Montag, 7. Januar 2019

Joschka Fischer und die Cannabis-Droge

Grünen-Urgestein will kanadischem Cannabis-Hersteller in Deutschland die Pfründe sichern

 

Ein Kommentar von Sadhu van Hemp

 

 

Joschka Fischer kehrt zurück zu den Wurzeln, heißt es in der deutschen Presselandschaft. Das klingt spannend und vielversprechend. Doch das ist auch schon alles, denn der Ex-Außenminister wird wohl kaum wieder als Chauffeur in eine Droschke steigen und in seiner Freizeit auf am Boden liegende Polizisten eintreten. Dazu ist der 70-jährige Genussmensch viel zu wohlhabend und übergewichtig. Ebenso wenig wird der Geldprolet auf seinem Anwesen im Berliner Nobelortsteil Grunewald einen Cannabis-Grow starten oder auf dem Global-Marijuana-March Gesicht zeigen.

 

Nein, Joschka Fischer wird nur insofern zu den Wurzeln zurückkehren, indem er sich treu bleibt und weiter nur seinen eigenen (pekuniären) Vorteil sucht – und das vor allem auf Kosten anderer. Wie damals 1999, als er gemeinsam mit Kanzler Gerhard Schröder den Tabubruch beging und erstmals seit 1945 deutsche Soldaten in den Krieg schickte, der obendrein völkerrechtlich umstritten war. Der Ichmensch Fischer verkörpert wie kein anderer den klassischen Emporkömmling, der nach oben dient und nach unten tritt. Kurz gesagt, Fischer ist kein Mann ritterlicher Tugenden, sondern ein falscher Fuffziger, der nicht hält, was er verspricht.

 

Seine Berufung in den internationalen Beirat des kanadischen Cannabis-Produzenten Tilray ist daher mit Skepsis zu betrachten. Es mag zwar schön klingen, dass sich der frühere Vizekanzler fortan „auf professioneller Ebene für die Legalisierung von Cannabis einsetzt“, doch letztlich geht’s nur ums Geldverdienen. Der abgehalfterte Polit-Pensionär verfolgt nur die wirtschaftlichen Interessen einer Aktiengesellschaft aus Übersee – ohne Rücksicht auf die Wünsche der in Deutschland seit mehr als einem halben Jahrhundert kriminalisierten Cannabis-Konsumenten.

 

Joschka soll die Strippen ziehen, damit das Kapitalunternehmen möglichst großen Wettbewerbsvorteil hat, wenn in deutschen Landen irgendwann einmal der staatlich lizenzierte Cannabis-Anbau startet. Fischer und seinem neuen Arbeitgeber geht es nicht darum, den Hanf zu befreien, sondern den Menschen zu stehlen. Cannabis-Produzenten wie Tilray wollen den ganzen Kuchen. Fischers vornehmliche Aufgabe wird ganz bestimmt nicht darin bestehen, seinen Einfluss dahingehend geltend zu machen, den Hänflingen schöne Geschenke zu machen. Vielmehr wird der neue deutsche Tilray-Berater in den Chor der börsendotierten Unternehmen einstimmen, die mit Hilfe der Cannabisagentur das Big Business nach Gutsherrenart unter sich aufteilen wollen. Einer Duldung von Kleinproduzenten, Cannabis Social Clubs und Haschischimporteuren wird ein Joschka Fischer also nicht das Wort reden, denn das sieht die Beratertätigkeit bei Tilray nicht vor.

 

Für die Cannabis-Legalisierung auf deutschem Boden ist Fischers Engagement bei Tilray kein Gewinn. Zwar wird sich der grüne Polit-Altstar in den nächsten Tagen und Wochen wie eine Sau durchs Dorf treiben lassen und in etlichen Talkshows für sich und seine neuen Arbeitgeber Werbung machen, aber unterm Strich ist der wirklichen Befreiung der Hanfcommunity damit nicht gedient.

 

 

13 Antworten auf „Joschka Fischer und die Cannabis-Droge

  1. R. Maestro

    Naja, ausser den Turnschuhen und Farbbeuteln besteht bei mir kaum Erinnerung an
    den Joschi.

    https://www.bdkj.de/fileadmin/processed/b/7/csm_180108_DKS_Gruppenbild_Kanzlerin_Bild_Kretschmann_3e93f889cb.jpg

    Ein schönes Bild. Mutti und die Sternsinger.
    Keine Panik, Haschgiftverbrecher sind da nicht zu finden. Die sitzen ein, hängen in der Gosse an der Nadel, wurden dem Thomasius zum Frass vorgeworfen, usw., usf., …
    (Sarkasmus aus).

