Sonntag, 30. Dezember 2018

Was sind Terpene? Terpene im Hanf

 

Autor: Robert Kania, Übersetzung aus dem Englischen: Su

 

 

Es ist wahr, dass wir immer mehr über die wohltuende Wirkung der in Cannabis enthaltenen Substanzen erfahren. Dennoch wissen nur wenige Menschen, worin das Geheimnis des charakteristischen Geruchs, des Geschmacks und der Farbe dieser Pflanze liegt. Terpene, eine große Gruppe von organischen Verbindungen, die nicht nur in Cannabis zu finden sind, verleihen der Pflanze ihren einzigartigen Geruch und Geschmack. Terpene haben jüngst aufgrund ihrer ungewöhnlichen Eigenschaften und therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten auch die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich gezogen.

 

Fangen wir jedoch von vorne an. Terpene sind aromatische chemische Verbindungen, die von vielen Pflanzen, einschließlich Hanf, produziert werden. Sie können auch in Zimt, Harz, Ingwer und sogar ätherischen Ölen gefunden werden – kurz gesagt in Pflanzen, die sich durch ein intensives, betörendes Aroma auszeichnen. Im Fall von Cannabis sind die Terpene für den einzigartigen Geruch der Blüten oder des Rauchs verantwortlich.
Die molekulare Zusammensetzung der Terpene ist kein Rätsel. Es handelt sich dabei um flüchtige Kohlenwasserstoffe mit fünf Kohlenstoffatomen der allgemeinen Formel (C5H8)n. Terpenmoleküle enthalten Isopren, und die kleinsten von ihnen (Monoterpene) sind das Ergebnis der Biosynthese zweier Moleküle. Terpene werden in Typen unterteilt – wir unterscheiden zwischen offenkettigen und ringförmigen Terpenen, und sie können entsprechend ihrer Größe auch in Gruppen eingeteilt werden. So unterscheiden wir beispielsweise Sesquiterpene, Diterpene, Triterpene und sogar Tetraterpene.
Der Name dieser Verbindungen leitet sich von Terpentin ab, das in der Natur Bestandteil von Nadelbaumharz ist – der scharfe, frische Geruch dieser farblosen und wenig wasserlöslichen Substanz ist sicherlich allen Malerfreunden bekannt.

 

In Cannabis vorkommende Terpene

 

Cannabis ist extrem reich an Terpenen. Die Struktur dieser Verbindungen ist (aus chemischer Sicht) den Cannabinoiden sehr ähnlich. Ebenso beeindruckend ist ihre Anzahl in der Cannabispflanze – Spezialisten können über einhundert Typen unterscheiden. Hier sind die wichtigsten:

 

Myrcen – diese Monoterpenverbindung bleibt der wichtigste Inhaltsstoff in Cannabisölen. Die Konstruktion dieses Terpens (C10H16) verdient wegen seiner Instabilität im Kontakt mit Luft und seiner geringen Wasserlöslichkeit Beachtung. Myrcen findet man auch in Hopfen, Kümmel, Klee oder Salbei, neben vielen anderen Pflanzen und Kräutern.

 

Pinen – dieses Bikarbonatmonoterpen wird auch in der Parfümindustrie verwendet. Dank der außergewöhnlichen Dufteigenschaften, findet es auch als Insektenschutzmittel Verwendung.

 

Limonene – eine andere Verbindung, die in Cannabis zu finden ist, ist für den charakteristischen, sauren Geruch von Zitronen verantwortlich. Aufgrund seines Aromas wird es aktiv bei der Herstellung von Parfüms, Kosmetika und Luftverbesserern eingesetzt.

 

Linalool – ist eine Mischung aus Licareol und Coriandrol mit intensivem, blumigem Duft. Wie Pinen kann auch Linalool als Insektenschutzmittel eingesetzt werden. Der blumige Duft macht die Verbindung zu einem wertvollen Bestandteil von Parfümen.

 

Eukalyptol – ein Terpen, das aus Eukalyptus-, Wermut- oder Rosmarinöl gewonnen wird. Es zeichnet sich durch frischen Minzduft aus, sodass es – wie andere Terpene – auch zur Herstellung von Kosmetika verwendet werden kann.

 

Caryophyllen – ein Gemisch aus α-Caryophyllen/Humulen, β-Cariophyllen und Caryophyllenoxid. Es hat ein würziges, fast „pfeffriges“, scharfes Aroma – es ist für den Geruch von Nelken und schwarzem Pfeffer verantwortlich. Es ist auch erwähnenswert, dass β-Cariophyllen sehr vielversprechende therapeutische Eigenschaften aufweist und als eine der bedeutendsten Nicht-Cannabinoidverbindungen in Hanfextrakten angesehen wird.

 

Terpene – Eigenschaften und Anwendungen

 

Nicht nur Geruch, nicht nur Geschmack, nicht nur Farbe. Eine Reihe von in der Natur vorkommenden Terpenen besitzt erstaunliche Eigenschaften. Wissenschaftler schätzen, dass es mehr als 20.000 verschiedene Arten von Terpenen in den Pflanzen gibt. Diese helfen Pflanzen, sich vor Bakterien, Pilzen und Schädlingen zu schützen.

 

Aufgrund ihrer aromatischen Eigenschaften sind Terpene in der Kosmetikindustrie unersetzlich – sie werden bei der Herstellung von Parfüms häufig verwendet und sind ein wesentlicher Bestandteil der von uns täglich verwendeten Duftstoffe. Sie werden auch in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt – finden kommen in Lebensmittelaromen und sogar in Medikamenten Einsatz.

 

Dank der therapeutischen Eigenschaften, der die Absorption erleichternden Aromen und der neu entdeckten Synergie mit Cannabinoiden eignen sich die in Hanf enthaltenen Terpene hervorragend für Kräuterbehandlungen.
Es besteht kein Zweifel, dass Cannabis viele wertvolle Substanzen enthält – die gesundheitlichen Vorteile von Cannabinoiden werden von Woche zu Woche besser erforscht. Es ist möglich, dass sie bald mit Terpenen verbunden werden, die lange Zeit nur mit ihrem Geschmack und ihrem Aroma assoziiert wurden.

Eine Antwort auf „Was sind Terpene? Terpene im Hanf

  1. Melitta Jacob

    Hallo sehr guter Beitrag, bin sehr gespannt dies ausprobieren zu können. Ich bin Schmerz Patientin und war bis zum Morphium gekommen. Ich habe es abgesetzt weil ich Darm Probleme hatte und suche nun eine alternative um meine Schmerzen zu lindern. Ich benutze die E-Zigarette.
    MfG. Melitta

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