Samstag, 26. Januar 2019

Liberale Gesetze verleiten Jugendliche eher zum Cannabiskonsum

Studie verbindet Waffengesetze, Abtreibungsoptionen und Tarifverhandlungen mit Rauschmittelnutzung.

Bild: eSheep / freeimages


Als würden die Freiheitsrechte aller erwachsenen Konsumenten von Cannabis keine wirkliche Bedeutung haben, lassen Legalisierungsgegner ihre Argumente gegen eine Freigabe von Cannabis oft mit Inhalten verstärken, die heranwachsende Jugendliche betreffen. Die Gefahren für junge Menschen würden allen Vorteilen gegenüberstehen und somit eine Veränderung im gesellschaftlichen Umgang mit Marihuana unmöglich machen. Auch wenn Tatsachen aus Übersee schon oft genug Beweise für den Nutzen der Cannabisfreigabe erbrachten, die auch für die dort lebenden Teenager positive Auswirkungen mit sich bringt, so glauben weiterhin viele Prohibitionisten daran, dass ein legaler Zugang zwingend zu steigenden Konsumentenzahlen unter dieser Altersgruppe führe. Nun hat eine Studie der Mailman School of Public Health von der Universität Columbia einmal andere Faktoren hinzugezogen und kommt erneut zu einem Ergebnis, welches gegen die sich oft einzig noch auf Jugendschutz berufende Verbotspolitik spricht. Liberale Gesetze verleiten Jugendliche eher zum Cannabiskonsum als die legale Verfügbarkeit des natürlichen Rauschmittels, lautet die Schlussfolgerung der angestellten Untersuchung.

Auch wenn sich das Team um Morgan M. Philbin auf alte Daten des National Survey on Drug Use and Health aus den Jahren zwischen 2004 bis 2006 und 2010 bis 2012 beruft, so scheint nach Überprüfung vieler gesellschaftlicher Faktoren eindeutig feststellbar, dass eher die gesamte Lebensweise beeinflussen kann, ob Marihuana bei Jugendlichen Anklang findet. Beispielsweise der Zugang zu Abtreibungseinrichtungen, die Gesetze des Waffenbesitzes betreffend, oder aber die Möglichkeiten bei Tarifverhandlungen seien eher dafür verantwortlich, dass Teenager im Alter von 12 bis 17 oder 18 bis 25 häufiger zum Joint greifen würden. Liberale Gesetzeslagen ließen in dieser Altersgruppe dieses Konsummuster eher entstehen als konservative Rechtslagen, wobei es keinen Einfluss auf das Verhalten haben würde, sollte der Zugang zu medizinischem Marihuana im Umfeld erlaubt sein. Insgesamt wäre der Gebrauch von Marihuana aber in der überprüften Zeitspanne gestiegen, doch stärker in den Staaten, welche einen liberaleren Umgang mit der Bevölkerung pflegten. So wäre ein Anstieg von 33 auf 37 Prozent bei den 18- bis 25-Jährigen in liberalen Gefilden, jedoch nur eine Steigerung von 25 auf 26 Prozent in konservativen Ecken der USA innerhalb der acht Jahre bis zum Jahr 2011 festgehalten worden. Der Missbrauch – also schädlicher Cannabiskonsum, der Stimmungsschwankungen oder Schlafprobleme erzeugt – habe sich hingegen gleichzeitig verringert. Von 20 auf 17 Prozent in den liberaleren Landschaften, von 22 auf 18 Prozent in den konservativen Gefilden – obwohl dort insgesamt weniger konsumiert würde. Bei Menschen über einem Alter von 26 Jahren hätten die gesamten Umstände jedoch kaum messbare Auswirkungen auf deren Konsummuster und deren Gesundheit. Insgesamt wüssten die beteiligten Forscher auch nicht, warum dieser Trend beobachtbar ist, doch sollten sich Gesetzgeber bewusst sein, dass noch viele weitere Lebensumstände – als nur die Freigabe von Cannabis zu medizinischen oder Genusszwecken – für das Konsumverhalten von Jugendlichen verantwortlich sind.