    (Ernst): Der blaue Grinsekuchen in der Mitte, hat definitiv Rauschgifterfahrung!

    PROST, MUTTI!

  2. Ralf

    Danke Sadhu, das hätte ich so treffend nicht ausdrücken können! Fehlerlose Analyse eines skrupellosen Ich-Menschen.
    Ich hatte einen Traum und der ging so: Plötzlich kommt der Hanf über die Welt und gibt jedem Menschen die Chance klein Anzufangen und auch klein zu bleiben wenn er das will.
    Der Traum ist gerade am zerplatzen wie eine Seifenblase, und das zugunsten einer Horror-Vision von grenzenlosem Raubbau durch den Hanf genetisch verstümmelt von Monsanto und BASF, gezogen unter Energie fressendem Kunstlicht und Pestiziden. I had a dream……..but now I have only tears.

  3. greenness

    „aber unterm Strich ist der wirklichen Befreiung der Hanfcommunity damit nicht gedient.“

    Ich finde doch.
    Mittelbar sorgt der geläuterte Steinwerfer mMn. dafür, daß über Hanf gesprochen wird und sich Akzeptanz und Toleranz vergrößern. Eben gerade unter dem Strich und nicht unmittelbar.

  4. Otto Normal

    Man wird sich noch die Prohibition zurückwünschen wenn klar ist wohin die Reise geht. Der Kapitalismus wird sich die Hanfszene einverleiben. Legalisierung bedeutet eben nicht unbedingt die grenzenlose Freiheit mit Blumentopf voll Hanf auf dem Balkon. Genau das soll auf jeden Fall verhindert werden. Alki’s bauen den Hopfen ja auch nicht auf dem Balkon an sondern tragen ihren mühsam verdienten Lohn brav zum Dealer also zum Supermarkt. Niemand außer ein paar Freaks braut sich sein Bier selber, oder keltert seinen eigenen Wein, obwohl es ja sogar erlaubt wäre. Aber es ist zu aufwendig. Anders beim Hanf. Ordentlich großen Kübel, Hanf rein, das Ganze raus auf den Balkon und im Herbst kann man ernten. Da gucken die legalen Drogendealer natürlich in die Röhre. Ja das ist echt gemein und deshalb ist Fischer nun auf der Bildfläche erschienen um für die gerechte Sache – also seinen Arbeitgeber – zu kämpfen. Es kann nicht sein das die Kapitalisten ausgesperrt werden wo doch da soviel Ausbeutungspotenzial drin liegt. The Spice must flow, the cash too. Nun also sollen die armen vom Dealer ausgebeuteten Cannabiskonsumenten befreit und der Industrie zugeführt werden. Grundsätzlich sollte man dabei aber immer im Auge behalten daß Politiker – wenn sie überhaupt „kämpfen“ – es nur für ihre eigene Karriere bzw. den eigenen Geldbeutel tun, aber niemals für den Bürger. Leute abhängig machen um sie auszubeuten ist schließlich nichts neues im Kapitalismus. Ob die Droge nun Fußball, Computerspiel, Sex, Alkohol oder Tabak heißt ist einem echten Kapitalisten eigentlich schnuppe. Hauptsache die Gewinnmarge stimmt.
    Deshalb Leute freut Euch nicht zu früh. Die Politiker haben den Freiheitsgedanken den IHR habt NICHT! Unter Freiheit stellen die sich vor daß man die Freiheit hat sich die Brücke auszusuchen unter der man schläft. Allgemeine Handlungsfreiheit für den mündigen Bürger so wie sie in der Verfassung und den Menschenrechten festgeschrieben ist können die sich nicht mal vorstellen, ein Albtraum für jeden Politiker, besonders bei den besserwisserischen Gutmenschen vom Typ grüner Träumer die glauben sie müssen die Menschen bis an ihr Lebensende umerziehen.
    Deshalb fürchte ich daß nach einer Legalisierung, die keine echte sein wird, man sich die Prohibition wieder zurückwünscht.
    Hanf selber anzupflanzen wird auch nach einer – wie auch immer gearteten – „Legalisierung“ unter hohen Strafandrohungen streng verboten bleiben ist doch klar. Begründen wird das korrupte Politikerpack das mit dem Schutz der Bürger vor Schimmel im Hanf. Da sind unsere Politclowns echt klasse, die haben immer eine wunderbar klingende Ausrede für den normalen deutschen Michel parat damit der sich beruhigt wieder zurück lehnt: „Ah die mache das ja nur zum Schutz von den Haschbrüder, damit die sich nicht selbst vergiften weil die vom Hasch ja schon total verblödet… aber Frau Merkel paßt schon auf das da nix Schlimmes passieren tut…“

