholz für das Entfachen weiterer Nebelkerzen, welche bei unentschlossenen Bürgern eine auf Tatsachen fußende Meinungsfindung verhindern. Jetzt gibt es aber einmal wieder eine erfreulichere Botschaft aus den wissenschaftlichen Kreisen, die der Argumentation der Legalisierungsbewegung zugutekommt. Ein wissenschaftliches Team der Universität Kent nahm sich Informationen über 100000 Schüler und Jugendliche aus 38 verschiedenen Ländern vor und fand dabei heraus, dass weder Strafverfolgung noch die öffentliche Verfügbarkeit für die Konsumgewohnheiten verantwortlich gemacht werden können. In anderen Worten: Das Verbot von Cannabis ist wirkungslos!

Die Studie von Alex Stevens, einem Professor in Strafrecht der Kent-Schule für Sozialpolitik, Soziologie und Sozialforschung, nahm sich Daten der Weltgesundheitsorganisation über Schulkinder vor die Lupe, in welchen über 100000 Jugendliche bezüglich ihrer gesundheitlichen Verhaltensweisen analysiert wurden. Die Kids welche aus 38 verschiedenen Staaten stammten – darunter Frankreich, Deutschland, USA, Russland, Kanada und England – gaben aufgrund der unterschiedlichen Gesetzeslagen, unter denen sie aufwuchsen, Auskunft über den Sinn und Unsinn der Verbotspolitik bei Cannabis. Alex Stevens kommt nach der Überprüfung seiner Datensammlung dabei zu dem Ergebnis, dass eine liberale Drogenpolitik nicht für das Konsumverhalten der Jugendlichen verantwortlich sein kann.

Bei der Analyse wurden Unterschiede zwischen den Ländern – einschließlich des Nationaleinkommens – und zwischen den Jugendlichen untersucht – einschließlich ihres Geschlechts, ihres Wohlstands und ihrer psychischen Probleme. Ausschlaggebend war für ihn eine andere Studie mit anderem Ergebnis aus dem Jahr 2015, bei welcher herausgekommen sein soll, dass liberale Gesetze zum Drogenkonsum animieren würden. Jedoch ließe sich dieses alte Fazit nicht belegen, berücksichtige man die Unterschiede des Konsumverhaltens zwischen Jungen und Mädchen in den verschiedenen Ländern und nutze alle zur Verfügung stehenden Daten effektiv. Unter der verbesserten Betrachtung inklusive dieser Aspekte konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen politischer Liberalisierung und Cannabiskonsum bei Jugendlichen gefunden werden. „Meine Studie entspricht somit einigen anderen Untersuchungen, die davon berichten können, dass eine höhere Strafandrohung und Verfolgung keinen Einfluss auf das Konsumverhalten besitzen und den Einsatz von Cannabis unter Jugendlichen verringern“, sagte Professor Stevens über das wissenschaftlichen Ergebnis seiner Untersuchung. Weder würden scharfe Gesetze Kids vom Kiffen abhalten noch würde eine liberale Gesetzeslage Kinder und Jugendliche zum Konsum von Cannabis animieren. Nun hoffte Alex Stevens, dass seine Studie dazu beitragen kann, die übereifrigen Prohibitionisten davon etwas überzeugen zu können, die kontraproduktive und äußerst schädliche Prohibition von Cannabis mit neu geöffneten Augen zu betrachten und vielen prohibitionistisch eingestellten Ländern einen Wink mit dem Zaunpfahl zu liefern, wie man zukünftig in der Cannabisdebatte voranschreiten müsse. „So wie es aussieht, sind die Schäden und Kosten, die sich daraus ergeben, dass Menschen, die Cannabis konsumieren, strafrechtlich verurteilt werden, nicht durch einen Effekt in der Verringerung des Cannabiskonsums gerechtfertigt“, mahnt er daher auch noch an.

Ob die damit ebenfalls angesprochenen Suchtexperten aus Deutschland – wie der gebetsmühlenartig alte Argumente wiederholende Dr. Rainer Thomasius – diese neuen Erkenntnisse der Universität von Kent akzeptieren werden und ihre Meinung bezüglich der Kausalzusammenhänge zwischen Hanffreigabe und Konsumverhalten endlich einmal den wissenschaftlich überprüften Wahrheiten anpassen, muss nach den neusten Aussagen dieses sehr speziellen Expertenkreises leider weiterhin bezweifelt werden. Die Freigabe von Rauschhanf zu Genusszwecken in Teilen der USA habe nach Thomasius Wahrnehmung dort unweigerlich auch zu einem gestiegenen Konsumverhalten unter Jugendlichen geführt, während Deutschland mit der restriktiven Politik einen guten Schnitt im europäischen Vergleich liefere. Hierzulande wolle er die angeblich durch Cannabiskonsum verursachten steigenden Zahlen bei Verkehrsunfällen, suizidalem Verhalten und von Psychoseausbrüchen verhindern. Offensichtlich weiterhin mit den alten Mitteln der gescheiterten Prohibition, die für steigende Konsumentenzahlen, höhere Wirkstoffwerte und sinkende Preise auf dem Schwarzmarkt verantwortlich sind – und dieses ganz ohne jegliche Kundenrechte, Altersbeschränkung und Jugendschutzmaßnahmen.

