Dienstag, 19. Februar 2019

Zypern legalisiert medizinisches Cannabis

Parlament verabschiedet gesetzliche Bestimmungen für den Anbau und die Verwendung von Medizinalhanf

 

Nun folgt also Zypern, nachdem im März letzten Jahres Griechenland Cannabis zu medizinischen Zwecke legalisiert hatte. Die zypriotischen Abgeordneten segneten am Freitag mit einer deutlichen Mehrheit von 30 Ja-Stimmen zu 18 Nein-Stimmen die Novelle des Betäubungsmittelgesetzes ab, die künftig den Anbau, die Ein- und Ausfuhr sowie den Besitz und die Verwendung von medizinischem Cannabis zulässt. Überdies wurden mit der Gesetzesänderung die Rahmenbedingungen für die kostenlose Verschreibung von pharmazeutischem Cannabis an berechtigte Patienten geregelt. Gegen die Novelle stimmten die Abgeordneten der „Fortschrittspartei des werktätigen Volkes“ (AKEL) und die ultranationalistische „Volksfront“ (ELAM).

 

Die Grüne Partei Zyperns begrüßte die Entwicklung: „Wir hoffen, dass das Gesetz unverzüglich umgesetzt wird, damit Hunderte von Patienten endlich eine alternative und nicht-chemische Behandlungsmethode für ihre gesundheitlichen Probleme erhalten.“

Die Grünen verwiesen auch auf das Europäische Parlament, das die Europäische Kommission und die nationalen Behörden aufgefordert hat, die Verwendung von Cannabis für pharmazeutische Zwecke klar von anderen Verwendungen zu unterscheiden. Der EU-Beschluss nötigt den Mitgliedstaaten ab, die rechtlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Hindernisse, die die wissenschaftliche Forschung in diesem Bereich behindern, zu beseitigen.

 

Die Ausführung des neuen Gesetzes sieht vor, in den ersten 15 Jahren nur drei Produzenten die begehrte Lizenz zum Geldverdienen zu erteilen. Damit soll gewährleistet werden, dass auf Zypern nur finanziell solide Unternehmen mit weltweiter Erfahrung im Bereich des Anbaus und der Produktion von medizinischem Cannabis zum Zuge kommen. Außen vor bleiben kleinere Produzenten und Kooperativen. Diese Benachteiligung sei aus Gründen der Sicherheit notwendig, um zu verhindern, dass die Medizinalhanfblüten auf den Schwarzmarkt gelangen bzw. illegal konsumiert werden.

 

Der Leiter des Pharmaceutical Services, Louis Panayi, sieht rosige Zeiten auf die drittgrößte Mittelmeerinsel zukommen. Für die zypriotische Wirtschaft würden sich aus der Produktion, dem Vertrieb und dem Export von Medizinalhanf enorme Chancen ergeben, da der Weltmarkt für medizinischen Cannabis „jungfräulich“ sei. Zypern sei wegen seiner idealen klimatischen Bedingungen und seiner langen Sonneneinstrahlung klar im Vorteil gegenüber Ländern wie den Niederlanden, die bislang eine Monopolstellung im Cannabis-Export in Europa einnehmen. Panayi rechnet mit signifikanten Einnahmen – auch für das Staatsäckel. Schätzungen zufolge könnte Zypern jedes Jahr medizinisches Cannabis im Wert von 180 Millionen Euro auf den legalen Markt bringen. „Die Produktionskosten belaufen sich auf 9,9 Millionen Euro, der Steuergewinn betrüge dann 56,7 Millionen Euro“, sagte Panayi

 

Eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken ist auf Zypern nicht in Sicht. Vorstöße der Legalisierungsbefürworter scheiterten bislang am kategorischen Nein der konservativen Parteien. Doch die Grünen zeigen sich zuversichtlich: „Wir glauben, dass die Zulassung von medizinischem Cannabis in Zypern neue Wege öffnet.“

 

5 Antworten auf „Zypern legalisiert medizinisches Cannabis

  1. Lotus

    Glückwunsch nach Zypern =D
    Zitat:
    „Wir hoffen, dass das Gesetz unverzüglich umgesetzt wird, damit Hunderte von Patienten endlich eine alternative und nicht-chemische Behandlungsmethode für ihre gesundheitlichen Probleme erhalten.“

  2. Karli

    Irgendwann hat die ganze Welt legalisiert. Nur in Deutschland wird eine Person um einen brodelnden Chemietopf, wie Rumpelstielzchen, Bier saufend herum hüpfen und kreischen: „Aber die Kinder! Aber die Kinder!“ Glückwunsch nach Zypern.

  3. Otto Normal

    @Karli
    Ja genau!
    Ich füge noch hinzu:
    „Ach wie gut das niemand weiß
    daß ich Marlene Mortler heiß“

  4. Karli

    @ Otto Normal
    Und ich füge auch noch was dazu: Altersbeschränkung und schon sind die Kinder geschützt.

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