    Man wird sich evtl. die Situation von vorher zurückwünschen.

  5. Andreas

    Meiner Meinung nach war Fischer und sein Kumpan Schröder schon immer Dreckspack. Nicht erdt seitdem sie mit ihrem Genossen Steinmeyer die verarmte Bevölkerung mit Hartz4 traktieren.

  6. Rainer Sikora

    Das Thema Hanf und Legalisierung und mögliche Formen und Variationen der Verwirklichung bzw.Umsetzung,wird seit Jahrzehnten immer wieder mal erwähnt und diskutiert.Gut,daß mit JF vielleicht mal wieder Hanf erwähnt werden könnte,natürlich ohne irgendein Ergebnis.Es geht ja auch nur um Geld-und Machtgier natürlich wie immer auf Kosten kleiner unschuldiger Leute und deren Wünsche.Es wird aber allgemeine Wut verbreitet,die sich irgendwann auswirkt.Friedliches Spazieren, hat bisher nicht das Geringste bewirkt, auch bei anderen Anliegen nicht.Deshalb gibt es jetzt die Gelbwesten,die wenigstens kurzfristig Erschütterungen ausgelöst haben.Ob richtig oder verkehrt ist im Hintergrund,weil es um Protest gegen Umstände geht,die nicht richtig sind.Macht kaputt was euch kaputtmacht.Wenn Recht zu Unrecht wird…Keine Macht für niemand Das bleiben nicht ewig nur irgendwelche Sprüche.

  7. Horscht

    Ach wirklich? Im Kapitalismus geht es ums Geld verdienen? Das ist mir echt neu und sollte verboten werden! 😉

  8. Ralf

    Ich kann nur sagen, sollte es jemals so weit kommen, daß der Kapiltalisten-Hanf erlaubt und der User-Hanf weiter verboten ist, brennt ihre Pflanzungen nieder wo ihr sie seht!
    @Rainer Sicora
    „Macht kaputt was euch kaputtmacht.Wenn Recht zu Unrecht wird…Keine Macht für niemand“ so soll es sein!

  9. Ralf

    @greenness
    Wen wundert`s, nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger immer wieder selber!

  10. XYZ

    geht es eigentlich uch mal um Hanf oder werden hier nur sehr sehr linke „Dogmen“ verbreitet? Diese ewigen politischen Statements sind extrem nervend. So wohl vom Author als auch in sehr grossen teilen der Kommentare.

  11. Ralf

    @XYZ
    Wie einfältig muß man denn sein um nicht zu sehen daß es beim Hanf schon immer um Politik ging? Und weißt du überhaupt was ein Dogma ist? Das gibt es eigentlich nur bei den Katholen und bei Leuten die für das, was sie behaupten keine Beweise haben, also meistens rechte Arschlöcher!

    Und damit auch du es kapierst hier noch zum X-ten Male:
    [… „Wir wussten, dass wir es nicht illegal machen konnten, gegen den Krieg oder schwarz zu sein, aber indem wir die Öffentlichkeit dazu brachten, die Hippies mit Marihuana und die Schwarzen mit Heroin zu assoziieren, und beides streng kriminalisierten, konnten wir diese Bevölkerungsgruppen schwächen. Wir konnten ihre Anführer festnehmen, Razzien in ihren Häusern durchführen, ihre Treffen auflösen, und sie Abend für Abend in den Nachrichten diffamieren. Wussten wir, dass wir logen, was die Drogen anging? Natürlich wussten wir das.“ …]
    Zitat: John Ehrlichmann, ehemaliger Nixon-Berater
    Hat aber mit Politik nix zu tun oder????

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