Ein Geniestreich sondergleichen …

5 Antworten auf „Das Verbot von Cannabis ist wirkungslos

  1. Harald

    Studien? Was soll das ganze Geschwätz. Alkohol und Medikamente töten Menschen. Cannabis tötet keine Menschen. Es ist ganz offensichtlich politisch nicht gewünscht, dass weniger Menschen sterben, den bis zu ihrem Tod kann man viel Geld mit den „Kranken“ verdienen. Das soll gefälligst so bleiben, denn sonst hätten ja Krankenhäuser weniger tote Patienten und ein effektiveres Zeit-und Geldmanagement. Solch eine Gesetzgebung sind Kennzeichen von totalitären Systemen. Bei uns wird dies als Kulturgut beschrieben. Wie blöd muss eine Gesellschaft sein, wenn sie diese Kröte schluckt und wie gekauft muss die Politik sein, die solche Storys in die Welt setzt und vertritt. Das die Politik ohne Angst vor ihren Bürgern diese so schamlos belügt und aktiv mit hilft Teile dieser Gesellschaft zu „töten“ zeigt was Politik von ihre Bürgern hält. Nämlich gar nichts!!!!

  2. R. Maestro

    @Harald.
    1:1 meine Meinung.
    Alkohol macht blinder, vernebelter als THC es jemals könnte.
    Unsere Politik zeigt es, lebt es vor!

  3. woewe

    Was soll das ganze Geschwätz?: „Alkohol und Medikamente töten Menschen. Cannabis tötet keine Menschen…“ – Nein! Die Prohibition tötet Menschen! Darum geht es! Egal, ob die von Alkohol (1920 – 33), Cannabis (seit 1929/1937 – ?), von Gummibärchen, anderem Zuckerzeuchs oder Pommes!
    Schade! Zweiter Versuch.

  4. Harald

    @ woewe
    Vor dem Schreiben Hirn einschalten soll helfen. Alkohol ist legal und potenziell tödlich, Schmerz-und Schlafmittel sind legal und potenziell tödlich. Cannabis ist illegal und potenziell nicht tödlich, wenn man es nicht gerade isst wie eine Kuh auf der Weide grast. Ihnen empfehle ich allerdings noch einige Gummibärchen, die bessern die Laune wenn man unterzuckert ist. Es ist sowieso bemerkenswert, wie manche Antworten kommen, wenn man den Kern der Sache trifft. Ein Schelm wer böses dabei denkt. Aber mich juckt es gerade und ich mag am allerwenigsten Auftragsschreiber, die entweder pöbeln oder die Angelegenheit versuchen wieder in die passende Ecke zu schieben. Fakt ist, in Deutschland tötet unsere Politik entweder durch Beihilfe oder aber durch Unterlassen, Menschen, und das nicht nur im Bereich Cannabis. In Berlin und den Landesregierungen sitzen mehrheitlich hörige oder/und gewissenlose Zyniker, welchen die Menschen, welche sie vertreten müssen, denn das ist ihre Aufgabe, in Wirklichkeit scheißegal sind!!!!! Der Auftraggeber ist niemals der Wähler sonder die Leute mit der größten Macht und dem größten Geldbeutel. Wäre das nicht der Fall, wäre Cannabis schon seit vielen Jahren legal und unsere Welt wäre eine andere.

  5. Otto Normal

    Wie die Folgen der Serie CSI Miami kommen nun wöchentlich Studien raus. Mal von den Gegner mal von den Befürwortern. Was dabei allerdings völlig unter die Walze kommt ist die Tatsache das es noch NIE um das Kinderwohl ging. Nach den Bürokraten kommen nun die Technokraten. Es erinnert an die Filrmreihe „Star Wars“ wo die demokratisch organisierte Konförderation nach und nach zur Diktatur verkommt. Genauso verläuft es in Täuschland nur mit dem Unterschied das dies heutzutage geschieht und nicht erst „in einer fernen Zukunft einer fernen Galaxie“.

    Den Prohibitionsverbrechern und Ihren Komplizen auf der einen und der von der Prohibition profitierenden Industrie auf der anderen Seite ist das nur Recht und billig. Solange nur diskutiert wird geschieht eben nix und das Geschäft kann munter weiter gehen, gelle Herr Dr. Thomapyrin?

    Die wieviel tausendste Studie über die gleiche Scheiße, deren Ergebnis wir alle – auch die Prohibitionsverbrecher Marlene Mortler, Dr. Thomasius und Komplizen seit Jahrzenten kennen – ist das nun eigentlich?

    70 Jahre Krieg gegen Cannabiskonsumenten!
    Wann wird endlich SCHARF zurückgeschossen?
    Wann gibt es endlich die ersten Toten auf der Seite der Prohibitionäre?

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