Da in den Vereinigten Staaten seit fortschreitender Legalisierung ab dem Jahr 2012 bis 2018 – also zeitlich direkt nach den oben verwerteten Jahreserhebungen – die Konsumenten der USA im jugendlichen Alter laut Forschung auch immer weniger wurden, sollte ein weiteres wichtiges Argument gefunden sein, welches der Forderung nach einer Freigabe von Cannabis zu Genusszwecken erwachsener Bewohner ein recht großes Gewicht verleiht. Besonders gegen fehlgeleitete Prohibitionisten mit vorgeschobenen Jugendschutzvorstellungen dürften diese Erkenntnisse kraftvoll eingesetzt werden können.

6 Antworten auf „Liberale Gesetze verleiten Jugendliche eher zum Cannabiskonsum

  1. Rainer Sikora

    So ein Kinderleben ist mit meinem Wunsch nach Legalisierung schnell zerstört.Also wünsche ich mir jetzt ganz schnell Verbote,und zwar überall wo es nur geht.

  2. Der Realist ohne Kraut

    Studien, Statistiken und Geblubber… immer dasselbe, was immer gegen Legalierung spricht. Mir hängt es aus dem Hals raus.

    Gibt das Hanf frei, sorgt für Bürgerschutz und helft, dem geholfen werden muss.

    Was sagen die Statistiker denn über den Alkohol?

  3. Otto Normal

    Wieder eine gefälschte „Studie“ von irgendwelchen gekauften Scharlatanen die sich Wissenschaftler nennen. Natürlich ist auch der Konsum in den konservativen Ländern drastisch gestiegen, aber das kann man eben nicht statistisch messen, da es auf dem Schwarzmarkt geschieht. Aber fragt doch mal die Dealer, also ich habe festgestellt das die Umsätze bei jedem Dealer seit Jahren steigen.
    @Realist
    Alkohol wird nicht wissenschaftlich untersucht da man ja weiß das er Teil unserer Kultur und die Lobby einfach zu mächtig ist und man in einer Demokratie nicht in der Lage ist die Mehrheit einer Bevölkerung zu drangsalieren. Das geht eben nur mit einer Minderheit. Aus dieser wichtigen Erkenntnis heraus wäre die beste Lösung Cannabis mehrheitsfähig zu machen indem man alle Freunde, Bekannte, Verwandte, Nachbarn quasi allen Menschen wo es gelingt ect. Cannabis anbietet und sie zu Kiffern macht. In dem Moment wo die Mehrheit Cannabis anstatt Alkohol konsumiert ist die Legalisierung kein Problem mehr. Eine Welt voller gechillter Cannabisuser das wäre echt cool. Es gäbe z.B. keine Kriege mehr.

  4. Irgendwer

    Schwachfugstudie !
    Die Schwulen haben sich auch auf wundersame Weise rasant vermehrt als sie nicht mehr verfolgt wurden
    😀

  5. Der Realist ohne Kraut

    @ Otto Normal
    Da geb ich dir recht – Kultur. Leider ist mein direktes Umfeld nicht begeistert von einer ‚grünen Welt‘. Wein und Bier steht bei Ihnen im Vordergrund. Und ich bin da, wie du’s bereits sagtest, die Minderheit.

    Einige, schätze mal dreiviertel von ihnen, haben aber schon Erfahrungen gemacht mit Hanf. Dennoch sind sie vollkommen dagegen und können mein Anliegen, dass Cannabis für 18+ bzw. 21+ frei ist, einfach nicht verstehen. Stattdessen kommen dann die Floskeln einer Mortler in meine Richtung… das ist auch der Grund, wieso ich gerne von ‚Volksverblödung‘ spreche…

    @ irgendwer
    Genau. Sie laufen in Scharen auf allen Straßen und versuchen uns zu beeinflussen und am Stängel zu spielen. 😀

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